glück:zufrieden

Wie kann man ein glücklicher Mensch werden? Diesem Thema zu widmen ist ein spontaner Einfall. Anleitungen dafür finden sich in unzähligen Büchern und moderner, auf unzähligen Internetseiten. In den Bücherstuben, den Buchhandlungen, in den Papier- und Blumengeschäften, selbst in Konditoreien finden sich Bücher zum Thema glücklich sein. Angefangen bei kleinen Geschenkbüchlein mit lieblichen Bildern und kitschigen Texten. Eigentlich treffen wir auf diese Motive täglich, irgendwo, nur wir übersehen sie in unserer Eile. Kann es sein, dass wir unsere täglichen Glücksmomente übersehen, nicht bemerken oder gar wegschauen. Wir erwarten uns vom Glück etwas Großes, etwas was uns überwältigt und missachten dabei die kleinen Dinge. Oft genügt  eine kleine Geste, um uns glücklich zu machen. Das liebevoll arrangierte Kopfpolster auf dem Bett oder ein Stück Moncheri neben der Kaffeetasse am Nachmittag. Einiges hat man an diesem Tag probiert um glücklich zu werden. Einen Besuch im Schwimmbad, einen Schaufensterbummel in der Innenstadt und  ist dabei nur zielgerichteten Leuten begegnet. Gar nicht zu Hause ist das Glück bei einem Bummel durch die Shops in einem Neukaufzentrum. Hier begegnet einem der habgierige Mensch, der schnell ein Schnäppchen sucht. Enttäuscht wird, weil das Foto aus dem Prospekt, beim Sichtkontakt, beim Anfassen sich ganz anders anfühlt.  Zum einem kann die wöchentliche Gymnastik zur Qual werden, wer will schon ständig an die Gesundheit denken. Das wirkliche Glück kommt oft, wenn man sich nichts mehr wünscht. Freude kann sich im Nachhinein einstellen, wenn man sich zu etwas überwindet, was einem schwer fällt. Dazu gehören auch Vorhaben, die nicht wirklich nützlich sind oder welche niemand braucht. Keinen materiellen Gewinn bringen und von der Umgebung als nicht notwendig beurteilt werden.

Ausdauer

kunden:falle ll

Von den Jahreszeiten und Jahresfesten wird man in den verschiedenen Branchen, egal ob Textilbranche, Sport- und Buchhandel,  Blumen- und Schuhgeschäft, angetrieben. Hier spricht man vom Saisongeschäft, man denke an die Eisdielen im Sommer und den Maronibratern im Winter. Bei den zwei Letzteren ist man großen Verkaufsanstrengungen ausgesetzt, hat man nicht ein diametrales Geschäft in einer anderen Jahreszeit. Wie bei einem Hamster, man sitzt im Käfig und wird von den saisonalen Produkten angetrieben, es gibt kein Entrinnen. Privat ist man es oft überdrüssig den Zeilenwechsel mitzumachen, bis zum Überdruss hat man diesen beim Verkauf im Geschäft erlebt. Wer in einem Einkaufszentrum von September bis Dezember arbeitet und täglich sechs Stunden lang Weihnachtslieder hört, will am Weihnachtsabend kein „ Stille Nacht, heilige Nacht“ mehr hören.Diese Dauerberieselung kann eine „Stille Nacht, heilige Nacht Allergie“ auslösen. Mit allen möglichen Folgen, gerade wenn sich die Familie unter dem Christbaum versammelt hat. Bei einer Geburtstagsfeier mit einem Eisdessert als Nachtisch wird es denen ähnlich ergehen, die täglich in der Eisdiele stehen.

Erträglich wird die Arbeit ist eine Saison vorbei, die Artikel verräumt werden.Im Alltag sieht es so aus, dass die Artikel von zwei oder drei Saisonen gleichzeitig präsentiert und verkauft werden. Das mehrdimensionale Saisongeschäft: Halloween, Krampus, Nikolo, Weihnachten und Silvester, alles gleichzeitig. Wer viele verschiedene Speisen gleichzeitig isst, verdirbt sich den Magen. Wir verderben uns mit dem Trend, alle Feste gleichzeitig, das Gemüt.

Stillenachtallergie.

kunden:falle l

Alle Handwerksbetriebe, sei es Spengler, Installateur, Automechaniker oder Konditor, haben im Jahresverlauf eine ganz unterschiedliche Anzahl von Aufträgen zu bewältigen. Der Idealfall wäre, eine gleichmäßige Auslastung das ganze Jahr über, dies ist ein Wunschdenken. Bei einer Anhäufung von Aufträgen kann es für den Chef, den Werkstattmeister und die Bürokraft zu Stresssituationen kommen. Genauso wie für den  Arbeiter vor Ort, auf der Baustelle oder in der Backstube. Oft wird gerade in dieser Zeit zusätzlich jemand krank oder es kommt zu Schwierigkeiten bei der Durchführung der Arbeit. Nicht selten gibt es von Kundenseite massiven Druck, wenn man nicht rechtzeitig vor Ort ist und nicht termingemäß fertig wird. Diese Situationen werden dadurch verschärft, dass man mit dem Handy überall erreichbar ist und dadurch oftmals der Arbeitsfluss gestört wird. Wer nicht ständig erreichbar ist befürchtet, dass er den Einen und den anderen Auftrag versäumen könnte. So schaukeln wir uns gegenseitig hoch und üben gegenseitig Druck aus. Wir wundern uns dann, wenn es zu Leidenszuständen kommt.

Nur am Festnetz und während der Geschäftszeiten war ich bis zu meiner Pensionierung erreichbar. Zur Abstimmung der Termine mit der Frau braucht es jetzt in der Pension ein Handy. Von vornherein bemesse ich die Zeiten für die Aufgaben großzügig ein.

Handyklingelton.

kraft:tage

Jeder Betrieb und jede Branche hat ihre Saisontage, an denen sehr viel zu tun ist. Bei einem Reifenhändler sind es die Tage im Spätherbst, wenn der erste Schnee angekündigt wird. Obwohl Mitte November haben sich viele Autofahrer mit dem Reifenwechsel Zeit gelassen und da für kommende Woche Schneefälle angesagt sind, drängen alle zum Reifenwechsel. Der Angestellte bei der Annahmestelle wird durch das Läuten des Telefon ständig in seiner Arbeit unterbrochen, kaum hat er den Hörer aufgelegt, meldet sich schon die nächste Kundschaft am Telefon und ersucht um einen Termin für die Reifenmontage. Manche Autofahrer versuchen es auf gutem Glück und stehen dann vor verschlossener Werkstatttür, und es kommt zu einem Streit, wenn jemand versucht in eine freiwerdende Box einzufahren.

In diesen Wochen ist es für alle, die in der Reifenbranche tätig sind, gleichgültig ob man im Großhandel arbeitet oder vor Ort bei der Montage, unmöglich abzuschalten. Dabei ist es gerade in Zeiten, wo es auf uns einstürmt wichtig abzuschalten und sich zu regenerieren. Beim Auto ist es für uns selbstverständlich bei leerem Benzintank aufzutanken oder die schwache Autobatterie aufzuladen. Nur der Mensch hat nicht die Zeit zum Aufladen er macht weiter bis er völlig ausgebrannt ist, und wundert sich, wenn es zum Auftanken zu spät ist.

Spätberufener.

wohn:verlust III

Völlig offen ist bei der Wohnungssuche die neue Nachbarschaft, die anderen Mitbewohner. Haben sie ein ähnliches Niveau wie einem selbst, befinden sie sich in derselben Lebensphase? Klaffen diese Eigenschaften zu weit auseinander kann es zu Schwierigkeiten kommen. Dies kann das Lebensgefühl, das Ordnungsgefühl und die gegenseitige Rücksichtnahme betreffen. Zwischen Mitbewohnern um die Mitte zwanzig und Bewohnern Mitte sechzig kann es große Verschiedenheiten bei den Alltagsgewohnheiten und den Lebensanschauungen geben. Da kann es leicht zu Blockbildungen in der Wohnungsanlage kommen, hier die Jungen und da die Alten. Bei der Mülltrennung und der Müllentsorgung scheiden sich schon die Ansichten, obwohl beide dasselbe wollen.

Im Laufe des Lebens entwickelt jeder bestimmte Vorlieben und Ablehnungen beim Wohnen. Für den einen ist es ein Problem, dass der Verkehr in den Ortschaften am Land zunimmt. Er kann sich damit nicht abfinden, auch wenn es nachts über sehr ruhig ist. So soll es dann doch wieder am Stadtrand eine Wohnung sein, wo man bei Sonnenaufgang die Vögel singen hört. Von einer Familie, die aus familiären Gründen aus der Großstadt in die Provinz gezogen ist weiß ich, für sie war das Schlimmste, dass in der Früh bei offenem Fenster der Vogelgesang zu hören war. Sie haben sich über den Gesang der Vögel zu Tode erschrocken. Dies war für sie nicht auszuhalten und die ersten Monate haben sie die Fenster geschlossen gehalten. Zu schaffen gemacht hat ihnen die Stille in der Nacht, da kaum Autos zu hören waren. Sie haben in einer starkbefahren Straße in der Wiener Innenstadt gewohnt und neben dem unentwegten Verkehr, war auch nachts das Sirenengeheul von Polizei, Rettung und Feuerwehr zu hören. Hier in der Provinz war es nachts ruhig, dies hat bei ihnen zu Schlafstörungen geführt.

Entzugserscheinungen.