JAHRES: zeiten

Wenige denken bei der Planung von ihrem Pensionsantritt daran, in welche Jahreszeit dieser Termin fällt? In den meisten Fällen hängt dies von den Beitragsmonaten ab, wann der Pensionsantritt möglich ist. Manche wollen  mit Jahresende in die Rente gehen, andere  zum Abschluss ihres Arbeitsleben ein Vorhaben fertigstellen. Manche wechseln von einem Urlaub oder einem Kuraufenthalt in die Pension.  Die wenigsten denken daran, dass es eine Rolle spielt, in welcher Jahreszeit man in den Ruhestand tritt. Im Winter kann man den Schritt in die Pension nicht positiv erleben, wenn man von der sozialen Wärme der Arbeitswelt, in die kalte  Welt der Alten wechselt. Dazu kommt die Winterkälte, also innere und äußere Kälte. Es zeugt von sozialem Unverständnis, wenn man Menschen im Winterhalbjahr in Pension schickt. Ein Vergehen an den arbeitenden Menschen, die ein entbehrungsreiches Berufsleben hinter sich haben und sie dann in der kältesten Jahreszeit in die Rente zu schicken. Man entlässt sie in die Trostlosigkeit des Winters, in die Alterstrostlosigkeit.

Im Sommer stellt sich der Pensionsantritt anderst dar, man geht  in einen sonnigen Abschnitt des Lebens.

Vierjahreszeiten.

GELOBTES:land

Im Alten Testament wird erzählt, wie Gott das Volk Israel, geleitet durch die Propheten in das gelobte Land führt. Immer, wenn das auserwählte Volk in Schwierigkeiten gerät, hilft ihnen Gott weiter. Viele unbekannte Gebiete, Wüste und Meer, müssen durchquert werden, danach soll das Land kommen, wo Milch und Honig fließen. Ähnliches können wir sagen, wenn es sich um das Berufsleben, eine Beziehung oder um die Ausübung bestimmter Fähigkeiten handelt. In den ersten Jahrzehnten des Berufsleben ist man energisch und versucht vorwärtszukommen, dies ändert sich gegen Ende des Berufsleben. Jetzt ist man bemüht, in den letzten Berufsjahren gesund und kräftig zu bleiben. Vieles, was man früher ohne Anstrengung erledigt hat, bereitet mit zunehmenden Alter Schwierigkeiten. So hofft man darauf, dass alles gut gehen wird, hat aber auch seine Zweifel. Gespräche mit Pensionisten können manchmal ernüchternd sein. In einer Gesprächsrunde haben mehrere die Meinung vertreten, dass man als Pensionist immer die Wahrheit sagen kann, was im Berufsleben nicht immer möglich ist. Nur die Wahrscheinlichkeit, dass man von den Anderen wahrgenommen wird, ist viel geringer. Viele sehen sich nur mehr als halben Menschen.

In den langen Arbeitsjahren hat man viele Menschen kennengelernt und bedient. Von vielen wird man aufgefordert, sie nicht im Stich zu lassen. Man fühlt sich verpflichtet, über das Pensionsalter hinaus, für die Menschen da zu sein.

Nicht aufgeben.

AN:kündigung

Bei vielen Veranstaltungen stellt sich die Frage, wie man diese, und wann man diese ankündigen soll, oft hängt der Zuspruch für die Veranstaltung vom richtige Zeitpunkt ab. Dazu soll das passende Medium gefunden werden, welches die  notwendige Aufmerksamkeit schafft und  die Zielgruppe erreicht. Es soll nicht zu früh und nicht zu spät passieren, gerade so, dass die Menschen rechtzeitig planen und sich daran erinnern können. Dies gilt auch für Geschäfts- und Ausstellungseröffnungen, für Fachmessen, genauso wie für Pilgerreisen oder Schiffsrundfahrten und Konzertankündigungen. So geschieht dies bei der Kirchtagswoche oder bei der Saisoneröffnung des Strandbades. Dazu gibt es Ankündigungen privater Natur, eine runde Geburtstagsfeier, die Geburt eines Kindes, oder die Hochzeit. Eine Pflichtmitteilung ist, wenn jemand verstorben ist.

Bei so vielen Möglichkeiten stellt sich die Frage, wann ist der richtige Zeitpunkt  für die Bekanntgabe, dass man in den Ruhestand gehen will und  sein Handelsgeschäft abgeben will. Soll man auf die Mundpropaganda hoffen, dass sich dies hinter vorgehaltener Hand verbreitet oder soll man vor den Vorhang treten und dies öffentlich machen. Damit würde man dem Bedauern darüber den Wind aus den Segeln nehmen und jedermann frei stellen, dass Geschäft weiterzuführen. Das sozusagen die Dorfbevölkerung das weitere Schicksal ihrer Nahversorgung selbst in die Hand nimmt und mitbestimmt.

Zeitenwechsel.

OFFENE:frage

Wie soll man das Alter sehen und ab wann hat man zu einem bestimmten Thema die richtige Meinung? Welche Meinung zählt, die des Zwanzigjährigen, des Vierzigjährigen oder des Fünfzigjährigen. Als Beispiel die Ereignisse im Nahen Osten, in Ägypten, wo die Bevölkerung versucht sich von der Diktatur und dem Polizeistaat zu befreien, ihren Langzeit Diktator abzuschütteln. Die Meinung eines Zwanzigjährigen wird spontaner und offener ausfallen, er wird die neuen Chancen sehen, die sich für die Bevölkerung auftut. Die Möglichkeit einer neuen Freiheit, wie es für die jungen Erwachsenen auf Facebook funktioniert. Die Aussicht, dass die Ägypter ihren Lebensstandard erhöhen können.

Vorsichtiger wird ein Fünfzigjähriger wird mit seinem Optimismus sein. Es könnten die Fundamentalisten die Regierung übernehmen und welche politischen Veränderungen in dieser Region sind die Folge? Wie wirkt sich diese auf die Weltpolitik aus und kommt es zu einer Verschiebung der Machtverhältnisse im Nahen Osten? Wer gewinnt in dieser Region mehr Einfluss, die USA, China oder Europa. Seine größte Sorge wird der Entwicklung des Ölpreises gelten und die Auswirkungen auf die Wirtschaft, das Wirtschaftswachstum und den Exporten. Dabei schwingt die Sorge um den erreichten Lebensstandard, um den Besitz und um die nächste Urlaubsreise mit. Ist es möglich, dass man als Fünfzigjähriger sich zu einem Thema, sei es Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik so äußern kann, als sei man zwanzig oder dreißig Jahre alt? Eigentlich kennt man diese Altersstufen aus eigener Erfahrung und Anschauung. Oder ist es möglich, dass sich ein Zwanzigjähriger in einen Dreißigjährigen oder Fünfzigjährigen hineinversetzten kann.

Vorstellungskraft.