BASEN:fasten

Es gibt eine kleine Notiz in den „Oberösterreichischen Nachrichten“, dass der Primar der Internen im Bezirkskrankenhaus mit vierundsechzig Jahren überraschend, für alle unerwartet und mitten aus dem Leben gerissen wurde. Über die genaue Todesursache konnte die Krankenhausverwaltung noch keine Angaben machen. Mitten aus der attraktivsten Schaffensperiode, wo man darüber nachdenkt, wie viele Jahre man noch schaffen wird, wann man in Pension gehen wird. Sich darüber Gedanken macht wer ein würdiger Nachfolger wäre. Schon hinter vorgehaltener Hand gehört hat, dass man von Seiten der Stadt mit einer Auszeichnung in die Pension verabschiedet wird. Den Schritt in die Pension mit dem Abschluss der Sanierungsmaßnahmen in der Abteilung in das Auge gefasst hat. Er hat die inneren Organe des Menschen besser gekannt als die Meisten, die Funktionen, die Stärken aber auch die Schwachstellen. Vielen Menschen hat er die Beschwerden erklärt, sie vor Gesundheitsgefahren gewarnt. Sich darüber geärgert, dass diese die Gefahren nicht ernst nehmen, er hatte es mit Sturheit und Dummheit zu tun. Sogenannte Besserwisser und Unbelehrbare, die die Alarmzeichen des Körpers nicht wahrhaben wollen. Vielleicht hat er die Krankheitssymptome seines Körpers nicht ernst genommen, sie unterdrückt, wie wir es beim digitalen Radioempfang kennen, dass das Rauschen unterdrückt wird.

Basenfasten ist eine Willenssache. Gestärkt durch ein Haferbreimüsli am Morgen, folgen die Anwendungen, dies wird belohnt mit einem Gemüseteller zu Mittag und gekrönt mit einer Basensuppe am Abend. Kann mir jemand versprechen, dass das Basenfasten zur Verlängerung meines Lebens beiträgt, dann wiederhole ich nächstes Jahr die Basenfastenwoche.

Röntgenblick.

HAUS:arzt

Die Kompetenz des Hausarztes wird oft angezweifelt.  Das meiste Vertrauen gilt den Fachärzten, egal ob es sich dabei um einen Urologen, einen Internisten, einen Orthopäden oder einen Hautarzt handelt. Dabei ist die Vielseitigkeit des Hausarztes unbestritten, er gehört zu denjenigen, welche einen ein ganzes Leben lang begleiten. In jungen Jahren braucht es selten einen Arzt, außer es gibt einen Unfall. Man baut auf die natürlichen Ressourcen des Körpers, vertraut auf das  Immunsystem. Die Arztwahl wird ab Dreißig akut und man begibt sich auf die Suche nach einem Arzt, dem man vertraut. Manchmal spielt dabei der Zufall eine Rolle und es zeigt sich erst im Laufe der Jahre, ob man die richtige Wahl getroffen hat. Stellt sich Vertrauen ein, dann hat man einen wichtigen „Partner“ für das Leben gefunden, eine Lebenssäule. Vom Hausarzt erfährt man die Aufklärung, die einem die Spezialisten schuldig bleiben. Er erläutert, in welchem Wechselspiel die verschiedenen Beschwerden zueinander stehen.

Dabei geht es nicht  um den Darm oder die Hüfte, da werden  auch die Gefühle und die Belastungen des Alltags bei der Beurteilung des Krankheitsbildes herangezogen. Beim Hausarzt ergeben die Befunde ein Gesamtbild, er kennt das soziale Umfeld, die Lebenssituation und findet ein menschliches Wort, dass zur Genesung beiträgt. Von ihm wird man nicht leichtfertig in ein Krankenhaus eingewiesen oder mit einem Befund abgestempelt. 

Eine neue Situation ergibt sich, wenn der Hausarzt in Pension geht oder wenn man einen Wohnungswechsel vornimmt,  da schätzt man die Jahre umso mehr, die einen  der selbe Hausarzt betreut hat.

Risikogesundheit.

LUFT:sparen

Seit wir die Wirtschaftskrise haben, spricht man an allen Orten vom Sparen, oftmals wird dabei an den täglichen Einkauf gedacht. Das Durchblättern der täglichen Angebotszettel von Billa, Lidl oder Hofer gehört zur täglichen Morgenlektüre, bei manchen vor dem Lesen der Tageszeitung. Obwohl man es lange Zeit abgelehnt hat an einem Samstag einzukaufen, weil an diesem Tag alle einkaufen, fährt man in den Supermarkt, weil an diesem Tag alle Biersorten um 25 % billiger sind. Den größten Einsparungsbereich gibt es bei den Lebensmitteln, dafür muss man  aber auch bei der Qualität der Lebensmittel Abstriche machen. Bei der Bekleidung ist es heute chic sich ständig neu einzukleiden, nach der neuesten Mode, da kommen nur die günstigen Kleider von den Textilketten in Frage. Man trägt die Hosen, Jacken und Blusen nicht mehrere Jahre, sondern nur eine Saison.

Manches lässt sich auch, sind Kinder in der Familie, bei den Schulartikeln einsparen. So werden die Hefteinbände vom vergangenen Schuljahr benützt, die Farbstifte und Filzstifte  einzeln ergänzt. Die modische Füllfeder wird abgelehnt und es muss nicht jedes Jahr eine neue Schultasche geben.

Im Wohnbereich kann man durch Absenkung der Raumtemperatur von zwei Grad bis zu zehn Prozent bei den Heizkosten einsparen. Eine Alternative ist,  einen Pullover mehr anzuziehen, statt Warmwasser mehr Kaltwasser zu verwenden. Seit die Regierung im Rahmen der Budgetsanierung plant eine Luftsteuer einzuheben, denken manche über die Möglichkeit nach, ihre Atemzüge zu reduzieren. Welche Auswirkungen dies auf die Gesundheit der einzelnen Menschen haben wird, ist noch ungeklärt.

Tief Luft holen.

GRENZEN:los

Für die Menschen gibt es keine Grenzen, wir entwickeln uns in das Grenzenlose. Ferne Kontinente, die Tiefen des Meeres, die Weiten des Universum, die lange eine natürliche Grenze dargestellt haben sind längst gefallen. So sucht der Mensch nach neuen Grenzen die er überwinden kann. Letztendlich ist er bei sich selbst angelangt. Er hat festgestellt, dass sein Leib, seine Person unvollkommen ist. Mit Hilfe der Genmedizin will man den Mensch verbessern. Daran arbeitet ein Heer von Forschern. Stellt man bei einer Wissenschaftsdiskussion die Frage, „ob sie als Forscher zufrieden sind“, dann wird sich  keine Zufriedenheit einstellen. Man fordert mehr Forschungsstätten, mehr Personal, ein mehr an technischen Einrichtungen und einfach mehr Geld. Niemand kann sagen, ob ein größerer Aufwand in der Forschung, auch ein mehr an Lebensqualität bringen wird. Es ist wie beim Essen, je mehr Gewicht man hat, umso mehr will man zum Essen. Dies bedeutet  nicht ein mehr an Wohlbefinden.

Die westliche Gesellschaft ist der Grenzenlosigkeit verfallen, der täglichen Raserei. Jeder will alles können und alles haben. Bei der Suche nach der Wahrheit  ändert sich die Wahrheit mit der Biografie.

Wahr ist vielmehr.  

FAST:en II

Anleitungen zum Fasten kann man jetzt in jeder Zeitschrift finden. Auch an den Orten wo sich alles um das gute Essen dreht, in den Restaurants, findet man auf der Speisekarte Fastenspeisen. Es wird nicht wirklich eine einfache Speise angeboten, sondern Gerichte mit weniger Kalorien, dafür aber raffiniert serviert. Bei den Lebensmitteldiskonter wird verstärkt für Fastenartikel Werbung gemacht, für fettreduzierten Käse und Joghurt, für Schinken und Wurst. Ob dabei die Gesundheit der Kunden im Vordergrund steht, oder geht es darum eine Verkaufsnische zu finden. Die fett-und kalorienreduzierte Nahrungsmittel gibt es nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Katze und den Hund. Oft einigen sich der Herr und der Hund, in der Fastenzeit abzunehmen, weniger zu essen.

Oft scheitert das Fasten daran, dass man sich denkt, morgen werde ich mit dem Fasten beginnen, heute gönne ich mir noch einen Leckerbissen. Diesen hätte man sich ansonsten nicht gegönnt. So wiederholt sich dieses Ritual täglich, eine ganze Woche lang. Nach einer Woche ist man nach der Gewichtskontrolle erleichtert‘, wenn man das Gewicht beibehalten hat. Mit den besten Vorsätzen startet man in die neue Woche. Ein Erfolg ist, wenn der Herr und der Hund nach vierzig Tagen nicht zugenommen hat

Vorsatzblatt.