geld:rückgabe

Bei der Fahrt von Bludenz nach Villach müssen die Reisenden in Schwarzach/St. Veit vom Eurocity Zug 163 in den Eurocity Zug 113 umsteigen. Das Umsteigen ist mit einem kurzen Aufenthalt am Bahnsteig verbunden. Der Bahnhof in Schwarzach/St. Veit zeigt sich, außer in den Sommermonaten, als ein Ort mit unliebsamen Wetter. Hier ist ein Zentrum für schlechtes Wetter in Österreich. Es ist zumeist um einiges kälter als es in Bludenz war und in Villach sein wird. Regnet oder schneit es, dann um intensiver als in anderen Bezirken. Zumeist weht, von den schneebedeckten Bergen, ein eisiger Wind. Die wartenden Zugreisenden kauern sich zu einem fröstelnden Haufen zusammen oder flüchten in das kleine Wartehäuschen. Es gibt Ausnahmetage, wie dieses Jahr Ende April, mit den sommerlichen Temperaturen. Eine jüngere schlanke Frau mit langen Haaren, bekleidete mit einem knielangen rosa Faltenrock und einer beigen Weste pendelt am Bahnsteig auf und ab. In einer Hand hält sie eine Spar Einkaufstasche. Bei allen am Bahnsteig drei und zwei installierten Automaten, Zigaretten, Süßigkeiten und Getränke greift sie in das Geldrückgabefach. Missmutig stellt sie fest, dass niemand vergessen hat das Rückgeld zu entnehmen. Diskret wirft sie einen Blick in die Abfallkübel, ohne hineinzulangen schlendert sie weiter und steuert auf die Unterführung zu. Am Bahnsteig entlang des Bahnhofsgebäude geht sie bei den Mülltonnen vorbei und stattet der öffentlichen Telefonzelle, einen Besuch ab. Nicht um zu telefonieren, sondern um eventuell beim Rückgeld abzustauben. Ob sie fündig geworden ist, kann ich vom Bahnsteig drei nicht feststellen.

Ihr Verhalten hat die Erinnerung an meine Bundesheerzeit in Graz, Anfang der siebziger Jahre, geweckt. Mit dem gleichen Trick habe ich während der Wehrzeit versucht meinen Sold aufzubessern. In Graz konnte man sein Geld bei verschiedenen Vergnügen, wie Gasthausbesuch, im Eissalon oder für ein paar Debreziner schnell loswerden. Vorausgesetzt man hatte welches, Erspartes oder Taschengeld von Zuhause. Beides traf auf mich nicht zu. So versuchte ich an den Wochenenden mein Glück bei den Telefonzellen, den Zigarettenautomaten und Süßwarenautomaten. Im besten Fall kamen einige Schillinge zum Sold dazu.

e:bike II

In der Stadt könnte das Fahren mit einem E-Bike auf den Radwegen ein Problem werden. Man ist nicht auf der Fahrbahn unterwegs und doch so schnell wie mit einem Leichtmoped. Schon oft habe ich erlebt wie auf dem Fahrradstreifen Fußgeher unterwegs sind, dabei kommt es zu brenzligen Zwischenfällen. Entscheidend ist die Fahrpraxis und wie sicher man sich als älterer Teilnehmer im Verkehr fühlt. Bin ich mit meinem Trekkingbike unterwegs, habe ich das Gefühl, das Rad und ich sind eine Einheit. Meine Gedanken werden vom Drahtesel sofort umgesetzt. Bei Probefahrten mit dem E-Bike hatte ich das Empfinden, zwischen meinen Wünschen und dem Bike stellt sich der Motor quer. Wie sich die höhere Geschwindigkeit beim E-Radfahren auf die Verkehrssicherheit und die Unfallbilanz auswirken werden, wird sich in drei bis fünf Jahre weisen.

Als kleinen Tribut an das Alter beabsichtige ich ein Fahrrad mit einem tiefen Einstieg anschaffen. Dieser erleichtert das Aufsteigen und Stehenbleiben mit dem Fahrrad wesentlich. Die Herrenfahrräder werden vordergründig mit einer hohen Fahrradstange geliefert. Nach ersten Informationen gibt es Fahrräder mit tiefen Einstieg nur bis zu einer gewissen Rahmengröße. Solche Modelle werden unter dem Begriff Unisex angeboten. Man will den bequemen Herrn nicht in seiner Männlichkeit brüskieren. In einer Radzeitschrift habe ich gelesen, dass in der Redaktion zwei Fahrräder für kurze Besorgungen in der Stadt zur Verfügung stehen. Ein typisches Herrenfahrrad und ein Fahrrad mit tieferem Einstieg. Aus der Beobachtung des Redakteurs entscheiden sich zwei Drittel der Mitarbeiter bei einer Besorgung für das Fahrrad mit dem tieferen Einstieg.

Ausprobieren.

e:bike

Wer die Auslage eines Fahrradhändlers betrachtet, sieht in der vordersten Reihe die Modelle mit E-Motor. Ein Extra sind dabei die Modelle mit den wulstigen Reifen. Stehe ich am Dorfplatz von Gaschurn, im Hoch-Montafon, so kann ich an den vorbeidüsenden Fahrrädern mitverfolgen, wie sich in der Gebirgsregion die Elektrofahrräder durchsetzen. Auch auf dem Illradweg sind die Urlaubsgäste hauptsächlich mit E-Bike unterwegs. Die Hotels stellen vermehrt E-Fahrräder zum Ausleihen zur Verfügung. Man zeigt sich von der trendigen Seite, anderseits will man das Fahrradfahren in einer Wanderregion schmackhaft machen. Was bietet sich für untrainierte Gäste besseres an, als ein E-Bike. Zwischendurch gibt es noch Kämpfer, welche sich mit ihren Mountainbikes taleinwärts plagen. Das steilste Stück erwartet sie am Ende des Tales, die Silvretta Hochalpenstraße. Von Partenen auf die Bielerhöhe mit 2037 Höhenmeter, dazwischen liegen 25 Kehren. Nach der Schinderei den Berg hoch, lauern die wirklichen Gefahren bei der Abfahrt.

Vom Frühjahr bis zum Herbst erledige ich die meisten Besorgungen im Umkreis von zehn Kilometer mit dem Fahrrad, alles was sich damit transportieren lässt.  Zwischendurch fahre ich zum Spaß die Drau und die Gail entlang. Bislang verzichte ich bewusst auf ein E-Bike. Beim Fahren auf dem Drau Radweg habe ich festgestellt, dass in letzter Zeit bei geführten Fahrradtouren zwei Drittel der Teilnehmer ein E-Bike benützen. Dabei ist die Freude den älteren Männer und Frauen in das Gesicht geschrieben, dass sie mit Hilfe der motorischen Unterstützung mit dem Rest der Gruppe mithalten können. Dazu kommt die Lust an der Bewegung in freier Natur.

Ladestation