BLOG:beitrag

„Kann Kunst zuviel werden“, fragt mischkunst in einem Blogbeitrag.  Er beklagt die Fülle von Texten, Fotos, Video- und Musikbeiträgen im Internet. Diese Diskussion wird seit dem Entstehen von Web 0.2 geführt und inzwischen ist diese Frage sehr akut. Auch die Frage an sich selbst, ob man mehr Zeit beim Surfen im Internet oder beim Schaffen eigener Kreationen verbringt? 

Josef Beuys sagte: „Jeder Mensch ist ein Künstler“.  Das Internet hat die Möglichkeit geschaffen, sich außerhalb von Galerien, Verlagen und Konzertsälen zu präsentieren. Meine Textminiaturen betrachte ich so, dass nur ich sie in dieser Form schreiben kann, also schreibe ich. Nicht jedes Buch, dass verlegt wird findet Leser, nicht jedes Buch in einer Buchhandlung findet einen Käufer. Betritt man eine Großbuchhandlung, dann weis man zuerst nicht, wohin man schauen soll. Es ist so übervoll wie das Internet. Beim Web 0.2  spricht man von einem Netzwerk, daher sollte man neben dem Publizieren etwas Zeit dafür verwenden um ein Netzwerk aufzubauen, um Besucher und Leser  werben. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Blogplattform zu wählen, wie www.twoday.net , oder www.20six.de ,  an Barcamps und Blogparaden teilnehmen. Auf Spartenblogs  wie e – stories.de  zu veröffentlichen.   

Im Sinne von Josef Beuys hoffe ich, dass die Welt kreativer, bunter wird, nicht nur im Web, sondern unmittelbar, raus aus dem Alltagsgrau.

Regenbogenland.

RAD:tour

Bei einer Radtour habe ich mir am späten Vormittag in einem kleinen Nahversorgerladen eine Semmel mit Gailtaler Rohwurst gekauft. Dazu eine Packung Steinofenbrotschnitten und eine Flasche Holunderblütensirup, den man 1:6 mit Wasser verdünnen kann. Auf die Frage der Kassiererin: „Ob ich eine Tragtasche brauche“, habe ich kurz und bündig gesagt: „Danke, ich bin mit dem Auto da“, und mich sofort verbessert, „mit dem Fahrrad“. Die Kauffrau hat mir dann einen Tipp gegeben: „Beim Seespitz ist eine Wiese mit Sitzgelegenheiten, der ideale Platz um meine Jause zu verzehren.“ Einem Touristen hilft man gerne weiter. Ich bevorzuge die Bank unter der Linde, vor der St. Georgskirche in Faak. Diesmal wurde die Rast durch die Klänge einer Orgelprobe ergänzt. Im Sommer finden in der Kirche Orgelkonzerte statt.

Bei der Weiterfahrt sehe ich, wie durch neue Eigentumswohnanlagen die letzten freien Blicke auf den See verbaut werden. Die Preise für eine Wohnung kann sich kein Ortsansässiger leisten. Ich radle auf das Wellnesshotel mit Restaurant zu, dort ist eine Verwandte Geschäftsführerin. Es wäre der ideale Zeitpunkt für eine Mahlzeit gewesen. Ich wollte die Verwandte in meinem Outfit nicht erschrecken, ein bunt zusammengewürfeltes „Radlergwandl“. Der Kellner hätte mich wahrscheinlich von der Seeterrasse verwiesen, obwohl ich meine Bestellung hätte bezahlen können.

Der Radweg führt rund um den See, beim Event Campingplatz spielen die „Ursprungbuam“ aus dem Zillertal zum Tanz. Das Zelt ist gut gefüllt, viele Pärchen sind auf der Tanzfläche. Ob Jung oder Alt, alle singen und klatschen mit und gehen mit einem fröhlichen Gesicht auf das WC. Die Bedienung hat alle Hände voll zu tun um die Bestellungen von Bier, Sommerspritzer und Almdudler zu erfüllen. Manche essen dazu eine Bratwurst oder einen Laugenbrezel. Die Musik spielt den Schlager: „Am Himmel stehen tausend Sterne über meinem schönen Land Tirol…“ und die Besucher klatschen eifrig mit. Bei diesem Anblick frage ich mich, ob ich mit meinen Texten und Gedichten etwas falsch gemacht habe. Vielleicht sollte ich lustigere Texte schreiben, wie: „Trinkt Bier, denn im Himmel gibt es nur Milch“, oder „Mutterherz wie groß ist deine Liebe“ usw.  Dann hätte man mich wieder für eine Lesung zum bunten Mütternachmittag eingeladen. Meine Gedichte waren letztes Jahr zu ernst, die Gedichte würden gerade mal zwanzig Prozent verstehen, der Rest will sie nicht hören.

Absage.

URLAUB:reif

Ein regelmäßiger Urlaub war früher bei den Bergbauern oder bei den kleinen Handels- und Gewerbetreibenden nicht möglich. Wird man älter, denkt man öfter an Urlaub. Man braucht die körperliche Erholung und stellt sich die Frage, wie lange es körperlich möglich sein wird, auf Urlaub zu fahren. Auch im Alter hat man Pläne und Projekte, die man noch verwirklichen möchte. Man sieht im Urlaub eine vergeudete Zeit, in der man eines der Projekte verwirklichen kann. Solange man es noch selbst bestimmen kann, was soll Vorrang haben, der Urlaub oder die Arbeit. In diesem Zwiespalt kann man den Urlaub nicht genießen. Man beginnt die Urlaubszeit, und die Arbeitszeit mit Aufgaben zu überladen. Es ist wie bei einem Pferdefuhrwerk, man will in kurzer Zeit viel bewegen und mutet dem Pferd zu viel zu. Das Pferd streikt. Bei uns ist es der eigene Körper, dem man zuviel zumutet und der dann streikt.

 

Was kann das Ziel von einem Urlaub sein? Ein Ziel kann sein, dass man von den Sorgen um die Zukunft Abstand gewinnt. Man bekommt Freiheiten angeboten, die lange Leine. Sie wird gekürzt, wenn man sie ausnützen will.

 

Leinen los.        

 

STEIN:hart

Der Radweg R2 rund um den Ossiachersee ist ohne größere Anstrengungen zu befahren. Er verläuft in der Nähe des Seeufers. Die Badestrände sind belegt. Die schönsten Blumen wachsen entlang der Bahnstrecke in den Farben gelb, blau, violett und rosarot. Diese Blumen übertreffen den künstlichen Blumenschmuck auf den öffentlichen Plätzen und den Balkonen der Hotels. In Steindorf fährt man am „Steinhaus” vorbei, welches der Architekt Günther Domenig als sein Lebenskunstwerk errichtet hat. Das Haus liegt am Ufer, als hätte ein Riese vom Gipfel der Gerlitzen Steinblöcke und Steinquader zum See geschleudert, die sich hier aufgetürmt haben. Es ist ein Gebilde aus Beton, Glas, Stahl und steht für Workshop und Konzerte offen. Der Platz vor dem Eingang ist aufgebrochen, unter den hochgehobenen Steinblöcken quellen Seeschlangen in Chrom hervor. Ein Steg führt von den Wohnbunkern zum Strand. Vor dem Steinhaus hat eine Riesenspinne aus der Urzeit Rost angesetzt. Am Radweg steht eine Tafel, Erlebnispark vom Berg zum See: „Weltarchitektur-Das Steinhaus“. Am nächsten Parkplatz gibt es eine Übersichtstafel von den touristischen Einrichtungen der Region, mit Nummern versehen. Ein Auszug: Nr.6-Heidialm; Nr.8–Golfplatz; Nr.36–Reiterhof; Nr.37–Flugplatz ; Nr.44–Das Steinhaus; Nr.57– Forellenstation usw.

Während der ersten Bauphasen wurde das Steinhaus aus den Ansichtskarten wegretuschiert.

Kärntner Brettljause.

FLÖCK:chen

flöckchen

flöckchen

 Mit meiner Nase habe ich im „schlagloch“ geschnuppert und  dort die Katzen „Charly & Undine“ entdeckt. Da habe ich mich auf meine Hinterbeine gestellt und gesagt: „Ich will auch in das Internet. Mein Name ist „Flöckchen“ und ich habe einen Bruder, der heißt „Wicki“. Wir leben in einem Hasenstall, auf einem Bauernhof in Gaschurn, zusammen mit vielen Hühnern. Wir mögen keine Katzen, wir fürchten uns vor ihren Krallen. Das wird sich nie ändern. Ist das Wetter schön, dann sind wir in einem Freigehege, dabei schützt uns ein Eskimoschirm vor der Sonne und vor dem Regen. Unsere Lieblingsspeisen sind: Frischer Klee, saftige Salatblätter und Karotten. Auf keinen Fall darf man auf das Wasser vergessen. Mit meinen Bruder spiele ich „Fangen“, bis wir müde sind. Sind wir glücklich, dann hoppeln wir im Kreis. Funkeln die Sterne, dann schlafen wir mit geschlossenen Augen, aber hellwachen Ohren. Gefüttert werden wir von Chirin und Fabian. Haben wir eine Möglichkeit, dann laufen wir ihnen davon. Der Schnellere ist Wicki, ich, Flöckchen, bin der Klügere.“

Flocken

VER:antwortung

Der Kreis für unsere Verantwortung wird immer größer. Es genügt nicht, dass wir die Verantwortung für die Familie, einen Betrieb oder die Gemeinde tragen. Heute wird verlangt, dass jeder Verantwortung für die ganze Welt übernimmt. Wie nehmen wir die Welt wahr?, besteht die Wahrnehmung der Welt aus der Zeitung, aus dem Fernsehen, neu dazugekommen ist das Internet. Auf Reisen nehmen wir entferntere Teile der Welt wahr, diese  werden jetzt durch  Reiseberichte oder Google Erath ersetzt. Der Drang zum Verreisen kann zur Sucht werden, ein Ablenkungsmanöver, weil man sich nicht wahrnehmen will, ein verreisen vor sich selbst. Je mehr wir an Informationen aufnehmen, umso unsicherer werden wir in unserer Urteilsbildung.

 

Früher genügte zur Urteilsbildung, dass man die unmittelbare Umgebung aufmerksam wahrgenommen hat. Heute glaubt man, dass zur Urteilsbildung die ganze Welt einfließen muss, trotzdem ist alles Stückwerk.

 

Die Tastatur.

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