GRUSS:worte

Vielleicht erleben es andere ebenso, dass sie am „Tag danach“, zu Wochenbeginn, eine Leere verspüren, weil am Wochenende etwas außergewöhnliches passiert ist und dann kommt wieder der gewöhnliche Alltag. Ein bemerkenswertes Ereignis kann die Geburt eines Kindes, die bestandene Meister-, oder Führerscheinprüfung sein, eine Hochzeit oder die Feier zu einem runden Geburtstag.

Bei einer runden Geburtstagsfeier warten manche Gäste schon auf den Moment, um dem Jubilar ihre Glückwünsche und Grußworte zu überbringen. Dazu werden schriftliche Aufzeichnungen, die sich mit dem Leben des Geburtstagskindes auseinandersetzen, mal in ernster oder heiterer Form vorgetragen. Oft wird beim Vorlesen von den Anwesenden laut gelacht. Feierlicher wird es, wenn ein Vertreter einer öffentlichen Körperschaft zu einer Lobeshymne ansetzt. In der Rede wird spürbar, dass nicht nur der Jubilar gelobt wird, sondern auch die Institution, für die er gewirkt hat. Dabei kann es vorkommen, dass man sich überschätzt fühlt, oder hat sich aus Bescheidenheit tiefer eingestuft. So kann man sein Wirken, die Nachhaltigkeit für einen Verein und für den Ort, neu einschätzen. Es gibt Menschen, die lassen sich auf die Lobesworte ein, andere lehnen sie ab. Oft wird man für das Neue und das Ungewohnte, welches man vor Jahren gegen viel Widerstand durchgesetzt hat, gelobt.

Einzigartig.

WASSER:geist

In Kärnten gibt es eine Vielzahl von großen und kleinen Seen, so zahlreich sind auch  die  Sagen  von Nixen und Wassergeistern.  Je größer der See, wie der Wörther-, der Ossiacher- oder der Milltstättersee, umso mehr Erzählungen gibt es.

Kaum vermutet man eine Begegnung mit einem Wassergeist im Gebirge. Unter der Kirche von Gaschurn befindet sich eine Oase nach dem Motto: „Wasser und Geist“ . Neben den Sitzbänken gibt es zwei Brunnen , darauf Zitate aus der Bibel : „ Wer aus diesem Brunnen trinkt, wird niemals Durst haben.  Der Geist der über dem Wasser schwebte und dem Kosmos seine Ordnung gab.“  Hier kann  man zu sich selbst finden.  An der Stützmauer reifen die Weintrauben heran.

Räumlich ist es schwierig den Geist schweifen zu lassen,  da der gegenüberliegende Hang nur eine Armlänge entfernt ist. Es ist nicht möglich über die Berge zu blicken. Ein Ausweg ist, den Blick talauswärts zu richten. Dort wartet die Freiheit  und die Jungen gehen  zur Arbeit und zur Unterhaltung talauswärts. Die Hoffnungen, aber auch die Gefahren lauern dort. Solange wie möglich stellt man den Weg aus dem Tal als schwierig dar, eine Versuchung der man widerstehen soll. Wiedersagt ihr dem Teufel, ja wir wiedersagen. Draußen liegt das Verderben und mancher ist den Versuchungen, wie Drogen, Alkohol und Spielsucht erlegen. Dort leben die Einflüsterer die sagen, dass man beim Glücksspiel sehr reich werden kann.

Saureich.

DRUCK:ausgleich

Heute geht es mir besser als vor einigen Jahren. Mir wird immer mehr bewusst, dass ich mich um verschiedene Dinge nicht mehr kümmern muß. Keine Vorbereitungen für die nächsten Monate, keine Bedarfserhebungen, keine Bestellungen für den nächsten Schulanfang. Kein Vorsprechen für Aufrträge bei Institutionen die glauben, dass  größere Firmen automatisch eine größere Leistung bringen. Die Leistungsfähigkeit einer Firma, ob groß oder klein, hängt vom Einsatz und dem Können jedes einzelnen Mitarbeiters ab. Es gibt keinen Erfolgsdruck um die Aufträge zu erhalten. Oft weiss dies das Gegenüber und versucht ein Katz- und Mausspiel, wer gewinnt. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum man sich im Berufsleben gegenseitig das Leben schwer macht, mehr, als es die  Arbeit mit sich bringt.

Während dieser Gedanken blicke ich vom Drau-Radweg auf das Kloster Wernberg, ein Kraftort für die Seele. Zwei Schwäne schwimmen in Richtung der Eisenbahnbrücke, in der Sonne beginnen sie ihr Gefieder zu reinigen.

Schwanenschloss.

BE:drohung

Obwohl sich ein Gebrauchsgegenstand im Alltag bewährt veraltert das Gerät  und man passt es der Zeit an. Diese Vorgangsweise gibt es in vielen Bereichen. Es fängt bei den einfachen Dingen, wie Kleidung und Schuhen, an. Niemand ist vor Jahrzehnten nackt in den Tag gegangen und trotzdem werden ständig neue Kleider und Schuhe entworfen. Die alten Kleider werden entsorgt und für caritative Zwecke gespendet. Es gibt keinen Beruf, wo sich die Aufgabenstellung mit den Jahren nicht geändert hat, so in der Autowerkstatt. Früher war die übliche Bezeichnung Mechaniker, weil es sich beim Motor, Getriebe oder der Lenkung um mechanische Teile gehandelt hat. Heute verwendet man die Berufsbezeichnung Autotechniker. Vieles wird vom Computer gesteuert. Es wäre nicht möglich die Ausbildung und die Werkstatteinrichtung so zu belassen, wie sie vor einigen Jahrzehnten üblich war. In der Landwirtschaft werden kaum noch Pferde zum Pflügen und zum Transportieren eingesetzt. Die Zeit wo mit  der Hand gesät  und gemäht wurde ist vorbei. 

Gleiches gilt für den Einzelhandel, egal welche Branche. Es wäre nicht sinnvoll den Typus des „Greisler“  wiederzubeleben. In Thörl – Maglern, an der österreichischen – italienischen Grenze gibt es das Greißlermuseum, mit einer Geschäftseinrichtung wie vor hundert Jahren.

Bewirbt sich jemand um die Betriebsnachfolge im Handel und versichert dem Inhaber, dass alles so bleiben wird, wie es in den letzten dreißig Jahren war, dann kann diese Aussage als eine Bedrohung empfunden werden. Da stellt sich die Frage, wie die Chancen für die Übernehmerin stehen, wenn sie die Absicht hat einen Schritt in die Vergangenheit zu machen, statt in die Zukunft. Es ist besser, dem zu vertrauen der sagt, es wird kein Stein auf dem Anderen bleiben.

Für das Gehirn ist es förderlich, wenn beim Denken nichts so bleibt, wie es war. Die Griechen waren der Auffassung, das alles fließt und heute fließt vieles schneller, manchmal zu schnell. Daher die Überschwemmungen und Vermurungen.

Biblisches Alter.