Gegen alle Vorschriften…

und gutes Benehmen recht behalten.

Beim Zusammenleben in der Familie, in der Verwandtschaft oder in einer Wohnanlage ist es von der Harmonie nur ein kleiner Schritt zur Disharmonie, zu Streit und zu Zerwürfnissen. Leiden kann man darunter, wenn sich andere einem gegenüber nicht an die Spielregeln halten. Verordnungen und Abmachungen nicht eingehalten werden. Es gibt Menschen, welche die Leidensfähigkeit ihrer Mitmenschen, der Verwandtschaft oder die Mitbewohner auf die Probe stellen. Ausreizen, einen Grenzfall herbeiführen, nicht die große Verletzung, die kleinen Nadelstiche. Es ist nicht der große Schmerz und die Verursacher leben ohne schlechtes Gewissen damit. Sie ergötzen sich an der Leidensfähigkeit anderer, wichtig ist sie haben ihren Nutzen. Sie scheren sich keinen Deut darum, dass Zusammenleben oder Zusammenwohnen gegenseitige Rücksichtnahme bedeutet. Es geht darum ihren Egoismus und ihre Auffassung durchzusetzen. Personen die der Meinung sind, über alle Vorschriften, Abmachungen und gutes Benehmen hinweg recht zu haben. Sie sehen sich im alleinigen Recht, kommen auch von mehreren Seiten fundierte Einwände.

Aus meiner Erfahrung und bestätigt durch andere Personen trifft dies häufig in der Berufsgruppe der Lehrer auf. Nach meiner Laienpsychologie rührt dies daher, dass bis zum Ende der Pflichtschule die Schüler im absoluten Gehorsam verwahren. An der Entscheidung einer Lehrperson gibt es keinen Zweifel, keinen Widerspruch. Für diese Personengruppe ist auch außerhalb der Schule das Leben ein Ort, wo ihre Handlungen und Meinungen, stehen sie auch im Widerspruch zu anderen mitmenschlichen Regeln, Gültigkeit haben.

Fünf Jahre…

nach der Corona Pandemie

Nach dem Halt des Zuges im Hauptbahnhof Klagenfurt drängen in der Früh die Pendler und Schüler aus den Waggons. Es ist etwa halb acht Uhr und für jeden der hier aussteigt wird die Zeit knapp um die Arbeitsstelle oder die Schule zu erreichen. Kaum jemand benützt den Lift , wenn sind es Reisende mit Koffer oder im Sommer Urlauber mit einem Fahrrad. Wie ein Pulk Rinder bewegt sich die Masse auf die Rolltreppe und die Stiege zu. Der Abstand zwischen den Personen wird immer enger, vereinzelt entdecke ich Fahrgäste mit einer Corona Maske. Es sind die zu Beginn der Coronapandemie lieferbaren blauen Masken. Danach sind sie, als die FPP 2 Masken lieferbar waren, verschwunden. Ich vermute, dass manche die blauen Masken zu Hause bei den Medikamenten wieder gefunden haben. Ladenhüter und diese aufbrauchen wollen, da sie zum Wegwerfen zu schade sind. Auch bei uns kollert ein Paket blaue Masken im Küchenschrank herum. Heute wissen wir, dass dieser Mundschutz im besten Fall verhinderte, dass Infizierte ihre Coronaviren an die Umgebung abgeben. Umgekehrt bieten diese Masken keinen Schutz vor herumschwirrenden Viren.

Weiterlesen

Umsatzeinbußen als …

der Contra Supermarkt eröffnete.

Der Jahresanfang ist die Zeit wo die meisten von uns, leidet man nicht gerade aus Überdruss am Leben, neue Vorsätze fassen. Es gibt Statistiken, welche Vorsätze zu den am häufigsten gehören. Ganz oben steht Gesundheit, gesünder Leben und mehr Zeit für sich und seine Mitmenschen einplanen. Dies nach den vielfältigen Familienfeiern wo es im besten Fall gemenschelt hat, bei den traditionellen Festen Weihnachten und Silvester. Es gibt auch andere Erzählungen, dass die Hoffnung auf das Zwischenmenschliche enttäuscht wurde, die große Versöhnung und Gemeinsamkeit ausgeblieben sind. Ich kenne kaum jemanden, der nicht den einen und anderen Vorsatz für das neue Jahr gefasst hat. Die Vorsätze sind dabei so individuell wie die Menschen und ihre Lebensumstände. Abhängig vom sozialen Umfeld, ob im oder nach dem Erwerbsleben. Von den Rentnern gibt es den Spruch, soweit sie nicht in ganz ärmlichen Verhältnissen leben, Gesundheit ist das Wichtigste. Alles andere können wir uns selbst richten und sind zumeist zufrieden. Bei den Selbständigen, wie ich es über vierzig Jahre war, gab es den Wunsch, dass sich die betriebliche Lage im kommenden Jahr nicht verschlechtert. Als kleiner Handelsbetrieb war es mir nicht darum die Umsätze großartig zu steigern, mein Wunsch war, für den umfangreichen Arbeitseinsatz ein durchschnittliches Auskommen zu haben.

Weiterlesen

Gastritis und Burnout…

…sind ein Markenzeichen.

Blicke ich auf einige Lebensereignisse zurück so muss ich gestehen, dass ich mich über Vorkommnisse, welche nicht so verlaufen sind wie ich es mir gewünscht habe, dies in mir Ärger ausgelöst hat. Wobei ich darüber nachforsche, dass sich dieser Ärger nicht nur im Kopf ausbreitet, sondern wie sich der Ärger in körperlichen Symptomen äußerte. Den ersten Anreiz von Ärger spüre ich in meinem Magen, ein Brennen in der Magengegend.  Ein Befehl vom Kopf, gegen den Ärger hilft eine Portion ätzende Magensäure. Zur Seite geschoben wird, dass von der Magensäure nicht nur der Ärger zerstört wird, sondern auch die Magenschleimhäute in Mitleidenschaft gezogen werden. Die mildeste Form dieser Reizung ist eine Magenschleimhautentzündung. Vom Hausarzt wurde der Verdacht geäußert, dass es sich bei den wiederholt auftretenden Durchfällen, untypischen Verdauungsbeschwerden, eine Magenschleimhautentzündung die Ursache sein könnte. Im Fachjargon eine Gastritis. Wer heute im Beruf erfolgreich ist, für den gehört eine Gastritis und ein Burnout zum guten Ton, zum Markenzeichen. Eine Gastritis verursachte mir vor Jahrzehnten Probleme. Mit den derzeitigen medizinischen Präparaten gehört diese zu den harmlosen Krankheitsbildern, zu den Bagatellerkrankungen. Der damals diensthabende Arzt im Krankenhaus in St. Veit erkundigte sich bei der Visite, ob es in den letzten Monaten in meinem Alltag belastende Situationen gegeben hat? Diese Häufung von belastenden Ereignissen in kurzer Zeit hatte ich kaum vorher erlebt.

Für den Jahresbeginn wünschte ich mir ein paar freie Tage, um nach dem Weihnacht- & Silvester Geschäft durchzuatmen. Durch meinen Kopf schwirrten ein paar naheliegende Ausflugsziele mit kulturellem Ansatz im benachbarten Friaul. Am fünften Januar erreichte mich ein Anruf aus dem Finanzamt. Für die kommende Woche wurde eine Steuerprüfung angekündigt.

opfergroschen…

Es war meine erste Steuerprüfung und ich eine fiskalische Jungfrau. Ich musste die geschäftlichen Unterlagen der letzten Jahre bereitstellen. Das geplante Ausspannen wurde in die Zukunft verschoben, statt Entspannung stellte sich Anspannung ein. Die Steuerprüfung hängte damit zusammen, dass ich mein Geschäft erweitert und im selben Gebäude eine Wohnung bezogen hatte. Ein Schwerpunkt war, welche Bereiche vom Gebäude werden geschäftlich und welche privat genützt. Konsterniert war ich darüber, dass der Steuerprüfer darauf bestand sämtliche Räumlichkeiten, zu besichtigen, vom Heizkeller bis zur Dachluke. Seine persönliche Wahrnehmung entschied darüber, welche Räume geschäftlich und welche privat genützt wurden. Für die Abende beauftragte er mich diese und jene Belege für den nächsten Tag bereitzustellen, diese und jene Spesen herauszurechnen. Seine Mittagspause verbrachte der Finanzer in meiner Küche und bat um Erlaubnis die Übertragung der Weltcupabfahrt im Fernsehen anzusehen. Überrascht war er davon, dass ich Mitte der achtziger Jahre einen Schwarzweißfernseher benützte und keinen Farbfernseher hatte. Unspektakulär endete die Steuerprüfung. Alle Zahlen, welche der Prüfer auf einen kariertem Bogen Papier aufgeschrieben hatte, wurden zusammengezählt und dies ergab die Nachzahlung. Der Steuerprüfer bezeichnete die Nachzahlung als Taschengeld für den Staatshaushalt. Höre ich heutige vom Budgetdefizit, dann waren dies ein paar Opfergroschen.

Einen Farbfernseher habe ich Anfang der neunziger Jahre gekauft und bestimmt ein halbes Jahr dem Schwarzweißfernseher nachgetrauert. Mir waren die Schwarzweißbilder sympathischer, als alles in Farbe serviert zu bekommen. Den Schwarzweißfernseher habe ich einem Früh-Pensionisten geschenkt und in sein Haus nach Seltschach gebracht. Er empfing mich mit den Worten: „Jetzt kommt die Welt ins Haus“. Dieser Moment bleibt mir unausweichlich in Erinnerung.