(K)EIN:rahmen

Gibt  es in einer Familie mehrere Geschwister, so werden sie von anderen Menschen oft untereinander verglichen. Es kommt vor, dass Brüder verschieden im Aussehen und in der Art sind, und unterschiedliche Charakter haben. Diese Verschiedenheit setzt sich im Beruf und in der Partnerschaft fort. Der eine ist ein sportlicher Typ, der andere ein geselliger Mensch und der Dritte hat eine musikalische Begabung. In manchen Familien bleiben die Familienangehörigen unauffällig, andere Familien fallen aus dem Rahmen und gelten als schwierige Familie. Wer fällt aus welchem Rahmen.
 
In der Öffentlichkeit spricht man von wirtschaftlichen, sozialen oder gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Soll man sich an diese Rahmenbedingungen halten und wie können die selben Rahmenbedingungen für alle Menschen passen. Wer den Rahmen des normalen Denken und  Handeln verlässt, der ist  ein rahmenloser Mensch. Man versucht rahmenlose Menschen durch eine Therapie wieder in den Rahmen der menschlichen Gesellschaft einzugliedern. Diese würden sonst der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Es gibt Personen, die haben es durch ihr  Denken außerhalb des gesellschaftlichen Normen zu Berühmtheit gebracht und werden  anerkannt.
 
(K)ein Rahmen für alle.
 
 
28.2.08 11:34
 
 

 5 Kommentar(e)    

Gerhard
Die, die ausser den Normen leben, werden nur anerkannt, wenn sie etwas anderes dafür in die Waagschale werfen: Genie, Tatkraft, unerschöpfliche Energie, Schönheit oder ein anderes magisches Attribut. Sie müssen ihr Ding immer gut „verkaufen“ können, sonst geht nichts.
Einer, der jegliche Erwartung enttäuscht, hat keine Chance.
jary / Website


hm, guter kommentar, gerhard.
aber funktioniert gemeinschaft nicht so? kann sie überhaupt anders funktionieren? mein empirisches umfeld zeigt dass im kleinen: rahmen sind gar nich so übel.
ein kumpel von mir hat letztens den rahmen vergessen. der war einfach viel zu klein für ihn. oder besser: er hat ihn aufgebrochen und lebt teilweise im, teilweise außerhalb des gesellschaftsportraits. perso verbrannt, eigenversorgung und sowas…
und hier zeigt mein empirisches umfeld, dass selbst das außerhalb des rahmens leben gar nich so wild ist…
aber mein empirisches umfeld ist ja auch nur ein rahmen…

schlagloch
Hallo Gerhard!Für diejenigen, welche ausser der Norm leben ist der Weg schmal. Sind sie „gut“ werden sie geachtet, sind sie „nicht gut“ werden sie verachtet.
Gruss schlagloch.
Isabella / Website


Hallo schlagloch!Was ist normal? – ein subjektives Empfinden. So gesehen wählt jeder den Rahmen der für ihn passt. Switchen ist jederzeit erlaubt 😉
Und im Grunde ist niemand alleine. Es finden sich immer die zusammen, die die jeweiligen Rahmenbedingungen als gut erachten.

LG Isabella.

schlagloch /

 Hallo Isabella,
stimmt teilweise. Bei den Themen um Katzen, Autos, Mode, Reisen usw. kann dies zutreffen. Bei der Diskussion um gesellschaftliche, künstlerische oder politische Themen werden die Gegensätze schärfer. Bei Kunstobjekten wird oft die Frage laut, „ist der Künstler noch normal“.

Gruss schlagloch.

END . ZEIT

Oft  spricht man vom Ende der Zeiten, vom Endzeitalter. Viele glaubten zur Jahrtausendwende, dass dies das Ende der Menschheit sein werde oder ihr Ende einläuten werde. Ein Ende der Sehnsucht scheint sich abzuzeichnen. Wo sind die Zeiten, dass man nach jemandem Sehnsucht hatte, dass man eine Woche gewartet hat um jemandem zu sprechen. Vor lauter Sehnsucht gestorben ist oder sich gefreut hat jemandem am Abend wiederzusehen. Heute greift man bei der nächsten Gelegenheit zum Handy und telefoniert, und die Sehnsucht wird kleiner. Das Handy hat im wahrstem Sinne des Wortes das Ende der Sehnsucht eingeläutet. Wenn man täglich Schokolade isst, dann kann man sich auf keine Tafel Schokolade mehr freuen. Die Vorfreude kann sich nicht aufbauen. So zerstört das Handy die Sehnsucht am Wiedersehen.
 
Im Endzeitalter.      
 

 Kommentar(e)     

Gerhard (5.10.07 22:23)
Interessant, diese Beobachtung.
Aber: Schon bei den alten Griechen und natürlich auch danach gab es Beschwerden über die jeweils neue Generation: Zu genußsüchtig, zu oberflächlich etc. Folglich wiederholt sich diese Bewertung alle 20 Jahre und die Leute heutzutage müssten super-super-oberflächlich sein.Lieber Schlagloch: Ich frage mich dennoch, ob diese Beobachtung von Dir „stimmt“?!. Der heutigen Zeit sagt man nach, daß sie neben der Genußsucht Verfallenen auch aufmerksamere Menschen hervorbringe. Menschen, die zunehmend spirituell unterwegs snd und sich ums Allgemeinwohl kümmern. In irgendeiner Zeitschrift las ich sogar, daß die Zahl der ums Gemeinwohl bekümmerten und tätigen Menschen eigentlich schon die kritische Masse überschritten hätte. Folglich müsste es nur so regnen an Leuten, die sich im Kleinen und Großen um das Wohl der Menschheit kümmern.

Die Welt ist anders geworden: Früher schrieb man sich Briefe und unterlag vielleicht Täuschungen oder Illusionen. Heute kann man das durch direkten Kontakt schneller angehen und klären. Für alles gilt: Es gibt ein Für und Wieder.
Und Gefühle wie Sehnsucht oder etwa das Bedürfnis, Mutter zu werden, sterben nie aus. Ohne bestimmte Parameter gibt es kein Menschsein, denke ich.

Längerer Text, sorry.

weichensteller / Website (5.10.07 23:42)
Nach so vielen unfreiwillig mitgehörten Palawern am Handy: Sehnsucht nach Gesprächen von Antliz zu Antliz. Hoffnung, dass sich da manche Dummheit und Ignoranz aufklären würde.
***
Nach der mühsam erduldeten halben Stunde in Geräuschschrott und Massengehetze des modernsten Einkaufszentrums unserer Stadt: Sehnsucht nach Stille. Ich habe seither den ganzen Tag keine Musik mehr gehört.
schlagloch

Hallo Gerhard !

Es stimmt, dass sich die ältere Generation immer über die Lebensweise der jüngeren Generation beschwert . Mir ist heute der Widerstand der Jugend gegen die Älteren zu sanft, die Jungen sind konsumorientiert. Der Bestiz eines Handy ist ein Konsumschaden und die Meinungen sind von den Medien gesteuert.

Wenn auch mehr kommuniziert wird, so ist vieles nichtssagend. Im Internet ist tarnen und täuschen angesagt. Die meisten erwarten sich vom Partner Idoleigenschaften.

Gruss schlagloch.


Gerhard (8.10.07 13:41)
Hallo Schlagloch!
Es müsste wohl eine Untersuchung herhalten, wie es wirklich um die Jugend bestellt ist. Mir scheint, daß so manche den Konsumwahn nicht mitmachen, aber vielleicht sind sie kaum sichtbar?!
Merkwürdigerweise bin ich auch in den letzten Jahren auf den Konsumzug aufgestiegen, sicherlich auch Du. Und wir beide wurden zu einer Zeit groß, in der solche Sachen wie Konsum, Medien etc verpönt waren. Da galten „echte“ Werte etwas. Doch diese Werte wurden damals auch relativ unkritisch übernommen (Flower-Power-Zeit?!) und nicht sonderlich tief hinterfragt. Man verhielt sich halt auf bestimmte Weise und hielt die für „cool“. „Cool“ verwendete man da nicht, gabs noch nicht, aber die richtige Metapher fällt mir jetzt auch nicht mehr ein.

AUS . RADIERT

Einige Menschen wollen vom Feiern nichts wissen, es ist ihnen unangenehm wenn man ihren vierzigsten oder sechzigsten Geburtstag feiern will. Für sie ist es eine Erinnerung an ihr Alter, an die Endlichkeit des Lebens. Eine Geburtstagsfeier bietet die Möglichkeit für eine Momentaufnahme des Ist Zustand. Dies bedeutet, dass man von sich sagen kann in dieser Verfassung bin ich jetzt, die Erlebnisse der vergangenen Jahre bleiben, können nicht ausradiert werden. Es kann sein, dass die nächsten Jahre nicht mehr so gut sind, die Tatkraft nachlässt. Mit fortschreitendem Alter ist oft keine Steigerung mehr möglich. So kann man den Zeitpunkt voller Tatkraft bewusst erleben und hält nicht den Rückgang der Tatkraft für das Endprodukt. Ähnlich ist es bei Firmen- oder Arbeitsjubiläen. Man möchte die Arbeitskraft und die Umsätze steigern, aber es geht nicht.
 
Deshalb ist es wichtig, dass man bestimmte Anlässe, runde Festtage feiert. Eine Bilanz zieht und diese Bilanz schriftlich und mit Fotos festhält. So kann man in späteren Jahren sagen, zu diesem Zeitpunkt war es so und so. Diese Bilanz kann man nicht mehr auslöschen. Ab einem gewissen Alter ist dies vorteilhaft, weil der Erfolgsmann von fünfzig, wird sich bis siebzig nicht ständig steigern lassen.
 
Der rot-blaue Radiergummi.  
 

Kommentar(e)    

Gerhard (14.9.07 22:54)
Tagebuchaufzeichnungen können zeigen: Das war für mich da und dort wichtig, diese Gedanken und Wertvorstellungen bevölkerten meinen Kopf zu jenem Zeitpunkt.
Bewusst innehalten und Bilanz ziehen – eigentlich ideal für die Tage bis zum Jahreswechsel. Man kann da viel von sich erfahren.
Mo / Website (15.9.07 12:21)
Es ist lange her, dass ich meinen Geburtstag „so richtig“ gefeiert habe. Ansonsten halte ich es wie Gerhard und nutze die Adventszeit für meine persönliche Bilanz.

Schönes Wochenende
Mo

schlagloch
Hallo Gerhard!
Ist es nicht noch zu früh, um Jahresbilanz zu ziehen? In den Supermärkten stappeln sich schon die Lebkuchenherzen, also dann…
Gruss schlagloch.
schlagloch
Hallo Mo!
Wenn du nicht feiern willst, dann gönne dir etwas Gutes zum Geburtstag, jede Person und jedes Leben ist einmalig. Alles Gute…
Gruss schlagloch.
Gerhard (17.9.07 23:28)
Hallo Schlagloch, ich meinte die Tage nach Weihnachten. Obwohl, mit sattem Bauch lässt es sich schwer denken…
auch bei uns stapelt es sich – dabei war es die letzten Tage doch recht warm.

Gruß
Gerhard

Sternenstaub (18.9.07 20:05)
also ich finde das absolut JEDER Geburtstag gefeiert gehört und auch das Bilanz-Ziehen gehört irgendwie dazu, denn die Jahre vergehn so schnell, dass man/frau meist gar nicht richtig zum Nachdenken und Anhalten kommt, da hilfts schon kurz innezuhalten, zurück zu schauen, was war, wie’s war und was noch kommen soll – obwohl – so ganz diese Perspektive bei mir grad ein bissal fehlt –
Gruß Sternenstaub

schlagloch

Hallo Sternenstaub!
Es stimmt, die Jahre vergehen schnell, aber für die Zukunft sollte man etwas planen. Dies ist gut für jeden.
Gruss schlagloch.

NICHTS . TUNIn einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte der Sänger Johannes Heesters  (103) vor kurzem : „Nichts lässt einen so schnell altern wie das Nichtstun. Das Leben will gelebt werden.“ Nichts hat in den letzten Jahren soviel Emotionen und Diskussionen freigesetzt wie die Pensionsreform. Noch immer ist dieses Thema nicht ausdiskutiert. Arbeiten wir zu wenig und gehen wir zu früh in Pension ? Vor allem wie lange ist man arbeitsfähig und wann beginnt die Arbeitsunfähigkeit. Dies dürfte von Beruf zu Beruf verschieden sein. Ein Kernpunkt für die Arbeitsfähigkeit dürfte die emotionale Bereitschaft sein, mit der man seinen Beruf ausübt. Wenn die Sinn der Arbeit verloren geht, die Erfolge ausbleiben, die Erwartungen nicht erfüllt werden und sich viele Schwierigkeiten ergeben, dann werden mit zunehmenden Alter die Gedanken immer öfter um die Pension kreisen. Man wird neidisch auf die Gleichaltrigen blicken, die schon in Frühpension sind oder auf die Dauerarbeitslosen die jeden Tag ihre Lokalrunde im Ort machen. Vielleicht sollte man an solchen Tagen an die zwei Sätze von Heesters denken, dass einem nichts schneller altern lässt wie das Nichtstun und das Leben will gelebt werden. Das Nichtstun birgt die Gefahr in sich am Leben vorbeizuleben. Wer mit dreißig Jahren nicht gelebt hat wie ein Dreißigjähriger, wird er es mit fünfzig Jahren nicht mehr können.
 
Vom Verstand der rückwärts geht.     
30.1.07 13:42 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren

 

BAR . CAMP . KÄRNTENEs ist so schön, zu sehen, was dabei herauskommt, wenn einige Leute (Mrs. Zuckerwatte, Mr. Hightech und Markus Pirchner) ihr Hirnschmalz zusammentun und die Ärmel hochstreifen. Ich kann mich noch gut ans erste Brainstorming erinnern, als noch keiner so recht daran glauben wollte, im „Hochtechnologieland“ Kärnten ein BarCamp nach US-amerikanischem Vorbild steigen zu lassen. Mittlerweile verzeichnet die BarCampKärnten Homepage (die eigentlich ein Wiki ist…) satte 57 fixe Anmeldungen (laut Zählart von Querdenker Hannes Treichl ja eigentlich sogar schon 200) und es steht die Veranstaltung dank zahlreicher Sponsoren auch finanziell auf solidem Boden. Danke übrigens an alle, die uns dabei helfen, das BarCampKärnten für alle TeilnehmerInnen zu einer super Veranstaltung zu machen.   

Aus dem Blog von 

Ed Wohlfahrt

26.1.07 13:59 verlinken / kommentieren

 

KRANK . HEITDer Winter ist für Fiebererkrankungen oder den Befall durch Viren eine bevorzugte Jahreszeit. Die meisten Menschen leiden in dieser Jahreszeit  an Bewegungs- und Vitaminmangel. Oft bedeuten die letzten und die ersten Monate im Jahr auch einen erhöhten Einsatz am Arbeitsplatz. Die Tage im Bett können für jemanden, der den täglichen Kontakt mit Menschen gewohnt ist, unendlich lang werden. Alles was man sich vom Nichtstun erträumt hat wird zum Alptraum. Vieles, was einem ansonsten Freude bereitet, der Blick auf die Berge, das Lichtermeer am Abend, ist einem überdrüssig. In den Büchern die im Wohnzimmerschrank stehen, sieht man nicht die Freunde für gute Unterhaltung und die Vermittlung von Erfahrungen, sondern das Leid unter denen die Dichter die Bücher geschrieben haben.
 
Man will nicht wissen, wann die Welt begonnen hat, wann sie endet, man will nicht einmal wissen ob sie existiert.
 
Wer schreibt lebt.    
24.1.07 11:08 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren

 

LEBENS . WARNUNGEs ist offensichtlich, dass wir uns an ungewöhnliche Wettersituationen gewöhnen müssen. Die Winter sind schneearm, es gibt im Herbst Regenfälle von nicht bekannter Intensivität, dann wieder Hitzerekorde im Jänner oder tropische Temperaturen im August. Das Wetter entspricht nicht unseren Erinnerungen, es stimmt mit der jeweiligen Jahreszeit nicht mehr überein. Bei der Wettervorhersage kommt es immer öfter  zu Hochwasserwarnungen, Sturmwarnungen oder Lawinenwarnungen.  Schon seit einen halben Tag werden in den stündlichen Radionachrichten die Zuhörer vor einem Sturmtief gewarnt. Vor dem Parkcafe in Villach biegen sich die Sträucher und Palmen im Wind. Die ersten Menschen blicken besorgt auf die windgerüttelten Pflanzen. Sind dies schon Vorboten des nordatlantischen Sturmtiefes oder ist dies noch die Ruhe vor dem Sturm. Man schließt den Mantel bevor man das Lokal verlässt. In der Stadt sind die Leute dabei ihre Fenster zu schließen, oder vom Balkon die Stühle wegzuräumen. Hausbesitzer gehen mit sorgenvollen Blicken um ihr Eigenheim und kontrollieren in den Gärten die Plastikplanen, aber auch die Gartengeräte auf ihre Windsicherheit. Was bringt die Sturmwarnung, wenn das Sturmtief seine Richtung ändert, oder bei einer Hochwasserwarnung, wenn sich der Boden aufnahmefähiger zeigt als vorhersehbar. Wer warnt uns vor dem Leben, vor dem Alltag, vor den nächsten Tag, vor den Unglücksfällen des normalen Lebens. Gibt es nicht auch das Lebenstief, dass sich von irgend einer Seite nähert und wir nehmen es erst wahr, wenn es uns erwischt.
 
Während draußen vor dem Parkcafe der eine und andere Windstoss an den Sträuchern rüttelt, stützt sich herinnen eine hochschwangere Frau mit beiden Armen am Cafehaustisch ab  und unterhält sich mit einer Freundin. Ein andermal richtet sie sich wieder auf um die Sitzposition zuwechseln, um möglichst entspannt zu bleiben. Zwischendurch legt sie eine Hand auf ihren Bauch und streicht sanft darüber, um ihrer Freundin mitzuteilen, es bewegt sich gerade. Aus guten Grund gibt es keine Lebenswarnung, weil vieles wird diesem Baby nach seiner Geburt über den Weg laufen.
 
Das erfrischende Lachen der Mutter.  

(Tagebuch, 18.01.07)
 

22.1.07 08:22 verlinken / 5 Kommentare / kommentieren

 

SCHNEE . LOSBezeichnete man die vergangenen Winter als schneearme Winter, so muss man dieses Jahr von einem schneelosen Winter sprechen. Mit einer Suchanfrage bei Google, „gibt es im Februar 2007 Schnee“, ist ein Internetsurfer auf mein Blog verwiesen worden, aber dies können meine Einträge auch nicht beantworten. Jetzt, im Januar, hat es in Kärnten seit vierzehn Tagen Mittagstemperaturen von bis zu 15  Grad plus und in den Tälern hat es diesen Winter noch keinen Schnee gegeben. Manche Felder werden grün und an den sonnigen Orten beginnen die Gänseblümchen und die Stiefmütterchen zu blühen, die Palmkätzchen treiben aus und die Sträucher setzen Knospen an. So ist es möglich auf der Sonnseite des Drautal zum Dabernig  zu spazieren. Die Türen zum Stall sind halboffen, die Fenster ungeputzt, kein Laut kommt aus dem Innerem und hinter dem Stall gibt es keinen frischen Mist mehr. Die Fenster im Bauernhaus bleiben dunkel, man starrt in die Finsternis. Die bewohnten Häuser der Sonnseite haben sich talwärts bewegt, näher zur Bundesstrasse. Das Wasser der Drau schimmert metallicblau. Die Häuser in Draunähe stehen leer. Viele Frauen hat die Drau an ihr Ufer gelockt und dann in ihren Fluten begraben. Auf den steilen, schneelosen Hängen kommt mit Einbruch der Dunkelheit der Nebel, etwas Licht kommt von den Straßenlaternen herauf. Von allen Seiten rücken die Häuser näher zur Bundesstrasse um der sozialen Kälte zu wiederstehen und der Mindestsicherung zu entgehen.
 
Nach Hause kommen.     
18.1.07 08:04 verlinken / kommentieren

 

EIN . SAMJetzt, wo die Feiertage vorbei sind, wie man in der Umgangssprache die Feste Weihnachten und Silvester nennt, atmen viele alleinstehende Menschen auf. Gerade an solchen Festtagen, die in weiten Kreisen der Bevölkerung einen großen Symbolwert haben und im Familienkreis oder Verwandtschaftskreis gefeiert werden, wird Alleinstehenden ihre Lage schmerzlich bewusst.
 
Die Ursachen und Umstände für das Alleinsein sind vielfältig. Die einen glauben sich selbst zu genügen, ohne den Kontakt zu anderen Menschen auszukommen. Sie sehen in den Mitmenschen nur ein Ärgernis, für sie bedeuten soziale Kontakte  einen unnötigen Arbeitsaufwand. Sie erkennen nicht wie sie menschlich verarmen. Andere haben es trotz verschiedener Versuche nicht geschafft Kontakte mit anderen Menschen herzustellen, einen Freundeskreis aufzubauen und verstecken sich hinter verschiedenen Aktivitäten, oft ist es der Beruf. Sie haben nicht den Mut ihre Einsamkeit einzugestehen, würden aber dadurch viel ehrliche Zuwendung erfahren. Anderen ist ihre  Einsamkeit peinlich, man will niemanden zur Last fallen. Im Alter besteht die größte Gefahr zu vereinsamen, wenn ein Partner stirbt und die übrige Verwandtschaft weit zerstreut ist. Man war ganz dem Partner zugewandt und plötzlich steht man vor dem Nichts, vor einem großem Loch im Leben. Oft sind auch die Kinder nicht erreichbar, sie haben längst woanders ihr Leben aufgebaut. Den Alleinstehenden jedes Alters fehlt oft der Mut neue Kontakte, Verbindungen mit anderen Menschen zu knüpfen. Es wird mit dem Alter auch immer schwieriger und es gibt Rückschläge. So zieht man sich zu den sogenannten Festtagen noch mehr in seine Wohnung oder Haus zurück und ist froh wenn die Feiertage vorbei sind. Man will der Frage, wo man Weihnachten oder Silvester feiern wird, ausweichen. Man hat kein strahlendes Gesicht, wenn man an Weihnachten und Silvester denkt.
 
Jetzt nach den Feiertagen kann man mit Nachbarn und Verkäuferinnen wieder über belangloses reden, über das Wetter, die Autofahrer und die neuen Minister, ohne auf seine persönliche Lebenssituation angesprochen zu werden.
 
Einsam unter vielen.
15.1.07 12:46 verlinken / 6 Kommentare / kommentieren

 

BUCH . WOCHENIm Jänner gibt es im Buchhandel die weißen Buchwochen. Dies ist eine Aktion zum Abverkauf von beschädigten und schwer verkäuflichen  Büchern. Ansonsten gibt es in Österreich bei den Büchern den festen Ladenpreis. Trotzdem verschwinden immer mehr kleine Buchhandlungen aus dem Stadtbild, das heißt sie sperren zu. Wenn auch der Verkaufspreis überall der selbe ist, so gewähren die Verlage unterschiedliche Einkaufskonditionen, Rabattnachlässe je nach Abnahmemengen. Zusätzlich zahlen die großen Verlage den großen Buchhandelsketten Regalmieten, damit ihre Bücher in großer Zahl präsent sind.  Es gibt mehrere große Buchhandelsketten die untereinander einen Wettkampf führen. Die kleinen Buchhandlungen erreichen mit ihren Verkaufsstrategien kaum noch Aufmerksamkeit. 
 
Immer öfter scheinen auch im Bewusstsein der Kunden die kleinen Buchhandlungen nicht mehr auf. Mit der Frage: „Wir haben schon überall gesucht“, das heißt bei den großen  Buchhandelsketten, „haben sie dieses Buch lagernd“, kommen sie in den kleinen Buchladen.
 
Die Brotreste vom Tisch des Herrn.
11.1.07 14:06 verlinken / kommentieren

 

ALPEN . ADRIADie Medien berichten ausführlich, wenn der Bürgermeister der Draustadt eine Wirtschafts- und Altstadtoffensive verkündet. Am Stadtrand wird ein Supereinkaufszentrum für den Alpen Adria Raum gebaut und im Frühjahr fertiggestellt. Bei den Berichten über den jeweiligen Baufortschritt wird auf die Schaffung von so und soviel neuen Arbeitsplätzen extra hingewiesen. Ob dies auch zu den neu geschaffenen Arbeitsplätzen zählt, wenn in der Innenstadt ein Modehaus schließt, um im Alpen Adria Einkaufszentrum neu zu eröffnen? Solche Geschäftsverlegungen wird es einige Mal geben. Auch Umsatzverschiebungen von kleinen und mittleren Handelsbetrieben zum neuem Einkaufszentrum. Bei den kleinen Geschäften gehen zwei Fachverkäuferinnen verloren, dafür wird im Einkaufszentrum eine neue Arbeitsstelle für eine Teilzeit Regalbetreuerin geschaffen.

 
Regalbetreuerinnen, die für Lebensmittelkonzerne arbeiten, werden oft am Tag der Warenanlieferung von Familienmitglieder unentgeltlich beim Verräumen der Waren unterstützt, da sie es sonst nicht schaffen würden die Ware zeitgerecht in die Supermarktregale einzuschlichten. Dies ist die neue, schöne Handelswelt, Verlagerung von Arbeitsplätzen aus der Innenstadt in das Einkaufszentrum und die unbezahlten Stunden der Familienangehörigen für die Lebensmittelkonzerne.
 
Ihr habt aus meinem Tempel einen Jahrmarkt gemacht.
 

8.1.07 15:20 verlinken / 7 Kommentare / kommentieren

 

PAULO . COELHOIn einem Interview  in der Zeitung „Der Standard“ sagte Paul Coelho: „ Das Internet ist heute das mächtigste Instrument, um Informationen untereinander auszutauschen und die Menschen miteinander zu verbinden. Das Leben eines Autors kann manchmal sehr einsam sein, über das Internet bin ich meinen Lesern nahe und sie mir. „
Paul Coehlo, dessen Bücher für viele Menschen ein spiritueller Ratgeber sind, stellt in diesem Interview das Internet als segensreiche Erfindung bzw. Einrichtung dar. Zum Internet gibt es auch gegenteilige Meinungen und Beispiele. Gerne wird erzählt wie viele Ehen im Ort durch das Internet zerstört wurden, weil der Ehemann auf der Partnerbörse gesurft hat, jemanden im Internet kennen gelernt hat und dann Hals über Kopf die Frau und die Kinder verlassen hat. Dieses Beispiel gibt es auch mit Ehefrau verlässt Ehemann. Ohne das Internet hätte es diese Möglichkeit nicht gegeben. Manche sprechen davon, dass über das Internet viele Gewaltszenen und Sexszenen verbreitet werden und die Jugendlichen zu Gewalttaten verführt werden. Andere sehen im Surfen im Internet den Grund dafür, dass viele Menschen in allen Altersgruppen vereinsamen, die Kontakte zu den nächsten Menschen abbrechen, nur mehr in der virtuellen Welt leben.
 
Für mich ergibt sich die Situation, dass beide Recht haben, aber wie bei allen technischen Entwicklungen und Erfindungen kommt es auf den richtigen Umgang mit der Erfindung an. Die am weitesten verbreitete technische Erfindung, das Auto, hat durch falschen Einsatz schon unzählige Leben ausgelöscht und Familien zerstört. Als Suchtmittel birgt der Alkohol weit mehr Gefahren in sich, als das Internet. Wichtig ist der richtige Umgang mit den Medien.
 
Manche Warnrufe über die Gefahren des Internet erinnern mich an die Warnungen meiner Mutter, als in den sechziger Jahren in Österreich das Radioprogramm Ö3  (Popsender)  gestartet wurde. „Diese verrückte Musik“, sagte die Mutter, „werde den Radioapparat kaputt machen und das Gehirn zerstören“. Der Radioapparat funktioniert noch heute und die Musik hat das Denken verändert.
 
Einsam oder gemeinsam.      
 
3.1.07 17:59 verlinken / 5 Kommentare / kommentieren

 

ZAHNARZT . GEBURT

ZAHNARZTGEBURT 

EIN GRAUER TAG. MORGENGRAUEN. OTTO. DER VERZWEIFELTE. UNGLÜCKLICHE. GLÜCKLICH SEIN. FARBEN HÄTTEN DIES VERHINDERT.  ROT. GELB. ORANGE. DIE MUTTER WIRD AUF SEE SEIN. SEELUST EINATMEN. AUSATMEN. DAS HAUS IST ERREICHBAR.  FÜR FLUGZEUG. LANDEBAHN VORBEREITEN. AUSROLLEN. ÖFFNEN. SCHNEE WIRD FALLEN. IM SCHNEE BADEN. ERSTICKEN.

 DER STANDESBEAMTE WARTET. EINE HALBE STUNDE. EINE STUNDE.

DEN DURST STILLEN. DAS VERLANGEN. DEN HUNGER. AUSSPÜLEN. KÖRPERREINIGUNG. DARMREINIGUNG. OTTO ZÄHLT. FIRMUNGSZEUGNIS. SCHULABSCHLUSSZEUGNIS. GESELLENBRIEF. FÜHRERSCHEIN. WAFFENSCHEIN.

 DIE GEBURTSURKUNDE FEHLT. 

 GEBURTSURKUNDE ALS TAGEBUCHBLATT VERWENDEN.

ALLEN MEINEN LESERN EIN ZUFRIEDENES NEUES JAHR.

 

30.12.06 15:42 verlinken / 6 Kommentare / kommentieren