Über schlagloch

Er hat es sich zur Aufgabe gemacht mehrmals die Woche eine kleine Studie zu verfassen und teilt dies per Weblog „schlagloch“ einer stetig wachsenden Internetgemeinde mit. Einzelne Leser treten auf der Internetplattform mit ihm auch in eine Diskussion über das Geschriebene ein. Vom Deutschen Literaturarchiv Marbach werden ausgewählte Online-Publikationen, so auch das Blog „schlagloch“ auf der Plattform Literatur-im-Netz langzeitarchiviert. Einige „Schlaglöcher„ hat er materialisiert und zu Büchern gemacht: Zeitenwandel (2009); Die Beobachtungen (2011); Bruchstellen (2015).

zweite:hand

Verschiedene karitative Organisationen haben vor einem Jahr dazu aufgerufen, nicht benötigte, aber gut erhaltene Kleider und Schuhe für die zu Zehntausenden eintreffenden Flüchtlinge zu spenden. Für die Meisten war Österreich damals ein Transitland. In unserem Haushalt haben sich die üppig bestückten Kleiderkästen geleert. Durch diese Spendenaufrufe haben die boomenden Secondhandshops vorübergehend an Bedeutung eingebüßt.Um die Secondhand Modeboutique mit dem Slogan „Erste Wahl aus zweiter Hand“ ist es ruhig geworden. Vor dem Winter stehen die von den Elternvereinen organisierten Tauschbörsen für Kinderbekleidung hoch im Kurs. Speziell für Wintersportbekleidung und für Wintersportartikel. Von den schnell wachsenden Kindern kann die Ausrüstung zumeist nur eine Saison lang getragen werden. Zum Anderen sind sie aus höherwertigen Materialien hergestellt, hochpreisig und es lohnt sich eine Tauschbörse.

Abfahrtskaiser

werbe:sklavinnen

Die Werbestrategen müssen sich immer wieder auf das Neue bemühen, wie sie mit ihren Werbebotschaften an die Menschen herankommen. Dabei setzen sie Werbesklavinnen ein. So gesehen in Portoroz. Zwei Mädchen in Red Bull Uniformen  waren auf der Uferpromenade unterwegs. Am Rücken einen Rucksack in Form einer Red Bull Dose mit der gleichnamigen Aufschrift. Zwischen den auf der Promenade dahin schlängelten Menschen waren sie nicht zu übersehen. An die Entgegenkommenden verteilten sie Gratisdosen und Folder von Red Bull. Für noch mehr Aufmerksamkeit als die Redbullrucksackwerbetreägermädchen sorgten die Mädchen auf den Subways Roller, welche durch die Straßen von Portoroz düsten. Wie auf einem römischen Streitwagen kamen sie daher. Der Streitwagen wurde nicht von Pferden gezogen, sondern von einem Elektromotor angetrieben. Von weitem ersichtlich wurde für das Casino in Portoroz geworben. Es wurden Gratiseintrittskarten verteilt, ein Gewinnversprechen oder eine Verlustwarnung wurde nicht abgegeben.

Immer wieder blieben die Spaziergänger stehen, drehten sich nach den Mädchen um und zückten ihr Smartphone. Die Verwendung des Handy für Fotos hat inzwischen weltweit die digitalen Fotoapparate abgelöst. Die Qualität der Kamera ist ein wichtiges Kriterium beim Kauf eines Smartphone. Im nächsten Jahrzehnt wird es der Fall sein, dass diese Art von Fotos Kunststatus erlangen werden. Damit verbunden wird es Ausstellungen und Kunstpreise für das beste Smartphone Foto geben. Schon im ersten Augenblick fasste ich den Gedanken, dies könnte einen Beitrag für das Blog ergeben.

Zero

werbe:monster

Wie wird heute effektvolle Werbung gemacht? Die Meisten denken zuallererst an Einschaltungen in den Zeitungen und im Fernsehen. Diese Werbung wird zumeist nur noch von der älteren Generation wahrgenommen. Für viele von der jüngeren Generation spielt sich die Werbung zuallererst im Internet ab. Wer bei Google nach verschiedenen Themen oder einer Auskunft sucht, bekommt dazu die passenden Werbeangebote eingespielt. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Trotzdem ist es für mich ein Ärgernis, dass ich ständig darauf hingewiesen werde, welche Urlaubsangebote oder aktuellen Bücher es gibt. Im wesentlichen gibt es keinen kostenlosen Internetdienst, keine Information und keine kostenlose Apps, welche nicht mit Werbung verknüpft ist. Dies gilt auch für die kostenlosen Zeitungsseiten und Zeitschriften im Internet.Von den Sportlern kennen wir, egal ob Motor- oder Skisport, dass jeder Zentimeter der Sportbekleidung mit Werbeaufklebern zugepflastert ist.

Die Werbemonster, welche im freien Feld neben den Autobahnen in Slowenien stehen sind für mich ein Schandfleck. Dort wird für den nächsten Baumarkt und Möbelhaus geworben. Ich weiß nicht, wie hoch die Entschädigung für den Bauern ist? Ob es sich lohnt, dass ein solches Werbemonster im Feld steht ?, für das Landschaftsbild ist es auf keinen Fall ein Gewinn. Im wesentlichen ist heute Landschaft eine wirtschaftliche Angelegenheit, welche sich in Euro und Aktienkursen ausdrücken lässt. Noch hässlicher als die im freien Feld stehenden Plakatwände wirken die übergroßen digitalen Werbeanzeigen auf Gebäuden in den Innenstädten. Eine historische Altstadt kann man damit in Misskredit bringen. Das vielfarbige Flimmern und das wechselnde Werbebild zieht die Aufmerksamkeit auf sich, auch wenn man sich dagegen wehrt. Dies zum Nachteil der geschichtlichen Besonderheiten der Gebäude. Schnell ist man mit dem Urteil bei der Hand, die Innenstädte gleichen einander, weil man von den Reklametafeln ausgeht.

Global

schuld:schulden II

Bei diesem schwierigen Umgang mit Entgleisungen ist es zum Impulsvortrag „Schuld und Schulden“ nur ein kleiner Schritt. Peter Heintel, Philosophieprofessor, steuerte dazu am Ende des Gottesdienstes seine Gedanken bei. Er fühle sich, wie er mit einem Schmunzeln anmerkte, gut aufgehoben, da er in die Fürbitten eingeschlossen wurde. Mit einer wissenschaftlichen Untersuchung über die Wirkung von Medikamenten beginnen seine Ausführungen. Warum wirken Medikamente bei dem einen Patienten besser, beim Anderen schlechter? Eine der Faktoren ist, dass Medikamente bei Menschen, die sich an der Krankheit mitschuldig fühlen, schlechter wirken. Die Mediziner schwingen gerne die Schuldkeule: „Hätten sie dies und jenes unterlassen, hätten sie dies und jenes getan“ und so fort. Im Schuldbekenntnis bitten die Kirchenbesucher um Vergebung, „dass sie Gutes unterlassen und Böses getan haben“. Um aus diesem Teufelskreis herauszukommen gibt es die Möglichkeit durch Opfergaben und Reue Gott milde zu stimmen. In der Vertreibung aus dem Paradies, dem Sündenfall, sieht Professor Heintel einen Sieg des Teufels. Der Satan hat Adam und Eva versprochen,  wenn ihr von diesem Baum der Erkenntnis esst, „werdet ihr sein wie Gott“. Die Menschen sind damit sehend geworden, sie können zwischen Gut und Böse unterscheiden und wählen. Wir haben das Gewissen als letzte Instanz, dieses hätte es ohne den Sündenfall nicht gegeben. Eine Anmerkung von mir, was wäre mit Gott als moralische Instanz, wenn wir noch im Paradies wären?

Im Alltagsleben haben wir oft ein Schulgefühl gegenüber den Eltern. Die Verpflichtung sie einmal im Alter und bei Krankheit zu pflegen und zu versorgen. Das Erzeugen von Schuldgefühlen birgt die Gefahr der Manipulation, eines Einzelnen oder einer Gruppe, in sich. Damit agieren und regieren immer noch politische Parteien, in dem sie Bittstellern einen Job, eine freies Geschäftslokal oder eine Wohnung vermitteln. Dafür erwarten sie von ihm, dass er ihre Partei wählt. Im Kreditwesen sieht der Vortragende einen Vorausgriff auf die Zukunft. Kreditwesen galt im Mittelalter als eine Sache des Satans.

Reichtum ist im aktiven Leben kein Hindernis und wird von den Wenigsten hinterfragt. Damit lässt es sich flott leben. Eine Bürde wird es im fortgeschrittenen Alter, wenn man für das Leben im Jenseits Vorsorge treffen will. Dann verschenken manche einen Teil ihres Vermögens für karitative Zwecke und nehmen so einen Kredit für das ewige Leben auf. Fürsten und Könige haben dazumal eine Kirche oder ein Kloster gestiftet und sich damit in den Himmel eingekauft. Unsere Gesellschaft hat das schuldlos schuldig erfunden und damit dem Schicksal die Schuld übertragen.

Schuldturm