ver:öden

Dies war ein öder Tag, mit diesem Gedanken liege ich im Bett und weigere mich einzuschlafen. Im Inneren hadere ich mit dem verflossenen Tag. Beim Erwachen hatte ich den Tag anders geplant. Einen flotten Tagesanfang mit ein wenig Gymnastik und dann zum Munterwerden eine Runde Radfahren am Drau Radweg. Für das trübe Herbstwetter kann niemand etwas dafür. An der falschen Wettervorhersage sind die Mitarbeiter der Wetterstation Klagenfurt schuld. Ein Ausläufer des Italiens Tiefs ist, wie in den Abendnachrichten angekündigt, nicht abgezogen. In der Vorhersage wurde für heute Sonnenschein angekündigt und nichts sonst. Der Regen hat beim Radausflug nur eine Sparvariante zugelassen, trostlos. Diese führte eine Wegstrecke, die ich schon oft gefahren bin. Dabei gab es nichts Neues, nur das Wasser der Drau war besonders schmutzig und auf der Wasseroberfläche trieben Kleinholz und Plastikflaschen daher. Bei bewölktem Himmel und der braun gefärbten Drau kommt keine Freude auf. Meine Stimmung will ich nicht beschreiben.

Bei verschiedenen Beschwerden stellt man eine künstliche Ödnis her. Bei Venenproblemen werden diese bei den Beinen und beim Darmausgang verödet. Die Elastizität ist erschöpft und es wird eine unfruchtbare Landschaft geschaffen. Körperteile haben ihre Aufgabe erfüllt, sind schlaff geworden und der Ausweg besteht darin, sie absterben zu lassen. Nicht die Wiederherstellung der Funktionen hat Vorrang, mit Vorsatz wird ein öder Zustand geschaffen. Spezialisierte Fachärzte veröden wichtige Funktionen. Was können verödete Beine und Schließmuskel noch leisten?

Der Wildnis zu entkommen ist im Leben unmöglich. Schlechte Erlebnisse machen ganze Lebensabschnitte unfruchtbar. Kommt man wieder zu Kräften, wäre es die erste Aufgabe, die steinigen Landschaften aufzuforsten. Brachliegende Steinhalden und Almwiesen werden in den Alpen renaturiert.

Schlaflos.

bar:camp

Es gibt zwei unterschiedliche Ebenen, wo sich Blogger zu einer großen Gruppe zusammenrotten. Eine Örtlichkeit ist real, dies sind BarCamps wie sie in vielen europäischen Städten abgehalten werden. Diese Idee ist aus Amerika zu uns nach Europa gekommen,wie vieles andere auch. Hier treffen sich Blogbetreiber, IT Experten, Computerfreaks, Web 2.0 Insider und Sozial Media Berater zu einem formlosen, außeruniversitären  Meinungsaustausch. An einem Wochenende hat jeder TeilnehmerIn die Möglichkeit die Veranstaltung mit einer Session zu bereichern und mitzudiskutieren.   

Die andere Ebene der Zusammenrottung findet fiktiv im Web, auf einem Blog statt, wenn es einen Kreativschub gibt: Ein Blogger ruft eine Blogparade aus. So ein Ideenfeuerwerk wurde auf dem Weblog cortexdigital.de gezündet. Eine Blogparade, „Dein erstes BarCamp“, wurde gestartet, mit der Bitte, über das eigene erste BarCamp zu posten. Zum ersten Mal habe ich im Februar 2007 in Klagenfurt an einem BarCamp teilgenommen und mein Blog „schlagloch“ in einer Session vorgestellt. Mit einer Resonanz, die zum Teil bis heute anhält. In meinem Weblog habe ich  darüber berichtet.

BAR . CAMP

Die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit neuen Softwareprogrammen, Internet und Weblog, Public Relations & Social Media beeinflusst die Stimmung der Menschen positiv, dies konnte ich am BarCamp Kärnten, an der Universität Klagenfurt, erleben. Wer zu dieser Veranstaltung kam, befand sich in einer Runde von humorvollen, gut gelaunten jungen Menschen. Zwischen den vielen technischen Begriffen und Programmierbefehlen kam der Humor nicht zu kurz. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass das Leben der jungen Menschen einem Computerspiel gleicht, wo jeder Fehler wieder rückgängig gemacht werden kann, wenn man die richtige Tastenkombination kennt. Voraussetzung dafür ist, dass man seinen Laptop bei sich hat und dies ist heute selbstverständlich. Ein toller Laptop kleidet einen jungen Menschen besser, als Kleider von Tommy Hilfiger. Bei dieser Veranstaltung ist man sich ohne Laptop nackt vorgekommen, selbst wenn man einen Hugo Boss Anzug getragen hätte.

Manche Computerspiele erinnern die Benützer daran, dass sie wieder einmal ihren Wohnungsnachbarn besuchen sollten. Der Bildschirm als Feigenblatt.

 

Ein weiterer Bericht und Links finden sich im Beitrag zu meinen 4. Bloggeburtstag. Dieses Jahr feierte ich meinen 10. Bloggeburtstag

BarCamp Klagenfurt
„von schlagloch zu schlagloch“

SCHREIB:schrift III

Mit ihrer Musik haben die Beatles und die Rolling Stones in den sechziger Jahren die  Musiksendungen im Radio erobert. Diese Musik wollten wir als Jugendliche auch körperlich spüren und haben die Lautstärke erhöht, sodass das Radio vibrierte. Die Mutter war besorgt, dass das Küchenradio durch die Musik Schaden nehmen könnte und bei uns ein Gehörschäden eintreten könnte. Dieser „Lärm“, so wurde die Beatmusik von den Erwachsenen bezeichnet, macht das Gehör und das Gehirn kaputt. „Am Land“ öffneten die ersten Diskotheken, wie die Bussi Bar und die Seppi Stubn ihre Pforten. Bei Schönwetter konnte man am Sonntagnachmittag am Innsberg, in der Nähe der drei Kreuze, Jugendliche treffen, welche sich in der Wiese um ein Transistorradio  niedergelassen hatten. Ein transportables Transistorradio stand bei den Mädchen, und bei den Burschen ein KTM Moped, auf der Wunschliste ganz oben.

Heute trifft man am Hauptplatz, im Bus, in der  Straßenbahn und  im Park auf Jugendliche, die mit Kopfhörer unterwegs sind. Der MP3Player versorgt sie über Stunden mit Musik, die vom Ohr direkt in das Gehirn dringt und so laut, dass die Nachbarn mithören. Bei den Joggern hört der Wald als Naturkulisse mit. Dem Enkel ist es langweilig, wenn einen halben Tag lang keine Fun-Aktion geplant ist. Vor zwei Jahrzehnten wurde der Fernseher in der Früh eingeschaltet,  danach der Gameboy und jetzt der MP Player. Ist man unterwegs zum nächsten Event, dann wird derweil am Handy gespielt.

Spielsüchtig.

SCHREIB.schrift II

In den heutigen Autos findet sich die neueste Unterhaltungselektronik, um vieles mehr, als dies vor vier Jahrzehnten der Fall war. In den siebziger Jahren konnte man ein Mädchen zum Mitfahren überreden, in dem man sagte: „Im R4 ist ein Autoradio eingebaut“. Das Autoradio sorgte  für Unterhaltung und Spaß beim Fahren. Die nächste Generation der Autoradios verfügte über einen Kassettenteil  zum Abspielen von Musikkassetten. Damit habe ich mir die Tonbandkassetten von den  Ö1 Sendungen „Tonspuren“ und  „Im Gespräch“ angehört.  Die Aufzeichnungen dieser Sendungen gab es in „Zehner  Boxen“, noch heute  besitze ich diese MC. Zum  Abspielen habe ich meinen Radiorekorder ITT   behalten und nicht entsorgt.  Dieser Radiorekorder besitzt ein eingebautes Mikrofon, sodass es möglich ist Gespräche aufzuzeichnen. Damit habe ich Interviews mit interessanten Menschen aus Arnoldstein aufgezeichnet und sie im Nachrichtenblatt veröffentlicht. Diese Tonbänder befinden sich heute im Heimatmuseum, von wo mir mitgeteilt wurde, dass die MC digitalisiert und auf eine CD gebrannt werden. In staatlichen und halbstaatlichen Institutionen wird die Möglichkeit genützt, verschiedene Dokumente, auf die jeweils neuesten Techniken zu überspielen. Im Vergleich dazu haben sich die Bücher in ihrer Art  über Jahrhunderte erhalten und werden noch einige Jahrhunderte dazulegen.

Von den aktuellen Datenträger und Speichermedien weiß man nicht, ob es sie in hundert Jahren noch geben wird. Nach den MCs sind die Singles und die Langspielplatten aus den Läden verschwunden, sie alle wurden von der Compact Disc abgelöst. Wie lange wird es noch Geräte geben, mit denen man eine MC oder LP abspielen kann?  Ähnliches passiert bei der Benützung des PC, nur  wenige verfügen noch über ein Diskettenlaufwerk.  Weil er leicht zu bedienen ist gehört die nahe Zukunft dem USB- Stick. 

Literaturarchiv Marbach – schlagloch/supersberger