Über schlagloch

Er hat es sich zur Aufgabe gemacht mehrmals die Woche eine kleine Studie zu verfassen und teilt dies per Weblog „schlagloch“ einer stetig wachsenden Internetgemeinde mit. Einzelne Leser treten auf der Internetplattform mit ihm auch in eine Diskussion über das Geschriebene ein. Vom Deutschen Literaturarchiv Marbach werden ausgewählte Online-Publikationen, so auch das Blog „schlagloch“ auf der Plattform Literatur-im-Netz langzeitarchiviert. Einige „Schlaglöcher„ hat er materialisiert und zu Büchern gemacht: Zeitenwandel (2009); Die Beobachtungen (2011); Bruchstellen (2015).

BLOG:nachbar

Unser Leben wird auch geprägt und gestaltet von verschiedenen Nachbarschaften. Glauben auch manche, dass sie auf keine Mitmenschen, Nachbarn angewiesen sind, so stoßen wir doch in unserem Alltag auf Nachbarn. So verschieden wie wir selbst sind, so verschieden sind die Nachbarn. Mit manchen versteht man sich gut oder es gibt höflichen Abstand. Andere lehnen jeden Kontakt ab und man wird gestört oder belästigt. Bei manchen kann man trotz Freundlichkeit keinen Kontakt herstellen. Die Nachbarn einer Strasse treffen sich zu einem Straßenfest, andere Nachbarn treffen sich vor dem Gericht zu einer Verhandlung über die Grundgrenze. 
 
So wie es Hausnachbarn und Wohnungsnachbarn gibt, gibt es auch Blognachbarn. Im deutschsprachigen Raum gibt es geschätzte mehrere Millionen Blogs. Fast jeder Blog hat seine Linkliste, wo er auf andere Blogs aufmerksam macht, sozusagen Blognachbarn. So wie man Freundschaften im normalen Leben durch Besuche, Telefonanrufe pflegt, so muss man auch die Blogfreundschaften pflegen. Dies passiert durch den Besuch von verlinkten Webseiten. Die Telefonanrufe sind die Kommentare und die Antwort auf die Kommentare. Wer dies außer Acht lässt, wird auch im Web bald alleine dastehen. Über die Beziehungen  im Web hat jeder Blogger seine eigenen Erfahrungen. Manche Blogs bezeichnen sich als Diskussionsforum, haben aber keine Zeit für den Webnachbarn. Konkurrenz-  und Zeitdruck gibt es auch im Web.
 
Eine Vermutung.
12.2.08 08:05
 
 

 2 Kommentar(e)    

Mo / Website Hallo Herr Nachbar 😉

Du stellst mal wieder einen sehr treffenden Vergleich an, wie ich finde.

Bach 2,5 Wochen in meiner neuen Wohnung erkunde ich meine Nachbarschaft und sie scheint tatsächlich so vielfältig zu sein, wie Du sie beschreibst.

Auch wenn ich mich in den letzten Wochen hier sehr rar gemacht habe, schaue ich gern wieder vorbei, sobald meine Zeit es zuläßt.

Ansonsten muß man sich wohl bei der Vielzahl der Blogs ( lt. einem Beitrag auf Schlafmützes Seite gibt es täglich 750000 neue Blogs im Netz ) seine Favoriten heraussuchen, denen man sich widmen kann/möchte.

Viele Grüße
Mo

schlagloch Hallo Mo!
Es ist gut, wenn du zuerst die Nachbarschaft deiner neuen Wohnung erkundest. Es ist bestimmt etwas interessantes dabei.
Gruss schlagloch.

BLOG:haus

In den Landgemeinden von  Kärnten besteht bei den jungen Paaren der große Wunsch ein eigenes Haus zu bauen. Man hat Sehnsucht nach einem eigenen Heim, wo die Kinder mehr Wohnraum haben und ideale Bedingungen zum Spielen vorfinden. Kinder von einem Bauernhof erhalten oft als Erbe einen Baugrund, andere werden von den Eltern finanziell unterstützt. Nur durch die Mithilfe von Verwandten und Bekannten ist für viele die Errichtung des Hauses möglich. Hier sind jene im Vorteil, die selbst einen Handwerksberuf ausüben und Teile der Arbeit selbst durchführen können. Meistens gelingt der Hausbau nur, wenn man auf verschiedene Vergnügungen und Urlaub verzichtet. Der Großteil der Eigenheime wird von unter Vierzigjährigen errichtet. Mit späterem Alter nimmt man die Strapazen ein Eigenheim zu errichten nicht mehr auf sich.
 
Vergleicht man den Bau eines Eigenheimes mit dem Aufbau eines Weblogs, dann hat es den Anschein, dass auch hier die jungen Leute in der Mehrzahl sind. Jedes Alter hat sein Blogdesign. Die Funktionen eines Eigenheimes und eines Bloghaus sind ähnlich, man wohnt darin, entweder real oder virtuell. Man geht im Eigenheim seiner Alltagsarbeit und im Bloghaus seinen Alltagsgedanken nach. Auch Besucher finden eine ähnliche Situation vor. Egal ob Einfamilienhaus oder Bloghaus, Besucher sind willkommen und sind zu einem Gespräch oder Kommentar eingeladen. Die Tür steht für alle offen.
 
Tritt ein, bring Glück herein.   
6.2.08 18:41
 
 

 5 Kommentar(e)    

weichensteller / Website

Die offene Tür ist aber nur für Weblogs charakteristisch, keineswegs für Eigenheime!
Und die meisten der einschlägigen Fachblogs, die ich besucht habe, reagierten nicht auf Kommentare und schreiben nicht zurück. Also nur scheinbare Offenheit.

Und das mit dem unter 40 möchte ich doch in Frage stellen!

LGW

 

schlagloch

Hallo Weichensteller!

Beim Spazierengehen genügt es manchesmal, dass man die Leute im Garten grüsst und schon gibt es einen Plausch.

Wahrscheinlich ist die Konkurrenz im Web noch größer als im Alltagsleben und die Zeit knapp, sodass man keine Zeit für den „Webnachbarn“ hat. Eine Vermutung.

Gruss schlagloch.

 

Gerhard

Die Verschiedenen Blogger kann man vielleicht ähnlich einordnen wie die Musikrichtungen. Techno und Hip-hop, Chillout und Soul, Klassik und Liedgut – alles hat seine Berechtigung und seinen eigenen Reiz. So gerne wie man sich mit Techno-Rythmen aufheizen will, so gerne mag man sich zu anderer Zeit an einem wohlkomponierten Stück begeistern und daran still lauschen.

Gruß
Gerhard

 

schlagloch

Hallo Gerhard!
Deinem Vergleich zwischen Musikrichtungen und Blogrichtungen kann ich nur zustimmen.
(K)ein Kampf der Kulturen.

Gruss schlagloch.


Schlafmütze / Website


Hallo Schlagloch 😉
Ich komme kurz auf einen Besuch vorbei!
Liebe Grüße

KALTES:herz

In den letzten Faschingstagen ist es in Möselstein  Brauch, dass man als Kunde, egal ob man eine Drogerie, Bäckerei oder Tischlerei besucht, auf ein Glas Sekt oder Wein oder ein Stamperl Likör oder Schnaps eingeladen wird. Heute wird von einem Großteil der Kunden dieses Angebot abgelehnt, weil sie mit dem Auto unterwegs sind und keinen Alkohol trinken dürfen oder weil sie Medikamente nehmen und sich diese mit Alkohol nicht vertragen. Es gibt kaum noch Menschen, die ihre Einkäufe und Besorgungen zu Fuß erledigen. Die tägliche Einnahme von Medikamenten ist so selbstverständlich wie der Verzehr von ein Stück Brot zum Frühstück. Früher gab es am Bauerhof im Winter zum Frühstück ein Stamperl Schnaps und ein Stück Speck, dies wärmte den Körper für die Arbeit im Freien.
 
In der kalten Jahreszeit treffen sich die Jugendlichen am Samstagabend am Bahnhof, in der Jackentasche mehrere Dosen Bier und in der Hand eine Flasche Schnaps. Andere besteigen mit einer Plastiktragtasche und verschiedenen alkoholischen Getränken den Regionalzug in die nächste Stadt. Es ist teuer, wenn man keine Fahrkarte löst und vom Kontrolleur beim Schwarzfahren ertappt wird. Gefeiert wird am Rande vom Hauptplatz. In einer Seitengasse steht bei einer Eingangstür ein Putzkübel mit der Bitte: „In den Kübel zu pinkeln und nicht auf den Boden“.
 
Zum Herzerwärmen.     
4.2.08 18:46
 
 

 2 Kommentar(e)    

Isabella / Website Hallo Schlagloch,
früher war Alkohol als „Medizin“ weit verbreitet, heute braucht man oft genug Medizin um den Alkohol (bzw. seine Auswirkungen) zu bekämpfen.
… und ist dieser Kübel ein Faschingsgag oder steht der immer da? Spricht jedenfalls für sich …
LG Isabella
schlagloch Hallo Isabella !

Kein Faschingsgag.

Gruss schlagloch.

FASCHING:treiben

Villach bezeichnet sich als Narrenhochburg. Zu Beginn des Jahres dreht sich alles um den Fasching und endet am Faschingsamstag mit einem großem Faschingsumzug. Dass dies in ganz Österreich bekannt ist, dass glauben alle Villacher. Die Fernsehübertragung der Villacher Faschingsitzung erreicht hohe Zuschauerzahlen, nur übertroffen von Sendungen zur Nationalratswahl oder Natascha Kampusch wird  interviewt. Nationalratswahlen finden in Zukunft nur alle fünf Jahre statt und die Interviews mit Natascha Kampusch werden weniger.
Diesem närrischem Treiben kann sich die Kirche in Völkendorf nicht verschließen und so gibt es am Faschingsonntag für alle, die am Faschingsumzug nicht teilgenommen haben oder vom Faschingstreiben noch nicht genug haben, eine Faschingmesse. Die Einladung verspricht Stars wie zum Wiener Opernball, erwartet werden Santana, Bob Marley, Emerson, u.a.  Zum Tanz, gemeint ist zur Messe, spielt eine tolle Faschingsband. Verkleidung ist erwünscht aber nicht vorgeschrieben. Für alle, die das ganze Jahr eine Maske tragen auch nicht notwendig. Es sind alle Narren willkommen, ob mit oder ohne Verkleidung. Mein Inneres kann ich schlecht verbergen, deshalb mochte ich mich verkleiden. Die erste Idee ist, ich gehe als Mafiosi, dazu könnte ich meine Sonnenbrille tragen. Da ich keinen üppigen Haarwuchs, aber auch keine Glatze habe und ein schlechter Schütze war, verwerfe ich diese Idee. Im Keller suche ich nach dem Karton mit der Aufschrift „Fasching“, darin sind die Utensilien für einen Seeräuber. Ob in der Kirche ein Goldschatz versteckt ist?, die Kirchenmäuse wüssten wo. Beim Suchen fällt meine weiße Kappe aus dem Schrank. Mit der weißen Kappe und der Sonnenbrille verwandeln ich mich in den DJ Ötzi.
 
Dem Besuch der Faschingmesse steht nichts mehr im Wege, außer der Fußmarsch. Vor der Kirche sagt ein Jugendlicher:  „Schauts do kummt da Ötzi .“ Andere Kirchenbesucher konnten sich wohl nicht zwischen verschiedenen Verkleidungen entscheiden und haben das Sonntagsgewand gewählt. Die Faschingsband in ihren Kostümen hat schon Aufstellung genommen. Die flotte Musik und der Pfarrer als Rocksänger sorgen für Stimmung während der  Messe. Manche folgen mit irritiertem Gesichtsausdruck der Musik und dem Gesang. So kommen sie zur ihrer Gesichtsmaske. Andere Masken sind spärlich zu sehen, ein paar Prinzessinnen und Cowboys hätten der Stimmung gut getan.  
Während der Messfeier sah man den einen Fuß und die andere Hüfte bei der Musik mitwippen und mitschwingen. Im Evangelium ist von der Liebe die Rede, das passt gut in die Faschingszeit, da fällt das Wort „ich liebe dich“ öfter und leichter als sonst. Nach der Messe wird es richtig fröhlich in der Kirche. Gott muss den Menschen aus Fröhlichkeit erschaffen haben, ob er dabei schon an den Villacher Fasching gedacht hat?
18.02.2007  Aus dem Tagebuch
   

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Gerhard Der Refrain „Komm lasst uns fröhlich sein“ drückt wohl ein Grundbedürfnis des Menschen aus.O segensreiche Fröhlichkeit!Gruß
Gerhard

FRÖHLICHE:zeit

Wir Menschen erleben es oft schmerzlich, wie schnell die Zeit vergeht. In der Jugend sind es die  fröhlichen Stunden, ein Wochenende oder eine Urlaubswoche. In späteren Jahren spricht man darüber, dass ein Monat so schnell vergeht. Wird man älter ertappt man sich dabei wie man sagt, dass das letzte Jahr so schnell vergangen ist. Besonders zu Jahresende und Jahresanfang wird dies schmerzlich bewusst. Noch später spricht man davon, wie schnell die letzten drei, fünf oder zehn Jahre vergangen sind. Am Heranwachsen der Enkel kann man besonders gut beobachten wie die Jahre vergehen. Einen einzelnen Tag nimmt man nicht mehr wahr.
 
Hat man ein Haustier, wie Hund oder Katze dann stellt man auch hier fest, wie die Tiere älter werden. Bei Hunden oder Katzen zählen ein Jahr wie sieben Menschenjahre. Im Bekanntenkreis hört man von Hunde-, Katzen- oder Meerschweinbesitzern, dass die Tiere bei unheilbaren Krankheiten oder Altersbeschwerden von einem Tierarzt eingeschläfert werden. Diese Vorgangsweise sei eine humane Art, aber wie human ist ein künstlicher Tod. Das was als menschlich bezeichnet wird, ist manches Mal das Unmenschlichste.
 
Kinder wie die Zeit vergeht.
31.1.08 14:09
 
 

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WindriderHallo Schlagloch,
machmal ist ein künstlicher Tod besser als ein Tier schmerzvoll dahinsiechen zu lassen. Wir mußten unsere CollieSchäfer-Hündin einschläfern lassen. Sie war 17 Jahre alt und wir wollten es hinauszögern bis zum letzten Tag. Aber irgendwann brach sie uns mitten im Wohnzimmer zusammen und übergab sich und es war einfach schrecklich. Sie litt furchtbar. Wir haben dann doch die Tierärztin geholt und sie wurde dann bei uns zu Hause eingeschläfert. Das war das, was wir vielleicht schon viel früher hätten tun sollen. Unser Meerschweinchen hatte einen Augentumor. Wir ließen das Meerschweinchen operieren. Es war schlimm, aber das Meerschweinchen fing an sich langsam zu erholen. Dann aber wurden noch Krebsgeschwüre im Bauchbereich gefunden und wir mußten das Meerschweinchen dann doch einschläfern lassen. Sowas wie diese Meerschweinchen-OP würde ich wahrscheinlich nicht wieder machen lassen, denn letztendlich wurde das arme Schweinchen nur gequält.
lieben Gruß Windrider

schlaglochHallo Windrider!
Den Tieren ergeht es ähnlich wie uns Menschen, wir können unser Leben immer wieder verlängern, den Tod hinausschieben, bis zum bitteren Ende.
Gruss schlagloch.