BLÖD:mann

In einem Haushalt oder Gewerbebetrieb ist es die Regel, dass die tägliche Post zu einem Drittel aus Briefen und zu zwei Drittel aus Werbesendungen besteht. Die meiste Post kommt von den Lebensmittel – Diskontern. Diese verkaufen nicht nur Lebensmittel, sondern locken die Kunden mit günstiger Ware für alle Lebensbereiche. Woher die Waren kommen und von welcher Qualität sie sind, darüber machen sich die Kunden kaum Gedanken. Fleißige Versender von Werbeschriften sind die Möbelhäuser. Auch diese bieten viele Artikel an, Geschirr, Beleuchtungskörper, Trendartikel bis zu Spielwaren. In fast jedem Möbelhaus gibt es ein Restaurant mit billigen Menüs. Immer wieder Werbung machen die Baumärkte, bei denen meistens ein Gartencenter mit Pflanzen und Gartenmöbel angeschlossen ist.
 
Mit dem Slogan „Ich bin ja nicht blöd Mann, Blödmann“ und „Geiz ist geil“ haben die Elektromärkte eine Generation in ihrem Kaufverhalten beeinflusst. Stark beworben werden von ihnen die Handys und Notebooks. Die Beschreibungen der neuesten Laptops gehen in die Superlative, es werden Funktionen aufgezählt, von denen ich keine Ahnung habe. Ich glaube, dass in einem Laptop mehr Möglichkeiten stecken als die meisten Benützer brauchen. Ich musste zur Kenntnis nehmen, dass es keinen  Sinn macht, auf einem fünf Jahre alten Notebook  das Programm Windows Vista zu installieren. Der Arbeitsspeicher ist zu klein, es würde endlos dauern bis der Laptop reagieren würde, erklärte mir ein Computerfachmann.
 
Es  hat oft den Eindruck das unser Gehirn vom Computer abgelöst wird. Hier stelle ich fest, dass der PC schneller altert als das Gehirn, unser Gehirn ist aufnahmefähiger und lernfähiger als der PC. Man beobachte an sich die eleganten Bewegungen der Hände oder Füße und wie eckig sich Roboter bewegen.
 
Kein Umtausch ohne Geburtsschein.           
26.2.08 18:04
 
 

 3 Kommentar(e)    

weichensteller / Website
Seit Jahren vermisse ich Widerstand und Protest gegen diese blöden Slogans. In der Tat geniere ich mich, wenn ich doch einmal in einem dieser Geschäfte zu tun habe.
Die Besucher ähneln ja oft auch den Sprüchen, von denen sie hergelockt wurden…
Gerhard
Diese Werbesendungen sind eine Last. Ich muß sie nur immer über die Papiertonne entsorgen.
Ein Versuch, die Austrager daraufhin zu weissen, daß ich solche Sachen nicht will, fruchtete nichts.Gruß
Gerhard
schlagloch Hallo Weichensteller!

Wir haben uns an den „Blödmann“ Werbestil gewöhnt und einige Aussprüche sind Teil unserer Umgangssprache. Wer horcht heute noch in die Sprache hinein.

Gruss schlagloch.

ACHT:samkeit

Es bedarf manchmal eines Steines über den wir stolpern oder ein Schlagloch in das wir stürzen um aus unserem Alltagstrott aufgeweckt und aufgeschreckt zu werden.  Wir leben oberflächlich in den Tag, in die Woche, in die Jahre hinein und nehmen vieles was uns an Schönheit umgibt nicht wahr. Mit der Achtsamkeit haben wir nicht viel am Hut. Manches mal genügt ein Spaziergang an einem klaren frischen Februartag nach Nussdorf, dass einem vieles auffällt, was man schon lange vergessen hat und doch jedes Jahr neu erlebt.
 
Auf der Sonnseite gibt es keinen Schnee und die Wiesen färben sich an manchen Stellen bereits grün. Unter den Bäumen liegt das braune Laub vom Herbst und beim genaueren Hinsehen entdeckt man an mehreren Stellen gruppenweise Schneeglöckchen in voller Blüte. Noch nie, empfindet man, hat man sich über diesen Frühlingsboten so gefreut. Den Sonnenschein achtet man als etwas Kostbares.
 
Ein paar schöne Jahre.   
 
21.2.08 16:44
 
 

 7 Kommentar(e)    

Hein
Danke für diesen tröstlichen Text an diesen trüben Nebel-Tagen. 
petros / Website Achtsamkeit… sie (wieder) zu gewinnen, ja, das ist etwas Kostbares.

LG
Petros

schlagloch @ Hein
@ Petros

Je früher man die Achtsamkeit für sich entdeckt, umso „reicher“ wird das Leben.

Gruss schlagloch.

Gerhard Jemand sagte mal zu mir vergleichsweise: Euer Atem ist alles, was ihr habt…und bekommt (auf dieser Erde).
Solche Dinge, wie Du sie beschriebst, sind schon das Höchste, was es gibt. Man wird immer wieder mit der Nase drauf gestossen. Was es einen immer wieder vergessen lässt, ist allerdings eine Gier und Unrast, die einen beständig wegtreibt und wegzieht.
schlagloch Hallo Gerhard!
Vor allem die Gier und Unrast , die uns nach materiellen Dingen streben lässt, welche wir gar nicht brauchen.
Gruss schlagloch.
Gerhard Ja, was brauchen wir wirklich? Weisst Du’s?
schlagloch Hallo Gerhard!
Es wird von Person zu Person verschieden sein, was sie/er braucht. Ich würde es die Grundbedürfnisse des Menschen nennen: Essen, Wohnen, Arbeit, ein soziales Umfeld und körperliche und geistige Entfaltungsmöglichkeiten. Vielen mangelt es am „Überlebenspaket“. Hier in der westlichen Welt und in anderen Erdteilen sowieso.

Jeder kann mitwirken, dass es besser wird, ob das Web2 etwas verbessern wird, vielleicht.

VOR:frühling

Spaziert man über den Dorfplatz zum Bahnhof, dann kommt man bei einem stillgelegten Supermarkt vorbei. In den Schaufenstern hängen Plakate „Zu vermieten“, im ausgeräumten Verkaufsraum stehen einige leere Einkaufswagen. Vieles ist von der Außenwand abmontiert worden, neben dem Eingang steht eine zerbeulte Blechkiste für die Ablage der Zeitungen und Zeitschriften. Der aus der Halterung gerissene Müllbehälter ist übervoll. Auf der Rückseite führt eine Stiege in das Lager, diese ist ein Rückzugsort für Jugendliche, egal ob Winter oder Frühling. Die Wände sind mit Sprüchen besprüht und in der angrenzenden Wiese liegt viel Müll. Hier finden sich Flaschen von allen Getränkemarken, die Tüten von Knabbergebäck und die Hüllen von Süßigkeiten.  Dazwischen leere Zigarettenschachteln, zerrissene Jugendzeitschriften und Plastiktragtaschen. Bei jedem Wetter sitzen um die Mittagszeit ein paar Jugendliche auf dem Stiegenpodest.
 
Geht man die Geleise entlang, dann findet man neben den Schienen weggeworfene Plastikflaschen, die Verpackung von Wurstsemmeln, alte Zeitungen und Red Bull Dosen. Inmitten der Geleise liegt eine stachelige Kugel, die bei näherem Hinsehen ein zusammengerollter Igel ist. Er ist durch die frühlingshaften Temperaturen von über zehn Grad plus aus seinem Winterschlaf erwacht. Er hat den Rückweg in sein Winterquartier nicht geschafft, obwohl nirgendwo Schnee liegt. Die letzte frostige Nacht hat er nicht überlebt, er ist tot. Er wird zur Seite gerollt.
 
Frühlingserwachen. 
       
19.2.08 07:50
 
 

 2 Kommentar(e)    

Gerhard Manchmal deutet man Zeichen falsch…
Gruß
Gerhard
schlagloch Hallo Gerhard!
Wer hat welches Zeichen falsch gedeutet ? Welche Zeichen siehst du am Waggon.
Gruss schlagloch

BLOGGER:virus

So wie es für die Gartenpflege viele Ratschläge im Internet gibt, so gibt es auch für das Bloggen im Internet viele Vorschläge, wie man ein erfolgreiches Blog betreiben kann. Es gibt zehn Gründe warum man Bloggen soll oder neun gute Tipps wie man sein Blog bekannter machen kann. Andere sprechen von sieben Fehlern in Anlehnung an die sieben Todsünden, die man beim Bloggen vermeiden soll.
Legt man einen Garten an, dann überlegt man sich, soll es ein Gemüsegarten werden oder ein Ziergarten oder eine Mischung aus beiden. Hat man sich für einen Typ von Garten entschieden, dann kann man sich Ratschläge aus Büchern holen, aus Gartenzeitschriften oder man redet mit dem Nachbarn über den Gartenzaun. So ähnlich verhält es sich auch in der Bloggerwelt. Bevor man ein Blog eröffnet sollte man sich darüber Gedanken machen, was soll der Inhalt meines Blogs sein. Bringe ich Alltaggeschichten, schreibe ich Gedichte, wird es ein Katzenblock oder berichte ich über neue Bloggersoftware . Es gibt die Möglichkeit sich in Büchern zu informieren, in den Netzzeitungen zu lesen oder beim Blognachbar zu stöbern.
Vor einer Krankheit scheint kein  Blog gefeit zusein, sie verbreitet sich in den Blogs wie ein Computervirus, das ist die Frage: „Warum schreibe ich und wer liest mich“. Diese Frage verbreitet sich im Netz wie der Kartoffelkäfer. Genauso gut kann man fragen: „Was ist der Sinn des Lebens“. Schreiben hilft immer.Zu den Risiken und Nebenwirkungen fragen sie Google.
15.2.08 07:41

9 Kommentar(e)

petros / Website

Man könnte auch auf die Idee kommen, dass das Schreiben den Sinn des Lebens erschließen hilft.

LG
Petros

PS: …gut gelinkt schlagloch 🙂

Monika Meurer / Website

Herrlich! Vor allem der letzte Satz! Lachen ist ja so gesund!!

schlagloch

Hallo Petros!

Schade, dass das Leben ein „Schließfach“ ist, welches wir erst öffnen müssen. Von selbst geht nichts.

Gruss schlagloch.

Isabella / Website

Hallo Herr Nachbar! 😉

Ich wollte schon zu deinem letzten Beitrag – die Worte über die Blognachbarn – etwas schreiben. Allerdings war ich hin- und hergerissen *grinsel*. Deine Beiträge beschäftigen mich also eine Weile – in nachbarschaftlicher Manier.

Dieser Beitrag auch 😉 … über Sinn und Unsinn des (Blog-)Schreibens zu philosophieren hat zwar seinen Reiz, manchmal aber auch seine Tücken.

Tja – was wollte ich eigentlich schreiben??? … Ich wünsche dir einfach ein ganz besonders schönes Wochenende und winke ganz nett über den Gartenzaun … ich wechsle nun zu Google ;-)))

LG Isabella.

schlagloch

Hallo Frau Nachbarin Isabella!

In unserer vernetzten Welt muß man das Wort „Nachbar“ neu definieren. Auch „vernetzt“ ist eine überschätzte Größe, zwei Drittel der Menschen haben keinen Telefon- oder Internetanschluss.

Gibt es eine Trennung zwischen realen und virtuellen Nachbarn? Es existiert auch in der virtuellen Welt ein Bedürfnis nach realer Nachbarschaft, sonst würde es nicht eine Vielzahl von Bloggertreffen, Webplausch, BarCamp usw. geben.

Die Blognachbarn sind „pflegeleichter“ als die Haus- oder Wohnungsnachbarn.

Ich winke zurück.
Gruss schlagloch.

Sternenstaub / Website

Hhhhmm eine schöne Idee, virtuelle Nachbarschaftspflege. stimmt die ist pflegeleichter, kann ich doch selber bestimmen wann ich mich der/dem NachbarIn widme – UND das hab ich hiermit getan

sternenstaubige nachbarschaftliche Grüße

schlagloch

Hallo Sternenstaub!

Es besteht die Gefahr, dass man in das virtuelle Leben „ausweicht“, weil im realen Leben vieles schwieriger ist. Die richtige Balance finden, schlag nach bei Google.

Gruss schlagloch.

Robert Lender / Website

Danke für die Erwähnung 🙂 Aber so genau definiert ist mein Gemüsegarten gar nicht 😉 Ich würde es eher einen Dschungel nennen, in dem man sich durch allerlei Exotisches durchkämpft, um die Ecke biegt und verwundert ist, dass ich mitten drin Radieschen gepflanzt habe…
Der letzte Satz ist wirklich gut und gehört ins Stammbuch eines/einer jeden, der/die sich entschliesst im Web aktiv zu werden.

schlagloch

Hallo Robert!
Vielleicht gibt es einmal einen Zitatenschatz für Blogarbeiter, ähnlich der Zitatensammlungen für Geburtstag, Weihnachten, Ostern usw.
Gruss schlagloch.