GE:schmack

Die Menschen sind von unterschiedlichen Dingen fasziniert, es ist dabei so verschieden, wie die Menschen selbst.  Ein wesentlicher Unterschied  zeigt sich bei den Geschlechtern. Die Männer bevorzugen technische Dinge. Alles was der  Fortbewegung dient, Autos, Motorräder, Flugzeuge. Sportliche Höchstleistungen, gepaart mit der Geschwindigkeit:  Skifahren, Laufen und Rennfahren. Kraftsportarten wie Fußball, Boxen und Dreikampf.  Zu den  Herausforderungen zählt das Bergsteigen, Fallschirmspringen und Eisklettern. Männliche Themen sind, der Erfolg im Beruf, bei den Frauen und in der Politik. Gesprochen wird über Neuheiten in der Literatur, Malerei und Musik. Interessant ist die Beschäftigung mit dem Unvollendeten, dem Unpopulären, dem Außenseitertum. Mit den Dingen, an denen die Schöpfer gescheitert sind.

Wer ist für die Prägung des Geschmacks verantwortlich, wie wird er geformt? Die Knaben bekommen technisches Spielzeug. Die Beziehung zum weiblichen Geschlecht wird mit männlichen Attributen angebahnt. Dabei gibt es Außenseiter, Gescheiterte, Laboranten. Solche die sich nicht binden wollen, das eigene Geschlecht anziehend finden, mit beiden experimentieren. Die Öffentlichkeit verlangt Klarheit, nur einmal im Jahr ist Liveball.  

Lustgarten.

SPIEGEL:bild

Elke KrystufekMehrmals begegnet man auf der Biennale in Venedig Installationen mit Spiegeln, auch als Labyrinth angelegt und Skulpturen aus Glas. Betritt man ein Labyrinth, dann kann man sich von allen Seiten betrachten, in verzehrter, in geschrumpfter oder in die Länge gezogener Form. Es passiert, dass man nicht weiter gehen kann, man steht sich selbst im Weg. Das eigene Spiegelbild hindert einem am Weitergehen. Gerne würde man das eigene Spiegelbild zur Seite schieben. In der Kunst wird der Versuch unternommen den Menschen zu spiegeln, dem Menschen einen Spiegel vorzuhalten. In der Malerei mit Porträts, die man nicht mit den Fotos, die zu vielen Anlässen gemacht werden, vergleichen kann. Beim Fotografieren wird die Sonnenseite des Menschen gezeigt. Elke Krystufek, im Österreichpavillon, hält mit ihren Aktmalereien den Männern einen Spiegel vor.  Die aufrichtigste Form der Spiegelung sind die Selbstporträts der Maler, ehrlichere Aussagen gibt es nicht. Man denke an die Selbstporträts von Egon Schiele oder Maria Lassnig.

 

Spieglein, Spieglein an der Wand.

LAUB:reise

LaubreiseZum Österreichpavillon kommt man auf dem Biennalegelände in Venedig zuletzt. Dieses Jahr hat man den Pavillon um einen Container erweitert, dort wird die Installation „Laubreise“ von Franziska und Lois Weinberger präsentiert. Diese Installation ist ein Komposthaufen in Quaderform von gepresstem Laub, Gras und Zweigen, der langsam verrottet. Betritt man den Container, so wird man von einem Pilzgeruch empfangen. Ich kenne diesen Geruch von meiner Arbeit am Bauernhof, wenn das Laub, „die Streb“, für die Kühe zusammengerochen wurde. Am Boden quillt aus dem Quader Jauche hervor, wie aus einem Misthaufen. Es ist ein Prozess der Vergänglichkeit, der durch das südliche Klima, Hitze und Feuchtigkeit, beschleunigt wird. Vielleicht steht die „Laubreise“ für die Frage, wohin die Reise unserer Umwelt, unserer Natur geht. Was passiert, wenn alles verrottet, und wir in unserer Jauche, einer unappetitlichen, stinkenden Flüssigkeit stehen.

Im Herbst haben wir am Bauernhof an schönen Tagen mit dem Zusammenrechen vom Laub, der Streb, begonnen. Das Laub wurde mit einem Strebwagen, die Seitenwände bestanden aus geflochtenen Weiden, in den Heustadel geführt. Das Laub wurde zum Einstreuen der Kühe verwendet. So hatten sie auf dem Steinboden ein weiches Nachtlager. Zuerst wurde die alte Streb auf den Misthaufen gebracht und dann mit dem Ruckkorb die frische Streb hereingebracht. Die Streb hatte diesen modrigen Geruch, dem ich bei der „Laubreise“ auf der Biennale begegnet bin. Im Frühjahr wurde der Mist mit dem Strebwagen auf die Felder gebracht und die Jauche, welche sich über den Winter gebildet hat, direkt auf die Felder geleitet.

Zeitreise.

WO:zu

Es gibt Lebenssituationen, da fragt man sich, wozu. Es ist so, dass man sich bemüht für ein Problem, ein Missverständnis, neue Lösungsansätze zu bieten. Für die Situation des anderen Verständnis zeigt, neue Vorschläge unterbreitet, aber mit keinem der Vorschläge Erfolg hat. Das Gegenüber hat Vorstellungen oder Wünsche, die unerfüllbar sind. Man hat den Eindruck, dass es nur ein scheinbares Gespräch ist, um von der eigenen Schuld abzulenken, eine Reinwaschaktion. Eine weitere Variante ist, dass man eine dritte Person zu einer Lösungsfindung heranzieht. Damit wird meistens die Problemlösung nur verschoben, und am Ende gibt es keine Lösung.

 

Die Frage ist, wozu leben wir? Oft werden wir in unserer Suche nach dem Lebenssinn blockiert, von Daseinsbarrieren.

 

Nicht fragen.