Über schlagloch

Er hat es sich zur Aufgabe gemacht mehrmals die Woche eine kleine Studie zu verfassen und teilt dies per Weblog „schlagloch“ einer stetig wachsenden Internetgemeinde mit. Einzelne Leser treten auf der Internetplattform mit ihm auch in eine Diskussion über das Geschriebene ein. Vom Deutschen Literaturarchiv Marbach werden ausgewählte Online-Publikationen, so auch das Blog „schlagloch“ auf der Plattform Literatur-im-Netz langzeitarchiviert. Einige „Schlaglöcher„ hat er materialisiert und zu Büchern gemacht: Zeitenwandel (2009); Die Beobachtungen (2011); Bruchstellen (2015).

GEHIRN:reise

In der Arbeitswelt hat sich in den letzten zehn, zwanzig Jahren viel verändert. Eine der Veränderungen ist, dass schwere körperliche Arbeit weniger wurde. Bei vielen Berufen wird die Arbeit sitzend vor dem Computer erledigt. Dies bringt besondere Belastungen für die Brust- und Halswirbelsäule. Durch Massagen, Elektrotherapien und Moorpackungen versucht man die Beschwerden zu lindern. Beim Nachlassen der Spannungen im Kopf sinkt der Blutdruck. Mit dem Blutdruckabfall beginnt das Gehirn im Körper zu reisen. Nach Erledigung der Arbeit freut man sich darauf die nächsten Tage zu genießen, da macht  das wandernde Gehirn einen Strich durch die Vorfreude. Oft ist man im Unklaren auf welche Signale das Gehirn reagiert. Folgen die Gedanken dem Gehirn oder folgt das Gehirn den Gedanken? Ist die Verunsicherung körperlich, hervorgerufen durch eine verstörte Halswirbelsäule oder folgt die Halswirbelsäule dem wanderndem Gehirn. Von den Plagen der Arbeit. 

Verreisen.     

AN:kündigung

IMPETUS – Kultursommer in Arnoldstein

BUCHPRÄSENTATION

„GSUND BLEIBN“ von

Franz Supersberger

Sonntag, 3. August 2008, um 20 Uhr

Arnoldstein – Klosterburg

Franz Supersberger liest aus seinem neuem Mundartbuch

Musik von „Ab und Zua Musi“

Mit ruhiger Bestimmtheit skizziert Franz Supersberger die Front zwischen dem inszenierten schönen Schein des Fortschrittlichen und dem, was davon verdrängt und erstickt wird. In ihm hat Kärnten einen Beobachter mit scharfem Blick und der Fähigkeit, das Wesentliche zu kurzen Texten zu verdichten.

Mundartautor des Monats Mai 2008 , Juli 2006  und April 2005  .

GE:schichte

Wie viel Geschichte braucht jeder Mensch, wie viel Geschichte erlebt jeder Mensch. Ohne geschichtlichen Hintergrund wären wir orientierungslos. Die persönliche Geschichte beginnt mit dem Tag der Geburt. Dazu kommen andere geschichtsträchtige Tage, Schuleintritt,  Abschluss einer Ausbildung, Hochzeit, Geburt eines Kindes,  Betriebsgründung, Tod der Mutter, Opfer eines Verkehrsunfalls, Antritt der Pension. Jeder fügt seine eigenen Geschichtstage hinzu. Der geschichtsträchtigste Tag ist der Tag der Geburt, nicht seine Wiederholung. Jeder will ein unverwechselbares Leben, seine Spuren in der Geschichte hinterlassen. Im kleinem Rahmen, in der Familie, im Betrieb, in einem Verein oder in der Gemeinde. Landesgeschichte oder Staatsgeschichte schreiben nur wenige Menschen. Es gibt die Möglichkeit sich in die Geschichte der Forschung, der Polizei, des Fremdenverkehrs, des Sports, in die Geschichte der Luftfahrt, in die Geschichte der Literatur oder Religion einzutragen. Gibt es schon eine Geschichte des Internet mit den Gründungspionieren? Geschichte wird  im Nachhinein festgeschrieben. Niemand kann sagen, heute habe ich Geschichte geschrieben, dies ist ein geschichtsträchtiger Tag der Geschichte machen wird, obwohl dies manchmal gesagt wird. 

So ruhig fließt heute die Gail, eine gleich bleibende Tonlage, unnotwendiges und notwendiges ist an den Ufern geschehen. 

Außerhalb der Geschichte.    

ES:reicht

Nach dem Dancingstarfieber und dem Fußballfieber liegen die Österreicher jetzt im Wahlfieber. Jeder kennt aus seiner Kindheit die strengen Worte vom Vater oder von der Mutter: „Es reicht“. Davor hat man mit den Geschwistern durch die Wohnung getobt, sich um eine Packung Mannerschnitten gestritten oder dem jüngerem Bruder sein Legoauto kaputt gemacht.  Der Lärm und der Streit ist den Eltern zuviel geworden und sie haben einen Schlusspunkt gesetzt. Heute ist man gegenüber den Enkelkinder viel toleranter und geduldiger, selten setzt man einen Schlusspunkt mit den Worten: „Es reicht“. 

Verfolgte man in den letzten Wochen die Ereignisse in der österreichischen Politik  so hatte man den Eindruck, dass man einen Blick in ein Kinderzimmer wirft, wo große Kinder ihre bösen Spiele treiben. Zum Schluss hat jemand erzürnt das Zimmer verlassen und die Tür hinter sich zugeworfen mit den Worten: „Es reicht“. Wann können wir Wähler sagen: „Es reicht“. Die Politiker lassen sich durch Zurufe von ihren Wählern nicht stören. 

Österreich.

NABEL:schnur

Eine Form der Operation kann eine militärische Operation sein, in einer kriegerischen Auseinandersetzung. Es gibt auch friedenserhaltende und friedensstiftende militärische Operationen. Nicht dramatisch sind militärischen Operationen in der Ausbildung für einen Rekruten. Sie haben nur Übungscharakter. Eine Aufgabe kann sein, im freien Gelände den Gegner aufzuspüren und gefangen zu nehmen. Handfester wird es, wenn der Gegner einen Namen hat. In unserem Fall wurde der Feind als Vietkong bezeichnet, der Präsenzdienst fiel in die Zeit des Vietnamkrieges.

 

Die meisten denken beim Wort Operation an eine medizinische Operation in einem Krankenhaus. Wo es vermeidbar ist, wird heute nicht mehr operiert oder nur ein minimaler Eingriff gemacht. Viele Menschen schieben eine Operation, solange sie keine akuten Schmerzen haben, vor sich her. Manchmal muss man nach einer Operation mit Schmerzen rechnen und mit geringer Besserung. Bei Unfällen ist meistens eine Operation notwendig und zeigt auch die besten Erfolgschancen. Sache der Chirurgen ist, zu operieren.

 

Manche Gebrechen sind ein Geburtsfehler, wie eine vergrößerte Leber oder ein doppelter Nierenhof und werden erst nach Jahrzehnten entdeckt. Niemand hat  daran Anstoß genommen, bis eine genaue Untersuchung Licht in das Dunkel gebracht hat. Beim Abnabeln ist man früher sorglos umgegangen und so lebt man mit einem verformten Nabel.

 

Der Nabel der Welt.