ARZT:besuch

Als Ruheständler wird man zu einer willkommenen Kundschaft für die Ärzte. Dazu genügt es, dass man zu einem Routinebesuch in die Ordination kommt und vom Arzt als eine gut betuchte Kundschaft eingestuft wird. Er sieht die Möglichkeit aus einem Gelegenheitskunden einen Stammkunden zu machen. Jetzt bietet es sich an, die ganzen Möglichkeiten des Sortiments, in diesem Fall der medizinischen Leistungen aufzuzählen und an den Mann oder die Frau zu bringen. Bezahlt wird von der Krankenkasse. Wurde man vor einem Jahr in der Ordination noch schnell abgefertigt, weil der Arbeitsplatz wartete, so ist es jetzt anders. Plötzlich sind Abnützungen, mit denen man die letzten zehn Jahre sein Arbeitspensum erfüllt hat eine Krankheit, die schnellsten auf chirurgische Weise korrigiert werden sollen. Unabhängig davon, dass man schmerzfrei ist. Eine Vorsorgeoperation, es könnte sich etwas verschlechtern. Es werden Idealwerte angestrebt, die man vorgibt mit einem Eingriff zu erreichen, mit der man noch einmal den Weg in das dreißigste Jahrzehnt schafft. Es sollte darum gehen, mit wenigen Medikamenten und ohne Chirurgie ein akzeptiertes Leben zu führen. Sich die  Frage stellen, ob dies ausreicht für ein humanes Leben. Nicht die Vitalität eines Dreißigjährigen anzustreben, sondern die Lebensversion eines Sechzigjährigen.

Nach der Diagnose sollte sich der Arzt mit dem Spielraum beschäftigen, den man noch hat. Zuerst die Alternativen heranziehen, das Training der natürlichen Art und nicht mit der letzten Möglichkeit zu punkten.

Kunstgelenk.

GELD: dino

In der Höhe vom Kraftwerk Urstein kann man vom Salzach-Radweg einen Abstecher zum Schloss Urstein machen. Dort befinden sich in den  neu adaptierten Räumen die „Akademie Urstein“, ein Weiterbildungszentrum für Freizeit und Tourismus. Unter dem Motto: „Heute wissen, was morgen kommt“ werden in Seminaren und Workshops das Fachwissen zum Schwerpunkt Kulturtourismus vermittelt. In der Nähe befindet sich auch ein Gebäude der Universität Salzburg. In diesem Bildungsdreieck studieren junge Menschen um später die Zukunft zu gestalten. Auf Grund der Räumlichkeiten und der Ausstattung mit der notwendigen Infrastruktur, sowie des erforderlichen Lehrpersonals denkt man als kaufmännisch geprägter Mensch auch an die Kosten. Darf die Zukunft soviel kosten? Wie kann die Jugend unsere Erwartungen erfüllen, wenn sie nicht die Möglichkeit hat eine zeitgemäße Ausbildung zu absolvieren? Ich habe das Gefühl, dass wir mit unserem Gehirn, deren Strukturen aus der Dinosaurierzeit stammen, die neue Zeit nicht gestalten können. Darin dürfte eine der Ursachen liegen, dass wir Computer verliebt sind, wir sehen in ihnen eine verlängerte Werkbank unseres Gehirn.

Darin könnte eine Ursache für die Finanzkrise  liegen, dass einige Gelddinosaurier immer mehr an Gewicht, das heißt an Vermögen zugelegt haben. Ihr Gehirn konnte sich in der harten Schale nicht weiterentwickeln. Den einzigen Genuss sehen sie darin, immer mehr Vermögen anzuhäufen, anstatt es sozial und umweltfreundlich einzusetzen. So sind sie wie die Dinosaurier an ihrem  Umfang, ihrem Vermögen, zugrunde gegangen.

Warmblütler.

BASEN:fasten

Es gibt eine kleine Notiz in den „Oberösterreichischen Nachrichten“, dass der Primar der Internen im Bezirkskrankenhaus mit vierundsechzig Jahren überraschend, für alle unerwartet und mitten aus dem Leben gerissen wurde. Über die genaue Todesursache konnte die Krankenhausverwaltung noch keine Angaben machen. Mitten aus der attraktivsten Schaffensperiode, wo man darüber nachdenkt, wie viele Jahre man noch schaffen wird, wann man in Pension gehen wird. Sich darüber Gedanken macht wer ein würdiger Nachfolger wäre. Schon hinter vorgehaltener Hand gehört hat, dass man von Seiten der Stadt mit einer Auszeichnung in die Pension verabschiedet wird. Den Schritt in die Pension mit dem Abschluss der Sanierungsmaßnahmen in der Abteilung in das Auge gefasst hat. Er hat die inneren Organe des Menschen besser gekannt als die Meisten, die Funktionen, die Stärken aber auch die Schwachstellen. Vielen Menschen hat er die Beschwerden erklärt, sie vor Gesundheitsgefahren gewarnt. Sich darüber geärgert, dass diese die Gefahren nicht ernst nehmen, er hatte es mit Sturheit und Dummheit zu tun. Sogenannte Besserwisser und Unbelehrbare, die die Alarmzeichen des Körpers nicht wahrhaben wollen. Vielleicht hat er die Krankheitssymptome seines Körpers nicht ernst genommen, sie unterdrückt, wie wir es beim digitalen Radioempfang kennen, dass das Rauschen unterdrückt wird.

Basenfasten ist eine Willenssache. Gestärkt durch ein Haferbreimüsli am Morgen, folgen die Anwendungen, dies wird belohnt mit einem Gemüseteller zu Mittag und gekrönt mit einer Basensuppe am Abend. Kann mir jemand versprechen, dass das Basenfasten zur Verlängerung meines Lebens beiträgt, dann wiederhole ich nächstes Jahr die Basenfastenwoche.

Röntgenblick.

HAUS:arzt

Die Kompetenz des Hausarztes wird oft angezweifelt.  Das meiste Vertrauen gilt den Fachärzten, egal ob es sich dabei um einen Urologen, einen Internisten, einen Orthopäden oder einen Hautarzt handelt. Dabei ist die Vielseitigkeit des Hausarztes unbestritten, er gehört zu denjenigen, welche einen ein ganzes Leben lang begleiten. In jungen Jahren braucht es selten einen Arzt, außer es gibt einen Unfall. Man baut auf die natürlichen Ressourcen des Körpers, vertraut auf das  Immunsystem. Die Arztwahl wird ab Dreißig akut und man begibt sich auf die Suche nach einem Arzt, dem man vertraut. Manchmal spielt dabei der Zufall eine Rolle und es zeigt sich erst im Laufe der Jahre, ob man die richtige Wahl getroffen hat. Stellt sich Vertrauen ein, dann hat man einen wichtigen „Partner“ für das Leben gefunden, eine Lebenssäule. Vom Hausarzt erfährt man die Aufklärung, die einem die Spezialisten schuldig bleiben. Er erläutert, in welchem Wechselspiel die verschiedenen Beschwerden zueinander stehen.

Dabei geht es nicht  um den Darm oder die Hüfte, da werden  auch die Gefühle und die Belastungen des Alltags bei der Beurteilung des Krankheitsbildes herangezogen. Beim Hausarzt ergeben die Befunde ein Gesamtbild, er kennt das soziale Umfeld, die Lebenssituation und findet ein menschliches Wort, dass zur Genesung beiträgt. Von ihm wird man nicht leichtfertig in ein Krankenhaus eingewiesen oder mit einem Befund abgestempelt. 

Eine neue Situation ergibt sich, wenn der Hausarzt in Pension geht oder wenn man einen Wohnungswechsel vornimmt,  da schätzt man die Jahre umso mehr, die einen  der selbe Hausarzt betreut hat.

Risikogesundheit.

LUFT:sparen

Seit wir die Wirtschaftskrise haben, spricht man an allen Orten vom Sparen, oftmals wird dabei an den täglichen Einkauf gedacht. Das Durchblättern der täglichen Angebotszettel von Billa, Lidl oder Hofer gehört zur täglichen Morgenlektüre, bei manchen vor dem Lesen der Tageszeitung. Obwohl man es lange Zeit abgelehnt hat an einem Samstag einzukaufen, weil an diesem Tag alle einkaufen, fährt man in den Supermarkt, weil an diesem Tag alle Biersorten um 25 % billiger sind. Den größten Einsparungsbereich gibt es bei den Lebensmitteln, dafür muss man  aber auch bei der Qualität der Lebensmittel Abstriche machen. Bei der Bekleidung ist es heute chic sich ständig neu einzukleiden, nach der neuesten Mode, da kommen nur die günstigen Kleider von den Textilketten in Frage. Man trägt die Hosen, Jacken und Blusen nicht mehrere Jahre, sondern nur eine Saison.

Manches lässt sich auch, sind Kinder in der Familie, bei den Schulartikeln einsparen. So werden die Hefteinbände vom vergangenen Schuljahr benützt, die Farbstifte und Filzstifte  einzeln ergänzt. Die modische Füllfeder wird abgelehnt und es muss nicht jedes Jahr eine neue Schultasche geben.

Im Wohnbereich kann man durch Absenkung der Raumtemperatur von zwei Grad bis zu zehn Prozent bei den Heizkosten einsparen. Eine Alternative ist,  einen Pullover mehr anzuziehen, statt Warmwasser mehr Kaltwasser zu verwenden. Seit die Regierung im Rahmen der Budgetsanierung plant eine Luftsteuer einzuheben, denken manche über die Möglichkeit nach, ihre Atemzüge zu reduzieren. Welche Auswirkungen dies auf die Gesundheit der einzelnen Menschen haben wird, ist noch ungeklärt.

Tief Luft holen.