ANSICHT:en

Vieles wird durch die neuen Kommunikationsmöglichkeiten, Handy und Internet, verdrängt.  Es ist  einige Jahre her, da feierte die Ansichtskarte ihr  100. Jubiläum und jetzt hat es den Anschein, dass  ihr Ende naht. Ist man in einem wenig frequentierten Urlaubsort, dann muss man lange suchen bis man ein Geschäft mit Ansichtskarten findet und die Auswahl ist klein. Vor Jahren hatte jede kleine Ortschaft ihre Ansichtskarte und jede Fremdenpension ihre Hauspostkarte. Die Reisenden, die ihre Freunde mit einer Postkarte grüßen, werden immer weniger. Vielen ist das Schreiben einer Postkarte zu mühsam und es mangelt  an Fantasie, was den Inhalt der Grüße betrifft. Oftmals hat man Mühe die Postkarten rechtzeitig abzuschicken, dies gelingt nur dann, wenn man die Postkarten in den ersten Tagen schreibt. Im Urlaubsort, als Erstes an das Postkartenschreiben denkt. Nicht selten ist, hat man allen Bekannten und Freunden eine Postkarte geschickt, auch die Urlaubswoche vorbei. Da stellt sich die Frage, ging es um Erholung  oder wollte man kundtun, dass man verreist ist.

Heute haben sich ein kurzer Anruf und das Verschicken von einem Urlaubsfoto am Handy durchgesetzt. Durch das mobile Internet gibt es eine neue Art, von seinen Urlaubseindrücken zu berichten. Handelt es sich um eine längere oder ungewöhnliche Reise, eine Studienreise, eröffnen manche ein Reiseblog im Internet. So können viele an der Reise teilnehmen, mitdiskutieren, Vorschläge und Wissen in die Reise einbringen.

Gibt es in der Ortsmitte eine markante Erhebung, so steht dort zumeist das Kloster oder die Kirche.  Gott als Penthousbewohner.  Die Lage und die Ausstattung ist für weite Bevölkerungskreise unerschwinglich.

Gottespenthouse.

UNTER:dreißig

Die Unterdreißigjährigen benützen das Internet so selbstverständlich wie einen Lift. Bei ihnen gibt es keine Diskussion darüber, ob das Internet sinnvoll ist oder vor Gefahren strotzt. Sie können sich nicht vorstellen, worin die Gefahren des Internet liegen können. Wie beim Lift schätzen sie die Bequemlichkeit und sehen nicht die Gefahr, dass der Lift eventuell stecken bleiben könnte oder sich die Türen nicht öffnen könnten. Mit technischen Errungenschaften hat der Mensch seine Probleme,  wie mit dem Auto. Manche Menschen sahen im Auto ein Machwerk des Teufels, so heute beim freien Internetzugang. Sie sehen bei der Internetbenützung die Suchtgefahr, die Gefahr straffällig zu werden, die Möglichkeit für einen Seitensprung ohne Folgen. Einen mentalen Seitensprung, für mentalen Sex. Gibt es im Haushalt ein Internetanschluss, dann gibt es auch Wünsche. Eine Recherche über eine Persönlichkeit, Veranstaltungstermine, Zugverbindungen oder Ansichten von einem Urlaubsziel.

Über die Gefahren des Internets sprechen oft Menschen, die selbst keinen Internetzugang haben. Kein Internet im Haus zulassen, weil sie damit hoffen, das Böse aus ihrem Haus zu verbannen. Man starrt auf das Zentrum des Feuers und übersieht dabei, dass sich kleine Feuerzungen selbstständig gemacht haben.

Zugauskunft.

AUS:stellung

In der Sommerzeit finden viele Ausstellungen statt, eingebunden in das touristische Angebot des Landes. In Kärnten gibt es die Landesausstellung im Stift St. Paul: „Macht des Wortes, Macht der Bilder“. Neben den traditionellen Ausstellungsorten wie Museum, Galerien, bieten sich für große Ausstellungen Klöster als geeignete Orte an. Der Vorteil ist, dass meistens schon die Klosteranlage einen Besuch wert ist. Zusätzlich verfügen die Klöster über Kunstsammlungen und historisch wertvolle Gegenstände, die man in einer Ausstellung integrieren kann. Dazu verfügen sie über gute Kontakte untereinander, sodass man sich Bilder, Kunstschätze, gegenseitig ausborgen kann.

Ein moderner Ausstellungsort ist das Internet, mit seinen günstigen und für jederman zugänglichen Veröffentlichungsmöglichkeiten. Für jüngere und ältere Künstler ist es eine Herausforderung, wenn sie auf Facebook ihre Bilder und Kunstwerke zur Schau und zur Diskussion stellen. Für die Künstler ist es spannender mit dem Publikum in eine sofortige Diskussion zu treten, als lange auf eine Ausstellungsmöglichkeit zu warten. Dabei ist es  vorteilhafter eine Community zu wählen, als eine eigene Homepage. Nirgends steht geschrieben, dass Internetbesucher die schlechteren Ausstellungs-besucher, als Kulturtouristen, sind. Es stellt sich die Frage, wie sich der Museumsbesuch in Zukunft entwickeln wird, da immer mehr Museen ihre Bilder, Ausstellungsobjekte in das Internet stellen. Ob dies einmal den Museumsbesuch ersetzen wird?.

Museum wo.        

MÜLL.plan

Nach einem Stadtbummel durch Rijeka habe ich beim Warten auf den Autobus, der in der Nähe vom Hafen abfährt, eine überraschende Beobachtung gemacht. Mit schnellen Schritten nähert sich dem Hafengelände ein kleinwüchsiges Paar, beide tragen eine Mütze auf dem Kopf und haben einen Spazierstock in der Hand. Die Frau ist schlank, der Herr korpulent und trägt einen schwarzen Müllsack. Zielgerichtet steuern sie die Müllinseln an, öffnen die Müllcontainer und verschaffen sich mit dem Spazierstock einen Überblick über den Inhalt. Gekonnt holen sie die Pfandflaschen aus dem Müll und geben sie in ihren Müllsack. In wenigen Minuten ist eine Müllinsel durchsucht und raschen Schrittes geht es zur Nächsten. Das Paar macht einen ordentlichen, einen sauberen Eindruck und zeigt ein fröhliches Gesicht. Sie haben meine Sympathie, weil sie selbst etwas zu ihren Lebensunterhalt beitragen und sich nicht auf die Fürsorge des Staates verlassen.

Diese Beobachtung erinnert mich an eine Busreise nach Venedig, bei der  wir vom Reiseleiter einen Stadtplan bekommen haben, indem eine Unmenge von grünen Punkten eingezeichnet war. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass  in Venedig die Sehenswürdigkeiten so dicht beisammen sind. Bei näherem Studium des Planes stellten wir fest, dass dieser Plan eine Ausgabe vom Umweltamt war und dass die grünen Punkte die Standorte von öffentlichen Müllkörben waren.

Im Mülllabyrinth.