VOR:frühling

Spaziert man über den Dorfplatz zum Bahnhof, dann kommt man bei einem stillgelegten Supermarkt vorbei. In den Schaufenstern hängen Plakate „Zu vermieten“, im ausgeräumten Verkaufsraum stehen einige leere Einkaufswagen. Vieles ist von der Außenwand abmontiert worden, neben dem Eingang steht eine zerbeulte Blechkiste für die Ablage der Zeitungen und Zeitschriften. Der aus der Halterung gerissene Müllbehälter ist übervoll. Auf der Rückseite führt eine Stiege in das Lager, diese ist ein Rückzugsort für Jugendliche, egal ob Winter oder Frühling. Die Wände sind mit Sprüchen besprüht und in der angrenzenden Wiese liegt viel Müll. Hier finden sich Flaschen von allen Getränkemarken, die Tüten von Knabbergebäck und die Hüllen von Süßigkeiten.  Dazwischen leere Zigarettenschachteln, zerrissene Jugendzeitschriften und Plastiktragtaschen. Bei jedem Wetter sitzen um die Mittagszeit ein paar Jugendliche auf dem Stiegenpodest.
 
Geht man die Geleise entlang, dann findet man neben den Schienen weggeworfene Plastikflaschen, die Verpackung von Wurstsemmeln, alte Zeitungen und Red Bull Dosen. Inmitten der Geleise liegt eine stachelige Kugel, die bei näherem Hinsehen ein zusammengerollter Igel ist. Er ist durch die frühlingshaften Temperaturen von über zehn Grad plus aus seinem Winterschlaf erwacht. Er hat den Rückweg in sein Winterquartier nicht geschafft, obwohl nirgendwo Schnee liegt. Die letzte frostige Nacht hat er nicht überlebt, er ist tot. Er wird zur Seite gerollt.
 
Frühlingserwachen. 
       
19.2.08 07:50
 
 

 2 Kommentar(e)    

Gerhard Manchmal deutet man Zeichen falsch…
Gruß
Gerhard
schlagloch Hallo Gerhard!
Wer hat welches Zeichen falsch gedeutet ? Welche Zeichen siehst du am Waggon.
Gruss schlagloch

BLOGGER:virus

So wie es für die Gartenpflege viele Ratschläge im Internet gibt, so gibt es auch für das Bloggen im Internet viele Vorschläge, wie man ein erfolgreiches Blog betreiben kann. Es gibt zehn Gründe warum man Bloggen soll oder neun gute Tipps wie man sein Blog bekannter machen kann. Andere sprechen von sieben Fehlern in Anlehnung an die sieben Todsünden, die man beim Bloggen vermeiden soll.
Legt man einen Garten an, dann überlegt man sich, soll es ein Gemüsegarten werden oder ein Ziergarten oder eine Mischung aus beiden. Hat man sich für einen Typ von Garten entschieden, dann kann man sich Ratschläge aus Büchern holen, aus Gartenzeitschriften oder man redet mit dem Nachbarn über den Gartenzaun. So ähnlich verhält es sich auch in der Bloggerwelt. Bevor man ein Blog eröffnet sollte man sich darüber Gedanken machen, was soll der Inhalt meines Blogs sein. Bringe ich Alltaggeschichten, schreibe ich Gedichte, wird es ein Katzenblock oder berichte ich über neue Bloggersoftware . Es gibt die Möglichkeit sich in Büchern zu informieren, in den Netzzeitungen zu lesen oder beim Blognachbar zu stöbern.
Vor einer Krankheit scheint kein  Blog gefeit zusein, sie verbreitet sich in den Blogs wie ein Computervirus, das ist die Frage: „Warum schreibe ich und wer liest mich“. Diese Frage verbreitet sich im Netz wie der Kartoffelkäfer. Genauso gut kann man fragen: „Was ist der Sinn des Lebens“. Schreiben hilft immer.Zu den Risiken und Nebenwirkungen fragen sie Google.
15.2.08 07:41

9 Kommentar(e)

petros / Website

Man könnte auch auf die Idee kommen, dass das Schreiben den Sinn des Lebens erschließen hilft.

LG
Petros

PS: …gut gelinkt schlagloch 🙂

Monika Meurer / Website

Herrlich! Vor allem der letzte Satz! Lachen ist ja so gesund!!

schlagloch

Hallo Petros!

Schade, dass das Leben ein „Schließfach“ ist, welches wir erst öffnen müssen. Von selbst geht nichts.

Gruss schlagloch.

Isabella / Website

Hallo Herr Nachbar! 😉

Ich wollte schon zu deinem letzten Beitrag – die Worte über die Blognachbarn – etwas schreiben. Allerdings war ich hin- und hergerissen *grinsel*. Deine Beiträge beschäftigen mich also eine Weile – in nachbarschaftlicher Manier.

Dieser Beitrag auch 😉 … über Sinn und Unsinn des (Blog-)Schreibens zu philosophieren hat zwar seinen Reiz, manchmal aber auch seine Tücken.

Tja – was wollte ich eigentlich schreiben??? … Ich wünsche dir einfach ein ganz besonders schönes Wochenende und winke ganz nett über den Gartenzaun … ich wechsle nun zu Google ;-)))

LG Isabella.

schlagloch

Hallo Frau Nachbarin Isabella!

In unserer vernetzten Welt muß man das Wort „Nachbar“ neu definieren. Auch „vernetzt“ ist eine überschätzte Größe, zwei Drittel der Menschen haben keinen Telefon- oder Internetanschluss.

Gibt es eine Trennung zwischen realen und virtuellen Nachbarn? Es existiert auch in der virtuellen Welt ein Bedürfnis nach realer Nachbarschaft, sonst würde es nicht eine Vielzahl von Bloggertreffen, Webplausch, BarCamp usw. geben.

Die Blognachbarn sind „pflegeleichter“ als die Haus- oder Wohnungsnachbarn.

Ich winke zurück.
Gruss schlagloch.

Sternenstaub / Website

Hhhhmm eine schöne Idee, virtuelle Nachbarschaftspflege. stimmt die ist pflegeleichter, kann ich doch selber bestimmen wann ich mich der/dem NachbarIn widme – UND das hab ich hiermit getan

sternenstaubige nachbarschaftliche Grüße

schlagloch

Hallo Sternenstaub!

Es besteht die Gefahr, dass man in das virtuelle Leben „ausweicht“, weil im realen Leben vieles schwieriger ist. Die richtige Balance finden, schlag nach bei Google.

Gruss schlagloch.

Robert Lender / Website

Danke für die Erwähnung 🙂 Aber so genau definiert ist mein Gemüsegarten gar nicht 😉 Ich würde es eher einen Dschungel nennen, in dem man sich durch allerlei Exotisches durchkämpft, um die Ecke biegt und verwundert ist, dass ich mitten drin Radieschen gepflanzt habe…
Der letzte Satz ist wirklich gut und gehört ins Stammbuch eines/einer jeden, der/die sich entschliesst im Web aktiv zu werden.

schlagloch

Hallo Robert!
Vielleicht gibt es einmal einen Zitatenschatz für Blogarbeiter, ähnlich der Zitatensammlungen für Geburtstag, Weihnachten, Ostern usw.
Gruss schlagloch.

BLOG:nachbar

Unser Leben wird auch geprägt und gestaltet von verschiedenen Nachbarschaften. Glauben auch manche, dass sie auf keine Mitmenschen, Nachbarn angewiesen sind, so stoßen wir doch in unserem Alltag auf Nachbarn. So verschieden wie wir selbst sind, so verschieden sind die Nachbarn. Mit manchen versteht man sich gut oder es gibt höflichen Abstand. Andere lehnen jeden Kontakt ab und man wird gestört oder belästigt. Bei manchen kann man trotz Freundlichkeit keinen Kontakt herstellen. Die Nachbarn einer Strasse treffen sich zu einem Straßenfest, andere Nachbarn treffen sich vor dem Gericht zu einer Verhandlung über die Grundgrenze. 
 
So wie es Hausnachbarn und Wohnungsnachbarn gibt, gibt es auch Blognachbarn. Im deutschsprachigen Raum gibt es geschätzte mehrere Millionen Blogs. Fast jeder Blog hat seine Linkliste, wo er auf andere Blogs aufmerksam macht, sozusagen Blognachbarn. So wie man Freundschaften im normalen Leben durch Besuche, Telefonanrufe pflegt, so muss man auch die Blogfreundschaften pflegen. Dies passiert durch den Besuch von verlinkten Webseiten. Die Telefonanrufe sind die Kommentare und die Antwort auf die Kommentare. Wer dies außer Acht lässt, wird auch im Web bald alleine dastehen. Über die Beziehungen  im Web hat jeder Blogger seine eigenen Erfahrungen. Manche Blogs bezeichnen sich als Diskussionsforum, haben aber keine Zeit für den Webnachbarn. Konkurrenz-  und Zeitdruck gibt es auch im Web.
 
Eine Vermutung.
12.2.08 08:05
 
 

 2 Kommentar(e)    

Mo / Website Hallo Herr Nachbar 😉

Du stellst mal wieder einen sehr treffenden Vergleich an, wie ich finde.

Bach 2,5 Wochen in meiner neuen Wohnung erkunde ich meine Nachbarschaft und sie scheint tatsächlich so vielfältig zu sein, wie Du sie beschreibst.

Auch wenn ich mich in den letzten Wochen hier sehr rar gemacht habe, schaue ich gern wieder vorbei, sobald meine Zeit es zuläßt.

Ansonsten muß man sich wohl bei der Vielzahl der Blogs ( lt. einem Beitrag auf Schlafmützes Seite gibt es täglich 750000 neue Blogs im Netz ) seine Favoriten heraussuchen, denen man sich widmen kann/möchte.

Viele Grüße
Mo

schlagloch Hallo Mo!
Es ist gut, wenn du zuerst die Nachbarschaft deiner neuen Wohnung erkundest. Es ist bestimmt etwas interessantes dabei.
Gruss schlagloch.

BLOG:haus

In den Landgemeinden von  Kärnten besteht bei den jungen Paaren der große Wunsch ein eigenes Haus zu bauen. Man hat Sehnsucht nach einem eigenen Heim, wo die Kinder mehr Wohnraum haben und ideale Bedingungen zum Spielen vorfinden. Kinder von einem Bauernhof erhalten oft als Erbe einen Baugrund, andere werden von den Eltern finanziell unterstützt. Nur durch die Mithilfe von Verwandten und Bekannten ist für viele die Errichtung des Hauses möglich. Hier sind jene im Vorteil, die selbst einen Handwerksberuf ausüben und Teile der Arbeit selbst durchführen können. Meistens gelingt der Hausbau nur, wenn man auf verschiedene Vergnügungen und Urlaub verzichtet. Der Großteil der Eigenheime wird von unter Vierzigjährigen errichtet. Mit späterem Alter nimmt man die Strapazen ein Eigenheim zu errichten nicht mehr auf sich.
 
Vergleicht man den Bau eines Eigenheimes mit dem Aufbau eines Weblogs, dann hat es den Anschein, dass auch hier die jungen Leute in der Mehrzahl sind. Jedes Alter hat sein Blogdesign. Die Funktionen eines Eigenheimes und eines Bloghaus sind ähnlich, man wohnt darin, entweder real oder virtuell. Man geht im Eigenheim seiner Alltagsarbeit und im Bloghaus seinen Alltagsgedanken nach. Auch Besucher finden eine ähnliche Situation vor. Egal ob Einfamilienhaus oder Bloghaus, Besucher sind willkommen und sind zu einem Gespräch oder Kommentar eingeladen. Die Tür steht für alle offen.
 
Tritt ein, bring Glück herein.   
6.2.08 18:41
 
 

 5 Kommentar(e)    

weichensteller / Website

Die offene Tür ist aber nur für Weblogs charakteristisch, keineswegs für Eigenheime!
Und die meisten der einschlägigen Fachblogs, die ich besucht habe, reagierten nicht auf Kommentare und schreiben nicht zurück. Also nur scheinbare Offenheit.

Und das mit dem unter 40 möchte ich doch in Frage stellen!

LGW

 

schlagloch

Hallo Weichensteller!

Beim Spazierengehen genügt es manchesmal, dass man die Leute im Garten grüsst und schon gibt es einen Plausch.

Wahrscheinlich ist die Konkurrenz im Web noch größer als im Alltagsleben und die Zeit knapp, sodass man keine Zeit für den „Webnachbarn“ hat. Eine Vermutung.

Gruss schlagloch.

 

Gerhard

Die Verschiedenen Blogger kann man vielleicht ähnlich einordnen wie die Musikrichtungen. Techno und Hip-hop, Chillout und Soul, Klassik und Liedgut – alles hat seine Berechtigung und seinen eigenen Reiz. So gerne wie man sich mit Techno-Rythmen aufheizen will, so gerne mag man sich zu anderer Zeit an einem wohlkomponierten Stück begeistern und daran still lauschen.

Gruß
Gerhard

 

schlagloch

Hallo Gerhard!
Deinem Vergleich zwischen Musikrichtungen und Blogrichtungen kann ich nur zustimmen.
(K)ein Kampf der Kulturen.

Gruss schlagloch.


Schlafmütze / Website


Hallo Schlagloch 😉
Ich komme kurz auf einen Besuch vorbei!
Liebe Grüße

KALTES:herz

In den letzten Faschingstagen ist es in Möselstein  Brauch, dass man als Kunde, egal ob man eine Drogerie, Bäckerei oder Tischlerei besucht, auf ein Glas Sekt oder Wein oder ein Stamperl Likör oder Schnaps eingeladen wird. Heute wird von einem Großteil der Kunden dieses Angebot abgelehnt, weil sie mit dem Auto unterwegs sind und keinen Alkohol trinken dürfen oder weil sie Medikamente nehmen und sich diese mit Alkohol nicht vertragen. Es gibt kaum noch Menschen, die ihre Einkäufe und Besorgungen zu Fuß erledigen. Die tägliche Einnahme von Medikamenten ist so selbstverständlich wie der Verzehr von ein Stück Brot zum Frühstück. Früher gab es am Bauerhof im Winter zum Frühstück ein Stamperl Schnaps und ein Stück Speck, dies wärmte den Körper für die Arbeit im Freien.
 
In der kalten Jahreszeit treffen sich die Jugendlichen am Samstagabend am Bahnhof, in der Jackentasche mehrere Dosen Bier und in der Hand eine Flasche Schnaps. Andere besteigen mit einer Plastiktragtasche und verschiedenen alkoholischen Getränken den Regionalzug in die nächste Stadt. Es ist teuer, wenn man keine Fahrkarte löst und vom Kontrolleur beim Schwarzfahren ertappt wird. Gefeiert wird am Rande vom Hauptplatz. In einer Seitengasse steht bei einer Eingangstür ein Putzkübel mit der Bitte: „In den Kübel zu pinkeln und nicht auf den Boden“.
 
Zum Herzerwärmen.     
4.2.08 18:46
 
 

 2 Kommentar(e)    

Isabella / Website Hallo Schlagloch,
früher war Alkohol als „Medizin“ weit verbreitet, heute braucht man oft genug Medizin um den Alkohol (bzw. seine Auswirkungen) zu bekämpfen.
… und ist dieser Kübel ein Faschingsgag oder steht der immer da? Spricht jedenfalls für sich …
LG Isabella
schlagloch Hallo Isabella !

Kein Faschingsgag.

Gruss schlagloch.