EIN:ausatmen

Es genügt manches mal eine kleine Beobachtung und man findet  einen Schlüssel zu unserem Sein, zum eigenen Ich. Alles ist verständlich, einfach und klar. Man braucht keine dicken Bücher zu lesen, sich nicht durch unverständliche Anweisungen für die rechte Lebensführung zu quälen. Keine Vorträge von halbgebildeten Leuten, von Alleswisser zu besuchen, die Nächte nicht mit schweren Gedanken zu belasten oder die Hoffnung in die Aussagen von Trendforscher zu setzen. Die Aussagen der Religionen stiften mehr Verwirrung, als das sie Klarheit schaffen. Man kann unbehelligt vom Machtkampf der geistigen und religiösen Strömungen zu klaren Erkenntnissen kommen. 

Dies alles kann plötzlich und überraschend kommen, sitzt man am Meeresstrand vor der Stadt Piran. Lange hat man den Möwen nachgeschaut, den vorbeituckernden Ausflugsbooten, den  Fischerbooten und dann kehrt der Blick zurück auf die Wellen des Meeres. Die Wellen überschwemmen den Strand, schlagen an die Ufersteine und ziehen sich wieder zurück. Es ist wie ein Ein- und Ausatmen, ununterbrochen. Versiegt die Kraft, welche das Wasser bewegt, dann wäre das Meer tot. Unser Leben gleicht dem Spiel der Wellen, ein Ein- und Ausatmen. Wir werden von der Urkraft ausgeatmet,  auf die Erde gestellt, dann wieder eingeatmet, von der Erde genommen. Einmal hat die Urkraft einen längeren Atem, ein andermal einen kürzeren Atem. 

Kein  Zweifel.            

BLICK:muster

Ein Sprichwort heißt, „Wie man sich bettet, so liegt man“. Mein Sprichwort heißt, „Wie man sich setzt, so sieht man“. Das man etwas sehen und beobachten kann, hängt davon ab, wo man sich hinsetzt. Die Sitzposition entscheidet. Dies gilt für viele Alltagssituationen, beim Sitzen in einem Park, am Hauptplatz, in einer Fußgeherzone,  im Schwimmbad, in einem Cafe oder im Speisesaal. In einem Hotel kann man beim Frühstück viele Leute beobachten. Die beliebtesten Plätze sind die, mit Blick in die Natur, auf einen See, auf einen Berg oder eine Burg. Andere bevorzugen den Blick auf die Menschen, welche  das Frühstück vom Büfett holen. Hier lassen sich die verschiedenen Menschen mit ihren unterschiedlichen Essgewohnheiten beobachten. Die einen bedienen sich bei Wurst und Käse, andere mögen es sauer und nehmen  Essiggurken, Tomaten und Zwiebel.  Andere lieben es  klassisch, mit heißen Würstchen, gegrilltem Speck und Eierspeise. Mehr Zurückhaltung üben die Frauen, sie greifen zu verschiedenen Getreidesorten, Früchten und Kompott oder zu Butter, Marmelade und Honig. Jugendliche sind oft selbstsicherer am Büfett, als Erwachsene. Die meisten mögen es üppig.  Es gibt die unterschiedlichen Menschentypen mit verschiedenen Umgangsformen am Frühstücksbüfett.  Da sind die schnell Entschlossenen, die genau  wissen was sie wollen.  Die Zauderer,  die von einer Anrichte zur nächsten eilen,  die einmal von Diesem etwas nehmen, dann etwas von der anderen Seite. Die Fröhlichen, die einfach von jeder Speise etwas nehmen und mit einem vollen Teller zu ihrem Tisch zurückkehren. Manche sehen sich genau um und kosten vor, um dann doch etwas anderes auszusuchen. Auch die äußeren Erscheinungsformen sind grundverschieden.  Männer mit Bauchansatz, mit und ohne Bart, zarte Frauen  und untersetzte junge Frauen mit sanftem Gesicht. Mollige Senioren und Seniorinnen, spindeldürre Kinder, sportliche Endvierziger,  antriebslose Spätberufene mit dem Durchhalteblick. 

Der böse Blick.