vergnano 1882

Das Umland von Feldkirchen prägen große landwirtschaftliche Flächen. Viele Bauern in der Region betreiben Rindermast. Unter großem Zuspruch der Bevölkerung finden in der Tiebelstadt mehrere kulinarische Schmankerln, wie das Gulasch- und Rindfleischfest, statt. Über mehrere Tage wird beim Amthof von den Rinderbauern und der Gastronomie gekocht und gefeiert. Es gibt lokale Betriebe, welche sich dem Fleischgenuss entgegenstemmen. In der Tiebelgasse befindet sich das Café und Restaurant Veggie, im Lokal wird der Kaffee der Rösterei vergnano 1882 serviert. Das gleichnamige Café vergnano 1882 gibt es bei der Rialto Brücke in Venedig. Mir ist das Café sehr präsent, da ich während der Coronapandemie zweimal in Venedig war, im Jahre 2020 und im Jahre 2022. Auszug aus meinen Tageheften.  

Nach dem Bummel durch den Obst- und Fischmarkt am Fuße der Rialtobrücke besuche ich das Café Vergnano. Ich gönne mir einen Sitzplatz, für denselben Cappuccino gibt es  zwei unterschiedliche Preise. Er ist billiger, wenn man ihn stehend an der Theke trinkt und teurer, wenn man sich niedersitzt. Viele Cafés und Restaurant in der Nähe der Realtobrücke haben geschlossen. Rechts und links von mir sitzen Italiener, in Vorcoronazeiten brauchte man etwas Glück um hier einen Sitzplatz zu ergattern. Das ältere Ehepaar liest in den Zeitungen, der Herr liest die Il Gazettino, die Frau die La Repubblica. Sie stehen für verschiedene politische Richtungen. Die Titelschlagzeile der Zeitung Il Gazettino „Virus carabineri al centro migranti“. Meine ersten Venedig Fotos auf WhatsApp werden von der Verwandtschaft reserviert aufgenommen. Abwartend, mit welchem Corona Risiko ich in Venedig unterwegs bin. Ein Post in der Verwandtschaftsgruppe lobt die Kärntner Seen und Berge, was braucht es Venedig? Ich beginne mit dem Sammeln von Erinnerungsstücken aus den Cafés, als ungewolltes Souvenir könnte ich ein Coronavirus mitbringen. Mit rotem T-Shirt, schwarzer Hose und einem Strohhut am Kopf, spricht der Gondolieri die vorbei flanierenden Besucher an, und wirbt für eine Gondelfahrt mit Spezialpreisen. Um 11.45 Uhr breche ich vom Café Vergnano auf.

klosterruine

Eine Kurnachbarin schwärmte für den Grenzlandchor. Dazu konnte ich anmerken, dass ich vierzig Jahre in Arnoldstein als Selbständiger Kaufmann gelebt habe und einige Konzerte vom Grenzlandchor besucht habe. Mein gesangliches Talent reichte nicht bei dem Chor mitzusingen. Für die Arnoldsteiner Gemeindezeitung habe ich mit der Gründerin und damaligen Chorleiterin des Grenzlandchores, Gretl Komposch, ein Gespräch geführt. Beim Gespräch erlebte ich Gretl Komposch, eine Ikone der Kärntner Gesangskultur, als herzlich und offen.

Die Wienerin gestand offen ein, dass ihr Langzeitgedächtnis noch besser funktioniert als ihr Kurzzeitgedächtnis. Begebenheiten oder Namen aus der jüngsten Vergangenheit würden ihr manchmal entfallen. Sie ist nicht nur eine begeisterte Anhängerin des Grenzlandchor Arnoldstein, sondern schwärmte auch von ihren Aufenthalten als Kind in Arnoldstein. Bereits im Zug, wenn er über den Semmering gefahren ist, bestückt mit zwei Lokomotiven, hat sie sich auf Kärnten gefreut. Ihr Vater war bei der ÖBB beschäftigt und hat an verschiedenen Bahnhöfen im Gailtal, wie Kötschach Mauthen und Hermagor Dienst versehen. In Arnoldstein waren sie mit der Familie Frankl befreundet, aus dieser Familie ist ein Sohn Priester geworden. Gut erinnern konnte sich die Dame an einen Felsen, welcher mitten aus dem Ort ragt und darauf befand sich eine verfallene Ruine. Ich konnte ihr berichten, dass die Ruine in den letzten Jahrzehnten revitalisiert wurde und jetzt öffentlich zugänglich ist. Auf der Klosterruine finden sommersüber eine Reihe von kulturellen Veranstaltungen statt. Diese Nachricht hat sie sehr überrascht, ihren letzten Ferienaufenthalt verbrachte sie in Arnoldstein vor siebzig Jahren. Ihre nächste Therapie war in fünfzehn Minuten.   

sängerknaben

Beim Verreisen sind mir die zufälligen Begegnungen mit anderen Menschen, auch wenn sie nur kurz sind, wichtig. Einerlei ob dies im öffentlichen Verkehrsmittel beim Anreisen passiert, im Hotelrestaurant oder in einem Gesundheitshotel beim Warten auf die nächste Therapieanwendung. Finden am Zielort gemeinsame Ausflüge statt, um die Landschaft oder Sehenswürdigkeiten kennenzulernen, nehme ich an, dass ich mit Gleichgesinnten unterwegs bin. Wichtig am Verreisen ist mir der Austausch von Meinungen mit Anderen. Niemals setze ich voraus, dass meine Meinung geteilt wird. Dieser zufällige Meinungsaustausch steht für mich gleichberechtigt mit dem Willen etwas Neues an Städten, Landschaften, historischen Gebäuden oder Museen kennenzulernen.

Eine kurze, aber spannende Begegnung hatte ich bei einer Pauschalwoche in einem Gesundheitshotel in Bad Vöslau. Beim Cappuccino trinken, für die Wiener ist es eine Melange, im Café vor den Therapieräumen stöhnte eine adrette ältere Dame herzzerreißend über eine Schlagzeile in der Zeitung auf. „Dies darf nicht wahr sein“, sodass ich einhackte und fragte, welche Nachricht ihr so zu Herzen geht. Die Entrüstung der besagten Dame betraf die Meldung, dass die Wiener Sängerknaben, ein Knabenchor mit Tradition, durch die Coronapandemie in die roten Zahlen gerutscht ist. Jetzt, in einem Gnadenakt vom Bundeskanzleramt mit 800.000.– Euro unterstützt werden. Gleichzeitig gab es die Meldung, dass das Umweltministerium über 30 Millionen Euro zur Bekämpfung von Klimafolgen in den heißen Süden bewilligt hat. Bei der Dame gab es Zweifel, ob die Millionen vom Umweltministerium zielgerichtet für Klimaschäden verwendet wird? Nichts davon von korrupten Beamten für persönliche Zwecke abgezweigt wird? Unlängst haben wir durch die Medien, bei allen Einschränkungen die ich ihnen gegenüber habe erfahren, dass in großem Ausmaß Teile der EU-Fördergelder im Gazastreifen von der selbsternannten Hamas Regierung für die Tunnelbauten verwendet wurden. Vorgesehen waren die Geldflüsse für das darbende palästinensische Volk und verwendet wurden sie für militärische Zwecke. Diese EU-Zuwendung erfolgte auch mit dem Geld der Österreicher. Die pensionierte Magistratsbeamtin fragte, wie global soll Österreich sein. Sie verwies darauf, wo kommt dieses viele Geld her?

bad vöslau

Auch sechs Monate nach der Hüft-OP betreibe ich morgens einige der empfohlenen Übungen zur Stärkung der Oberschenkelmuskulatur. Soweit ich die Physiotherapeutin verstanden habe gibt es einen speziellen Muskel, welcher von der Gesäßrückseite quer in den vorderen Oberschenkel verläuft. Dieser Muskel verursacht leichte Einschränkungen bei manchen Gymübungen, wie dem Heranziehen des Fußes an das Gesäß. Um im Sitzen die Socken anzuziehen muss ich den Fuß etwas mit der Hand anheben, das Beugen macht keine Probleme. Die meisten Bewegungen mit dem neuen Hüftgelenk funktionieren wunderbar. Zu Jahresbeginn bin ich für die Mobilität im normalen Alltag und die Schmerzfreiheit dankbar. Zu jenen, welche mich auf meine Hüftoperation angesprochen haben, habe ich von einem persönlichen Weihnachtswunder erzählt. Nicht nur der Alltag ist gut verträglich, ich konnte Weihnachten und Silvester in einem Gesundheitshotel verbringen. Eine solchen Aufenthalt habe ich mir vor und kurz nach der Operation nicht vorstellen können.

Im Kurort Baden bei Wien wird mit Schwefelwasser therapiert. Der Schwefelgeruch ist im ganzen Ort gegenwärtig. Er ist etwas unangenehm, es riecht sehr intensiv nach faulen Eiern. Die Kurstadt Baden verkauft das Schwefelwasser sehr werbewirksam mit dem Slogan, das gelbe Gold. Das Gesundheitshotel im benachbarten Bad Vöslau verfügt über ein weitläufiges Innen- und Außen Schwimmbecken. Ideal für Kurgäste mit Einschränkungen oder Beschwerden beim Bewegungsapparat. Unser letzter Aufenthalt war nicht unser erster Aufenthalt in diesem Hotel. Die ganzen Jahre war ich der landläufigen Meinung wir baden in Thermal Wasser. Dies wird speziell bei rheumatischen Beschwerden empfohlen. Durch das Vöslauer Mineralwasser hat Bad Vöslau eine österreichweite Präsenz. Bei einer Stadt Führung durch den geschichtsträchtigen Ort mit seinen historischen Villen und der Mineralwasserquelle habe ich erfahren, dass die Schwimmbecken im Gesundheitshotel mit Vöslauer Mineralwasser gespeist werden. Es kommt mit etwa 21 Grad aus dem Boden und wird für den Badetrieb zusätzlich erwärmt. Ein Jahrzehnt lang habe ich nicht gewusst, dass ich hier im Mineralwasser bade, anderseits haben wir Vöslauer Mineralwasser zu Hause auf den Tisch stehen. Der nächste Besuch, welchem wir ein Vöslauer Mineralwasser kredenzen erfährt, dass ich in dem Vöslauer Mineralwasser gebadet habe.

venedig:pkw

Damals waren die Autos richtige Kleinformate.

Seit diesem Jahr müssen Tagesgäste in Venedig eine Eintrittsgebühr bezahlen. Wer nicht in Venedig übernachtet, muss sich im Internet für das geplante Datum seines Aufenthalts anmelden. Die Gebühr beträgt zwischen drei und zehn Euro. Die Höhe ist davon abhängig, wie weit im Voraus gebucht wird. Besucher, welche mit dem eigenen Pkw anreisen müssen die Parkhäuser außerhalb der Stadt benützen. Ein Tagesticket kostet etwa wie ein Fahrschein mit dem Intercitybus Villach-Venedig hin und retour. Bei der Fahrt mit dem Bus kann man es sich bequem machen, es kommt zu keinen brenzligen Verkehrssituationen auf der Alpen Adria Autobahn.

Mitte der neunziger Jahre war es mit dem privaten Pkw noch möglich auf die Piazza Roma zu fahren und dort das Auto in einem der Parkhäuser abzustellen. Dabei brauchte es beim Hochfahren in die oberen Parkdecks autofahrerisches Geschick. Diese Parkhäuser wurden in den fünfziger Jahren errichtet und damals waren die Autos richtige Kleinformate. In den achtziger Jahren hat bei der Größe und Ausstattung der Autos eine Explosion eingesetzt. Die Misere, dass die Abstellflächen für das Auto sehr eng bemessen sind, trifft auch auf die Tiefgaragen in den Wohnanlagen, die in den sechziger und den siebziger Jahren errichtet wurden, zu.

Stand man im Parkhause in Venedig im Stau, wo kein vorwärts oder vorbeikommen möglich war, ist man vom Personal aufgefordert worden aus dem Auto auszusteigen und den Autoschlüssel stecken zu lassen. Je nach freiwerdenden Parkplätzen wurde dann das Auto vom Garagenpersonal eingeparkt. Der Parkwächter stellte eine Bestätigung mit der Autonummer aus. Selbst wurde man in den Trubel der Lagunenstadt entlassen. Abends fand man sein Auto unversehrt und eingeparkt im Parkhaus vor.