Moment Geduld…

…dauert eine Ewigkeit.

Ein unangenehmer Moment für einen PC-Anwender ist, kommt nach dem Einschalten am Bildschirm die Mitteilung, haben sie noch einen Moment Geduld, das Programm startet in Kürze. Wenn die Kürze gefühlt schon eine Ewigkeit dauert und in der Real Tim circa fünfzehn Minuten vergangen sind und immer noch kommt dasselbe Mantra. Währenddessen beschuldige ich mich meines eigenen Unvermögens, dass ich der Aufforderung, es sind neue Einstellungen vorhanden, nicht widerstehen konnte. Jetzt bleibe ich in der Warteschleife gefangen.  Eine Vielzahl von Tastenfunktionen habe ich schon durchgeführt, geblieben ist: Haben sie noch einen Moment Geduld, die Daten werden gesammelt. Würde der Laptop nicht mehr hochfahren, wäre für mich der finanzielle Verlust im Hintergrund, tragischer wäre der ideelle Verlust. Es befinden sich immer Kurztexte und Entwürfe am PC, welche nicht veröffentlicht wurden oder noch nicht extern abgespeichert wurde. Nach meiner Erfahrung ist es mir unmöglich einen Gedankengang ein zweites Mal festzuhalten, es fehlt beim neu verfassen die Spontanität des ersten Augenblicks. Der ideale Zeitpunkt, das starke Bedürfnis zu schreiben, unterliegt manches Mal dem anerzogenen Pflichtbewusstsein, alle Handgriffe im Haushalt davor bis zur Vollkommenheit durchzuführen. Unter dem Pflichtbewusstsein leidet das Schreiben. Würde ich dieselbe Vollkommenheit in christlichen Belangen anwenden, würde ich dem Wunsch Jesu, bemüht auch so vollkommen zu sein wie es der Vater im Himmel ist, sehr nahekommen. Wie üblich komme ich über das geistige Stadium eines landläufigen Christen nicht hinaus. Plötzlich hat es mit der Wiederherstellung beim PC geklappt.

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Ich wurde…

...kein Parlament Stenograph.

Von meiner Psyche lässt sich positives vermerken, die lokale Freude über das Ende der Hüftschmerzen hat sich zu einer Ganzkörperfreude ausgeweidet. Ist das Training mit Freude verbunden und das Radfahren macht Spaß, so wartet auf mich nach einem sportlichen Vormittag die Zubereitung eines Mittagessens. Zu meinen Aufgaben im Haushalt gehört das Tiefkühlmenü zuzubereiten und dazu einen frischen Salat zu servieren. Der frühe Nachmittag endet mit dem Wegräumen der Geschirrutensilien und danach stellt sich eine Müdigkeit ein, welche ich nicht zur Seite schieben kann. Dagegen kann ich mich noch so kräftig wehren. Nach dem Hinsetzen am Relax Sessel und der Schlaf zwingt mich für ein Stündchen zum Innehalten. Manchmal ärgere ich mich darüber, zumeist akzeptiere ich diese Warnsignale. Ansonsten kommt es zu gefährlicheren Warnsignale, als eine Portion Schlaf.

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Nach der Reha…

…den inneren Bremser ausschalten.

Heute ist es in wenigen Fällen ein Blatt Papier, die meisten Texte werden am PC verfasst. Bei mir geschieht es zweigleisig, die ersten Notizen für einen Text, die Stichwortgeber, erfolgen mit einem Kugelschreiber in einem handlichen A6 Notizheft. In diesem Jahr überschreite ich bei meinen nummerierten Notes die Zahl dreihundert. In manchen Zeiten gibt es so viele Ereignisse und Beobachtungen, dass ich es nicht schaffe diese zu Papier zu bringen. Darüber kann ich mich ärgern, wenn ich versäumt habe wesentliche Inputgeber zu notieren. Die größten Zeiträuber sind die notwendigen Alltagsdinge, welche auf meinen Schultern lasten. Ich besorge den Haushalt und die notwendigen Alltagsdinge. Ein Hindernis ist mein fortschreitendes Alter, Mitte der Siebzig, dies kann ich nicht ausblenden. Nach meinem Empfinden bin ich in einer bevorzugten Lage, da ich eine altersentsprechende, gute körperliche Form aufweise. Die vor zwei Jahren erfolgte Hüftoperation hat meinen Allgemeinzustand nicht gemindert, sondern sie war Ausgangspunkt für einen Schub meine Gesundheit zu kräftigen.

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pflegebett

Mit dem Wachsein haushalten.

Neben dem Mangel an Pflegepersonal sind die körperlichen Beanspruchungen, denen die Pflegekräfte ausgesetzt sind ein Grund für den Einsatz von technischen Hilfsmittel in der Pflege. Pensionierte Pflegekräfte erkranken oft an einer gekrümmten Wirbelsäule und haben Schmerzen in den Handgelenken. Die knappen Zeitvorgaben für die Handgriffe sind Ursachen für Herzrasen, Appetit- und Schlaflosigkeit. Erleichterung erfuhren im letzten Jahrzehnt die Pfleger durch neue Pflegebehelfe. Ein in allen Höhen und Lagen verstellbares Pflegebett ist Standard. Erweitert werden die Pflegebetten der neuen Generation mit Halterungen und Vorinstallationen für die Aufnahme eines Bildschirmes zum Fernsehen, Internetsurfen und  alles was heute zum modernen Medienkonsum dazugehört. Eine pensionierte Diplom Pflegefachfrau hat darin eine überflüssige Sache gesehen. Ihrem Dafürhalten geht es den bettlägerigen Menschen nicht darum im Internet zu surfen oder bis spät abends fernzuschauen. Sie  müssen zumeist mit ihren Energiereserven, ihrem Wachsein haushalten und schlafen zwei Drittel am Tag, aus Erschöpfung und Ermüdung. Ich mache den Fehler von meiner guten Befindlichkeit aus Wünsche zu äußern, sollte ich einmal ein Pflegebett brauchen. Viele Wünsche eines mobilen Menschen sind dann nebensächlich. In der aktiven Berufszeit der Pflegefachfrau hat niemand nach einem Pflegebett mit integrierten Multimedia Funktionen verlangt. Hätte dies jemand gewünscht, dann hätte sie für jene Person die Dosis bei den Psychopharmaka erhöht.

Unverständlich ist mir, dass bis dato in den Matratzen keine Sensoren eingebaut werden, welche für automatische Verlagerung des Körpers sorgen. Damit könnten die Auflagepunkte des menschlichen Körpers wechseln und so ein Wundwerden der Haut verhindern. Vieles an medizinischen Daten könnte dabei übermittelt werden. Ich versuche mich von den üblen Gedanken zu Pflegebett und Pflegeroboter zu lösen und lese wieder in einer Biografie über Franz Kafka. Seine Gemütsschwankungen, Vorbehalte gegen eine Beziehung,  seine Aversion gegen die eigene Familie und sein Gefühl ein Gefangener im Beruf zu sein, lassen meine Gedanken zur Pflege als einen liebenswerten Spaziergang durch den Park erscheinen.

körperpflege

Die technikaffinen Mitbürger versprechen uns, dass es wie in vielen Bereichen der Fertigung bei Kühlschränken, Möbel, Autos und Gartengeräte in Zukunft in fast allen menschlichen Bereichen Roboter eingesetzt werden. Gesteuert von der künstlichen Intelligenz wird dies auch in sensiblen Bereichen, als Bedienung im Restaurant, als Schauspieler auf der Bühne und als Begleiter bei Behördengängen möglich sein. Hinzu werden die Automaten Operationen und die Körperpflege in den intimsten Bereichen übernehmen. In Österreich steigt durch die Zunahme  der älteren Generation der Pflegebedarf und dafür fehlen heute die Pflegekräfte. Die soziale Entwicklung führt dazu, dass das sogenannte Elternkindmodell bei der Betreuung der Senioren nicht mehr funktioniert. In einer Mehrgenerationenfamilie haben bisher die Jüngeren die Betreuung der Älteren übernommen. Es ging Hand in Hand, dass die Ausgesteuerten weiter im Familienverbund gelebt haben, bis zur Bettlägerigkeit. Es war keine Rede wert, wenn man den Eltern beim Waschen und dem Anziehen geholfen und das Frühstück in die Auszugswohnung gestellt hat. In der Küche haben sie am gemeinsamen Mittagstisch teilgenommen. Für sie die Handgriffe für saubere Wäsche erledigt und nach Möglichkeit am Sonntagnachmittag einen Spaziergang unternommen . Bei sich entdeckt man einige Defizite wenn man älter wird und manches was in jungen oder in den besten Jahren ganz selbstverständlich war, kann ein Problem sein.

Eine besondere Herausforderung ist, dass der Zucker und der Honig in einer höheren Stellage im Küchenschrank untergebracht sind. In jungen Jahren denkt niemand daran, dass für den rechten Arm das Greifen über Schulterhöhe Schmerzen verursachen könnte. Ältere Personen machen sich nützlich, wenn sie die Haustiere wie Katze oder Hund versorgen. In den meisten Haushalten befindet sich der Platz für das Tierfutter irgendwo in Bodennähe, da ihnen nicht dieselbe Wertigkeit wie anderen Lebensmittel eingeräumt werden. Das Aufrichten verursacht dem Opa nach dem Bücken Rückenschmerzen.