Die Situation im vorhergehenden Eintrag ist ein Beispiel dafür, dass man auch im späteren Alter sein Gehirn trainieren kann, wenn man Ausdauer hat. Bei einem Gespräch anlässlich einer Firmenfeier, bei Würstel und Bier, bin ich mit anderen Besuchern in das Gespräch gekommen. Dabei hat in der Runde ein Arbeiter erwähnt, dass er seit Anfang dieses Jahres in der Altersteilzeit ist und in drei Jahren in Pension gehen kann. Er hat darüber spekuliert, ob es notwendig sein wird, für die Pension ein Hobby oder eine handwerkliche oder eine soziale Beschäftigung zu suchen? Er hat schon davon gehört, dass manche Pensionisten, vor allem Männer im Ruhestand sehr schnell körperlich und geistig abbauen, wenn sie keine Aufgabe haben und sich dem Nichtstun hingeben. Für die pensionierten Frauen ist es zumeist der Haushalt der eine Tagesstruktur vorgibt, die fehlt den Männern nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben völlig. Dahinter lauert die Gefahr der Muse, die nach ein paar Monaten ihren Glanz verliert. Betrübt hat ihn, dass er seit dem Wechsel in die Altersteilzeit sofort um Jahre älter eingeschätzt wird. In manche Entwicklungen im Betrieb will man ihn nicht mehr einbinden, weil er sei nur mehr eine halbe Arbeitskraft und in kurzer Zeit soundso in der Rente. Etwas verbittert und enttäuscht fasste er zusammen, dass er damit wohl einen Vorgeschmack auf das bekommen hat, was ihn mit dem Rentenantritt erwarten wird. Da könnte es noch schlimmer sein.
Wie er, habe ich eine ähnliche Erfahrung gemacht. Kaum habe ich verlautet, dass ich in Pension gehen und das Geschäft übergeben werde, wurde ich sofort um einige Jahre älter eingeschätzt als es noch vor ein paar Monaten der Fall war. Schmerzlich war es für meine empfindsame Seele, als ich das Angebot für Senioren, Thermaleintritt mit Tagesteller, in Anspruch genommen habe. Auf meine Frage an die Dame an der Badekasse, ob ich den Seniorenausweis vorweisen müsste, hat diese mit einem Blick in mein Gesicht gesagt, dies sein nicht notwendig.
Gesichtskontrolle.