auto:technik I

Meine Gedanken kreisen um die Vorstellung wie wäre es, könnte ich als nächstes Auto ein Google Driverless Car kaufen?  Würde ich es zulassen, neben dem Lenkrad Platz zu nehmen und dem Auto die Steuerung selbst zu überlassen?  Es ist vorgesehen, dass in weiterer Folge das Lenkrad im Auto überhaupt fehlen wird und die Fahrgäste einander gegenübersitzen. So wie im Eisenbahnwaggon, wo man sich während der Fahrt bequem mit dem vis-a-vis unterhalten kann. Ob ich mich dabei wohlfühlen würde, ich weiß es jetzt noch nicht. Beim Auto habe ich mich an manche technische Neuheiten  gewöhnt, wie die automatische Feststellbremse, anstatt der mechanischen Handbremse. In den ersten Monaten habe ich diese Funktion vorsichtig beäugt und aufmerksam geprüft. Manches Mal  ist man gegenüber dem technischen Fortschritt argwöhnisch. Funktioniert die automatische Feststellbremse auch auf einer stark abfallenden Straße oder einem Parkplatz?. Es gab Orte wo ich beim Parken, so am Politzner Berg, beim Aussteigen nochmals kontrolliert habe,ob die Handbremse richtig eingerastet war. Zusätzlich habe ich unter einen Autoreifen einen extra großen Stein geschoben. Inzwischen finde ich es bequem, dass die Handbremse automatisch fixiert wird und mich um nichts zu kümmern brauche. Das Sichern mit einem Stein unterlasse ich und bin dabei sorglos.

Von einer Bekannten kenne ich es anders. Diese hat  beim Kauf von einem VW-Tiguan darauf bestanden, dass ihr Auto mit einer mechanischen Handbremse ausgeliefert wird. Serienmäßig ist eine automatische Feststellbremse vorgesehen. Ihr ist es beim Rückwärtsverfahren, im Vertrauen auf die Sensoren passiert, dass sie gegen einen Grenzpfosten gestoßen ist. Das Rücklicht wurde dabei beschädigt. Wer daran schuld war, die Sensoren oder die Lenkerin ist offen. Beim Parken in der Stadt wünsche ich mir, mein Citroen hätte eine automatische Parkhilfe. Das Auto parkt auch in knappe Parklücken von selbst ein. Wahrscheinlich hätte ich die ersten Male ein mulmiges Gefühl.

Parkplatz.

jahres:frage III

Ich nehme an, würde man mehrere Gruppen von Menschen isolieren,  diese würden in Not geraten und den Gruppen wird ein Angebote gemacht:  Sie könnten sich aussuchen, was sie zuerst in Anspruch nehmen, Lebensmittel, Bekleidung  oder Waffen. Der Großteil  würde zu den Waffen greifen, mit dem Hintergedanken, damit die anderen zu beherrschen. Eine solche Entscheidung  gegen das Menschliche haben wir  im großen Stil in den neugeschaffenen Staaten in Afrika und in den Ostblockstatten erlebt. Die Bevölkerung  hat unter erbärmlichen Zuständen leben müssen, kaum zu essen und bei der Gesundheitsversorgung die ärgsten Mängel, aber für das Militär und für Waffenkäufe gab es genug Geld. Scheinbar ist der größte menschliche Trieb nicht der nach Nahrung, sondern die Aussicht andere zu beherrschen.

Vielleicht wäre es möglich in kleinen Schritten die Bürger und ihre Staaten innerhalb eines Kontinents zusammenzuführen und dann in größeren Rahmen von Kontinent zu Kontinent, von Westen nach Osten, von Norden nach Süden. Die jetzige globale Krisenstrategie der Diplomaten verläuft meistens ohne Erfolg. Heute besteht die Möglichkeit mit dem Flugzeug innerhalb von zwölf Stunden jeden Punkt der Erde zu erreichen und den Außenministern  ist es wahrscheinlich nicht bewusst dass sie zigtausende Kilometer von ihrem Heimatstaat entfernt sind. Sie erleben es wahrscheinlich so, als sind sie zu Besuch bei ihrem Nachbarn der fünf Häuser weiter wohnt. So kann man sich heute durch die Unterstützung der Technik irren. Die Unterschiede und Spannungen zwischen den Kontinenten sind einfach zu vielfältig, als dass man sie ad hoc durch eine Kurzvisite eines Regierungsmitgliedes lösen kann.

Persönlich bin ich dankbar dafür hier im Westen geboren zu sein, ein abgesichertes Leben zu führen und von Krieg oder größeren Unfällen verschont geblieben zu sein. Daneben tut sich bei mir die Frage auf, wem habe ich es zu verdanken,  dass ich hier in den Wohlstand hineingeboren wurde? Warum wird jemand anderer in einer Dürreregion, in einem Slum geboren und  unschuldig in Kriegswirren hineingezogen? Wer trägt dafür die Verantwortung? Mit diesem Gedanken stelle ich dem neuen Jahr gleich eine Frage.

Keine Frage.

jahres:spenden II

In den letzten Wochen des Jahres kommen von vielen Organisationen die Bettelbriefe. Die besondere Stimmungslage der Vorweihnachtszeit wird von den Hilfsorganisationen genützt, um die Menschen für eine Spende anzusprechen.  Wobei es mir schwer fällt zu entscheiden, wem gebe ich bei meiner Spende den Vortritt?  Soll ich heimische Familien welche in Not geraten sind durch die Volkshilfe oder soll ich unterernährte Kinder im Südsudan durch Ärzte ohne Grenzen mit einer Spende unterstützen. Dazu erreichen uns noch Unterstützungsaufrufe von den Bodenständigen Einsatzkräften wie Freiwillige Feuerwehr, Polizei oder Österreichisches Rotes Kreuz. Ist es nicht Staatssache das Feuerwehr- und Rettungswesen zu erhalten! Wie steht es um die Sportvereine, auch diese klagen über zu wenige finanzielle Mittel.  Kaum Verständnis gibt es von meiner Seite, wenn ein Mitglied vom Kegel- oder Sparverein für eine Unterstützung vorbeikommt. In meiner Kaufmannszeit musste ich die Erfahrung machen, dass ich die Spendensammler vorher noch nie im Geschäft gesehen habe.

Gibt es moralische Autoritäten, welche die Staaten zu einer friedlichen Existenz einmahnen können? Oder ist der Menschen genetisch so angelegt und so ichbezogen, dass wir nur unseren Vorteil im Auge haben? Können wir nicht anders, können wir unsere Programmierung nicht überlisten? In unserer Ausbildung, hier im Westen, wo die Grundbedürfnisse abgedeckt sind, scheint mir, dass in der Schule nicht nur Mathematik, Naturwissenschaft und Sprachen unterrichtet werden soll, man sollte den musischen, philosophischen Fächern wieder mehr Raum geben.  Nicht alles daran setzen, dass möglichst viel in berufsorientierter Bildung investiert wird. Mir ist es unklar, wieweit die sogenannten sozialen Netzwerke wie Facebook  zum Menschsein  beitragen können. Es ist noch nicht lange her, dass ich in einer Seminararbeit über Blogger in Syrien  bescheidene Nachforschungen im Web gemacht habe. Dabei habe ich auch nachgesehen, wie die Bürgerrechtsgruppen, die im Internet um Spenden gebeten haben,  diese Gelder verwenden wollen? Die Rescheren waren ernüchternd, die meisten gaben an, die Mittel  zu 80 % für Laptops, Handy, Drucker oder Telefonkosten zu verwenden. Es ist nachvollziehbar, dass die Bürgerbewegungen die Weltöffentlichkeit vom Unrecht informieren wollten, aber das alle auf dasselbe Pferd setzten, überraschte mich schon.  Ich habe erwartet,  dass der größere Teil der Spenden für die notleidende Bevölkerung,  für Lebensmittel, Medikamente und Bekleidung eingesetzt wird…

jahres:wechsel I

Zum Jahreswechsel bleibt niemand davon verschont, dass er sich Gedanken  zu den Ereignissen des abgelaufenen Jahres  macht. Zu den persönlichen Vorkommnissen, in der Familie, im Freundeskreis und in der Nachbarschaft. Manche blicken über die Republik hinaus, auf Europa und auf andere Kontinente. Wobei ich bezweifle, so gutgemeint unser Wollen und Reden über die Globalisierung  und über unsere Verantwortung für die ganze eine Welt ist, wer kann dieses Vorhaben schaffen? Weltweit für Gerechtigkeit und Ausgeglichenheit zu sorgen. Ich sehe diese Institution oder Regierung nicht, obwohl es internationale Organisationen wie die UNO oder die Charta für die Menschenrechte gibt. Letztendlich bleiben wir doch in unseren engen Grenzen des Nationalstaates verhaftet. Vielleicht sollten wir die Schritte und Vorhaben kleiner ansetzen. Es wäre schon ein Fortschritt, wenn innerhalb der EU Ausgeglichenheit und ein verständnisvolles Zusammenleben hergestellt werden könnte. Wobei dies nicht bedeuten kann, dass sich einzelne Nationen mehr anstrengen und andere einfach die Nutznießer dieses Einsatzes sind. Für unverschuldet in Not geratene Mitgliedsstaaten sollte ein Sicherheitsnetz vorhanden sein. Unter den Mitgliedern gibt es große wirtschaftliche und soziale Unterschiede. Wobei, da schließe ich mich dezidiert ein, das eigene Hemd einem immer am nächsten ist. Dies schließt  die Hilfsbereitschaft gegenüber dem Nächsten mit ein, wie einen Botengang erledigt, bei einer Reparatur, im Garten behilflich zu sein oder ein Werkzeug zu borgen. Aber wie dies in großem Stil zu bewerkstelligen ist, dazu fehlen mir die Tipps. Dafür braucht es die karitativen Organisationen wo die Spendengelder nicht im Büroaufwand versickern, sondern wo über neunzig Prozent den Bedürftigen zukommt…