Am Topf…

…vom Amt hängen.

In der Fastenzeit bemühen sich Menschen aus verschiedenen Altersstufen neu zu orientieren. Wobei ich dabei altersmäßig einen Unterschied mache. In den Powerjahren fällt eine Neuorientierung leicht, da in dieser Zeitspanne nicht daran gezweifelt wird, was man sich in den Kopf gesetzt hat zu erreichen. Dies können Ziele jeder Art sein, ein weiterer Karriereschritt vom Automechaniker zum Leiter der Ersatzteilabteilung, vom Textilverkäufer zum Einkäufer der Herrenabteilung. Solche Beispiele finden sich überall, in der Gastronomie vom Kellner zum Saal Chef, jeder kann in seinem Leben nach solchen Beispielen suchen. Hierbei unterscheiden sich Kopf- von Handberufen nicht. Man beschließt sein eigener Chef zu werden, seine eigene Firma zu gründen. Ein Anstoß dazu kann sein, dass jemand seinen Job verliert. In Österreich gibt es auf dem Weg zur Selbstständigkeit Unterstützung vom Arbeitsmarktservice. Bei meiner Suche nach einem Betriebsnachfolger für das Papier- und Buchgeschäft erlebte ich, dass eine Anwärterin, welche den Laden pachten und weiterführen wollte, dafür die Unterstützung vom AMS bekommen hat. Die Behörde hat für die Schuhverkäuferin die wirtschaftliche Lage meines Handelsbetriebes durchleuchtet. Sie beraten bei der Abfassung des Pachtvertrages und welche Pacht angemessen wäre.

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Vom Gardemädchen…

…einen Kuss ergattern.

Von meiner Zeit als Lehrling in der Papier- und Buchhandlung Petz in Spittal /Drau weiß ich, wie gerne Scherzartikel in den sechziger und siebziger Jahren zur Unterhaltung verwendet wurden. In der Faschingszeit wurden auf jedem Hausball und Gschnasfest von einigen Besuchern damit andere zum Narren gehalten.  Ein bekannter Großhändler für den Vertrieb von Saisonartikel, wie Faschingskostüme, Masken, Perücken, Requisiten und Scherzartikel, Krampus Masken, Lampions und Girlanden sowie Feuerwerk war die Firma ED. Witte in Wien.  Der Vertreter dieser Firma hat mit einer Postkarte seinen Besuch in der Papierhandlung ein paar Tage vorher angekündigt. Dem Vertreter stellte die erste Verkäuferin in einer Ecke im Verkaufsraum ein Stockerl zur Verfügung wo er sich, während er die neue Faschingskollektion präsentierte, zwischendurch niedersetzen konnte. Aus einem großen Koffer holte er Tablett für Tablett um das umfangreiche Kleinzeug zu zeigen. Angefangen mit Bärten zum Aufkleben, Gumminasen und Ohren, Faschingsbrillen, dazu der passende Brillantschmuck, die goldenen Ringe mit Edelsteinen besetzt und die Zigeunerohrringe. Keine Faschingsveranstaltung ohne Scherzartikel, echte Hingucker waren Hundehäufchen und Erbrochenes.  Für Gekreische unter den Damen sorgte der blutende Daumen oder das abgetrennte Ohrwaschel. Als Hauptspeise wurden täuschend echt wirkende Eierspeise oder ein paar heiße Frankfurter aus Kunststoff serviert. Dazu wurde ein Glas Bier heller Freude serviert, mit dem Vorteil, dass es nie leer wurde. Wer das Bier auf das Gesicht des Tischnachbarn zielte, wurde dafür nicht bestraft. Ein sexy Girl verbarg sich in einem Etui und wer danach neugierig war und daran zog, für den schnappte die Mausefalle zu.  

 

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Die Zauberwürmer…

…haben die Lust am Bier verdorben.

Den Einkauf im Lebensmittelmarkt beendete ein Cappuccino im angrenzenden Café. Auf dem Tisch steht ein Taferl: Hausgemachter Heringssalat reich garniert, mit frischgebackenem Gebäck. Urplötzlich werde ich mit einer Schleuder aus der Weihnachtszeit hinauskatapultiert und lande in der närrischen Zeit, im Fasching. Auf hartem Boden aufgeschlagen.  In einer Schublade in der Wohnung gibt es noch ein paar Weihnacht Kekse, diese sind Überlebenskünstler und haben bis jetzt nicht den Weg in den Magen gefunden, sie haben etwas an Verführung eingebüßt. Nicht nur aus der unmittelbaren Weihnachtszeit vertrieben, auch um einige Jahrzehnte zurückversetzt.  Weder zu Weihnachten, noch zu Silvester hat es üppige Weihnachtsmenü gegeben. In Kärnten gab es die hausgemachten Selchwürstel mit Sauerkraut oder eine Dose Ölsardinen. Dazu einem heißen Pfefferminztee mit etwas Schnaps, schmackhaft, weil nicht alltäglich. Die Möglichkeit Weihnachten und Silvester in einem Hotel zu verbringen gab es Jahrzehnte später. Zu speziellen Anlässen, zu den Brauchtumshöhepunkten, wie Ostern oder Kirchtag, wurde ich von der Resi zum Essen eingeladen.

Zu Silvester gab es bei ihr auf der Drauland den selbstgemachten Heringssalat. Mein Beitrag zur Silvesterrunde war einige Scherzartikel, welche die Tischrunde in Staunen oder in Aufruhr versetzte. Es waren die Jahre vor der medialen Bespassung, wo Knallzünder und Knalleinlagen für Zigaretten Heiterkeitsstürme auslösten. Zu den harmlosen, aber ekelerregenden Scherzartikel gehörten die Zauberwürmer, die manchen leidenschaftlichen Biertrinker die Lust am Bier verdorben haben. Für erstaunte Augen sorgte die Blitzwatte im Aschenbecher und die Knallerbsen am Boden, welche bei jedem Schritt explodierten oder ein Käsebrot mit einer Scheibe Emmentaler aus Plastik. Im Fasching gehörte der Besuch des Hausballes im Waldcafé in der Waldsiedlung bei Frau Wedam dazu.         

KI…

...menschliche Verhaltensweisen antrainieren.

Für den misshandelten Menschen stellt sich die Frage, um welche Verletzungen handelt es sich und wann wird die Schmerzgrenze zu groß? Wann beginnt man sich zu wehren. Damit wird die Entrüstung bei denen, welche sich über den gegenseitigen Respekt hinweggesetzt haben, groß. Sie sind verblüfft, dass jemand von dem sie es am aller wenigsten erwartet haben ihren Missachtungen entgegentritt. Ich neige dazu ein leidensfähiger und ein abwägender Mensch zu sein. Bis sich die Erkenntnis durchsetzt lieber die Stirn zu bieten, als über einen größeren Zeitraum ständig gespickt zu werden, wie ein gefüllter Rindsbraten. Hilfreich ist bekommt man Unterstützung von jemandem der sich in vielen Situationen durchsetzen musste. Aus seiner Tätigkeit weiß, dass die Einhaltung von Abmachungen manchmal mit rechtlichen Mitteln durchgesetzt werden. Ich träume davon, dass im Familienkreis, auch in der Nachbarschaft einander mit Empathie begegnet wird. Werden Emotionen auf längere Zeit unterdrückt, um den zwischenmenschlichen Frieden willens, richten sie bei einem selbst Schaden an.

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Gegen alle Vorschriften…

und gutes Benehmen recht behalten.

Beim Zusammenleben in der Familie, in der Verwandtschaft oder in einer Wohnanlage ist es von der Harmonie nur ein kleiner Schritt zur Disharmonie, zu Streit und zu Zerwürfnissen. Leiden kann man darunter, wenn sich andere einem gegenüber nicht an die Spielregeln halten. Verordnungen und Abmachungen nicht eingehalten werden. Es gibt Menschen, welche die Leidensfähigkeit ihrer Mitmenschen, der Verwandtschaft oder die Mitbewohner auf die Probe stellen. Ausreizen, einen Grenzfall herbeiführen, nicht die große Verletzung, die kleinen Nadelstiche. Es ist nicht der große Schmerz und die Verursacher leben ohne schlechtes Gewissen damit. Sie ergötzen sich an der Leidensfähigkeit anderer, wichtig ist sie haben ihren Nutzen. Sie scheren sich keinen Deut darum, dass Zusammenleben oder Zusammenwohnen gegenseitige Rücksichtnahme bedeutet. Es geht darum ihren Egoismus und ihre Auffassung durchzusetzen. Personen die der Meinung sind, über alle Vorschriften, Abmachungen und gutes Benehmen hinweg recht zu haben. Sie sehen sich im alleinigen Recht, kommen auch von mehreren Seiten fundierte Einwände.

Aus meiner Erfahrung und bestätigt durch andere Personen trifft dies häufig in der Berufsgruppe der Lehrer auf. Nach meiner Laienpsychologie rührt dies daher, dass bis zum Ende der Pflichtschule die Schüler im absoluten Gehorsam verwahren. An der Entscheidung einer Lehrperson gibt es keinen Zweifel, keinen Widerspruch. Für diese Personengruppe ist auch außerhalb der Schule das Leben ein Ort, wo ihre Handlungen und Meinungen, stehen sie auch im Widerspruch zu anderen mitmenschlichen Regeln, Gültigkeit haben.