BRUCH:stellen

Von der Erdkunde wissen wir, dass es auf der Erdoberfläche viele Bruchstellen gibt, die von Erdbeben oder von Hangrutschungen stammen. Durch Satelliten können diese Bruchstellen aus der Luft geortet werden. Am Bahnsteig kann man beim Warten auf den Zug in den Gesichtern der Menschen die Lebensbruchstellen ablesen. Die Mühen von zwei Kindern in den Gesichtern der Eltern, den straffen Blick von vier Radfahrern, der zeitlose Ausdruck von drei Trampern die ihren Schlafsäcken entsteigen. Das strahlende Gesicht von zwei Nonnen und ihr aufheiterndes Lachen nach allen Seiten. Eine überforderte Mutter mit einem Kleinkind. Das Mittelalter zeigt sich von der heiteren Seite, dem Altertum ist nicht nach Fröhlichkeit zu Mute.

 

Die Bruchstellen im Berufsleben der  jungen Generation sind um vieles größer, als es die ältere Generation erlebt hat. Oft gibt es große Schwierigkeiten die richtige Auffahrt auf die Berufsautobahn zu finden, manchmal bedarf es einiger Versuche, um dann bei der nächsten Abfahrt die Autobahn, die Arbeitsstelle, wieder zu verlassen. Viele schaffen diese schwierigen Verkehrsverhältnisse nur mit einem Beifahrer, mit ausreichender Berufsberatung. Nach dem Schulabschluss erfolgte bei unserer Generation der Berufseinstieg meistens problemlos. Die Autobahn führte geradeaus durch das Berufsleben. Erst im letzten Jahrzehnt gab es auf der Autobahn Frostaufbrüche, unerwartete Baustellen und Umleitungen, die zur Neuorientierung gezwungen haben. Für eine Berufsberaterin hat, wer im Beruf glücklich und zufrieden ist, eine stabile Lebensgrundlage als ganze Person.

 

Die Hacklerregelung.  

 

NABEL:schnur

Eine Form der Operation kann eine militärische Operation sein, in einer kriegerischen Auseinandersetzung. Es gibt auch friedenserhaltende und friedensstiftende militärische Operationen. Nicht dramatisch sind militärischen Operationen in der Ausbildung für einen Rekruten. Sie haben nur Übungscharakter. Eine Aufgabe kann sein, im freien Gelände den Gegner aufzuspüren und gefangen zu nehmen. Handfester wird es, wenn der Gegner einen Namen hat. In unserem Fall wurde der Feind als Vietkong bezeichnet, der Präsenzdienst fiel in die Zeit des Vietnamkrieges.

 

Die meisten denken beim Wort Operation an eine medizinische Operation in einem Krankenhaus. Wo es vermeidbar ist, wird heute nicht mehr operiert oder nur ein minimaler Eingriff gemacht. Viele Menschen schieben eine Operation, solange sie keine akuten Schmerzen haben, vor sich her. Manchmal muss man nach einer Operation mit Schmerzen rechnen und mit geringer Besserung. Bei Unfällen ist meistens eine Operation notwendig und zeigt auch die besten Erfolgschancen. Sache der Chirurgen ist, zu operieren.

 

Manche Gebrechen sind ein Geburtsfehler, wie eine vergrößerte Leber oder ein doppelter Nierenhof und werden erst nach Jahrzehnten entdeckt. Niemand hat  daran Anstoß genommen, bis eine genaue Untersuchung Licht in das Dunkel gebracht hat. Beim Abnabeln ist man früher sorglos umgegangen und so lebt man mit einem verformten Nabel.

 

Der Nabel der Welt.  

VER:lust

Ist es notwendig, dass man ein paar Tage in der alten Heimat wohnen und schlafen muss, dann erlebt man in dieser Zeit die alte Geborgenheit. Dazu gehört im Elternhaus ein Zimmer zu haben, sodass man bei Festtagen oder Familienfeiern im Jugendzimmer übernachten kann. Kinder die studieren benützen dieses Zimmer lange. Es ist  ein heiles Universum, wo alles zusammengehört.  Wir leiden unter dem Universum Verlust. Dies beginnt damit, dass die Arbeitsstelle nicht im eigenen Haus, nicht im Wohnort ist, sodass man Zug-  oder Autofahrten von einer Stunde und mehr bewältigen muss. Das kleine Universum gibt es noch am Bauernhof, im  Dorfgasthaus, beim Bäcker  oder in den privat geführten Gästepensionen. Wir  leiden an der Heimatlosigkeit.  Die Nachrichten von Unfällen aus der engsten Umgebung lösen bei uns mehr Betroffenheit aus als Katastrophenmeldungen aus dem nahen Osten. 

Man spricht heute von der globalisierten Welt, die ganze Welt als globales Dorf, wo jeder alles über den Nächsten weis  und alle beten dies fleißig nach. Niemand will als Fortschrittverweigerer dastehen, aber vielen wird der Boden unter den Füssen weggezogen  Vielleicht ist es zuviel und zu schnell gekommen, dass wir mit so vielen Meldungen konfrontiert werden. Vor fünfzig Jahren haben viele Menschen das Tal, wo sie geboren wurden, kein einziges Mal verlassen. Es nicht verwunderlich, dass viele in der Pension aus der Fremde in die Heimat zurückkehren, wenn sie die Möglichkeit haben. Sie sehnen sich nach der einen, kleinen Welt, wo alles eine Einheit ist.  Andere sind in der neuen Heimat erfolgreich und sesshaft geworden. 

Der Neubau.   

(K)EIN:vorsatz

Seit Beginn der  Fastenzeit sind einige Wochen vergangen und wahrscheinlich sind nur wenige ihren Vorsätzen für die Fastenzeit treu geblieben. Die Themen rund um die Fastenzeit  sind aus den Schlagzeilen der Medien von der Sturmkatastrophe, dem Bürgerkriegseinsatz und dem Untersuchungsausschuss verdrängt worden. Wer erinnert sich noch an seine guten Vorsätze für das neue Jahr zu Silvester. Dies ist Schnee von gestern, soweit es dieses Jahr einen Schnee gibt. In der Fastenzeit verzichten die einen auf Süßigkeiten, andere auf das tägliche Glas Bier oder Glas Wein. Andere folgen dem Vorschlag der Kirche, „Autofasten“, und verzichten so oft als möglich auf das Auto. Dabei kommt es zu einer Diskussion über die Verfügbarkeit der öffentlichen Verkehrsmittel. Am Wochenende sind viele Orte in Kärnten mit einem öffentlichen Verkehrsmittel nicht erreichbar. Auch haben jene, die zum Pendeln das Auto benützen, es bequemer und eine  kürzere Fahrtzeit, als jene welche ein öffentliches Verkehrsmittel benützen. Sie  müssen Gehzeiten und Wartezeiten in Kauf nehmen. Außerhalb der großen Ballungszentren ist die Benützung des privaten Pkws der kürzere Weg zur Arbeit. Meistens hat der Begriff Fastenzeit einen bitteren Beigeschmack alles unter dem Aspekt des Verzicht und der Buße. Wo bleibt die Freude in der Fastenzeit.
 
Für eine andere Art von Fasten wirbt ein Gasthof mit dem Slogan  „Fastenprogramm von Aschermittwoch bis Ostersamstag“.  Es gibt ein Wienerschnitzel mit Pommes und dazu ein großes Bier um € 7.–. Vielleicht ist damit das Brieftaschenfasten gemeint.
 
Vom Autofasten zum Wienerschnitzel.
6.3.08 18:38
 
 

 5 Kommentar(e)    

Anna / Feuerstelle / Website

Hallo Schlagloch
Wenn ich jeden Tag Pommes mit Wienerschnitzel essen muß, kann die Fastenzeit recht lang werden. Zum Glück kann man es mit dem Bier runterspülen. Das haben schon Mönche gebraut. Wird darum keine Sünde sein.
*LG*Anna

 

Isabella / WebsiteHallo Schlagloch,
die Fastenzeit ist mir für mein Wohlbefinden sehr wichtig. Buße tun muss ich nicht, ich bin grundsätzlich brav *ggg*. Im Grunde könnte ich meine Fastenzeit auch in den Herbst verlegen, aber wenn „alle“ davon sprechen, tut man sich leichter.
Mir fällt der Verzicht von Nahrung leichter als die Autofasterei, obwohl ich in der Stadt wohne.
Mit dem Begriff „Fasten“ zu manipulieren, scheint sehr in Mode zu sein. Auch so kann man wohl Umsätze steigern. Naja – wenn die Kassen klingeln, warum nicht.
LG Isabella.

 

petros / Website

keinen Alkohol, kein Süßigkeiten, kein Fleisch…
fasten von Aschermittwoch bis Ostern. Ein Weg aus meiner Disziplinlosigkeit.

LG
Petros

 

schlagloch

 Hallo Petros,
Ich werde mich bemühen, die letzten vierzehn Tage auf Süßigkeiten zu verzichten. Ich habe Süßigkeiten „zum Greifen“ nahe.
Gruss schlagloch.

 

schlagloch

Hallo Anna!
Das Leben als Mönch hätte einen gewissen Reiz, wenigstens für eine kurze Zeit.
Gruss schlagloch.