OPFER . LICHT

In der Öffentlichkeit ist kaum bekannt, dass es in den Unternehmen eine Fülle von Verordnungen für die Unfallverhütung gibt.  Erzeugerbetriebe müssen ein vielfaches von Verordnungen berücksichtigen, als etwa Handelsbetriebe. Wer glaubt, dass alle Vorschriften erfüllt sind, wird beim Besuch eines Sicherheitsbeauftragten etwas anderes erleben. Für die Abfassung eines Protokoll genügt es, dass ein Aufkleber für den Medikamentenkoffer erneuert werden muss. Daher ist es keine Überraschung, dass in der St. Georgs Kirche am Faakersee am Altar ein Hinweisschild für den Feuerlöscher angebracht ist. Hängt dies damit zusammen, dass in der Kirche immer sehr viele Opferlichter von den Besuchern angezündet werden?
 
Welche der Kerzen wegen einer Bitte an Gott angezündet wurde oder als Dank an Gott angezündet wurde, kann man nicht unterscheiden. Das Verhältnis dürfte bei den Gotteskindern ähnlich sein wie bei den Menschenkindern in der Familie. Zweidrittel der Äußerungen der Kinder sind Forderungen an die Eltern und ein Drittel sind Worte des Dankes.
 
Von Gottes- und Menschenkindern. 
 

Kommentar(e)     

weichensteller / Website (26.9.07 20:49)
Ich fände einen Pfeil zum Feuer in der Kirche wichtiger als den zum Löschen!
Warum nicht am Altar
(was ist der Altar sonst….)
Gerhard (27.9.07 09:23)
Das Opferlicht sagt deutlich „Ich will etwas!“ Derjenige, der deutlich zum Ausdruck bringt, daß er etwas will, bekommt es eher als einer, der das nicht zum Ausdruck bringt.
So haben wir es gelernt.
weichensteller / Website (27.9.07 14:56)
Das Opferlicht zeigt eine PRÄSENZ an! 1. Desjenigen, der es für ein Anliegen anzündet, aber, wenn er weg ist, für das Anliegen selbst.
Und dann 2. desjenigen, an den sich das Anliegen richtet, der es hört und erhört.
Also eine doppelte Präsenz.
Und das flackernde Licht steht gerade für die Verbindung der beiden, für ihren Austausch.

Das sind stumme Verweiszeichen, die sich seit Jahrhunderten herausgebildet haben und nach wie vor stillschweigend verstanden werden.

schlagloch
Hallo Weichensteller!
Der Stelle „Der es hört und erhört“, werden viele nicht zustimmen. Dazu gibt es viele Textstellen, angefangen in der Bibel, in Gedichten, in Briefen aus der Verfolgung, in Tagebuchaufzeichnungen bis zu Blogeinträgen.

Das flackernde Licht ist eine brüchige Verbindung, dass jederzeit abbrechen und verlöschen kann.
Gruss schlagloch.

Gerhard (27.9.07 22:24)
Meine Oma ging zweimal am Tag in die Kirche – sehr früh, schon so um 6 und abends – ob es stürmte oder schneite, es war egal.

Wahrscheinlich bat sie um die Kraft weitermachen zu können.

Es wurde ihr gewährt.


weichensteller / Website (27.9.07 22:40)
Das Flackern des Lichts ist kein Monitor oder Oszillograph, der die Verbindung DOKUMENTIERT, sondern nur ein ZEICHEN.
Die Flamme zeigt: hier ist Präsenz, nämlich Präsenz einer Beziehung. Beziehung ist natürlich etwas, das sich immerfort neu ereignet, immer anders, wie das Flackern. Beziehung ist keine Leuchtdiode: von hier bis dort, so lange, dieser Effekt. Bei menschlichen Beziehungen ist das schon so, erst recht in der Gottesbeziehung.

UNTER . SCHLUPF

Bei dem Wort Unterschlupf denkt man an einen Ort, wo man sich vor einer Gefahr  schützen kann. Oberflächlich betrachtet gibt es für uns in Mitteleuropa wenige Gefahren. Für einen Radfahrer ist eine Gewitterfront eine Gefahr, man sucht einen  Unterschlupf. Zu den bekannten Orten zählen dazu Strassen- oder Bahnunterführungen, Einkaufszentren oder der Innenraum einer Kirche. So kann es vorkommen, dass sich bei einem Gewitter die Kirche in Maria Gail mit wetterflüchtigen Radfahrern füllt. Darunter auch Wanderer und Pilger vom Jakobsweg. Im Trockenem kann man den Abzug des Gewitters abwarten.
 
Für die Gewitterfronten im Alltag ist es gut, wenn es einen Unterschlupf gibt, wo man den Abzug des Gewitters abwarten kann. Ob der Glaube ein Unterschlupf ist, muss jeder für sich entscheiden. Einen Anspruch auf Gotteshilfe gibt es nicht. Alles auf freiwilliger Basis.
 
Zwischen Angst und Glaube.   
 

Kommentar(e)     

glasperlenspielerin / Website (21.9.07 22:15)
unterschlupf?
das wort klingt ein wenig merkwürdig
je öfter ich es vor mich hinspreche
unterschlupf unterschlupf
Lisa / Website (24.9.07 07:46)
Wenn man mal wieder Schutz suchend in der Kirche von Maria Gail steht, dann kann man gleich auch die eigenen Taschen für alte Zucherwürfel durchstöbern – die Pferde warten nebenan.
Sie bieten wohl weniger Wetterschutz, dafür aber jede Menge Seelenschutz. Da können müde Seelen jahrelang Unterschlupf finden.
schlagloch
Hallo Lisa!
Wird es ein schöner Herbst, dann komme ich bestimmt mit dem Fahrrad wieder nach Maria Gail und werde auf die Pferde nicht vergessen. Betreibt man mit Tierschutz sozusagen Seelenschutz. Sind die Villacher ein schutzsuchendes Volk, weil es so viele Reitställe rund um Villach gibt?
Gruss schlagloch.

PS. Danke für den Besuch. Habe deine Website besucht, ohne Englischkenntnisse kann ich nichts aufnehmen. Gibt es in Zukunft manche Beiträge zweisprachig?


Lisa
Die Villacher (und die Kärntner allgemein) sind ein tierliebendes Volk. Und sie reiten unheimlich gern.
Und ja, ich werde mich bemühen mal auch auf Deutsch zu posten. Es fällt mir schwer, da Englisch für mich um einiges leichter ist.
😉

AN . REISE

Bevor man zu einem unbekanntem Ziel, einem unbekanntem Ort aufbricht verspürt man oft eine angenehme Anspannung. Man verlässt seine vertraute Umgebung, seinen bekannten Ort, es ist ein kleines Abenteuer. Dies erfordert heute nicht viel Mut. Mehr Mut und Abenteuerlust war von den Männer gefordert, welche Länder wie China, Indien, Mexiko oder den Kongo erforscht haben. Noch ungewisser war die Reise für diejenigen, welche das Festland verlassen haben und mit Segelschiffen das offene Meer befahren haben. Sie wussten nicht wohin die Reise geht und wie lange die Schiffsreise dauern wird. Diese Entdecker haben viel Mut und Gottvertrauen bewiesen.
 
Heute fehlt uns der Mut zu einem Abenteuer, wir gehen auf Nummer sicher. Wir sind ein Volk von Versicherungsmenschen. Wir versichern uns gegen Einbruch, Sturmschaden, Glasbruch und gegen Feuer. Wir haben eine Rechtsschutz-, Haftpflicht- und Lebensversicherung. Wir würden öfter ein Abenteuer eingehen, wenn wir mehr Selbst- und Gottvertrauen hätten.
 
Die Glaubenspolizze.     
 

Kommentar(e)     

Mo / Website (10.7.07 19:17)
„Man verlässt seine vertraute Umgebung, seinen bekannten Ort, es ist ein kleines Abenteuer. Dies erfordert heute nicht viel Mut.“Im Prinzip hast Du Recht, wenn man bedenkt, dass es kaum einen Ort auf der Erde gibt, den man nicht bequem per Flugzeug erreichen kann.

Für die ca. 30 % unserer Bevölkerung hingegen, die unter Agoraphobie verschiedener Ausprägungen leiden, ist fast jeder Gang vor die Wohnungstür eine große Herausforderung, die all ihren Mut erfordert.

schlagloch /
Hallo !
Wer eine Schilderung über oben erwähnte Agoraphobie lesen will, M0/Website anklicken. http://moblog.twoday.net/
Gruss schlagloch.
Mo / Website (11.7.07 12:39)
Lieber Schlagloch,es war ein Zufall, dass ich dieses Thema gestern angeschnitten habe, bevor ich Deinen Beitrag hier las.

Ja, ich gehöre der oben angesprochenen Gruppe an und werde demnächst mehr dazu schreiben.

Herzliche Grüße an Dich

Mo

Gerhard (11.7.07 16:28)
Ja, Mo, mach das!
Was für manche selbstverständlich ist, ist es für andere nicht.
So wie man seine Gesundheit verlieren kann (was man gemeinhin als jüngerer Mensch für unverlierbar hält), genauso kann man auch die Unbefangenheit gegenüber gewissen Dingen verlieren. Was einst kein Thema war, kann zu einem ernsten Thema, ja sogar Dauerthema des individuellen Lebens werden.Nichts ist sicher, das ist gewiss.

Aber es stimmt, was Schlagloch ganz im Allgemeinen sagte: Da, wo Abenteuer trotzdem für uns möglich ist, wird es vermieden.

Gruß
Gerhard

Mo / Website (11.7.07 17:15)
Hallo Gerhard,
vielen Dank für Deine Ermunterung.Wie ich schon im 1. Posting geschrieben habe, schließe ich mich Schlaglochs Meinung an. Ich weiß nicht, wann und warum wir unsere Risikobereitschaft verloren haben.

Für meine Großmutter ( Jg. 1910 ) gab es keine Sicherheit. Sie hat 2 Weltkriege (üb)erlebt und dabei alles verloren. Sie ist große Risiken eingegangen und hat sich in Lebensgefahr begeben, wenn sie nachts kilometerweit gelaufen ist, um Lebensmittel oder Holz zu „hamstern“. Unvorstellbar für mich und meine Generation.

Ihr einzig überlebender Sohn/mein Vater (Jg. 1941) hat den Wiederaufbau und auch das Wirtschaftwunder erlebt. Für ihn war es bei meiner Berufswahl besonders wichtig, dass ich einen „sicheren“ Job bei einem“sicheren“ Unternehmen bekomme.
Und auch sonst bin ich in meiner Kindheit nicht gerade zur Risikofreude erzogen worden. Ich könnte viele Dinge aufzählen, die meine Eltern mir verboten haben. Zum Teil und aus meiner heutigen Sicht heraus auch völlig berechtigt. Aber es gibt durchaus Dinge, wo ich mir mehr Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten von ihnen gewünscht hätte.

Und heute ?? Die Generation, die sich gegen alles versichert, entfliegt der vermeintlichen Sicherheit ( und der damit eingetretenen Langeweile ) ans andere Ende der Welt und sucht den Kick im Bungeespringen oder Rafting, aber bitte möglichst sicher !

Noch schlimmer und/weil ohne jegliche Garantie von Sicherheit: wieviele aus dieser Generation gehen keine ernsthaften Beziehungen mehr ein, weil es keine Police gibt, die sie gegen Verletzungen schützt und weil ihnen sowohl das Selbstvertrauen-, als auch die Zuversicht in den Anderen, abhanden gekommen ist ?

Viele Grüße

Mo

ansuzz / Website (11.7.07 19:04)
Lieber Schlagloch,ich denke, mein ganzes Leben zeigt mir immer wieder unbekannte Ziele auf. Diese zu erreichen erfordert oft eine Menge Mut. Viele reisen in der Weltgeschichte umher aber vor ihrem Leben laufen sie davon. Dem stellen sie sich nicht. Besser durch Südamerika trampen, als meinen Vater/Mutter/… beim Sterben zu begleiten, besser Thailand besuchen, als mich selbst erkennen.

Ich muss nicht weit reisen, um ein Abenteuer zu erleben und meinen Mut zu beweisen! Das tägliche Leben bieten mir hierfür jede Menge Möglichkeiten!

Lieben Gruß
die Ansuzz

Gerhard (12.7.07 00:08)
Anusz,
das ist ja extrem herb, was Du da als Beispiel mit dem Sterben nennst…aber so geschieht es tatsächlich vielfach.Sich stellen…das ist offenbar das Schwerste!
Gerhard (12.7.07 00:09)
Entschuldigung, Ansuzz, den Namen nicht richtig gelesen.
Gerhard (12.7.07 00:12)
Mo, das mit den Beziehungen ist eine interessante Beobachtung.
„Beziehungsarbeit“ ist ja auch ein antiquierter Begriff, fällt mir in diesem Zusammenhang ein.Gruß
Gerhard
schlagloch /
Hallo Mo!
Ich habe vor kurzem im Fernsehen einen Bericht über die Schiksale von Menschen, die am Ende des 2. Weltkrieges auf der Flucht waren, gesehen. Für mich ist es unvorstellbar was diese Flüchtlinge, Frauen, Kinder usw. mitgemacht haben. Vielleicht haben sie einfach gehofft, dass, wenn sie die Flucht überleben, das Leben wieder besser wird. Etwas von dieser Hoffnung brauchen wir auch.
Gruss schlagloch.
schlagloch /
Hallo Ansuzz!
Der Eventurlaub erspart für kurze Zeit die Auseinandersetzung mit dem eigenem Leben. Stirbt der Vater ist es schlimm, stirbt die Mutter ist es noch schlimmer.Muata

Bei mein Bsuch von da Muata
im Spittol hon i ihrne Händ gholtn,
do hob i ihre gonze Liab gspirt.
De Orm woarn schoan
gonz dinn.
Da Vurhong vom Fensta
is zur Seitn gschobn gwesn,
sodos se auf de Sunnseitn
aufegsehgn hot.
De Herbstsunn hot gscheint,
es woar a stills Lächln auf
ihrn Gsicht.

I hon zua ihr gsogt,
du wirst bold wieda daham
vurm Haus auf da Bonk
in da Sunn sitzn,
do hots ihrn Kopf gschüttlt.
Sie hot an klan Schluck
von ihra gliebtn Frucade gmocht.
Sie is glei miad woarn
und eingschlofn,
a poar Tog späta
is se gstorbn…

Gruss schlagloch.

Mo / Website (12.7.07 14:47)
Lieber Gerhard,Beziehungsarbeit setzt voraus, dass beide Seiten daran arbeiten wollen. Meine Erfahrung ist, dass diese Bereitschaft immer mehr abnimmt und man sich lieber mit unverbindlichen Oberflächlichkeiten zufrieden gibt, als sich seinen Ängste, die meist aus schlechten Erfahrungen resultieren, zu stellen. Dabei kann die Entdeckung und Erforschung eines Menschen doch ein tolles Abenteuer sein…..

Lieber Schlagloch,

Hoffnung ist für mich ein wesentlicher, wenn nicht sogar der wichtigste, Antrieb und Motivator.

Das Leben im und nach dem Krieg hat mir meine Oma sehr eindrücklich beschrieben. Mir ist beim Lesen Deines Kommentars gerade erst bewußt geworden, dass sie die unvorstellbaren Geschehnisse „berichtet“ hat, aber darüber z.B. nie eine Träne verloren hat ( jedenfalls nicht vor mir ). Sie hat sich auch niemals beklagt. Vielmehr klangen die Mühen, die sie auf sich nehmen mußte, eher nach einem“Job“, der eben einfach zu tun war.

Und dann ist sie irgendwann ganz leise und tränenlos für immer eingeschlafen, genau so,wie Du es in Deinen Zeilen beschrieben hast…..

Ich frage mich gerade, ob ich mich nicht ein wenig schämen müßte für die Dinge, um die ich weine oder klage,weil sie doch in kaum einem Verhältnis zu den Qualen meiner Oma und ihrer Generation stehen….

Viele Grüße

Mo

schlagloch /
Hallo Mo!
Obwohl es uns im allgemeinem gut geht, haben wir unsere Probleme, dafür brauchen wir uns nicht zu schämen. Die Großeltern lebten in einer anderen Zeit und waren ein anderer „Menschenschlag“.
Gruss schlagloch.
Gerhard (12.7.07 22:36)
Mo,
kann man Hoffmung nicht sogar als eine zwiespältige Emotion ansehen? Sie mag im ungünstigen Fall verhindern, daß wir uns aktiv um unsere Dinge kümmern. Wenn ich z.B. die Hoffnung hege, bitteschön eines Tages keine Panikattacken mehr erleben zu müssen, dann unterhalte ich sie geradezu.
Hoffnung ist im Grunde so etwas wie ein Truglicht, aber offenbar ein Notwendiges. für uns Menschenkinder.
Hoffnung täuscht, aber wir brauchen sie gleichzeitig. Sie trägt uns weiter, zumindest das. Aber sie bewegt zunächst mal nichts.Zu den Kriegsvertriebenen, lieber Schlagloch, würde ich gerne anmerken, daß neben Hoffnung auch so etwas wie der Satz gewirkt haben müsste: „Wer sich aufgibt, hat verloren“. In solchem Leid gibt es entweder Resignation und totaler Absurz oder das unablässige Weiterkämpfen.
Wenn jemand eine sogenannte Dauerbelastung, die also irreversibel ist, in seinem Leben mit sich rumtragen muß, dann kann er sich nicht fallen lassen. Er kann und darf das nicht, sondern muß weitergehen, denn Aufgabe ist hier das Ende.
Mo / Website (12.7.07 23:24)
Hallo Gerhard,ein interessanter Aspekt, den Du anführst. Ich unterstütze ihn insofern, dass ich glaube, dass Hoffen und Bangen eng beieinander liegen. Also der Zwiespalt zwischen einer positiven Einstellung, dass etwas Wünschenswertes ( eine Besserung ) eintritt, gleichzeitig verbunden mit der Sorge, dass es bei dem negativ empfundenen Ist-Zustand bleiben könnte.

Wichtig erscheint mir, dass Hoffnung einen nicht passiv warten läßt, dass sich die Dinge von allein ändern. Hoffnung aber positiv belegt in dem Sinn, dass sie zum zielgerichteten Handeln motiviert. Deshalb würde ich Hoffnung nicht generell als Truglicht bezeichnen, denn es gibt durchaus berechtigte Hoffnungen ( in dem Sinne, dass die Wahrscheinlichkeit der positiven Entwicklung durchaus existiert ).

Um bei Deinem Beispiel zu bleiben: angstbesetzte Dinge nicht vermeiden mit der Hoffnung, dass es von allein besser wird ( kontraproduktiv, wie Du es selbst beschrieben hast ). Aber Hoffnung als Motivation, sich seinen Ängsten ganz bewußt immer wieder zu stellen, um eine schrittweise Desensibilisierung zu erreichen.

Ich habe aber noch eine Frage an Dich: Ich schätze Deine Kommentare sehr und würde gern mehr von Dir lesen. Beschränkst Du Dich auf das „mitschreiben“ oder gibt es irgendwo einen Blog von Dir, der hier nur nicht verlinkt wird ?

Viele Grüße und gute N8

Mo

Gerhard (13.7.07 10:08)
Hallo Mo,
Vielleicht ist „hoffen“ für mich einfach negativ besetzt. Da schwingt im Wort so eine Passivität mit, die mir aufstösst.
Wie heißt es in einem Refrain:
„So mancher hofft ein Leben lang…“Bei mir stelle ich immer wieder fest, daß ich (insgeheim)Hoffnungen hege, aber nichts davon scheint sich zu erfüllen. Oft hat man ja auch keine Vorstellung oder Idee, was man konkret zu tun hat, damit die Hoffnung sich in reales umsetzt.
Was ist konkret zu tun? Was ist erforderlich? Oder ist es einfach besser, „loszulassen“, der speziellen Hoffnung ade zu sagen.

Zu Deiner speziellen Frage.
Nein,ich blogge selber nicht. Zumindest noch nicht. Aber ich werde öfter Deine Seite besuchen und da auch was hinterlassen.

Schönes We

Gerhard

Mo / Website (13.7.07 12:27)
Lieber Gerhard,bei näherem Betrachten erscheint mir der Grat zwischen Hoffnung und Illusion recht schmal. Natürlich kenne auch ich enttäuschte Erwartungen und mit zunehmender Lebenserfahrung muß man zu dem Schluß gelangen, dass bei weitem nicht alles gut wird. Unter dem Strich sind wir uns einig, dass Hoffnung für uns Menschen offenbar existentiell notwendig ist….

Auch wenn Du (noch) keinen eigenen Blog pflegst, hoffe ich ( da haben wir es wieder 😉 ) , wieder von Dir zu lesen…wo auch immer….

Und danke an Schlagloch für dieses wieder bedenkenswerte Thema.

Schönes und sonniges Wochenende

Mo


schlagloch /
Hallo Gerhard!Auf die Hoffnung zu setzen, sozusagen einfach zu hoffen, dies empfinde ich auch als nicht produktiv. Aktiv zu sein und dann zu hoffen dass die Aktivitäten den Erfolg bringen, finde ich den richtigen Ansatz. „Loslassen“ würde ich dort, wo etwas zuviel wird, aber nicht die Hoffnung. Es stimmt, dass man in schwierigen Situationen (Kriegsvertriebene) Kräfte entwickelt, die man sich vorher selbst nicht zugetraut hätte. Selbst erlebt.

Gruss schlagloch.

03.07.2004 SOMMER . SCHNEE
Vor einem Jahr hat Österreich und ganz Mitteleuropa unter der Hitze gestöhnt. Dieses Jahr sind es die kalten Temperaturen und der viele Regen warum die Menschen mit dem Wetter unzufrieden sind. Egal ob Sonnenschein oder Regen, das Wetter ist auf jeden Fall ein Gesprächsthema. Es gibt kein Wetter, dass alle Wünsche zufrieden stellen könnte. Bei Regen, Blitz und Donner träumte ich in der vergangenen Nacht folgendes: Ich gehe noch zur Schule und liege an einem Nachmittag in den Sommerferien am Strand vom Millstäter See. Es fängt zu regnen an und dann beginnt es zu schneien. Ich hole meinen Fotoapparat um den Schneefall zu fotografieren, weil dies glaubt mir sonst niemand. Die ganze Landschaft um den See wird weiß. Als am Abend die Lichter angehen ist am Millstäter See eine Stimmung wie im Winter, am Weihnachtsabend.
Schneefall im Sommer.

 
07.07.2004 SOMMER . FEST
Vor dem Frühstück ziehe ich die Jalousien des Wohnzimmerfenster hoch. Mein Blick fällt auf die „Rote Wand“ am Dobratsch. Aus dem Bergmassiv sind beim Erdbeben 1348 große Teile abgerutscht. Manche Stellen sind bis heute nicht von der Vegetation überwachsen. Die Rote Wand klafft wie eine große Wunde im Berg. Im Frühjahr brechen immer wieder neue Stücke aus dem Berg und die Wunde heilt nicht. Der Felsen hat zu jeder Jahreszeit und Tageszeit eine andere Farbe. Im Sommer ist der Felsen leuchtend orange, blutrot oder ockergelb. Nach einem Regenfall ist er braun oder dunkelgelb. Im Winter sind die Felsen grau, nur schmale orange Streifen leuchten in das Tal. Nach einem Regen steigt im Sommer der Nebel vom Gailufer den Berg hoch und hüllt die „Rote Wand“ ein. An solchen Nebeltagen sieht man schemenhaft Gestalten an den Felswänden herum-klettern. Im Schutz des Nebels verlassen die Erdbeben-Toten ihre nassen und steinigen Gräber und feiern ein Sommerfest. Der Nebel schützt sie vor den Blicken der Gailtaler.
Sommerfest der Toten.

Kommentare:
D. am 8. Juli 2004 um 10:09
Auch ich sehe vom Wohnzimmer meines Elternhauses die Rote Wand, aber trotzdem muss ich anmerken, dass die Farben doch nicht so intensiv sind, wie sie immer geschildert werden. Ich habe schon verdammt oft hingesehen.
09.07.2004 SOMMER . DEPRESSION
Nichts ist schlechter zu ertragen als eine Reihe von verregneten Sommertagen. Wenn man sich seit einem halbem Jahr auf den Sommer gefreut hat, dann ist die Enttäuschung über das derzeitige instabile Wetter besonders groß. Schon im Februar hat man die Schnee-Fälle und die kalten Tage nur mit den Gedanken auf einen warmen Sommer ertragen. Im April hat man den Frühling kaum erwarten können und von Frühlings-Gefühlen geträumt. Diese Gefühle sind dann während der Eisheiligen erfroren. Daraufhin hat man keine neuen Frühlingskleider gekauft. Alle Hoffnungen waren auf einen schönen, warmen Sommer gerichtet. Jetzt fallen viele davon in das Wasser und werden vom Regen ertränkt. Aus dem Regen taucht die Sommerdepression auf, wie der Lindwurm aus dem Wörthersee.
Schlaglochwetter.

Kommentare:
P. am 9. Juli 2004 um 10:18
Ich habe noch Hoffnung. Hoffnung, dass der Sommer später kommt und dafür länger bleibt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

W. am 9. Juli 2004 um 10:27
Hoffnung – na immer, aber es schaut ja wirklich nicht besonders gut aus! Aber so Ende Juli fängt es doch oft noch an schön warm zu werden , sogar in Österreich.

M. am 9. Juli 2004 um 20:58
Ich will auch hoffen.

schlagloch am 12. Juli 2004 um 17:05
Zusätzlich zu den starken Regenfällen hat es heute in Kärnten noch ein Erdbeben gegeben. Im Würgegriff der Natur.

 
11.07.2004 VORBEI . SCHAUEN
Es ist heute einerlei ob man zu einer Geburtstagsfeier, zu einem Grillabend oder einem Schulabschlussfest einlädt, man erhält keine konkrete Zusage mehr. Niemand verspricht verbindlich seinen Besuch. Im allgemeinen heißt es, man wird vorbeischauen. Schon das Wort „vorbeischauen“ verspricht nichts gutes, es enthält sehr viel Beiläufigkeit. Es bedeutet, dass der Besucher in Gedanken gar nicht anwesend sein wird, er wird an dem Fest vorbeischauen. Niemand will sich auf etwas verbindliches einlassen, alle Zusagen bleiben unver-bindlich. Dies trifft auch auf viele Beziehungen zu. Es muss heute möglich sein sich jederzeit zu trennen. Oft findet man keinen festen Halt im Leben oder in der Beziehung. Deshalb gleiten viele Menschen in Ängste und Depressionen ab. Man gibt sich unverbindlich, will überall dabei sein, ohne sich auf etwas konkretes einzulassen.
Vorbeischauen am Nächsten.

Kommentare:
[unbekannt] am 12. Juli 2004 um 15:55
Wie wahr wie wahr, da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen!

R. am 12. Juli 2004 um 22:41
Oha, noch jemand dem das unangenehm auffällt. Mir ist das in meinem Umfeld auch schon aufgefallen und ich ecke ziemlich an, wenn’s darum geht klare Verbindlichkeiten zu schaffen. Aber wieso?

 

12.07.2004 ERDBEBEN . TORRE
Jetzt, um 15.15 Uhr, starke Erdstösse in Kärnten. Der Boden schwankte unter den Füssen und die Gläser bewegten sich in den Vitrinen. Wir haben Mühe wieder zur Arbeit zurückzukehren. Die Kunden haben nur ein Thema, Erdbeben. Viele haben noch die Erinnerung an die schlimmen Folgen des Erdbeben von 1976 in Friaul. Diesmal liegt das Epizentrum in Slowenien, bei Kobarid. Dies wird für viele Menschen eine schlaflose Nacht.
Mutter Erde.
13.07.2004 ERDBEBEN . NACHLESE
Nichts überrascht einen so wie ein Erdbeben. Viele Ereignisse, auch Katastrophen und Unglücke bauen sich stufenweise auf. Manchmal erwartet man sogar ein Unglück. Ein Erdstoss kommt ganz plötzlich. Ich war gerade beim Beladen eines Kombiwagen als das Auto so stark zu schaukeln begann, als stünde das Auto auf einem Trampolin. Dann spürte ich die Wellenbewegungen des Boden in meinen Füssen. Als das Erdbeben vorüber war, schaukelte ich beim Gehen wie ein Schiff auf dem Wasser. Erst nach einiger Zeit beruhigte sich der Körper. Die nervlichen Anspannungen lösten sich beim Gespräch mit anderen Betroffenen. Das Zentrum des Erdbeben lag im Isonzotal in Nordostslowenien.
Die Erde trägt uns.

 
19.07.2004 GOTT . WO
Im Buch „Was der Seele gut tut“ schreibt Pater Pausch: Viele fragen, hat Gott den Menschen erschaffen oder ist es umgekehrt? Hat der Mensch aus Angst vor dem Tod Gott erschaffen, weil er ohne Jenseitsvorstellungen nicht leben kann? Es ist einerlei ob es so oder so ist. Gott kann man nicht besuchen wie die Stadt München oder sagen dort wo der Stephansdom steht wohnt Gott. Gott kann nur in sich selbst erfahren werden oder nirgendwo.
Gott wo bist du?
21.07.2004 KREMS . MÜNSTER
Das Stift Kremsmünster mit der siebenstöckigen Sternwarte thront auf einem Felsen über dem Ort Krems-münster. Im Ort, der sich an den Felsen anschmiegt und durch den die Krems fliest, kann niemand einen Schritt machen ohne nicht vom Kloster aus beobachtet zu werden. Das Dorfleben ist vom Blick auf das Kloster geprägt. Viele entziehen sich dem Blick auf das Kloster dadurch, dass sie mit gesenktem Haupt durch die Strassen gehen. So gehen viele Leute, mehr als in anderen Orten, mit gesenktem Kopf durch die Strassen. Andere fahren mit großer Geschwindigkeit durch den Ort, der fast in seiner Gesamtheit ein Strassen Knotenpunkt ist. Die meisten Häuser im Ort stehen zwischen zwei Einbahn-Straßen. Wenn am Abend im Ort die Lichter angehen, bleiben die meisten Fenster im Kloster finster. Der Hang des Klosterfelsen ist besiedelt und zwischen den Häusern verlaufen schmale Strassen, eine mit dem Namen „Tötenshengst“. Alle, die Sonntags zur Kirche gehen, müssen einen steilen Weg oder über die „Lange Stiege“ die vielen Stufen vom Ort zum Kloster zurücklegen.
Ein steiniger Weg zu Gott.

 
23.07.2004 FISCH . KALTER
Eine Attraktion im Kloster Kremsmünster sind die Fischbehälter auch Fischkalter genannt. Die Anlage wurde von Carlo Antonio Carlone in den Jahren 1690 bis 1692 erbaut und besteht aus mehreren Fischbehälter im Ausmaß von ca. je 50 m2. Die Fischbehälter umgibt ein Säulengang mit Jagdtrophäen aus mehreren Jahrhund-erten. In den Fischbecken stehen Steinfiguren aus denen frisches Wasser rinnt. Nähert sich ein Besucher dem Rand eines Fischbehälter, so drängen sich alle Fische zu dieser Stelle. Die Fische erwarten von den Besuchern Futter. Dies ist oft der Fall, da an dieser Stelle ein Automat für Fischfutter steht. Als Besucher wundert man sich über das Gedächtnis der Fische. Der Fischwart be-stätigt diese Beobachtung, wenn er erzählt, dass er in der Früh mit dem Fischfutter kommt und die Fische schon immer in der selben Ecke auf die Fütterung warten.
Schlau wie ein Fisch.