buch:freude II

Beim Neuordnen der Bücher stelle ich mir die Frage, soll ich mich von einigen Büchern trennen?  Sie einem Caritasladen oder einem Flohmarkttandler überlassen?  Meistens beschränkt sich das Ausmisten auf ein paar wenige Bücher, die zumeist eher kalendermäßigen Charakter haben. Das war es dann erst einmal. Von der Übersiedelung weiß ich, dass nichts so schwer war, wie der Transport der Bücher. Vielleicht will ich mich deshalb von keinem Buch trennen? Glücklicherweise wurde ich dabei von einem Freund unterstützt. Dagegen waren die Kleider und die Haushaltsgeräte kinderleicht. Die weiterverwendeten Möbel wurden von einem Schreiner ab- und aufgebaut.

Eine kreative Art antiquarische Bücher einer neuen Verwendung  zuzuführen habe ich beim Blumenmarkt in Villach entdeckt. Die Schüler des Bildungszentrums Ehrental,  haben gebrauchte Bücher dafür verwendet, um darin Blumen zu pflanzen. Es wurden dafür mehrere Bücher miteinander verklebt und in das oberste Buch ein Loch für eine Blumenschale ausgefräst, darin Gräser angepflanzt. Ergänzt wurde diese Kombination durch einige dekorativer Akzente. Ich konnte nicht umhin, ein solches Buchpflanzenarrangement zu kaufen und habe es in ein leeres Regal in meiner Bücherwand gestellt. Beim Kauf habe ich nachgefragt, ob sie für ihre Kreationen Interesse an antiquarischen Büchern hätten? Dazu hat sich eine Schülerin gemeldet und erklärt, sie würde jederzeit gebrauchte Bücher nehmen. Sie hat  eine Leidenschaft für Bücher. Wenn ich gesehen habe wie die übrigen Schüler immer wieder einen Blick auf das Handy geworfen haben, war sie doch eine Ausnahme. Der Schülerin habe ich versprochen, dass ich ihr von meinen Büchern etwa fünfzig Stück vorbeibringen werde. Beim Überbringen der Bücher empfand ich dieselbe Freude, als wenn ich für mich ein Buch gekauft hätte. Bücherfreuden.

Wenn aus Büchern Pflanzen sprießen…

post:it

Von Menschen aus unterschiedlichen Bevölkerungsschichten wird das Internet und das Smartphone auf das heftigste verteufelt. Das Handy wird als das Böse gesehen, ein Schleichweg, auf dem der Satan in die Welt gekommen ist. Andere behaupten keine Minute ohne diese neuen Kommunikationsmittel verbringen zu können. Vor dem Internetzeitalter, welches gerade den fünfundzwanzigsten Geburtstag gefeiert hat, gab es schon die Post-it, die kleinen selbstklebenden gelben Zettel. Eine Zeitlang hat man diese über jedem Bürotisch, auf jedem Garderobeschrank und auf jeder Kühlschranktür gesehen. Auf dem Frühstücksteller und auf dem Armaturenbrett klebten täglich ein Post-it, mit verschiedenen Aufforderungen zum Tag. Alles, was man in den nächsten Stunden erledigen sollte. Hätte es sie nicht gegeben, dann hätte man wohl vieles vergessen. Ab und zu gab es auf den gelben Zetteln auch eine persönliche Nachricht, dass man geliebt wird und sich auf die Rückkehr freut.

Es wirkt schon etwas antiquiert, als eine Villacher Apotheke auf ihrem Schaufenster mit vielen Post-it Zettel das Wort Stress formte. Mit vielen Hinweisen, was alles Druck auslösen könnte. Darunter Kurioses und Einmaliges. Zum Einen was Stress verursacht, zum Anderen was eigentlich Glücksgefühle auslösen müsste. Eine kleine, feine Auswahl: Mit Alex in das Kino gehen. Der Geburtstag vom Onkel. Pillen kaufen. Antigelsen-Spray besorgen. Strafzettel einzahlen. Wohnung putzen. Urlaub buchen. Auch hier fehlt nicht der Hinweis auf den Antistresskiller, Dr. Schreibers Kraftquelle. Stressfrei, statt für € 17.95 um € 15.95 in der Apotheke zu erwerben.

Pillen kaufen

thermal:bad I

Die Kärnten Therme ist in die Zeitungsschlagzeilen gekommen, weil die Baukosten überschritten wurden. Dies ist bei öffentlichen und halböffentlichen Bauten öfters anzutreffen. An der Thermengesellschaft  ist auch die Stadt Villach beteiligt. Im ersten Winter gab es ein Problem bei der Dachkonstruktion, dort ist ein Riss aufgetreten, der saniert werden musste. Für die riesigen Hebekräne wurde damals der Besucherparkplatz gesperrt. Mehrmals in der Woche war ich in der Nähe unterwegs und habe jedes Mal mit Staunen dem Aufbau der Kräne zugeschaut. Über eine Woche hat die Montage gedauert. Der Großteil wurde aus Deutschland angefordert. Vor ein paar Monaten gab es eine Meldung, dass die Einnahmen der Therme hinter den Erwartungen zurück bleiben. Es wurde eine finanzielle Unterstützung seitens der Stadt verlangt. Als Ursache wurde angegeben, dass die Besucher pro Thermenbesuch zu wenig Geld ausgeben.

Dies bedeutet wohl, dass die Besucher außer dem Badeeintritt keine weiteren, bzw. zu wenige Zusatzleistungen kaufen. Wie einen Eintritt in den Spa- und Saunabereich, Massagen, Pediküre oder einen Aufenthalt im Fitnessraum. Wahrscheinlich konsumieren die Gäste auch zu wenig im badeeigenen Restaurant. Ein Hinweis dafür, dass die Besucher nicht uneingeschränkt Geld zur Verfügung haben. Das Schwimmen im Innen- oder Außenpool, und die Sprudelliegen, sind für die meisten schon Erholung genug. Die Kärntentherme hat ein Herz für Senioren. Am Donnerstag  gibt es den Tageseintritt in die Therme und dazu einen Mittagsteller im Restaurant, alles zusammen  für € 19.–.  Dies verführt doch einige Senioren und Seniorinnen sich auf den modernen Baustil und den gestylten Innenbereich einzulassen. Wenn auch von einigen Senioren, die kaum eine der zwei großen Wasserrutschen in Anspruch nehmen, die klein gehaltenen Schwimmbecken bemängelt werden.

Sprudelliegen

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