SCHOKO . SAISON

Im Dezember ist es oft der Fall, dass in Beckenlagen, in See- oder Flussnähe, sich starker Nebel bildet, der auch tagsüber anhält. Dieses trübe Wetter führt bei vielen Menschen zu einer trüben Stimmung. Die Menschen hoffen auf einen nebelfreien Tag mit Sonnenschein. Licht macht gute Stimmung. Ist dies der Grund, warum an vielen Häusern, Strassen und öffentlichen Gebäuden in der Adventszeit reichlich Weihnachtsbeleuchtung angebracht wird. Nicht nur Nebeltage drücken auf die Stimmung, auch zu große Erwartungen, wie Einverständnis mit den Kindern, Friede mit dem Partner oder gutes Betriebsklima können zu Enttäuschungen führen. Daher gibt es  in dieser Zeit so viele Veranstaltungen und Feiern, weil wir auf der Suche nach der guten Stimmung sind, wenigsten zu Weihnachten. Eine stimmungsaufhellende Wirkung wird der Schokolade zugeschrieben, wie isabella  in einem Blogbeitrag schreibt. Auf die Vorzüge der Schokolade machte eine Lebensmittelkette in ihrem Prospekt aufmerksam. Jetzt ist Schokoladesaison.
 
Was macht glücklich.   
   
 

4 Kommentar(e)     

Gerhard (1.12.07 18:46)
Lieber Schlagloch,
Schokolade hat auch noch andere Vorzüge: Gewissenhafte und erfahrene Teamleiter einer Schachmannschaft reichen ihren Spielern z.B. gerne mal eine ausgesucht gute Tafel Schokolade, meist zu Anfang der 5. Spielstunde, damit ihr Gehirn wieder frei durchatmen kann…

Gruß
Gerhard

weichensteller / Website (3.12.07 13:49)


Hallo Schlagloch!
Ist das die Erklärung für den hiesigen Nationalcharakter?
Alles tun für die gute STIMMUNG!
Egal, ob etwas gut ist oder nur gut scheint: Hauptsache wir FÜHLEN uns gut!

schlagloch


Hallo Gerhard!
Was für die Schachspieler gut ist, ist auch gut für Blogger, nach der fünften Blogstunde.
Gruss schlagloch.


schlagloch


Hallo Weichensteller!
Welchen Nationalcharakter meinst du, den von Österreich, von Kärnten oder von der Draustadt. Der Villacher Fasching und der Villacher Kirchtag sind ein Markenzeichen. Es geht nicht um die gemessene Temperatur, sondern um die Gefühlte.
Gruss schlagloch.

WINTER . SPASS

In der kahlen und kalten Jahreszeit denkt man mit Sehnsucht daran, wie es im Frühling in der Natur zu wachsen und blühen beginnt. Wie die Bäume Blätter bekommen, das Gras wächst und die  Felder grün werden. Wachstum beschränkt sich nicht auf Bäume und Pflanzen. Am gegenüberliegendem Berghang kann ich beobachten, wie der Schnee auf der Abfahrtsstrecke über Nacht Meter um Meter talwärts wächst. Die Skiliftbetreiber haben heute keine Geduld mehr auf den natürlichen Schnee zu warten. Der Tag, an dem der Schibetrieb gestartet wird, wird im Sommer festgelegt. Der Winterspaß  beginnt auf Knopfdruck.
 
Das Schneewachstum.
 
         
 

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Gerhard (1.12.07 18:48)


Das Artifizielle hat mehr Reiz als das Gewöhnliche

SUCHE . WEIHNACHT

In der Vorweihnachtszeit ist das  Bedürfnis von den Mitmenschen verstanden zu werden besonders groß. Diese Erwartung haben die meisten Menschen. Im Weihnachtstrubel ist es schwierig für die Anderen Verständnis und Geduld zu zeigen. Eine Fülle von Hilfsaktionen werden gestartet um in Not geratene Menschen zu helfen. Es wird an unsere Menschlichkeit appelliert. Menschlichkeit kann man im Alltag beweisen: Wenn ich im Straßenverkehr einen anderen Autofahrer problemlos einreihen lasse, mich trotz Zeitnot im Supermarkt bei der Kassa nicht vorschwindle. Mir die Zeit nehme und jemanden der keine Ansprache mehr hat mit Interesse zuhöre.
 
Im Weihnachtsevangelium zeigt der Stern den Hirten an, wo Jesus geboren wird. Auch heute ist der Stern ein Symbol für die Weihnachtszeit. Es gibt ihn in verschiedener Ausführung. Ich kann den Weihnachtsstern in einem Topf  kaufen und bei guter Pflege blüht der Weihnachtsstern rot. An den Wohnungstüren und Fenstern sieht man Weihnachtssterne aus Stroh, Weidenruten, Goldfolie und anderen Materialien hängen. Im Neonzeitalter blinken und glitzern die Weihnachtssterne in allen Farben an Garageneinfahrten, Hauseinfriedungen und Dachfirsten. Über dem Eislaufplatz gibt es einen künstlichen Sternenhimmel. Marktplätze und Einkaufsstrassen schmücken sich mit elektrischen Weihnachtssternen. Der Weihnachtsstern vom Einkaufszentrum erleuchtet meine Wohnung. 
 
Vier  Wochen vor dem Heiligen Abend bin ich ratlos und auf der Suche nach Weihnachten. Zu meinen Weihnachtserinnerungen gehört viel Schnee und jetzt gibt es im Süden von Österreich im Tal  noch keinen Schnee. Ich glaube, egal wie alt man gerade ist, wir haben immer die Weihnachten unserer Kindheit vor unseren Augen. Zu meiner Kindheit gehörte das Zusammenleben mit Tieren auf einem Bauernhof. Meine besten  Freunde waren der Hofhund „Wächter“ und der schwarze Kater „Murli“ und andere Haustiere. Als der Hofhund „Wächter“ verendete, konnte ich lange nur bei geöffneter Zimmertüre schlafen. In der Dunkelheit sah ich den „Wächter“ auf der Zimmerwand laufen. Der Kater Murli war über fünfzehn Jahre alt, immer unterwegs und mit einem zähem Leben ausgestattet. Er schaffte es von seinen Beutezügen trotz Bisswunden, hinkenden Beinen, angeschossenem Hinterteil, nach Hause zukommen. Einmal schneite es einige Tage vor  Weihnachten einen halben Meter. Der Kater Murli blieb verschollen. Nach der Schneeschmelze wurde er bei der hinteren Hausmauer gefunden, er ist dort wohl an Erschöpfung oder Altersschwäche gestorben. Am Tag des Heiligen Abend ist eine feierliche Stimmung auf dem Bauernhof. In Haus und Hof wurde gekehrt, geputzt und gekocht. Man ging etwas früher als an anderen Tagen in den Stall um die Tiere zu füttern und die Kühe zu melken. Es kam mir vor als spürten die Tiere etwas von der Besonderheit dieses Tages. Es gab für sie eine Extraportion Leck. Um Haus und Hof wurde es still. Die Autogeräusche vom Talboden verschluckte der Schnee. Es gab keine blinkenden und laufenden Weihnachtsbeleuchtungen, nur wenige Lichter in der verstreuten Nachbarschaft. Mit Einbruch der Dunkelheit kam die Stille über die Sonnseite. In der Stille ist Weihnacht.
 
Mein Beitrag zur Blogparade-Weihnachten vom Feel-Better-Blog.
 
 
 
 

 3 Kommentar(e)     

Gerhard (27.11.07 13:30)
Schön Deine Schilderung!

Ich persönlich kann mich nur schwer zurückversetzen in die Weihnachtzeit als Kind, weiß nur unbestimmt, daß es eine Zeit war, die einlud zur Besinnlichkeit und zur festlichen Freude.

Jetzt suche ich gewöhnlich das Weite an solchen Tagen. Mir sind Festtage ein Greuel. Wohl eben, weil es keinen Weg zurückgibt.

Frank Obels / Website (27.11.07 19:38)


Danke schön fürs mitmachen – sehr schön geschrieben. Nun muss ich auch bald ran.

Herzliche Grüsse

Frank


schlagloch


Hallo Gerhard!

Ich freue mich auf alle Festtage, sie bieten mir die Möglichkeit auszuruhen und mich mit etwas zu beschäftigen, was ich gerne mache. Um den Trubel zu vergessen genügt ein Spaziergang im Wald.

Gruss schlagloch.

AM . MEER

Gibt es einen Todesfall unter Verwandten oder Bekannten, dann hoffe ich für die Verstorbene/ den Verstorbenen, dass sich ihre Vorstellungen vom Leben nach dem Tod erfüllen. Fragt man jemanden wie er oder sie sich den Himmel vorstellen, dann erhält man keine genaue Antwort. Viele sagen, sie haben sich damit nicht beschäftigt, auch wenn sie über fünfzig Jahre alt sind. Das Sterben kommt zu letzt und niemand will sich mit den letzten Dingen beschäftigen. Es ist nicht einfach außer der Standardformel „ Aufrichtige Anteilnahme“ ein paar persönliche Worte für ein Beileidsschreiben zu finden. Viele haben Angst davor, dass die persönlichen Notizen den Hinterbliebenen nicht gefallen könnten oder missverstanden werden. So unterbleibt diese Geste oft und es bleibt bei den Standardfloskel.
 
An zwei persönliche Beileidsschreiben, welche ich  verschickt habe, kann ich mich erinnern. Bei einem Fall ist die Verstorbene jeden Tag pünktlich um acht Uhr am Wohnhaus zum Einkaufen in den Supermarkt vorbeigegangen. „Wir werden den freundlichen Morgengruß der Verstorbenen vermissen“ schrieb ich an die Hinterbliebenen. In einem anderem Sterbefall bestand die Abwechslung des Verstorbenen, der  körperlich behindert war darin, öfters an das nahegelegene Meer zu reisen. „Ich hoffe“, schrieb ich, „dass er einen  Platz an seinem vielgeliebtem Meer bekommt“.
 
Vom Bangen und Hoffen.      
 

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Anita (23.11.07 18:16)


Vertrauen ist Mut, und Treue ist Kraft.
Marie von Ebner-Eschenbach

schlagloch


Hallo Anita,
nicht immer ist man mutig.
Gruss schlagloch.

Gerhard (23.11.07 22:26)


Lieber Schlagloch,
eine knifflige Angelegenheit.

Ich denke, mit einem persönlichen Beileidsschreiben hätte ich Angst, das Territorium der Nächsten des Toten zu betreten. Die Nächsten mögen es vielleicht nicht, wenn man auch „einen Anteil geltend machen will“.

Noch etwas:

Ein mir naher Mensch ist vor knapp 3 Jahren gestorben. Alles, was ich jetzt über diesen sagen könnte, fühlt sich irgendwie falsch an..
Wie kann ich mich anmassen, ein Bild von ihm nach aussen abzugeben? Wo sich doch in mir dieses Bild ständig wandelt.
Ich habe nur einen winzigen Ausschnitt gesehen. Ich habe die Nöte dieses Menschen nicht erlebt. Ich war in keiner seiner Situationen.

Wie gesagt, schwierig!


schlagloch


Hallo Gerhard!

Wie du schreibst, eine schwierige Sache. Mein Einwand ist, dass wenn ich am Leben des Verstorbenen Anteil genommen habe, dann kann ich es auch am Tod tun. Die Reaktionen waren positiv.

Eine andere Frage ist, wann nehmen wir endgültig Abschied von einem Menschen, nach einem Jahr, nach drei Jahren, nach fünf Jahren ….?

Gruss schlagloch.