AUS . RADIERT

Einige Menschen wollen vom Feiern nichts wissen, es ist ihnen unangenehm wenn man ihren vierzigsten oder sechzigsten Geburtstag feiern will. Für sie ist es eine Erinnerung an ihr Alter, an die Endlichkeit des Lebens. Eine Geburtstagsfeier bietet die Möglichkeit für eine Momentaufnahme des Ist Zustand. Dies bedeutet, dass man von sich sagen kann in dieser Verfassung bin ich jetzt, die Erlebnisse der vergangenen Jahre bleiben, können nicht ausradiert werden. Es kann sein, dass die nächsten Jahre nicht mehr so gut sind, die Tatkraft nachlässt. Mit fortschreitendem Alter ist oft keine Steigerung mehr möglich. So kann man den Zeitpunkt voller Tatkraft bewusst erleben und hält nicht den Rückgang der Tatkraft für das Endprodukt. Ähnlich ist es bei Firmen- oder Arbeitsjubiläen. Man möchte die Arbeitskraft und die Umsätze steigern, aber es geht nicht.
 
Deshalb ist es wichtig, dass man bestimmte Anlässe, runde Festtage feiert. Eine Bilanz zieht und diese Bilanz schriftlich und mit Fotos festhält. So kann man in späteren Jahren sagen, zu diesem Zeitpunkt war es so und so. Diese Bilanz kann man nicht mehr auslöschen. Ab einem gewissen Alter ist dies vorteilhaft, weil der Erfolgsmann von fünfzig, wird sich bis siebzig nicht ständig steigern lassen.
 
Der rot-blaue Radiergummi.  
 

Kommentar(e)    

Gerhard (14.9.07 22:54)
Tagebuchaufzeichnungen können zeigen: Das war für mich da und dort wichtig, diese Gedanken und Wertvorstellungen bevölkerten meinen Kopf zu jenem Zeitpunkt.
Bewusst innehalten und Bilanz ziehen – eigentlich ideal für die Tage bis zum Jahreswechsel. Man kann da viel von sich erfahren.
Mo / Website (15.9.07 12:21)
Es ist lange her, dass ich meinen Geburtstag „so richtig“ gefeiert habe. Ansonsten halte ich es wie Gerhard und nutze die Adventszeit für meine persönliche Bilanz.

Schönes Wochenende
Mo

schlagloch
Hallo Gerhard!
Ist es nicht noch zu früh, um Jahresbilanz zu ziehen? In den Supermärkten stappeln sich schon die Lebkuchenherzen, also dann…
Gruss schlagloch.
schlagloch
Hallo Mo!
Wenn du nicht feiern willst, dann gönne dir etwas Gutes zum Geburtstag, jede Person und jedes Leben ist einmalig. Alles Gute…
Gruss schlagloch.
Gerhard (17.9.07 23:28)
Hallo Schlagloch, ich meinte die Tage nach Weihnachten. Obwohl, mit sattem Bauch lässt es sich schwer denken…
auch bei uns stapelt es sich – dabei war es die letzten Tage doch recht warm.

Gruß
Gerhard

Sternenstaub (18.9.07 20:05)
also ich finde das absolut JEDER Geburtstag gefeiert gehört und auch das Bilanz-Ziehen gehört irgendwie dazu, denn die Jahre vergehn so schnell, dass man/frau meist gar nicht richtig zum Nachdenken und Anhalten kommt, da hilfts schon kurz innezuhalten, zurück zu schauen, was war, wie’s war und was noch kommen soll – obwohl – so ganz diese Perspektive bei mir grad ein bissal fehlt –
Gruß Sternenstaub

schlagloch

Hallo Sternenstaub!
Es stimmt, die Jahre vergehen schnell, aber für die Zukunft sollte man etwas planen. Dies ist gut für jeden.
Gruss schlagloch.

NICHTS . TUNIn einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte der Sänger Johannes Heesters  (103) vor kurzem : „Nichts lässt einen so schnell altern wie das Nichtstun. Das Leben will gelebt werden.“ Nichts hat in den letzten Jahren soviel Emotionen und Diskussionen freigesetzt wie die Pensionsreform. Noch immer ist dieses Thema nicht ausdiskutiert. Arbeiten wir zu wenig und gehen wir zu früh in Pension ? Vor allem wie lange ist man arbeitsfähig und wann beginnt die Arbeitsunfähigkeit. Dies dürfte von Beruf zu Beruf verschieden sein. Ein Kernpunkt für die Arbeitsfähigkeit dürfte die emotionale Bereitschaft sein, mit der man seinen Beruf ausübt. Wenn die Sinn der Arbeit verloren geht, die Erfolge ausbleiben, die Erwartungen nicht erfüllt werden und sich viele Schwierigkeiten ergeben, dann werden mit zunehmenden Alter die Gedanken immer öfter um die Pension kreisen. Man wird neidisch auf die Gleichaltrigen blicken, die schon in Frühpension sind oder auf die Dauerarbeitslosen die jeden Tag ihre Lokalrunde im Ort machen. Vielleicht sollte man an solchen Tagen an die zwei Sätze von Heesters denken, dass einem nichts schneller altern lässt wie das Nichtstun und das Leben will gelebt werden. Das Nichtstun birgt die Gefahr in sich am Leben vorbeizuleben. Wer mit dreißig Jahren nicht gelebt hat wie ein Dreißigjähriger, wird er es mit fünfzig Jahren nicht mehr können.
 
Vom Verstand der rückwärts geht.     
30.1.07 13:42 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren

 

BAR . CAMP . KÄRNTENEs ist so schön, zu sehen, was dabei herauskommt, wenn einige Leute (Mrs. Zuckerwatte, Mr. Hightech und Markus Pirchner) ihr Hirnschmalz zusammentun und die Ärmel hochstreifen. Ich kann mich noch gut ans erste Brainstorming erinnern, als noch keiner so recht daran glauben wollte, im „Hochtechnologieland“ Kärnten ein BarCamp nach US-amerikanischem Vorbild steigen zu lassen. Mittlerweile verzeichnet die BarCampKärnten Homepage (die eigentlich ein Wiki ist…) satte 57 fixe Anmeldungen (laut Zählart von Querdenker Hannes Treichl ja eigentlich sogar schon 200) und es steht die Veranstaltung dank zahlreicher Sponsoren auch finanziell auf solidem Boden. Danke übrigens an alle, die uns dabei helfen, das BarCampKärnten für alle TeilnehmerInnen zu einer super Veranstaltung zu machen.   

Aus dem Blog von 

Ed Wohlfahrt

26.1.07 13:59 verlinken / kommentieren

 

KRANK . HEITDer Winter ist für Fiebererkrankungen oder den Befall durch Viren eine bevorzugte Jahreszeit. Die meisten Menschen leiden in dieser Jahreszeit  an Bewegungs- und Vitaminmangel. Oft bedeuten die letzten und die ersten Monate im Jahr auch einen erhöhten Einsatz am Arbeitsplatz. Die Tage im Bett können für jemanden, der den täglichen Kontakt mit Menschen gewohnt ist, unendlich lang werden. Alles was man sich vom Nichtstun erträumt hat wird zum Alptraum. Vieles, was einem ansonsten Freude bereitet, der Blick auf die Berge, das Lichtermeer am Abend, ist einem überdrüssig. In den Büchern die im Wohnzimmerschrank stehen, sieht man nicht die Freunde für gute Unterhaltung und die Vermittlung von Erfahrungen, sondern das Leid unter denen die Dichter die Bücher geschrieben haben.
 
Man will nicht wissen, wann die Welt begonnen hat, wann sie endet, man will nicht einmal wissen ob sie existiert.
 
Wer schreibt lebt.    
24.1.07 11:08 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren

 

LEBENS . WARNUNGEs ist offensichtlich, dass wir uns an ungewöhnliche Wettersituationen gewöhnen müssen. Die Winter sind schneearm, es gibt im Herbst Regenfälle von nicht bekannter Intensivität, dann wieder Hitzerekorde im Jänner oder tropische Temperaturen im August. Das Wetter entspricht nicht unseren Erinnerungen, es stimmt mit der jeweiligen Jahreszeit nicht mehr überein. Bei der Wettervorhersage kommt es immer öfter  zu Hochwasserwarnungen, Sturmwarnungen oder Lawinenwarnungen.  Schon seit einen halben Tag werden in den stündlichen Radionachrichten die Zuhörer vor einem Sturmtief gewarnt. Vor dem Parkcafe in Villach biegen sich die Sträucher und Palmen im Wind. Die ersten Menschen blicken besorgt auf die windgerüttelten Pflanzen. Sind dies schon Vorboten des nordatlantischen Sturmtiefes oder ist dies noch die Ruhe vor dem Sturm. Man schließt den Mantel bevor man das Lokal verlässt. In der Stadt sind die Leute dabei ihre Fenster zu schließen, oder vom Balkon die Stühle wegzuräumen. Hausbesitzer gehen mit sorgenvollen Blicken um ihr Eigenheim und kontrollieren in den Gärten die Plastikplanen, aber auch die Gartengeräte auf ihre Windsicherheit. Was bringt die Sturmwarnung, wenn das Sturmtief seine Richtung ändert, oder bei einer Hochwasserwarnung, wenn sich der Boden aufnahmefähiger zeigt als vorhersehbar. Wer warnt uns vor dem Leben, vor dem Alltag, vor den nächsten Tag, vor den Unglücksfällen des normalen Lebens. Gibt es nicht auch das Lebenstief, dass sich von irgend einer Seite nähert und wir nehmen es erst wahr, wenn es uns erwischt.
 
Während draußen vor dem Parkcafe der eine und andere Windstoss an den Sträuchern rüttelt, stützt sich herinnen eine hochschwangere Frau mit beiden Armen am Cafehaustisch ab  und unterhält sich mit einer Freundin. Ein andermal richtet sie sich wieder auf um die Sitzposition zuwechseln, um möglichst entspannt zu bleiben. Zwischendurch legt sie eine Hand auf ihren Bauch und streicht sanft darüber, um ihrer Freundin mitzuteilen, es bewegt sich gerade. Aus guten Grund gibt es keine Lebenswarnung, weil vieles wird diesem Baby nach seiner Geburt über den Weg laufen.
 
Das erfrischende Lachen der Mutter.  

(Tagebuch, 18.01.07)
 

22.1.07 08:22 verlinken / 5 Kommentare / kommentieren

 

SCHNEE . LOSBezeichnete man die vergangenen Winter als schneearme Winter, so muss man dieses Jahr von einem schneelosen Winter sprechen. Mit einer Suchanfrage bei Google, „gibt es im Februar 2007 Schnee“, ist ein Internetsurfer auf mein Blog verwiesen worden, aber dies können meine Einträge auch nicht beantworten. Jetzt, im Januar, hat es in Kärnten seit vierzehn Tagen Mittagstemperaturen von bis zu 15  Grad plus und in den Tälern hat es diesen Winter noch keinen Schnee gegeben. Manche Felder werden grün und an den sonnigen Orten beginnen die Gänseblümchen und die Stiefmütterchen zu blühen, die Palmkätzchen treiben aus und die Sträucher setzen Knospen an. So ist es möglich auf der Sonnseite des Drautal zum Dabernig  zu spazieren. Die Türen zum Stall sind halboffen, die Fenster ungeputzt, kein Laut kommt aus dem Innerem und hinter dem Stall gibt es keinen frischen Mist mehr. Die Fenster im Bauernhaus bleiben dunkel, man starrt in die Finsternis. Die bewohnten Häuser der Sonnseite haben sich talwärts bewegt, näher zur Bundesstrasse. Das Wasser der Drau schimmert metallicblau. Die Häuser in Draunähe stehen leer. Viele Frauen hat die Drau an ihr Ufer gelockt und dann in ihren Fluten begraben. Auf den steilen, schneelosen Hängen kommt mit Einbruch der Dunkelheit der Nebel, etwas Licht kommt von den Straßenlaternen herauf. Von allen Seiten rücken die Häuser näher zur Bundesstrasse um der sozialen Kälte zu wiederstehen und der Mindestsicherung zu entgehen.
 
Nach Hause kommen.     
18.1.07 08:04 verlinken / kommentieren

 

EIN . SAMJetzt, wo die Feiertage vorbei sind, wie man in der Umgangssprache die Feste Weihnachten und Silvester nennt, atmen viele alleinstehende Menschen auf. Gerade an solchen Festtagen, die in weiten Kreisen der Bevölkerung einen großen Symbolwert haben und im Familienkreis oder Verwandtschaftskreis gefeiert werden, wird Alleinstehenden ihre Lage schmerzlich bewusst.
 
Die Ursachen und Umstände für das Alleinsein sind vielfältig. Die einen glauben sich selbst zu genügen, ohne den Kontakt zu anderen Menschen auszukommen. Sie sehen in den Mitmenschen nur ein Ärgernis, für sie bedeuten soziale Kontakte  einen unnötigen Arbeitsaufwand. Sie erkennen nicht wie sie menschlich verarmen. Andere haben es trotz verschiedener Versuche nicht geschafft Kontakte mit anderen Menschen herzustellen, einen Freundeskreis aufzubauen und verstecken sich hinter verschiedenen Aktivitäten, oft ist es der Beruf. Sie haben nicht den Mut ihre Einsamkeit einzugestehen, würden aber dadurch viel ehrliche Zuwendung erfahren. Anderen ist ihre  Einsamkeit peinlich, man will niemanden zur Last fallen. Im Alter besteht die größte Gefahr zu vereinsamen, wenn ein Partner stirbt und die übrige Verwandtschaft weit zerstreut ist. Man war ganz dem Partner zugewandt und plötzlich steht man vor dem Nichts, vor einem großem Loch im Leben. Oft sind auch die Kinder nicht erreichbar, sie haben längst woanders ihr Leben aufgebaut. Den Alleinstehenden jedes Alters fehlt oft der Mut neue Kontakte, Verbindungen mit anderen Menschen zu knüpfen. Es wird mit dem Alter auch immer schwieriger und es gibt Rückschläge. So zieht man sich zu den sogenannten Festtagen noch mehr in seine Wohnung oder Haus zurück und ist froh wenn die Feiertage vorbei sind. Man will der Frage, wo man Weihnachten oder Silvester feiern wird, ausweichen. Man hat kein strahlendes Gesicht, wenn man an Weihnachten und Silvester denkt.
 
Jetzt nach den Feiertagen kann man mit Nachbarn und Verkäuferinnen wieder über belangloses reden, über das Wetter, die Autofahrer und die neuen Minister, ohne auf seine persönliche Lebenssituation angesprochen zu werden.
 
Einsam unter vielen.
15.1.07 12:46 verlinken / 6 Kommentare / kommentieren

 

BUCH . WOCHENIm Jänner gibt es im Buchhandel die weißen Buchwochen. Dies ist eine Aktion zum Abverkauf von beschädigten und schwer verkäuflichen  Büchern. Ansonsten gibt es in Österreich bei den Büchern den festen Ladenpreis. Trotzdem verschwinden immer mehr kleine Buchhandlungen aus dem Stadtbild, das heißt sie sperren zu. Wenn auch der Verkaufspreis überall der selbe ist, so gewähren die Verlage unterschiedliche Einkaufskonditionen, Rabattnachlässe je nach Abnahmemengen. Zusätzlich zahlen die großen Verlage den großen Buchhandelsketten Regalmieten, damit ihre Bücher in großer Zahl präsent sind.  Es gibt mehrere große Buchhandelsketten die untereinander einen Wettkampf führen. Die kleinen Buchhandlungen erreichen mit ihren Verkaufsstrategien kaum noch Aufmerksamkeit. 
 
Immer öfter scheinen auch im Bewusstsein der Kunden die kleinen Buchhandlungen nicht mehr auf. Mit der Frage: „Wir haben schon überall gesucht“, das heißt bei den großen  Buchhandelsketten, „haben sie dieses Buch lagernd“, kommen sie in den kleinen Buchladen.
 
Die Brotreste vom Tisch des Herrn.
11.1.07 14:06 verlinken / kommentieren

 

ALPEN . ADRIADie Medien berichten ausführlich, wenn der Bürgermeister der Draustadt eine Wirtschafts- und Altstadtoffensive verkündet. Am Stadtrand wird ein Supereinkaufszentrum für den Alpen Adria Raum gebaut und im Frühjahr fertiggestellt. Bei den Berichten über den jeweiligen Baufortschritt wird auf die Schaffung von so und soviel neuen Arbeitsplätzen extra hingewiesen. Ob dies auch zu den neu geschaffenen Arbeitsplätzen zählt, wenn in der Innenstadt ein Modehaus schließt, um im Alpen Adria Einkaufszentrum neu zu eröffnen? Solche Geschäftsverlegungen wird es einige Mal geben. Auch Umsatzverschiebungen von kleinen und mittleren Handelsbetrieben zum neuem Einkaufszentrum. Bei den kleinen Geschäften gehen zwei Fachverkäuferinnen verloren, dafür wird im Einkaufszentrum eine neue Arbeitsstelle für eine Teilzeit Regalbetreuerin geschaffen.

 
Regalbetreuerinnen, die für Lebensmittelkonzerne arbeiten, werden oft am Tag der Warenanlieferung von Familienmitglieder unentgeltlich beim Verräumen der Waren unterstützt, da sie es sonst nicht schaffen würden die Ware zeitgerecht in die Supermarktregale einzuschlichten. Dies ist die neue, schöne Handelswelt, Verlagerung von Arbeitsplätzen aus der Innenstadt in das Einkaufszentrum und die unbezahlten Stunden der Familienangehörigen für die Lebensmittelkonzerne.
 
Ihr habt aus meinem Tempel einen Jahrmarkt gemacht.
 

8.1.07 15:20 verlinken / 7 Kommentare / kommentieren

 

PAULO . COELHOIn einem Interview  in der Zeitung „Der Standard“ sagte Paul Coelho: „ Das Internet ist heute das mächtigste Instrument, um Informationen untereinander auszutauschen und die Menschen miteinander zu verbinden. Das Leben eines Autors kann manchmal sehr einsam sein, über das Internet bin ich meinen Lesern nahe und sie mir. „
Paul Coehlo, dessen Bücher für viele Menschen ein spiritueller Ratgeber sind, stellt in diesem Interview das Internet als segensreiche Erfindung bzw. Einrichtung dar. Zum Internet gibt es auch gegenteilige Meinungen und Beispiele. Gerne wird erzählt wie viele Ehen im Ort durch das Internet zerstört wurden, weil der Ehemann auf der Partnerbörse gesurft hat, jemanden im Internet kennen gelernt hat und dann Hals über Kopf die Frau und die Kinder verlassen hat. Dieses Beispiel gibt es auch mit Ehefrau verlässt Ehemann. Ohne das Internet hätte es diese Möglichkeit nicht gegeben. Manche sprechen davon, dass über das Internet viele Gewaltszenen und Sexszenen verbreitet werden und die Jugendlichen zu Gewalttaten verführt werden. Andere sehen im Surfen im Internet den Grund dafür, dass viele Menschen in allen Altersgruppen vereinsamen, die Kontakte zu den nächsten Menschen abbrechen, nur mehr in der virtuellen Welt leben.
 
Für mich ergibt sich die Situation, dass beide Recht haben, aber wie bei allen technischen Entwicklungen und Erfindungen kommt es auf den richtigen Umgang mit der Erfindung an. Die am weitesten verbreitete technische Erfindung, das Auto, hat durch falschen Einsatz schon unzählige Leben ausgelöscht und Familien zerstört. Als Suchtmittel birgt der Alkohol weit mehr Gefahren in sich, als das Internet. Wichtig ist der richtige Umgang mit den Medien.
 
Manche Warnrufe über die Gefahren des Internet erinnern mich an die Warnungen meiner Mutter, als in den sechziger Jahren in Österreich das Radioprogramm Ö3  (Popsender)  gestartet wurde. „Diese verrückte Musik“, sagte die Mutter, „werde den Radioapparat kaputt machen und das Gehirn zerstören“. Der Radioapparat funktioniert noch heute und die Musik hat das Denken verändert.
 
Einsam oder gemeinsam.      
 
3.1.07 17:59 verlinken / 5 Kommentare / kommentieren

 

ZAHNARZT . GEBURT

ZAHNARZTGEBURT 

EIN GRAUER TAG. MORGENGRAUEN. OTTO. DER VERZWEIFELTE. UNGLÜCKLICHE. GLÜCKLICH SEIN. FARBEN HÄTTEN DIES VERHINDERT.  ROT. GELB. ORANGE. DIE MUTTER WIRD AUF SEE SEIN. SEELUST EINATMEN. AUSATMEN. DAS HAUS IST ERREICHBAR.  FÜR FLUGZEUG. LANDEBAHN VORBEREITEN. AUSROLLEN. ÖFFNEN. SCHNEE WIRD FALLEN. IM SCHNEE BADEN. ERSTICKEN.

 DER STANDESBEAMTE WARTET. EINE HALBE STUNDE. EINE STUNDE.

DEN DURST STILLEN. DAS VERLANGEN. DEN HUNGER. AUSSPÜLEN. KÖRPERREINIGUNG. DARMREINIGUNG. OTTO ZÄHLT. FIRMUNGSZEUGNIS. SCHULABSCHLUSSZEUGNIS. GESELLENBRIEF. FÜHRERSCHEIN. WAFFENSCHEIN.

 DIE GEBURTSURKUNDE FEHLT. 

 GEBURTSURKUNDE ALS TAGEBUCHBLATT VERWENDEN.

ALLEN MEINEN LESERN EIN ZUFRIEDENES NEUES JAHR.

 

30.12.06 15:42 verlinken / 6 Kommentare / kommentieren

02.08.2004 WASSER . WEIN
In diesem Sommer werden in Österreich von den Politikern laufend Ausstellungen, Veranstaltungen und Themenparks rund um das Wasser. reich eröffnet. Dabei wird auf die Bedeutung eines sauberen Wassers als Lebensmittel, als Heilmittel und als kostbares Gut hingewiesen. Jetzt kommt es in Österreich zu Kürzungen bei den Pensionen und zur Hinaufsetzung des Pensions-Antrittsalter. Dadurch werden Zusagen die vor zwanzig Jahren zur Pension gemacht wurden verändert. Da kann man nur sagen, traue keinem Politiker. Bei den Sonntags-Reden zum „Jahr des Wassers„ könnte man den Politikern zurufen, dass sie Wasser predigen, aber Wein trinken. Die Politikerbezüge und Politikerpensionen und ihre Privilegien bleiben von den meisten Kürzungen ver-schont. Die Politik bestimmt das Pensionsantrittsalter, ohne die Mühen des Arbeitsleben zu kennen. Ein Arbeiter in einer Kfz-Werkstätte, ein Akkordarbeiter in einer Schuhfabrik oder ein Kellner sind mit sechzig Jahren körperlich verbraucht und haben sich ihre Pension redlich verdient. Sie werden durch das Hinaufsetzen des Pensionsantrittsalter wie Sklaven zum Weiterarbeiten gezwungen.
Wasser predigen, Wein trinken.

 
04.08.2004 ROTE . MATTE
Vor dem Villacher Kirchtag hängen in den Strassen und am Hauptplatz von Villach die Girlanden mit vielen bunten Streifen in den Farben rot, gelb und weiß. Wenn man von der Terrasse des Parkcafe in die Postgasse blickt, dann sieht man, wie sich die bunten Streifen im Wind bewegen. Im Schein der Sonne sieht es so aus, als würde ein Konfettiregen über die Postgasse niedergehen. Ein total zerzauster und zerrupfter Spatz versucht am Boden ein paar Tortenbrösel zu ergattern. Er ist so stark zersaust, dass man ihm gerne etwas auf den Boden wirft. Vielleicht ist er in Revierkämpfe mit anderen Vögel verwickelt, die ihm den Futterplatz auf der Terrasse des Parkcafe streitig machen. Überall sieht man jetzt in den Schaufenstern der Innenstadt die Kirchtagsherzen, auch im Laden mit den fernöstlichen Lebensmittel. In einem Buchschaufenster fressen die Hühner ein letztes mal Getreidekörner bevor sie im Suppentopf für die „Saure Suppe „ landen werden.
Auf der Grünfläche vor dem Parkcafe stehen im Sommer gelbe und hellbraune Sofas. Hier kann man sich zum Reden und zum Cafetrinken hinsetzen. Bekannt ist in Österreich das „Rote Sofa“ von der Kika Werbung. Von der Terrasse des Parkcafe kann man jeden Donners-tagabend beobachten, wie nach achtzehn Uhr ein Mann mit einer großen roten Plastikmatte unter dem Arm vorbeigeht. Ist er mit der Matte unterwegs um irgendwo in der Stadt zu übernachten, ist es eine Matte für eine Gymnastikstunde oder ist der Mann auf den Weg zu einem Meditationsabend? Die rote Matte lässt viele Möglichkeiten zu. Die Person selbst verschwindet völlig hinter der Plastikmatte.
Blickpunkt rote Matte.

 
06.08.2004 WASSER . GEIST
In Österreich wird das „Jahr des Wassers“ vom Neusiedlersee bis zum Bodensee mit vielen Event gefeiert. Auch die katholische Kirche leistet dazu ihren Beitrag. In Gaschurn hat man unter der Kirche einen Platz unter dem Motto „Wasser u. Geist “ geschaffen. Am Fuße der Stützmauer wurde ein Platz mit mehreren Sitzbänken und zwei verschiedenen Brunnen angelegt. Der Wein, der entlang der Stützmauer angepflanzt wurde, wird in tausend Meter Seehöhe wohl ein saurer Wein werden. Die Königskerzen stehen jetzt in voller Blüte, ein starkes Gelb. Auf den Bänken und den Brunnentrögen sind Metallschilder mit Zitaten aus der Bibel angebracht, so wie dieses: „Wer von diesem Wasser trinkt wird wieder Durst bekommen. Wer von dem Wasser trinkt, dass ich ihm gebe, wird nie mehr Durst haben in Ewigkeit“. (Joh.4.13). Das hier nicht nur Wasser getrunken wird, sieht man an den leeren Schnaps- und Bierflaschen die hinter den Bänken am Boden liegen. Manchen Leuten genügt Wasser nicht, auch wenn dieses heiliges Wasser ist. Auf einem Brunnen steht der Spruch aus einem Klagelied: „Schütte aus dein Herz wie Wasser, vor dem Angesicht des Herrn „.
Das Herz fließt.

 
12.08.2004 CLOTH . HOSE
Der Radweg um den Millstätter See führt bei der Laggerbucht vorbei, wo wir als Kinder im Sommer gebadet haben. Wenn an Samstagen auf dem Bauernhof mit der Arbeit etwas früher Schluss gemacht wurde, sind wir zu Fuß von Politzen über Brodbrenten zum Millstätter See gegangen und haben dann in der Lagger-bucht gebadet. Der Fußmarsch dauerte etwa eine Stunde. Unsere Badehosen wurden in der Umgangssprache Clothhosen genannt, eine Art von schwarzen Turnhosen. Wir waren stolz darauf, dass jeder von uns seine eigene Clothhose hatte. Dieser Weg führte durch die Ort-schaften Großegg und Kleinegg. Diese Orte waren für uns Kinder schon die Fremde. Für uns waren es schöne Ortschaften, wohl auch deshalb, weil sie auf einer Hochebene liegen und daher die Felder im Gegensatz zu denen in Politzen eben sind. Dies bedeutet in der Landwirtschaft ein leichteres Arbeiten als auf den Steilhängen von Politzen. Heute kann man zur Bucht vom Laggerhof mit dem Auto zufahren und auf der Wiese liegen Sonnenanbeter in Badehosen.
Von der Clothhose zur Badehose.

 

15.08.2004 REFORM . SCHLUSS
Wird jetzt Schluss mit Schluß gemacht? Jetzt, wo die Sommerhitze nachlässt, erhitzen sich die Gemüter der Befürworter und der Gegner der Rechtschreibreform. Inzwischen sind Millionen von Formularen und Buch-Seiten in der neuen Rechtschreibung gedruckt worden und ebenso Millionen von Schulbüchern in der alten Rechtschreibung aus dem Verkehr gezogen worden. War es den Kulturministern einfach langweilig oder ist es einfach die Freude am Diktat. Ich vertrete die schleich-ende Rechtschreibveränderung. Dies heißt, dass sich bei manchen Wörtern einfach eine modernere Art der Schreibweise durchsetzt und dann diese Schreibweise im Duden Aufnahme findet. Mir scheint, dass die Weblogs ein rechtschreibfreier Raum sind, wo jeder schreibt wie er kann und will. Ein Freiraum der Sprache. Ein Freiraum ist für die Bürokratie immer ein Dorn im Auge und schreit nach Reglementierung. Der Staat denkt schon über eine Kontrolle des Internet nach.
Schluß mit Schluss.

 
20.08.2004 URLAUB . LUST
Es gibt viele Möglichkeiten den Urlaub zu verbringen. Die einen wollen etwas erleben, andere wollen sich erholen. Die einen wollen im Urlaub etwas lernen, andere Sehenswürdigkeiten besichtigen oder an einem Malkursen teilnehmen. Diese Liste lässt sich lange fortsetzen. Diese Vielfältigkeit schafft auch den Grundstein für viele Konflikte in den Familien bei der Urlaubsplanung. Wie der Charakter bei den Menschen verschieden ist, so sind auch die Urlaubsziele verschieden. Für die einen steht die Ausübung eines Hobbys im Vordergrund, andere suchen die sportliche Betätigung oder das sogenannte Nichtstun und das Vergessen des Alltages. Die einen wollen einen Badeurlaub am Meer, die anderen einen Wanderurlaub in den Bergen. Kommt es beim Urlaubsbeginn zu langen Autofahrten oder weiten Flugreisen, dann kann man diese Art von Urlaub als Arbeitsurlaub bezeichnen. Wirklicher Urlaub ist, wenn es zwischen den Urlaubs-Partnern zu keinen Auseinandersetzungen im Urlaub kommt.
Lust auf Urlaub.

 
21.08.2004 KÄRNTEN . LÄUFT
Am Ende einer Sommersaison startet Kärnten noch einmal durch. Morgen, am Sonntag, heißt es am Wörthersee, alles läuft. Beim Schlosshotel in Velden ist der Start für den Wörthersee Halbmarathon. Bevor der Herbst kommt laufen die Kärntner noch einmal zur Hochform auf. Im Regionalradio übertrifft die Berichter-stattung vom Wörtherseehalbmarathon die Berichter-stattung von den Olympischen Spielen in Athen. Ein Verwandter trainiert seit Wochen für den Marathonlauf entlang der Drau. Seine Essgewohnheiten hat er total geändert, der Speiseplan richtet sich jetzt für alle nach seinem Energiebedarf. Es ist egal über was man mit ihm spricht, es läuft alles auf den Marathon hinaus. Sein totaler Einsatz von Freizeit und Energie für die Vorbereitung auf den Halbmarathon wird von der Verwandtschaft unter dem Motto akzeptiert : „Besser er begeistert sich für den Laufsport, als er trinkt.“ In der Beilage von der Kleinen Zeitung „Kärnten läuft 04″ wirbt ein Institut für Sportchirurgie für Operationen, wenn es einmal nicht mehr „so läuft“.
Der Sportchirurg läuft mit.

 
24.08.2004 SPIEL . REGEL
Auf einer Lichtung in der Schütt, in der Nähe der Weinitzen, tummeln sich im Sommer bei Sonnenschein viele Schmetterlinge in leuchtendem orange. Es sind dies die Dukatenfalter. Sie spielen Fangen in Vollendung, manchmal zu zweit, zu dritt oder zu viert. In allen möglichen Flugvarianten, wie Parallelflug, Steigflug oder im Tiefflug. Manches mal setzen sie sich auf eine Blüte und halten einen Augenblick inne. Diese Leichtigkeit der Bewegungen erinnert an das Fangen spielen in der Kindheit. Für den Beobachter bleiben die Spielregeln unbekannt. Welchen Regeln folgen wir als Menschen, unseren Eigenen oder denen der Natur?
Regeln oder Freiheit für alle.

Kommentare:
L. A. am 25. August 2004 um 19:52
Du hast am Ende deines Eintrags die Frage gestellt: „Welchen Regeln folgen wir als Menschen, unseren Eigenen oder denen der Natur? Eine Antwort darauf zu finden, ist nicht einfach. Da die Menschen Teil der Natur sind, folgen sie teilweise den Gesetzen der Natur. Die Gesetze der Natur sind teilweise recht grausam. Es geht um‘ s Überleben. Nur Erziehung und die Übermittlung von humanistischen Werten kann uns vor Barbarei schützen. Während ich diese Sätze schreibe habe ich den Roman „Der Herr der Fliegen“ im Kopf: Eine Gruppe sechs- bis zwölfjähriger Schuljungen, die als einzige den Absturz eines Flugzeuges überlebt haben, sitzt auf einer unbewohnten Insel im Pazifik fest. Die Rahmenbedingungen erinnern an das Schicksal in Daniel Dafoes Robinson Crusoe. Zunächst sind die Jungen begeistert von dem erregenden Gefühl grenzenloser Freiheit und dem Erlebnis einer unberührten, exotischen Natur. Doch schon bald müssen sie ihr Überleben und ihr Zusammenleben organisieren. Man könnte annehmen, dass die eigentlich noch unschuldigen Jugendlichen nicht die Fehler der Erwachsenen wiederholen. Doch es kommt zu einem Konflikt zwischen Ralph und Jack. Während Ralph die Rettung von der Insel zum Hauptziel erklärt, rückt für Jack die Fleischbeschaffung in den Vordergrund. Statt das lebenswichtige Feuer zu hüten, gehen Jack und seine Sängerfreunde auf die Schweinejagd. Die Freude am Töten ergreift immer stärker Besitz von Jack, so dass er Ralphs vernünftigen Argumenten schließlich nicht mehr zugänglich ist. Die Jugendlichen unterwerfen sich immer mehr dem Herrenmenschentum. Sie sind am Ende keineswegs “ frei wie die Schmetterlinge“.

schlagloch am 27. August 2004 um 12:19
Der Mensch hat die Möglichkeit durch Religion und Philosophie die nackten Überlebensgesetze der Natur auszugleichen. Für mich sind Religion und Philosophie nichts jenseitiges, sondern in den Regeln der Natur enthalten. Ich habe das Buch „Herr der Fliegen“ gelesen.

 
30.08.2004 HILFE . SCHREI
Viele erleben im Traum die Situation, dass sie verfolgt werden oder sie drohen einen Abhang hinunterzustürzen. Sie schreien um Hilfe, aber sie bringen keinen Ton heraus, sie sind sprachlos. Auch im Alltag gibt es Situationen, dass man so erschrocken ist, dass man kein Wort sagen kann. Es gibt auch die Situation, dass man so bedrückt ist, dass man keinen Bissen mehr essen kann. Von diesen Situationen sind jene noch in der besseren Lage, die in Notsituationen um Hilfe schreien können.
Schrei, wenn du kannst.