ATEM:holen

Nach den heißen Augusttagen spürt man, dass die Natur erschöpft ist und sich nach einer Atempause sehnt. Gibt es ein paar Regentage, dann kann man sehen, wie sich die Pflanzen, Gräser, Sträucher erholen.  Allgemein sagt man, die Natur holt neuen Atem. Bei Katzen und Hunden kann man beobachten, dass die  Tiere sich an kühlen Tagen schneller bewegen. Sie sind aktiver,  sie dösen nicht mehr im kühlen Vorraum dahin. Neigt sich die Zeit der Schwammerlklauber und Beerenpflücker dem Ende zu, dann tritt für die Waldtiere eine Atempause ein. Die Anrainer an stark befahrenen Stadttangenten können am Sonntagvormittag Atemholen, wenn weniger Autos unterwegs sind. Sie können sich auf die Terrasse setzen und beim Frühstück richtig durchatmen.

 

Viele vergessen im Berufsalltag auf das Atemholen und gönnen sich die ganze Woche keine Ruhepause oder werden zum Durcharbeiten angehalten. Bei diesen ausgelaugten Menschen kann man den schlechten Atem riechen. Dagegen hilft, wenn man in der Natur dem Atem der Gräser, der Schmetterlinge und Käfer lauscht.

 

Durchatmen.

TIEF:druck

Bei einer lang anhaltenden Regenperiode ist das Bedürfnis der Menschen nach Schönwetter groß. Am Morgen liest man in der Tageszeitung zuerst die Seite mit der Wettervorschau. Gespannt verfolgt man tagsüber die Nachrichten im Radio, besonders die Wetteraussichten für die nächsten Tage. Ähnlich ist es abends bei den Fernsehnachrichten. Die Wetterexperten versuchen täglich mit anderen Worten die Schlechtwetterfront zu erklären, mit dem Ergebnis, dass das Wetter weiter regnerisch bleibt. Sie schaffen es, einen blauen Streifen am Bildschirm aufleuchten zu lassen. Die Zuschauer wollen hören, dass sich das Wetter bessert. Die Nachrichtensprecher geraten unter Druck, der sich von den Wohnzimmern in das Nachrichtenstudio ausbreitet. Eines Tages wird der Druck so groß, dass ein plötzlicher Wetterumschwung angekündigt wird.  Die Ankündigung ähnelt mehr einer Wunderheilung,  als einer Wettervorhersage. Groß ist die Enttäuschung bei vielen Menschen, wenn es dann nicht so schön und warm ist, wie im Fernsehen angekündigt. 

Mittelmeertief.

(K)EIN:winter

Nach der Ankündigung in den Nachrichten, dass in den nächsten Tagen ergiebige Schneefälle zu erwarten sind äußern manche Kunden die Befürchtung, dass die Schneefälle das Ausmaß wie im Film „The Day After Tomorrow“ erreichen könnten. In diesem Katastrophenfilm kam es nach einem Temperatursturz im Atlantischen Ozean zu einer riesigen Flutwelle und die nördliche Halbkugel versank innerhalb weniger Wochen unter einer Hundertmeter dicken Schneedecke. Alles vereiste bei antarktischen Minusgraden innerhalb von Tagen. Der Klimatologe Jack Hall, welcher die westlichen Regierungen vor dieser Klimakatastrophe gewarnt hatte, begibt sich auf den Weg nach New York um seinen Sohn Sam aus den Schneemassen zu retten. Viele sahen in dem Film die Wettervorhersage für den Winter 2008.
 
Bitte einen Eislutscher.

VOR:frühling

Spaziert man über den Dorfplatz zum Bahnhof, dann kommt man bei einem stillgelegten Supermarkt vorbei. In den Schaufenstern hängen Plakate „Zu vermieten“, im ausgeräumten Verkaufsraum stehen einige leere Einkaufswagen. Vieles ist von der Außenwand abmontiert worden, neben dem Eingang steht eine zerbeulte Blechkiste für die Ablage der Zeitungen und Zeitschriften. Der aus der Halterung gerissene Müllbehälter ist übervoll. Auf der Rückseite führt eine Stiege in das Lager, diese ist ein Rückzugsort für Jugendliche, egal ob Winter oder Frühling. Die Wände sind mit Sprüchen besprüht und in der angrenzenden Wiese liegt viel Müll. Hier finden sich Flaschen von allen Getränkemarken, die Tüten von Knabbergebäck und die Hüllen von Süßigkeiten.  Dazwischen leere Zigarettenschachteln, zerrissene Jugendzeitschriften und Plastiktragtaschen. Bei jedem Wetter sitzen um die Mittagszeit ein paar Jugendliche auf dem Stiegenpodest.
 
Geht man die Geleise entlang, dann findet man neben den Schienen weggeworfene Plastikflaschen, die Verpackung von Wurstsemmeln, alte Zeitungen und Red Bull Dosen. Inmitten der Geleise liegt eine stachelige Kugel, die bei näherem Hinsehen ein zusammengerollter Igel ist. Er ist durch die frühlingshaften Temperaturen von über zehn Grad plus aus seinem Winterschlaf erwacht. Er hat den Rückweg in sein Winterquartier nicht geschafft, obwohl nirgendwo Schnee liegt. Die letzte frostige Nacht hat er nicht überlebt, er ist tot. Er wird zur Seite gerollt.
 
Frühlingserwachen. 
       
19.2.08 07:50
 
 

 2 Kommentar(e)    

Gerhard Manchmal deutet man Zeichen falsch…
Gruß
Gerhard
schlagloch Hallo Gerhard!
Wer hat welches Zeichen falsch gedeutet ? Welche Zeichen siehst du am Waggon.
Gruss schlagloch