Über schlagloch

Er hat es sich zur Aufgabe gemacht mehrmals die Woche eine kleine Studie zu verfassen und teilt dies per Weblog „schlagloch“ einer stetig wachsenden Internetgemeinde mit. Einzelne Leser treten auf der Internetplattform mit ihm auch in eine Diskussion über das Geschriebene ein. Vom Deutschen Literaturarchiv Marbach werden ausgewählte Online-Publikationen, so auch das Blog „schlagloch“ auf der Plattform Literatur-im-Netz langzeitarchiviert. Einige „Schlaglöcher„ hat er materialisiert und zu Büchern gemacht: Zeitenwandel (2009); Die Beobachtungen (2011); Bruchstellen (2015).

KRANJSKA:gora

Wie wir mit Wahrheit umgehen ist ganz unterschiedlich. In vielen Lebensbereichen werden die Gefahren des Alltages weggeleugnet. Wer spricht über die Gefahren des Straßenverkehrs. Die Unfälle sind etwas Selbstverständliches und niemand glaubt, dass er davon betroffen sein könnte. Wer denkt beim Rauchen daran, dass er ein erhöhtes Gesundheitsrisiko eingeht. Krank werden die Anderen.
 
Von den Sportlern werden die Gefahren ausgeblendet, mit mentalem Training und positiven Denken in Luft auflöst, im besten Fall in das Gegenteil gekehrt. Man zieht aus einer Gefahr einen Gewinn. Wie ist es möglich, dass Skispringer, die größten Weiten erreicht man beim Skifliegen, sich von den Sprungschanzen in die Tiefe stürzen. Dabei kommt man dem Traum des Menschen vom Fliegen nahe. Wenn man das Schifliegen auf der Planica  bei Kranjska Gora  in Slowenien erlebt hat, dann fragt man sich, welche Tricks sind notwendig, dass diese jungen Menschen in die Tiefe springen. Die Steilheit des Anlaufes macht einem Menschen Angst und dann der Absprung in das Nichts. Alle Sinne eines Menschen sind dagegen, die Füße würden ihren Dienst verweigern und die Finger würden sich in den Schnee krallen um die Fahrt zu stoppen. Bei den Skifliegern passiert das Gegenteil, die Sinne konzentrieren sich auf den Absprung, die Füße gehen in die Hocke und die Arme ziehen den Körper mit in den Sprung in das Ungewisse.     
 
Die mentale Dopingfalle. 
24.1.08 12:28
 
 

10 Kommentar(e)     

weichensteller / Website

Todessprung und
Todeszelle.

Eine Assoziation zu Wahrheit.
Vom Weichensteller

 

Gerhard


Hallo Schlagloch,

Im Grunde kann alles Angst machen oder nichts. Es gibt Leute, denen selbst die kleinste Verrichtung oder der harmloseste Gedanke Angst macht- da ist es das Gehirn, das Gefahr meldet.
Ob das Gehirn nun Gefahr meldet oder nicht, ist m.E. relativ unabhängig von der „objektiven“ Größe der Gefährdung.
Autofahren lässt unser Gehirn für die meisten unproblematisch erscheinen. Es stellt so die Möglichkeit her, daß wir uns überhaupt bewegen können.

 

Schlafmütze / Website
Hallo Schlagloch ..
Ich habe mich auch schon oft grfragt, wie diese Springer .. oder die Bungie-jumper .. oder diese Extrem-Kletterer .. Fallschirmspringer … ihre Angst überwinden.
Ich könnte nix dergleichen tun.
Ich fahre nicht mal Auto ..!
Trotzdem halte ich mich nicht füe überängstlich, sondern eher für vorsichtig und vernünftig.
Ich sehe auch nicht den Kick und brauch den auch nicht
Lieben Gruß

 

schlagloch
Hallo Schlafmütze!
Wären nicht ein Großteil der Autofahrer vorsichtig und vernünftig, würde es im Strassenverkehr schlimm ausschauen. Für Klettern und Fallschirmspringen habe ich auch nichts übrig.
Gruss schlagloch.
schlagloch 
Hallo Gerhard!
Den Alltag ohne Sorge und Angst zu bewältigen genügt. Niemand muß Schifliegen, wenn er nicht will. Ich glaube, dass dabei die Angst mental unterdrückt wird, weil unser Körper und Psyche ist auf die Bewegung auf der Erde eingestellt.
Gruss schlagloch.

 

Isabella / Website
Hallo Schlagloch,
… vorigen Sommer war ich auf der Planica – ganz oben! Alleine das ist schon ein gewaltiges Gefühl, im Winter würde ich mit Schiern niemals den „Balken“ loslassen. Meine leichte 😉 Höhenangst machte sich auch so bemerkbar – für den Abstieg ging ich deshalb durch den Wald. Im Wald fühle ich mich sicher und geborgen. Manche Menschen haben Angst im Wald …
LG Isabella.

 

schlagloch
Hallo Isabella,
haben nicht die „ersten“ Menschen Schutz und Zuflucht im Wald gefunden? Auf jeden Fall kann man sich im Wald sehr gut erholen.
Gruss schlagloch.

 

jary / Website
ist doch schön, das der mensch mit seiner angst spielen kann. wir sind nicht ausschließlich sklaven irgendwelcher gehirnströme, triebe, usw. wenn ich der angst immer nachgeben würde, würde ich doch so einiges nicht tun, selbst das, was eben nicht gefährlich ist. und wenn ich alles nicht tue, nur weil es gefährlich ist, bleibt ebenfalls nicht viel übrig.
tja, aber vielleicht sollte man doping einfach erlauben, dann ist es ein spannender wettkampf, ob der sportler mit dem besten chemiker, der mit dem besten psychologen oder der mit dem besten trainer gewinnt…

 

schlagloch / Website
Hallo Jary,
wie du schreibst, eine neue Art von Wettkämpfen: Gewinnt der Sportler mit dem besten Chemiker, der mit dem besten Psychologen oder der mit dem besten Trainer .

Der Spitzsportler als lebendes Puzzle.

Gruss schlagloch.


schlagloch
Hallo Weichensteller,

ist der Weg zur Wahrheit und die Erkenntnis der Wahrheit mit dem Tod verbunden?

OTTO WILL EINE NORMALE GEBURT/NIE WIEDER EINE ZAHNARZTGEBURT/ALS LACHER IN DIE WELT KOMMEN

Gruss schlagloch.

KITZ:bühel

Eine Stunde bevor die Herrenabfahrt in Kitzbühel gestartet wird fällt auf, dass kaum noch Herrn beim Schwimmen im Thermalbad sind. Um halb zwölf verlässt auch der letzte Herr das Schwimmbad, zurück bleiben einige Damen. In Kitzbühel haben sich am Samstagvormittag die Fans im Zielraum eingefunden und um die Mittagszeit ist auch die Ehrentribüne besetzt. Die Abfahrt gleicht einem Staatsakt, so zahlreich sind die Spitzenfunktionäre  der Bundesregierung auf der Tribüne vertreten. Auch andere Ikonen des öffentlichen Lebens werden von den Fernsehkameras laufend eingeblendet. Die Fahrt der Rennläufer wird durch den Einsatz von vielen Fernsehkameras in jeder Sekunde übertragen. Auch die Zeiten, jede Hundertste Sekunde Rückstand oder Vorsprung. Ein blauer Farbstreifen in der Skipiste markiert für die Rennläufer die Ideallinie, den präparierten Teil der Piste. Die erste Reihe klatscht Beifall, wenn ein Österreicher eine gute Zeit erreicht, alles zur Ehre und Ruhm des Staates. Beim Reporter macht sich Langeweile breit, wenn ein Läufer mehr als zwei Sekunden hinter dem Führenden zurückliegt. Gefragt sind die spektakulären Momente, wenn jemand gerade noch an der Torstange vorbeischrammt, nur noch auf einem Schi fährt oder einen riskanten Sprung macht. Im Zielraum schüttelt der eine Skiläufer den Kopf, der andere wirbelt den Schi durch die Luft, ein anderer beißt die Zähne zusammen oder reißt die Arme in die Höhe. Je mehr Läufer herunten sind, umso lichter wird die Ehrentribüne, die  Prominenz ist auf dem Weg zum nächsten Event. Der große Beifall gehört den ersten Drei, den Siegern.
 
Nicht alle erreichen bei der Herrenabfahrt in Kitzbühel das Ziel. Einige kommen  zu Sturz, die meisten Stürze verlaufen harmlos, wobei das Aufprallen in den Auffangnetze mit einer Stundengeschwindigkeit von über 120 Kilometer für jeden Körper eine Herausforderung darstellt. Ein normaler Schifahrer würde einen solchen Sturz und Aufprall nur mit schweren Verletzungen überleben. Für Stürze gibt es als Kommentar ein Wupp und Hops, bei den Empfindlichen einen Stich in der Magengrube. Ruhig durchatmen ist die Devise, während sich Helfer dem Unfallopfer nähern und man gespannt auf die ersten Bewegungen des gestürzten Rennläufers wartet.
 Ruhig durchatmen sagt der Primar zum Patienten, während die Stationsschwester die frische Operationswunde spült und die Blutungen nicht enden wollen.
 
Zurück in den Operationssaal.      
21.1.08 08:34
 
 

 2 Kommentar(e)    

Gerhard
Wir als Kinder hatten diverse Abfahrtspisten, eine sinnigerweise „Mariahilf“ genannt.
Damals gab es Schnee in Hülle und Fülle und dementsprechend diverse Möglichkeiten, sich auszutoben.
Heute pinselt der Regen im Winter permanent vom Himmel herunter und Schnee ist Fehlanzeige.

schlagloch
Hallo Gerhard!
Bei einer Schipiste mit dem Namen „Mariahilf “ konnte nichts passieren. Gut geeignet für Anfänger und Raser.
Gruss schlagloch.

FENGSHUI:helm

 Die Weltcuprennen erreichen mit den klassischen Skirennen in Kitzbühel und St. Anton am Arlberg ihren Höhepunkt. Auch in diesen traditionsreichen Schigebieten ist es nicht mehr sicher, dass es genügend Schnee gibt. Das Wetter, in diesem Fall die Erderwärmung, macht den Veranstaltern große Sorgen und Probleme. An diesem Wochenende erwartet man das erste Frühlingswochenende mit Temperaturen bis fünfzehn Grad plus und dies Mitte Januar. Bei kalten Temperaturen ist es möglich die Piste künstlich zu beschneien. Eine neue Technologie bei den Schneekanonen macht es möglich, auch bei Plus Graden die Piste zu beschneien. So wird der Wintersport zu einem Kunstsport unter künstlichen Bedingungen.
 
Auf manchen Schihelmen sieht man neben verschieden Firmenlogos jetzt Fengshui Zeichen. Die Harmonielehre vom Fengshui wird  bei der Einrichtung einer Wohnung  oder zur Persönlichkeitsentfaltung herangezogen. Jetzt hoffen die Träger von Fengshui Helmen auf einen unfallfreien Skitag.
 
Das Pistenfengshui.
18.1.08 12:16

VORSORGE:geist

Von der Notwendigkeit einer materiellen und gesundheitlichen Vorsorge sind fast alle Menschen überzeugt. Unter einer geistigen Vorsorge kann man sich kaum etwas vorstellen, noch sehen viele dafür eine Notwenigkeit. Dies beginnt schon mit der Vorstellung über den Geist und welcher Geist ist damit gemeint. Ist dies der Geist, der unser Denken in Schwung hält, der uns Lernen und Handeln lässt?  Man spricht von guten Geistern und von bösen Geistern. Wird zum Geist auch die Psyche und die Seele des Menschen gezählt. In den Religionen spricht man von der unsterblichen Seele. Zu Beginn der Schöpfungsgeschichte heißt es, der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Ist es ein und derselbe Geist, der Gott und den Menschen bewegt. Wie kann man für den Geist vorsorgen und benötigt der Geist einen gesunden Körper. Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.
 
Es gibt viele Vorschläge wie man die Leistung des Gehirn trainieren und steigern kann. Aber ist dieses Gehirntraining auch ein Training für den Geist. Die Religionen bieten spirituelle Übungen für den Geist an, aber ist damit der Geist gemeint, welcher in unserem Körper wohnt. Ist der Geist körperlos? Vielleicht gehört zu einer Vorsorge für den Geist ein offener Blick und ein weites Herz.
 
Von allen guten Geistern verlassen.   
10.1.08 10:51
 
 

 3 Kommentar(e)    

Rosenherz / Website
Soviele Sorgen wie es auf der Welt gibt, soviel Vorsorge kann der Mensch gar nicht in die Wege leiten. Versicherungen können ein guter Polster sein- aber was nützt eine hohe Hagelversicherung, wenn österreichische Politker die Wasserrechte verkaufen?
weichensteller / Website
Es ist derselbe Geist.
Und Er ist es, der für uns sorgt, nicht umgekehrt.
Es ist der Geist, der lebendig macht.
Sieh dir die Menschen an!


Hallo Weichensteller!
Von Menschen mit einem lebendigem Geist und einem weitem Herz bin ich sehr angetan. Manchmal kann man dies am Gesichtsausdruck ablesen.
Gruss schlagloch.