SINN . SUCHE II

Sinn gehört zu den belasteten Wörtern, zu den überlasteten Wörtern, manchmal brechen sie unter der Last ihrer Verwendung zusammen. So erlebt es der Durchschnittsmensch, wenn er nach dem Sinn seines Leben gefragt wird. Zuerst denken wir an die alltäglichen Dinge. Wie viel Sinn finde ich bei meiner Arbeit, in meiner Familie, bei meinen Freunden. Verliert man seinen Arbeitsplatz oder es gibt eine Störung in der  Partnerschaft, dann kann einem der Alltagssinn abhanden kommen. Konsum bringt keinen Sinn, Sinn kann man nicht kaufen. Es wäre wie ein Beruhigungsmittel, man benötigt eine immer größere Dosis. Wie viel Freude, die ursprüngliche Sinneswahrnehmung, macht mir das Leben. Sehe ich einen Sinn darin mich in einer Gemeinschaft sozial zu engagieren, für Werte einzutreten die mir eine  Herzensangelegenheit sind. Ist das Herz bei einer Sache, dann macht es auch Sinn. Auch die Sinnlichkeit  trägt zur Sinnfindung bei. Wie sinnlich bin ich berührt, wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin, wenn ich eine Landschaft entdecke, eine Stadt besichtige, ein Gewitter erlebe oder ein Buch lese. Wenn die Sinnlichkeit im Alltag vorhanden ist, dann ist Platz und Zeit sich auf den transzendentalen Sinn einzulassen, den übergeordneten Sinn. Welchen Sinn macht das Leben, wenn man stirbt und es gibt kein Weiterleben?
 
Der Alltagssinn.
 

Kommentar(e)     

Cold / Website (2.9.07 08:42)
Was man sucht, das findet mach auch, unser Gehirn ist in der Lage alles zu konstruieren, einen Gott ebenso wie einen Sinn. Die Frage ist nur, ob man sich damit nicht selbst betrügt? Muß das Leben Sinn machen? All die relativen Alltagssinne, die ständig zusammenbrechen (müssen), die man dann wieder mit neuen ersetzen muß – was ist das anderes als der Ausdruck des zwanghaften Wunsches nichts sehen zu wollen?
schlagloch
Hallo Cold!
In meiner Blogbeschreibung steht, „Die Wirklichkeit ist eine Konstruktion unseres Gehirn“ und du sagst, „Der Sinn ist eine Konstruktion unseres Gehirn“. Von wo haben wir unser Gehirn, die Fähigkeit zu denken?
Gruss schlagloch.
Cold / Website (3.9.07 22:30)
Nun, unser Gehirn bzw. unsere Fähigkeit zu denken hat sich im Laufe der Evolution entwickelt, womit wir jetzt vermutlich bei der Frage wären, warum die Evolution stattgefunden hat? Welchen Sinn sie macht? Auch hier kann ich nur sagen: die Frage nach dem Warum bzw. nach dem Sinn ist völlig falsch. Sie impliziert, daß etwas existiert, was nicht existieren muß.

Viele Grüße,
Cold

Gerhard (3.9.07 23:14)
Cold, liegt Deine Website flach? Was ist das fürn Ding? Dachte zunächst, irgendwo ist ein Entry verborgen, doch meine Sinne reichten nicht aus, hier sinnvoll voranzukommen…
Cold / Website (4.9.07 02:40)
Hallo Gerhard,
tut mir leid, daß ich Dich durch die Angabe meiner Website verwirrt habe. Ich hatte dort früher einmal ein Blog geführt, das ich allerdings (ebenso wie wenige Monate später das öffentliche Blogging generell) nach der Umstellung der Blogging-Software hier aufgegeben habe. Den Link gebe ich einerseits aus nostalgischen Gründen an, andererseits weil es dort ein Kontaktformular gibt, mittels dessen man mir notfalls auch eine private Nachricht zukommen lassen kann.

schlagloch
Hallo Cold!
Ich gehe davon aus, dass wir nur nach Dingen forschen und fragen welche vorhanden sind und anderseits wir nur Dinge finden die im Universum vorhanden sind.
Gruss schlagloch.

Liacht

LIACHT

LIACHT
Mon sogt von Dir
du bist dos Liacht
fir dera Wölt,
es gibt ka Haisl,
ka Stubn, ka Herz,
wo dei Liacht nit
hinkemmat.
In Sepp sei Haisl steaht on
da Schtroßn, do konn
a jeda zuawefoahrn.
Des Stubnfensta is imma
offn, sunst tata on
seine Gedonkn astickn.
Sei Herz schlogt schnöll,
dos es a ondre hearn,
es is finsta in ehrm.
Er wortat auf an
Liachtschtrohl…
 
 
ZUALOSSN
Wonn de Schmerzn im Kreiz
ka gache Bewegung zualossn,
da Schmerz wia a Blitz
in Schädl aufeschiaßt,
do woas i monchmol vur lauta Wut
nit, woas i mochn soll.
I hon a Wut auf de Jungan,
de gsund und schean daherkemman,
i fong mitn liabn Gott zan schimpf on
und frog ehrn, warum grod i so a Leidn hob.
In an Gostgortn siach i an im
Rollstuahl sitzn…
 
 
HOFFNUNG
Mon sogt von Dir
du bist de Zuflucht fir
de Hoffnungslosn,
wear on die glabt,
dessn Leben dei sich aufhelln.
A Ongst vur da Zukunft,
druckt aufn Sepp sei Brust,
er woas nit woher de Ongst kimmt,
si woar anfoch do.
Monchmol weard ehm
gonz  eng, er kriagt
ka Luft,
dos Broat bleibt
ehrm im Hols steckn.
Er hofft, dos er nit
om Broat dastickt…
 

28.8.07 18:44
 
 

14 Kommentar(e)     

Gerhard
ZURLOSSE
es wär uns oalla gholfe
wenn jeda moal offelege würd
woas er so oalles hoat
an Kümmernissa
doa würd ma vielleucht begreifa
doas Schmarze goanz normoal senn
unn schmerzloas geroadezur unnormoal!

Waar will schur unnormoal sei….

schlagloch
Hallo Gerhard!
Dei Kommentar trifft genau den Punkt. Reden wir von den Übervierzigjährigen, dann gibt es kaum jemanden, der ohne körperliche oder seelische Beschwerden ist, ohne private oder berufliche Sorgen. Aber wir leben in einer Hochleistungsgesellschaft und da soll jeder schön, gesund, jung und dynamisch sein. Deswegen haben auch Menschen über fünfzig wenig Chancen im Berufsleben. Wer immer welche Beschwerden hat, wird dies nicht öffentlich kundtun, außer in einem Blog, deshalb sind viele Blogs Krankengeschichten.

Ich war vor einigen Jahren bei der Sommerakademie in Kremsmünster mit dem Thema „Gott, Glück und Gesundheit“. Den humor- und sinnvollen Eröffnungsvortrag hat Prof. Manfred Lütz, Primar und Buchautor, gehalten. Sein Resümee war, es gibt keinen gesunden und fehlerfreien Menschen, außer man wurde noch nie klinisch untersucht. Sein Buch „Lebenslust“ – Wider die Diätsadisten, den Gesundheitswahn und den Fitnesskult- ist unterhaltsame Lektüre und lesenswert. Man soll die Beschwerden oder Sorgen als Freunde oder Freundinnen ansehen, die einen immer wieder einmal besuchen. Auf die Freundschaft.

Gruss schlagloch.

Hallo Schlagloch,

danke für den Hinweis zu Prof. Lütz.

Ich kenne auch den Spruch „Wer keine Schmerzen hat, ist tot.“ – es gibt also keine Alternative! Unn wenns koar annere Mögliechkait geit oals dess akzeptiere dann tun wirr dess hoalt!
Auf die Freundschaft

Gruß
Gerhard

Mo / Website
Hallo, Ihr Zwei,

für einen echten „Potti“ war das „Übersetzen“ eurer Texte eine ganz schöne Aufgabe 😉

Ich kann mich euren Aussagen nur anschließen und stosse mit euch auf die Freundschaft an !

LG
Mo

Gerhard
Hallo Mo,

bring doch mal Deinen Pottdialekt ein..doamitma hörn könne wi des klinge tuat.

Gruß
Gerhard

Mo / Website
Also hömma, lieba Gärhatt,

ich kann mia nich vorstellen, datte auf´n Gelsenkirchener Proll-Barock abfahren tuhs, wo de doch äher ein Ästhät bis. Meine Omma, die konnte noch so richtich westfälisches Platt, abba ich sach Dir, da happ ich schon nix mähr verstanden, ächt ey.
Also lass et bessa bei einigermaßen gepflegtem Hochdeutsch, datt hier tut ja schon geschrieben weh inne Augen und iss nur für die ganz hatten Pottis 😉

Mach et Dir schön am Wochenende 🙂

Liebe Grüße
Mo

schlagloch
Hallo Gerhard & Mo!
Bei meinem Kommentar meinte ich mit dem Satz „Auf die Freundschaft“, dass man die täglichen Beschwerden und Sorgen als Freunde begrüßt und nicht täglich mit ihnen einen Kampf austrägt, dies kostet zusätzliche Energie.

Wenn ich in anderen Blogs lese und kommentiere oder wenn andere in meinem Blog lesen und kommentieren, dass sehe ich diese auch als Freunde. Ein schönes Wochenende liebeR BlogfreundInn.

Gruss schlagloch.

schlagloch
Hallo Mo!
Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast die Gedichte in Kärntner Mundart zu lesen. Meine Mundartgedichte lese ich mit viel Echo im Regionalradio und es gibt auch ein Buch mit Mundartgedichten von mir. Webtauglich ist die Kärntner Mundart nicht.
Gruss schlagloch.
Gerhard
Hallo Schlagloch,
Schmarza unn Ongst ols enga Fränd, doas hobb ich schur moal ghört..
moan soll joa nix bai sich ablehne, oalles ghört zu ähmm, oalles binn ich…schmarza ghörn hoalt zu meunem Zoa dazur…seis drumm

letzter Ausfug ins Unterfränkische, obwohl doas in Unnefroanke sicherlich net jeder verstehe tuat.
Ich finde Mundartgedichte eigentlich schon ästhetisch, die haben ihren eigenen Reiz!
Danke für die Kostprobe, Mo, isch goarnet schlacht!

Schönes We für Euch beide, Potti und Kärntner Junge.

Gerhard

herta / Website
Finde deine kärntnersichen Komentare zwar sehr interressant aber doch etwas schwermütig!
Bist wohl ein sehr nachdenklicher Mensch oder?!Man sollte das Leben einfach genießen und nicht so viel darüber nachdenken!
schlafmuetze / Website
Hallo Ihr 😉 !!
Interessante Dialekte …
Ob das Leben einen Sinn macht, läßt sich wohl nicht ausreichend beantworten. Ich habe mir auch schon oft die Frage gestellt, meist in Zeiten, wo es mir nicht gut ging und ich es als sehr sinnlos empfunden habe.
Antworten habe ich keine gefunden.
Das Leben hat soviele Facetten, bietet so unendlich viele Möglichkeiten und zeigt sich in so unterschiedlicher Weise… wie soll sich daraus ein Sinn ableiten lassen?
Frage ich noch nach dem Sinn ? .. Eher nicht, vielleicht um mir zu bestätigen, das ich selber den Sinn nicht erkennen werde. .. !
Ich lebe einfach, solange es geht. 😉 dennoch nicht gedankenlos.
Einen schönen Sonntag 🙂

Hallo Schlagloch 🙂
Ich habe in meinem Blog eines deiner Gedichte (ins Plattdeutsche übersetzt) veröffentlicht. Ich hoffe, das es deinem Wunsch so entspricht ???
*LG*

schlagloch
Hallo Schlafmütze!
Ich glaube man denkt zweimal über den Sinn des Lebens nach, einmal wenn es einem, wie du schreibst, nicht so gut geht und dann, wenn man älter wird. Viktor Frankl hat gesagt, der Sinn des Lebens ist das, was wir gerade tun.
Gruss schlagloch.
schlafmuetze / Website
Hallo Schlagloch 😉
Mit dem, was Viktor Frankl gesagt hat, kann ich mich durchaus anfreunden.
Liebe Grüße 🙂


Gerhard (4.9.07 23:36)
Hallo Schlagloch,
das Dichten in Mundart hat was.
Mir gefiel besonders „HOFFNUNG“ und hier die Passagen „übern Sepp sei Ongst“. Ongst ist elementar. Jeder kennt sie. In Mundart klingt das Unvermeidiche, das Archaische, das seit Äonen bekannte der Ongst an. Ongst ist wie Broatesse, Gucke, Schloafe, Lufthole ein menschl. Phänomen – und in den Tälern sowie den Bergen zuhause.
In „Hoffnung“ ist Dir die Beschreibung des „Stoffs“, aus dem wir Menschen sind, recht gut gelungen.

SINN . SUCHE

Oft sagt man, dies ist der Sinn meines Lebens und bei genauem nachforschen erkennt man, dass man den Sinn schon öfter gewechselt hat. Es gibt kaum eine Sache, welche einem ein Leben lang begleitet. In der Kindheit sieht man den Sinn des Lebens in dem Besitz von einem neuem Fahrrad oder ein paar Skiern. In der Jugendzeit kommen nichtmaterielle Werte dazu, wie die Pflege einer Beziehung oder das Erreichen eines Schulabschlusses. Als Dreißigjähriger kann der Sinn des Lebens darin gefunden werden, im Beruf Vorwärtszukommen, die Partnerschaft mit Kindern und die Errichtung eines Eigenheimes. Ob es einen Sinn gibt, der sich durch das ganze Leben zieht, liegt außerhalb meiner Erfahrung. Kommt einem der Sinn in seinem Leben abhanden, ist es so, als ob einem die Welt abhanden gekommen ist. Aber wohin ist die Welt verschwunden, wenn man in der Früh aufsteht ist sie immer noch da. So verlagert sich mit den Jahren oft die Sinnfrage, bis zur Frage, braucht es einen Sinn zum Leben. Zusätzlich zu den greifbaren Dingen mischen im Hintergrund auch religiöse, philosophische Fragen mit. Diese Sinnsuche ist wie ein Antivirusprogramm, welches ohne dass wir es merken dafür sorgt, das schädliche Viren blockiert werden.
 
Ein Antivirusprogramm für die Seele.  
 

Kommentar(e)     

Gerhard (25.8.07 00:09)
Starker Tobak, stärkster Tobak, diese Sinnfrage.Ich war eigentlich noch vor gut einem Jahr Zeit überzeugt, einen starken, persönlichen Lebenssinn für mich gefunden zu haben. Ein Freund sagte mir dann einmal beim Mittagessen: Ich klammere diese Frage aus, weil sie mich krank macht – denn ich finde keinen Sinn.
Als ich darüber nachdachte, was er denn meinte, fand ich ziemlich unmittelbar: Er hat recht! Jeder Sinn ist offenbar ein konstruierter und scheint „keinen Sinn zu machen“ , im streng absoluten Sinne. Diese Sinnkrise, von einer Bemerkung hervorgerufen, beschäftigte mich einige Zeit, dann lies ich sie einfach los. Es ist, als hätte es diese Fragestellung nie gegeben.

petros / Website (25.8.07 12:05)
(Un)Sinn… Ich glaube an Gott, das macht Sinn.

LG
Petros

weichensteller (25.8.07 12:05)
Diese FrageSTELLUNG ist eine typisch neuzeitlich-nihilistische:
Menschen versuchen, Sinn zu MACHEN, weil sie keinen Sinn ERFAHREN in einer entleerten Welt.
Gruesse aus Sarajevo
weichensteller

Johanna / Website (26.8.07 17:06)
„Antivirusprogramm für die Seele“, das gefällt mir

Ich glaube, der Tag, an dem einem der Sinn abhanden kommt, könnte (positiv betrachtet) auch jener Tag sein, an dem man sich bewusst wird, dass man sinn-mäßig halt wieder mal am Switchen ist. Dass wieder was Neues anfängt, der Sinn des Lebens neu definiert werden muss. Wenn man offen ist dafür, ist das eigentlich richtig spannend…

schlagloch

Hallo Johanna!
Für die Befindlichkeit des heutigen Menschen braucht es zeitgemäße Sprachformeln. „Antivirusprogramm für die Seele“ ist so eine Formel. Etwas Neues zu entdecken kann spannend sein auch in der Sinnfrage. Wie würde unser Leben aussehen, wenn es nicht die menschliche Neugierde gibt, den Forscherdrang…..

Gruss schlagloch.

schlagloch


Hallo Weichensteller!
Ich schätze die Freiheit des Menschen Fragen zustellen. Die Aufklärung hat die Neuzeit eingeleitet und sich gegen den Absolutheitsanspruch des Adels und der Kirche gewehrt. Der neuzeitliche Mensch hat sich durch Hinterfragen von vielen Hierarchien, Ängsten und Schuldzuweisungen befreit.

Es mangelt mir nicht an Erfahrungen, manche Erfahrung war unerträglich. Der Sinn des Leben ist das Leben.
Gruß schlagloch.

schlagloch


Hallo Gerhard!
Über mein Blog habe ich geschrieben:

„Im Weblog erschaffe ich mein Leben und meine Welt neu. Jeder Eintrag im Weblog ist ein Eintrag über mich und meine Umgebung. Unsere erlebte Wirklichkeit ist eine Konstruktion unseres Gehirns. Schreiben ist eine Möglichkeit sich den Fragen des Lebens und der Welt zu nähern… “

Jeder der schreibt, erschafft seine Figuren und das Umfeld neu. Jeder wird seinen Lebenssinn für sich erschaffen müssen.

Gruss schlagloch.

petros / Website (27.8.07 18:04)


Mein Kommentar kann es vertragen, gelöscht zu werden. Manchmal sind „Aussparungen“ bedeutungsvoller als Worte.

LG
Petros

Gerhard (27.8.07 23:03)


Mir war klar, daß mein Eintrag Entrüstung hervorrufen musste.

Also auch bitte meinen Beitrag streichen!

Gruß
Gerhard

Lisa / Website (6.9.07 08:15)


Ich denke, unser ganzes Leben wird dafür genutzt, um diesen Sinn zu finden.

Es stimmt sicherlich auch, dass dieser Sinn keine statische Sache ist, sondern wie die Wellen im Meer, immer das Gesicht wechselt.

Aber der tieferen, profunderen Sinn dahinter, wie das Wasser, das von den Wellen getragen wird, bleibt ewig gleich.

schlagloch


Hallo Lisa!
Der Vergleich mit den Wellen und dem Wasser gefällt mir für die Sinnsuche gut. Über den tieferen Sinn dahinter, hast du dich nicht geäußert.

Zum Meer habe ich eine besondere Beziehung, gemeint ist das Meer vor meiner Haustüre, an der Küste von Istrien. Hier kann ich beobachten, wie ein Schiff am Horizont langsam auftaucht, die Masten etc., dann eine Weile als Ganzes sichtbar ist, um dann wieder am Horizont langsam zu verschwinden. So sehe ich auch unseren Lebensweg. Wir kommen bei der Geburt, werden zum tatkräftigen Menschen, und verabschieden uns mit dem Alter wieder langsam. Aber von woher wir kommen und wohin wir gehen ist mir ein Rätsel. Dieser Frage gehe ich nach und greife Erklärungen und Antworten gerne auf .

Gruss schlagloch.


Lisa / Website (6.9.07 13:17)
Der tiefere Sinn dahinter bleibt wohl das Ziel unserer Sinnsuche.Der Wunsch weiter zu suchen bringt uns neue Erfahrungen, Erlebnisse und Erkenntnisse. Wenn wir nicht suchen würden, würden wir nicht lernen und daher nicht leben.

Für miche ist alles ineinander verwoben und ergibt den Teppich unserer selbst. Wir sind unsere Suche und unsere Suche bestimmt wer wir sind (oder nicht sind, je nach dem).

Wenn ich das alles auf meine Art in einem kleinen Satz summieren darf, dann…

Lather, rinse, repeat.

Lisa

HUNGER . DURST

Ich erlebe wie ein Mädchen weint, weil es absichtlich verbrannt wurde. Wenn man auf der Strasse fährt, dann stehen die kleinen Buben neben der Strasse und stecken sich den Finger in den Mund, weil sie Hunger und Durst haben. Hier verlieren die Dinge des Lebens, wie wir es im Westen kennen, an Bedeutung. Keine überzogene Konsumgesellschaft, keine Probleme damit, was man zu Weihnachten schenken könnte. Ein Glas sauberes Wasser ist hier für die Kinder wie ein Lottosechser. Sie danken es mir mit einem Lächeln und strahlenden Augen, etwas was wir schon lange verlernt haben. So erlebe ich jeden Tag Weihnachten. Schöne Grüße vom wirklichem Leben, schöne Grüße aus Syrien, dein Neffe Hubsi.
 
P.S. Diese Nachricht  schickte mir mein Neffe, der im Rahmen der UNO Friedensmission zurzeit in Syrien Dienst versieht. Vielleicht hat ein LeserInn ähnliches erlebt oder gesehen  und schreibt hier seine Eindrücke oder Meinung.
 
 
 

Kommentar(e)     

Mo / Website (22.8.07 20:47)
Hallo Schlagloch,ich habe das selbst glücklicherweise noch nicht erlebt.
Verdursten wird in unseren Breiten hier niemand, schließlich kommt das unschätzbar wertvolle Nass bei uns einfach so aus dem Hahn.

Aber es gibt im Schlaraffenland Deutschland viele Menschen, die in der letzten Woche des Monats hungern, weil sie mit Harz4 nicht genug Geld haben, um sich und ihre Kinder zu ernähren. Sie werden nicht VERhungern, aber sie kämpfen jeden Monat aufs Neue um ihre blosse Existenz.

Viele Grüße
Mo

Gerhard (23.8.07 12:46)
Hallo Schlagloch,
mit derartigen Szenen bin ich auf meinen Reisen noch nicht konfrontiert worden.
In Mexiko verging mir aber einst völlig das Fotografieren, als ich erleben musste, wie manche Touris statt was auf den Märkten zu kaufen, die Leute lieber kostenlos abfotografierten. Sie setzten das auch in den Bergen fort – die Frau mit Reisig auf dem Rücken z.B. und Kinder, die sich schnell mit hochgezogenen Decken (vergeblich) zu schützen versuchten.
schlagloch
Hallo Hubsi,
wenn man beobachten muss, wie Kinder Hunger und Durst leiden, dann werden viele Probleme unserer Konsumgesellschaft in Österreich fragwürdig. Es ist jeder aufgefordert etwas für ein menschenwürdiges Leben in Notstandsgebieten beizutragen. Unsere Konsumgesellschaft schließt aber nicht aus, dass auch hier Menschen leiden müssen. Leben muss gelebt werden, wir haben hier die besseren Startbedingungen.

schlagloch
@ Mo
Heute ist nichts mehr selbstverständlich, trotz Überfluss.
@Gerhard
Manchmal überschreiten wir als Touristen die Anstandsgrenzen und die Würde anderer Menschen.
@Mo & Gerhard,
vielleicht meldet sich Hubsi selbst mit einem Kommentar.
Gruss schlagloch.