zweite:hand

Verschiedene karitative Organisationen haben vor einem Jahr dazu aufgerufen, nicht benötigte, aber gut erhaltene Kleider und Schuhe für die zu Zehntausenden eintreffenden Flüchtlinge zu spenden. Für die Meisten war Österreich damals ein Transitland. In unserem Haushalt haben sich die üppig bestückten Kleiderkästen geleert. Durch diese Spendenaufrufe haben die boomenden Secondhandshops vorübergehend an Bedeutung eingebüßt.Um die Secondhand Modeboutique mit dem Slogan „Erste Wahl aus zweiter Hand“ ist es ruhig geworden. Vor dem Winter stehen die von den Elternvereinen organisierten Tauschbörsen für Kinderbekleidung hoch im Kurs. Speziell für Wintersportbekleidung und für Wintersportartikel. Von den schnell wachsenden Kindern kann die Ausrüstung zumeist nur eine Saison lang getragen werden. Zum Anderen sind sie aus höherwertigen Materialien hergestellt, hochpreisig und es lohnt sich eine Tauschbörse.

Abfahrtskaiser

energie:ferien

Die Kärntner setzen ihre Hoffnungen auf Schnee, nach den grünen Weihnachten und dem frühlingshaften Jänner, in den Februar. Bald beginnen die Energieferien und viele Kinder möchten gerne Schi fahren oder Eis laufen. Der heutige Tourismus ist nicht energiesparend, die Bezeichnung Energieferien wurde vor dreißig Jahren eingeführt und ist irreführend. In Mittelkärnten gibt es für eine durchgehende Schneedecke oft zu wenig Schnee, dies schmälert auch die Umsätze bei den Skiliften. Nur die höher gelegenen Wintersportzentren sind ausgelastet. Man kann sagen, dass es auf Grund der Witterungsverhältnisse in diesem Schuljahr dreimal Osterferien geben wird oder werden es weiße Ostern? Überall sieht man die Kinder beim Radfahren und Ballspielen.

Die Sportartikelhändler, die Kleider- und Schuhhändler, versuchen mit reduzierten Preisen die Winterware zu verkaufen. Im Lager stapelt sich die Frühjahrsware, nicht die Jahreszeiten oder das Wetter bestimmen unseren Jahresablauf, sondern die neue Kollektion der Schuh- und Kleiderindustrie. Von der Ware in den Schaufenstern der Schuh- und Textilgeschäften wird  unser Lebensrhythmus beeinflusst.

Zwei Paar Schuhe

ver:trauen II

Für den religiösen Menschen und seinem Glauben spielen die Ereignisse rund um das Weihnachtsfest eine bestimmende Rolle. Im Alltag sagen wir oft wir hoffen, dass eine Reise, eine Familienfeier harmonisch abläuft. Man vertraut, setzt nicht auf Aufklärung und Voraussicht. Setzt Vorausplanung und Einsicht den Glauben außer Kraft? Fast nichts läuft im Alltag ohne Vertrauensvorschuss ab, wir vertrauen auf die Wirkung einer Massage oder eines Medikamentes. Bereits bei so einem banalen Vorgang, wie einem Einkauf, vertrauen wir, dass wir Dies und Jenes im Regal vorfinden werden. Das größte Vertrauen setzen wir in den Partner. Wir hoffen, dass er uns in einer schwierigen Lebenssituation, wenn wir angegriffen oder beschimpft werden, wenn wir müde und ausgelaugt sind, unterstützt. Uns zu einer unangenehmen Besprechung oder Untersuchung begleitet. Als selbstverständlich nehmen wir an, dass wir morgens wach werden. Die Zweifler versichern sich nachts zwei bis dreimal, dass sie noch am Leben sind.

„Dass die Sonne morgen aufgehen wird, ist eine Hypothese und das heißt: wir wissen nicht, ob sie aufgehen wird“. (Zitat Ludwig Wittgenstein)

Unbewusst vertrauen wir ein Leben lang unserem Herz, von dem die Meisten nicht wissen, welche Leistungen es erbringt. Erst wenn es schmerzt oder holpert werden wir wachgerüttelt. Ähnlich verhalten wir uns zu den anderen Organen. So zu der Lunge, der wir erst dann Aufmerksamkeit schenken, wenn wir beim Stiegensteigen in Atemnot geraten. Nach Tagen, an denen ich keinen Text verfasse, vertraue ich meinem Gehirn, meiner Intuition oder wem sonst, dass ich in der Verfassung bin Texte zu erstellen. Würde die Eingebung ausbleiben, wäre dies für mich ein großer Vertrauenseinbruch.

Richtwert

ver:trauen I

Wir befinden uns in der schönsten Phase des Sommers, die Tage sind warm, die Abende lau und es ist lange hell, sodass man vieles im Freien genießen kann. Jetzt gibt es eine Diskussion darüber, wie der kommende Winter sein wird. Voriges Jahr erlebten wir den wärmsten Dezember seit den Temperaturaufzeichnungen. Bei den geselligen Runden im Freien schwärmen viele Frauen davon, dass sie bereits einen Teil der Weihnachtsgeschenke eingekauft haben. Auch Firmen werben bereits für den Weihnachtseinkauf, mit Vororderaustellungen. Die Modeversandhäuser verschicken die ersten Weihnachtskataloge. Die Reisebüros wollen einem den Weihnachtsurlaub schmackhaft machen, indem sie drohen, dass viele Reisen für die Weihnachtsfeiertage bereits ausgebucht sind. Zumeist sind es Fernreisen oder Angebote, welche vom Wetter unabhängig sind. Schwieriger haben es die Vermieter in den Alpenregionen, wo das Wetter unstabil ist und genügend Schnee eine Rolle spielen. Trotz dem Einsatz von Schneekanonen gibt es noch keine Schneegarantie. Zum Beispiel der vergangene Dezember,die Temperaturen waren für den Einsatz der Schneekanonen zu hoch.Trotz Minustemperaturen in der Nacht, schmolz der Schnee bei den Plusgraden tagsüber. Zum Leidwesen der Wintertouristiker hat sich das Buchungsverhalten für den Winterurlaub geändert. Erst wenn es die ersten Meldungen von einem Wintereinbruch in den Alpen gibt, läuten bei den Vermietern die Telefone. Heute wird vielfach über das Internet gebucht.

Ein heißer Sommer bringt die Hotelbesitzer und Liftbetreiber in den Wintersportregionen doppelt zum Schwitzen: Einerseits bei der Arbeit im Sommerservice und anderseits bangen sie um den Schnee für die Wintersaison.

Ich bin überzeugt, denken Menschen über fünfzig an Weihnachten, dann denken sie an die Zeit, wo sich der Schnee rund um das Haus auftürmte. Nähern sich die Weihnachtsfeiertage und es bleibt warm, weit und breit kein Schnee in Sicht, dann fehlt etwas für die weihnachtliche Stimmung. Die eigene langweilige, übersättigte Stimmung schiebt man dem fehlenden Schnee zu. Man hofft, dass mit dem Schneefall die Stimmung steigen wird. Zu guter letzt beharrt man darauf, das eine Schlechtwetterfront den Jahresausklang retten kann.

Sommerfrost.

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