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Welche Voraussetzungen braucht es  zum Abschalten, zum Entspannen?  In einem vorhergehenden Beitrag wurde darüber diskutiert, dass wir ein Zuviel an Informationen, an Bildern und an Unterhaltung genießen, wir uns ein Zuviel an Arbeit aufladen. In Österreich gibt es ein Urteil des Obersten Verfassungsgerichtshof, dass der Arbeitgeber von den Angestellten erwarten kann, dass sie im Krankenstand verschiedene Arbeiten am PC und im Internet erledigen. Soweit, es nicht den Genesungsprozess gefährdet.

Dieses Urteil wirft einige Fragen auf. Wer entscheidet welche Arbeiten den Heilungsprozess gefährden? Müssen diese Arbeiten in einer bestimmten Zeit erledigt werden oder ist es dem Krankenstandler selbst überlassen wie er sich die Zeit einteilt. Dahinter steht eine neue Frage, wie groß ist der Zeitraum, dass der Firma kein Schaden zugefügt wird? Hier zeigt  sich einmal mehr die Triebkraft des Fortschritts, der Technik. Der Mensch ist nicht mehr der Herr der Technik, der Modernen Entwicklungen, sondern die Technik hat sich  verselbstständigt. Wir können die Technik noch ein wenig beeinflussen, dass bedeutet Gesetze und Vorschriften einführen, die den Gebrauch regeln. Viele werden sagen, dies ist das Ende der Internetfreiheit. Oft wird hier verlangt, dass es für das Internet keine Regeln und keine Barrieren geben soll.  Alles und jedes soll möglich sein. So sehen wir an obigem Beispiel, wie weit die ständige Verfügbarkeit des Internet führen kann.

Stechuhr.

am:meer ll

Prekär ist der Besuch in den Restaurant, die zwischen der alten Stadtmauer und dem Strand in Umag angesiedelt sind. In den Konoba, Trattoria finden sich in der Vorsaison um die Mittagszeit kaum Gäste. Ich sehe pro Restaurant mit großer Terrasse vier bis sechs Leute die ein Gericht essen. Dabei  spazieren zumeist drei Ober zwischen Terrasse und Lokal hin und her und bestimmt sind sie zu zweit in der Küche. Wir gelangen am Ufer von einer Terrasse in die Nächste und auf jeder Terrasse wird man eingeladen sich  hinzusetzen und die Speisekarte zu lesen. Für jemanden, der mit Gästen im Fremdenverkehr zu tun hatte, ein bedrückendes Bild. In der Hauptsaison werden die Restaurants mehr Zuspruch haben, aber die Anzahl der Lokale bieten ein vieles mehr an Sitzplätzen, was an Gästen möglich ist. Dazu kommen noch die Gaststätten in der zweiten Reihe, in der Fußgeher Zone. Es ist unmöglich überall einzukehren, man bekommt Herzweh und man leidet mit jedem einzelnen mit.  Als pensionierter Papierkrämer weiß man, wie einem Selbständigen zumute ist, wenn die Kundschaft vorbeigeht oder ausbleibt.

Besser sind die Umstände für die Mitarbeiter in den großen Hotels, für sie gibt es regelmäßig den Lohn, vorausgesetzt das Hotel ist gut gebucht.

Strandpromenade.

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Existenznöte plagen oftmals die in einer Reihe aufgefädelten Souvenirläden und Boutiquen in den Flanierstraßen von Badeorten am Meer. Die Shops für Schuhe, Parfum, Bademoden und Sportbekleidung hoffen auf das Geschäft mit den Urlaubern. Die Einwohnerzahl der heimischen Bevölkerung ist gering und diese kauft zumeist in einem günstigen Supermarktzentrum ein. Für die hochpreisigen Designerwaren ist ihr Einkommen auch zu gering. Dabei denke ich an die Badeorte an der Küste von Istrien. So wundert es mich nicht, spaziere ich durch das Zentrum von Portoroz und werfe einen Blick in ein Geschäftslokal, dass das Verkaufspersonal den PC benützt um im Internet zu surfen. Sich mit dem Handy beschäftigt um die neuesten Emails, SMS, die Post auf Facebook und Whats- App zu lesen. Vereinzelt betritt jemand einen Laden, zumeist sind es Frauen, die sich für die Mode interessieren, zum Schauen und so den Nachmittag zwischen Mittagessen und Cafepause zu vertreiben. Wohin im Berufsalltag die ständige Verfügbarkeit des mobilen Internets führen wird, da habe ich meine Bedenken. Es verführt dazu, dass man den Laden vernachlässigt, die notwendigen Arbeiten liegen bleiben. Die digitalen Netzwerke verleiten dazu, sich Spielen und sozialen Internetforen zu widmen und sich keine Gedanken darüber zu machen, welche Initiativen zur Verkaufsförderung beitragen könnten.

Ich finde auch den Zustand, der durch die offene Ladentür einsehbar ist, dass der Verkäufer am Handy oder am Laptop surft und nicht im Geschäft präsent ist, nicht animierend dieses Geschäft zu betreten. Aus meiner Berufszeit weiß ich, dass meine oder die Aufmerksamkeit der anderen Verkäufer darauf gerichtet war, etwas im Laden zu verbessern, neu zu arrangieren oder Ordnung zu machen. Wir waren auf der Suche nach Arbeit und nicht nach Müßiggang.

Wie Sand am Meer.

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Kann man es schaffen, dass man sich in der Rente von den alten Berufsinteressen trennt? Bei einem Bummel durch einen Ort oder einer Stadt schmerzt es mich, wenn wieder ein Lokal leer steht und das Schaufenster mit Plakaten oder ausgebleichtem Packpapier zu gepickt ist. Es sieht auch nicht attraktiv aus. Abgesehen vom Optischen kommen mir die Gedanken, wie wird es dem Geschäftsinhaber gehen, wie steht es um seine Finanzlage? Hat er noch Schulden aus dem Geschäft und wird er diese über Jahre aus seinem neuen Broterwerb begleichen müssen? Vielleicht hat er einstmals von einem gut florierenden Laden mit schicken Sachen geträumt? Jetzt teilt er das Schicksal vieler kleiner Ladeninhaber, dass ihre Lebens- bzw. finanzielle Situation um vieles schlechter ist, als vor ihrer Selbstständigkeit.

Bei Neueröffnungen von Boutiquen überlege ich mir, gerade wenn sie mit Glamour aufgesperrt wurden, wie lange werden sie Bestand haben und wie lange wird ihr finanzieller Atem reichen. Ich denke darüber nach, was schieflaufen könnte. Aus meiner langjährigen Berufserfahrung weiß ich, wie schnell man in die roten Zahlen rutschen kann. Anderseits wünsche ich den neuen Inhabern viel Erfolg und behalte meine Bedenken für mich. Ich bewundere den Mut und die Unbekümmertheit der Neueinsteiger. Mit dem heutigen Wissen sehe ich vieles kritischer, zumeist die Gefahren welche auf die Jungunternehmer lauern. Dabei wäre es auch für mich ohne einen gesunden Optimismus nicht möglich gewesen, die Selbstständigkeit über Jahrzehnte durchzuziehen. Wahrscheinlich haben andere Kollegen auch des Öfteren den möglichen Absturz gesehen, den ich aber umgangen bin. Ohne den Wagemut der Jungen wäre es um den Fortbestand unserer Wirtschaft schlecht bestellt. Wir Ruheständler begnügen uns damit die Vorteile zu beziehen und sind risikoarm geworden, stützen uns auf sichere Aktivitäten. Ohne Risikobereitschaft und Wagemut wäre unser jetziger Lebensstandard nicht vorstellbar.

Jungunternehmer.

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Hat man ein Handelsgeschäft betrieben weiß man, wie schwer das Überleben für die kleinen Fachgeschäfte geworden ist. Sie haben eine wichtige Funktion für den Fremdenverkehr, sie bilden eine willkommene Abwechslung für die schaufensterbummelnden Gäste in der Fußgeher Zone der Innenstadt. Um vieles ärmer wären die Flanierstraßen in den Städten, wenn es nicht die kleinen, bunten Geschäften gäbe. Nicht nur die Filialen der großen Handelsketten, egal ob Schuh- oder Kleidermode, weil diese sind an allen Orten der Welt gleich. Dazu kommen in den kleineren Räumlichkeiten die Kebab, Snacks- und Pizzastuben. Bei den Bäckereien gibt es den Boom, das Backwarenangebot mit einer Imbissecke zu kombinieren und sich dadurch über Wasser zu halten. Das Geschäft, welches sich finanziell lohnt, machen die Einkaufszentren am Stadtrand.

Wenn ich durch die Fußgängerzone flaniere, bleibt es bei mir nicht beim Genuss, es holt mich die Kaufmannsvergangenheit ein. Ich stelle Überlegungen an, ob sich das Geschäft rentiert, es dem Inhaber ermöglicht ein erträgliches Auskommen zu haben. Oft sehe ich weit und breit keine Kundschaft und ein Monat ist gleich vorbei. Dann sind Zahlungen verschiedener Art fällig, allen voran die Geschäftsmiete, der Lohn für eine Angestellte und andere Abgaben, sowie die Kosten für den Wareneinsatz. Ist dies alles beglichen, dann kann es schon einmal vorkommen, dass für einem selbst weniger übrigbleibt, als der Lohn für die Angestellte beträgt. Eine eigene kaufmännische Mentalität stelle ich bei den sich stark vermehrenden Fastfood Lokalen fest, die sich in immer kürzeren Abständen in einer Straße ansiedeln. Im Lokal sind mehrere Familienangehörige anwesend, die mitarbeiten und versorgt werden müssen, nur die Kundschaft gibt es vereinzelt. Sie setzen vielfach auf die Touristen, die aber in den Hotels mit Halbpension gut versorgt sind. Während des Frühstückbuffets kann ich beobachten, zumeist obliegt diese Aufgabe den Frauen, wie in die Handtasche belegte Brote und Obst verschwinden. So wird für den Snack tagsüber vorgesorgt, aus der Hotelküche.

Zuträger.