So ereignislos wie derzeit stelle ich mir die Landschaft für einen Filmeinstieg in ein Bedrohungsszenario vor. Dabei sind wir mittendrin in einem Gefahrenszenario, bedroht vom Coronavirus. Für das Auge unsichtbar, geruchlos für die Nase und für die Hände nicht zu fassen. Die Stille ist nach dem kleinen Wintereinbruch massiv. Vom kahlen Baum fliegt ein Vogel auf das Dach des japanischen Teehauses und streitet dort mit einem anderen Vogel um einen Platz, der für hunderte Vögel reichen würde.
Vierzehn Tage Ausgangsbeschränkungen und immer wieder ertappe ich mich bei der Frage, wo ist die Gefahr? Das Plateau von Warmbad-Villach ist so überschaubar, kein Risiko könnte sich den Häusern unbemerkt nähern. Etwas Nebuloses würde man von Weitem erkennen und könnte sofort die Fenster dicht machen. Die Vorhänge zuziehen, wie alle Tage, ob Bedrohung oder nur vermeintliche Bedrohung. Die Blicke des Nachbarn könnten eine Krise auslösen, die Lunge zerstören, überall werden Zäune hochgezogen, um sich von den Hinzugezogenen abzuschotten. Hier ist man lange unter sich gewesen und jetzt wimmelt es von Unbekannten, ob die etwas mit dem Virus zu tun haben?
Das Coronavirus lacht mir aus der Morgenzeitung entgegen, hüpft im Vorraum vom Titelblatt und lässt sich nicht mehr einfangen. Kreuz und quer hüpft es durch die Wohnung, bis es in einer Ecke müde einschläft. Als Sandmännchen wird es abends bei den ZIB 2 Nachrichten lebendig. Es streut Sand in die Augen, sie beginnen zu Brennen und lassen sich nicht mehr schließen und bleiben bis kurz vor Mitternacht offen. Aus dem TV-Kastl kommen immer neue Berichte über die Corona- Epidemie, zuerst aus Österreich, dann aus Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland. Auffallend ist, es gibt wenige Berichte zur Lage in der Schweiz.
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