auto:technik II

Als Mitfahrer in einem Auto oder Autobus zeigt sich, wie groß das Vertrauen anderen Menschen gegenüber ist. Ob man bereit ist einem fremden Menschen zu vertrauen. Für mich ist es keine Überwindung in einen öffentlichen Nahverkehrs- oder Reisebus einzusteigen und mich den Fahrkünsten  des Chauffeurs anzuvertrauen. Ich denke, ein Berufskraftfahrer hat das nötige Verantwortungsgefühl und auch die Routine um seine Fahrgäste sicher an den Zielort zu bringen. Etwas Unvorhersehbares beim Autofahren kann einem selbst, genauso wie dem Buschauffeur passieren. Unter den Bekannten gibt es einige, welche sich grundsätzlich weigern in einen Reisebus oder in ein Taxi einzusteigen. Sie fahren auch mit niemandem aus dem Freundeskreis mit, sie verlassen sich nur auf ihre eigenen Fahrkünste. Alle anderen Straßenteilnehmer halten sie für schlechte Autofahrer. Vielleicht wirft diese Einstellung eine schlechte Sicht auf ihre Verhaltensweise.

Die elektronische Zentralverriegelung ist eine andere Bequemlichkeit, mit der uns die moderne Autotechnik seit langem verwöhnt. Es gibt Autofahrer, die von dieser  Errungenschaft der Automobilindustrie nicht überzeugt sind. Dies habe ich in einer Klagenfurter Tiefgarage, nach dem Abstellen meines Autos und dem Drücken der Zentralverriegelung, erlebt. Ich sah, wie nebenan ein Autofahrer jede Türe bei seinem Fahrzeug kontrollierte, ob sie versperrt war. Zusätzlich überprüfte er alle Autoscheiben ob sie geschlossen waren. Er muss meinen verwunderten Blick bemerkt haben und erklärte von sich aus: Er gehöre noch zur alten Schule und vertraue der elektronischen Zentralverriegelung nicht voll. Vor kurzem habe er in der Zeitung gelesen, dass es Autodiebe gibt, welche in den Parkhäuser versuchen mit Störsendern die Zentralverriegelung außer Kraft zu setzten, um danach das Auto zu entwenden. Diesem Treiben versuche er vorzubeugen.

Weitere technische Innovationen wie die elektronische Klimaanlage, die Servolenkung und die Bremskraftverstärker, sowie die Berganfahrtshilfe und der Spurassistent, eingebaut auch bei Mittelklasseautos,  erleichtern uns allen heute das Autofahren.

Fahrtüchtig

auto:technik I

Meine Gedanken kreisen um die Vorstellung wie wäre es, könnte ich als nächstes Auto ein Google Driverless Car kaufen?  Würde ich es zulassen, neben dem Lenkrad Platz zu nehmen und dem Auto die Steuerung selbst zu überlassen?  Es ist vorgesehen, dass in weiterer Folge das Lenkrad im Auto überhaupt fehlen wird und die Fahrgäste einander gegenübersitzen. So wie im Eisenbahnwaggon, wo man sich während der Fahrt bequem mit dem vis-a-vis unterhalten kann. Ob ich mich dabei wohlfühlen würde, ich weiß es jetzt noch nicht. Beim Auto habe ich mich an manche technische Neuheiten  gewöhnt, wie die automatische Feststellbremse, anstatt der mechanischen Handbremse. In den ersten Monaten habe ich diese Funktion vorsichtig beäugt und aufmerksam geprüft. Manches Mal  ist man gegenüber dem technischen Fortschritt argwöhnisch. Funktioniert die automatische Feststellbremse auch auf einer stark abfallenden Straße oder einem Parkplatz?. Es gab Orte wo ich beim Parken, so am Politzner Berg, beim Aussteigen nochmals kontrolliert habe,ob die Handbremse richtig eingerastet war. Zusätzlich habe ich unter einen Autoreifen einen extra großen Stein geschoben. Inzwischen finde ich es bequem, dass die Handbremse automatisch fixiert wird und mich um nichts zu kümmern brauche. Das Sichern mit einem Stein unterlasse ich und bin dabei sorglos.

Von einer Bekannten kenne ich es anders. Diese hat  beim Kauf von einem VW-Tiguan darauf bestanden, dass ihr Auto mit einer mechanischen Handbremse ausgeliefert wird. Serienmäßig ist eine automatische Feststellbremse vorgesehen. Ihr ist es beim Rückwärtsverfahren, im Vertrauen auf die Sensoren passiert, dass sie gegen einen Grenzpfosten gestoßen ist. Das Rücklicht wurde dabei beschädigt. Wer daran schuld war, die Sensoren oder die Lenkerin ist offen. Beim Parken in der Stadt wünsche ich mir, mein Citroen hätte eine automatische Parkhilfe. Das Auto parkt auch in knappe Parklücken von selbst ein. Wahrscheinlich hätte ich die ersten Male ein mulmiges Gefühl.

Parkplatz.

jahres:frage III

Ich nehme an, würde man mehrere Gruppen von Menschen isolieren,  diese würden in Not geraten und den Gruppen wird ein Angebote gemacht:  Sie könnten sich aussuchen, was sie zuerst in Anspruch nehmen, Lebensmittel, Bekleidung  oder Waffen. Der Großteil  würde zu den Waffen greifen, mit dem Hintergedanken, damit die anderen zu beherrschen. Eine solche Entscheidung  gegen das Menschliche haben wir  im großen Stil in den neugeschaffenen Staaten in Afrika und in den Ostblockstatten erlebt. Die Bevölkerung  hat unter erbärmlichen Zuständen leben müssen, kaum zu essen und bei der Gesundheitsversorgung die ärgsten Mängel, aber für das Militär und für Waffenkäufe gab es genug Geld. Scheinbar ist der größte menschliche Trieb nicht der nach Nahrung, sondern die Aussicht andere zu beherrschen.

Vielleicht wäre es möglich in kleinen Schritten die Bürger und ihre Staaten innerhalb eines Kontinents zusammenzuführen und dann in größeren Rahmen von Kontinent zu Kontinent, von Westen nach Osten, von Norden nach Süden. Die jetzige globale Krisenstrategie der Diplomaten verläuft meistens ohne Erfolg. Heute besteht die Möglichkeit mit dem Flugzeug innerhalb von zwölf Stunden jeden Punkt der Erde zu erreichen und den Außenministern  ist es wahrscheinlich nicht bewusst dass sie zigtausende Kilometer von ihrem Heimatstaat entfernt sind. Sie erleben es wahrscheinlich so, als sind sie zu Besuch bei ihrem Nachbarn der fünf Häuser weiter wohnt. So kann man sich heute durch die Unterstützung der Technik irren. Die Unterschiede und Spannungen zwischen den Kontinenten sind einfach zu vielfältig, als dass man sie ad hoc durch eine Kurzvisite eines Regierungsmitgliedes lösen kann.

Persönlich bin ich dankbar dafür hier im Westen geboren zu sein, ein abgesichertes Leben zu führen und von Krieg oder größeren Unfällen verschont geblieben zu sein. Daneben tut sich bei mir die Frage auf, wem habe ich es zu verdanken,  dass ich hier in den Wohlstand hineingeboren wurde? Warum wird jemand anderer in einer Dürreregion, in einem Slum geboren und  unschuldig in Kriegswirren hineingezogen? Wer trägt dafür die Verantwortung? Mit diesem Gedanken stelle ich dem neuen Jahr gleich eine Frage.

Keine Frage.

jahres:spenden II

In den letzten Wochen des Jahres kommen von vielen Organisationen die Bettelbriefe. Die besondere Stimmungslage der Vorweihnachtszeit wird von den Hilfsorganisationen genützt, um die Menschen für eine Spende anzusprechen.  Wobei es mir schwer fällt zu entscheiden, wem gebe ich bei meiner Spende den Vortritt?  Soll ich heimische Familien welche in Not geraten sind durch die Volkshilfe oder soll ich unterernährte Kinder im Südsudan durch Ärzte ohne Grenzen mit einer Spende unterstützen. Dazu erreichen uns noch Unterstützungsaufrufe von den Bodenständigen Einsatzkräften wie Freiwillige Feuerwehr, Polizei oder Österreichisches Rotes Kreuz. Ist es nicht Staatssache das Feuerwehr- und Rettungswesen zu erhalten! Wie steht es um die Sportvereine, auch diese klagen über zu wenige finanzielle Mittel.  Kaum Verständnis gibt es von meiner Seite, wenn ein Mitglied vom Kegel- oder Sparverein für eine Unterstützung vorbeikommt. In meiner Kaufmannszeit musste ich die Erfahrung machen, dass ich die Spendensammler vorher noch nie im Geschäft gesehen habe.

Gibt es moralische Autoritäten, welche die Staaten zu einer friedlichen Existenz einmahnen können? Oder ist der Menschen genetisch so angelegt und so ichbezogen, dass wir nur unseren Vorteil im Auge haben? Können wir nicht anders, können wir unsere Programmierung nicht überlisten? In unserer Ausbildung, hier im Westen, wo die Grundbedürfnisse abgedeckt sind, scheint mir, dass in der Schule nicht nur Mathematik, Naturwissenschaft und Sprachen unterrichtet werden soll, man sollte den musischen, philosophischen Fächern wieder mehr Raum geben.  Nicht alles daran setzen, dass möglichst viel in berufsorientierter Bildung investiert wird. Mir ist es unklar, wieweit die sogenannten sozialen Netzwerke wie Facebook  zum Menschsein  beitragen können. Es ist noch nicht lange her, dass ich in einer Seminararbeit über Blogger in Syrien  bescheidene Nachforschungen im Web gemacht habe. Dabei habe ich auch nachgesehen, wie die Bürgerrechtsgruppen, die im Internet um Spenden gebeten haben,  diese Gelder verwenden wollen? Die Rescheren waren ernüchternd, die meisten gaben an, die Mittel  zu 80 % für Laptops, Handy, Drucker oder Telefonkosten zu verwenden. Es ist nachvollziehbar, dass die Bürgerbewegungen die Weltöffentlichkeit vom Unrecht informieren wollten, aber das alle auf dasselbe Pferd setzten, überraschte mich schon.  Ich habe erwartet,  dass der größere Teil der Spenden für die notleidende Bevölkerung,  für Lebensmittel, Medikamente und Bekleidung eingesetzt wird…