WEG . KREUZ

Wer von Fürnitz nach St. Job wandert kommt bald an ein Wegkreuz. Niemand weiß, seit wie vielen Jahrzehnten es hier steht. Kreuz hat hier eine mehrfache Bedeutung, zum einem kreuzen sich hier mehrere Feldwege, zum anderem gehen hier Menschen vorbei und jeder hat sein Kreuz zu tragen. Bei Kreuzungen kreuzen wir mit anderen Menschen oder es kreuzt sich im Alltag unser Lebensweg mit einem anderem Lebensweg. Plötzlich stehen wir vor einer Kreuzung in unserem Leben und müssen uns für den einen oder den anderen Weg entscheiden. Jede Kreuzung eröffnet uns die Möglichkeit unsere Richtung zu ändern, nicht nur im Straßenverkehr, auch im Lebensverkehr. Das Kreuz bei sich tragen bedeutet nicht nur Schmerzen und Leiden, sondern auch viele Möglichkeiten bei sich tragen.
 
Die neuen Wegkreuze welche heute die Landschaft  durchkreuzen sind die „Pilze“ der europäischen Öl- und Gasleitungen. Sie weisen in eine Richtung, in die Richtung des Fortschritt, das Öl fließt in eine Richtung, in Richtung Gewinn.
 
Entgegen der Richtung.
 

30.6.06 18:22 verlinken / kommentieren

 

GE . SCHWISTER

In einem Seminar bei der Paracelsus Akademie in Villach wurde über die Schwierigkeit gesprochen sich im Leben zurechtzufinden. Fast alle haben Probleme in der  Familie, in der Partnerschaft, mit den Kindern oder es lassen einem die Erlebnisse der Vergangenheit nicht los. Die Ursache für die Probleme wird gerne in der Kindheit gesucht. Dabei bleibt von der glücklichen Kindheit meistens nicht viel übrig. Für Schriftsteller wie Josef Winkler, Franz Innerhofer oder Thomas Bernhard ist die Kindheit eine wahre Fundgrube für ihre Erzählungen. Ich selbst habe auch im weitem Feld der Kindheit gewildert und einige Erlebnisse zum Abschuss freigegeben.
 
Aber wem gehört die Kindheit ? Gehört die Kindheit einem selbst, den Eltern, den Geschwistern oder der Oma? Es passiert heute, dass die Oma die Enkelkinder erzieht, weil die jungen Mütter einen Beruf ausüben und etwas Erleben möchten. In einer Studie wurde festgestellt, dass der Einfluss der Geschwister während der Kindheit auf Einen selbst größer ist, als der Einfluss der Eltern.
 
Fuß fassen.

29.6.06 13:04 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren

 

AFFEN . HITZE

Noch höre ich das Jammern und Klagen von Bekannten über das unfreundliche und kalte Wetter in meinen Ohren, als es Mitte Juni eine Schlechtwetterperiode gegeben hat. Jetzt, wo wir eine Affenhitze haben, wird wieder geklagt und gestöhnt. Beim Stöhnen weiß man nicht, ob der Wohnungsnachbar über die Hitzewelle stöhnt oder ob er eine andere schweißtreibende Tätigkeit ausübt.
 
Zu der Affenhitze gibt es in Spanien ein Affentheater, weil die Regierung den Menschenaffen  „Menschenrechte„ zusprechen will: Das Recht auf Leben, das Recht auf Freiheit und das Recht der körperlichen Unversehrtheit. Ob in Spanien alle Menschen diese  Rechte haben, kann bezweifelt werden. Man denke an die „Landarbeiter“ in den Gemüse- und Obstplantagen. Unklar sind auch die Rechte der Flüchtlinge, welche von Afrika in das Land drängen. Soll die Nichtbeachtung von Rechten für Menschen, neue Rechte für Menschenaffen ausschließen?
 
Manchmal hat man das Gefühl, dass man von Haustieren verstanden wird, es fehlt ihnen nur die Sprache.
 
Menschenglück für Menschenaffen.
 
 
 

22.6.06 17:46 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren

 

WASSER . LOS

Entlang des Drauradweges von Villach nach Spittal versucht man die Rastplätze in der Nähe der Draustufen mit Skulpturen aufzuwerten. Den Radfahrern wird im Vorbeifahren die Kunst nähergebracht. So wird das Radfahren nicht nur eine sportliche Betätigung, sondern auch ein Ausflug zur Kunst. Die Skulptur von Unterberger Herbert erhebt sich aus einem Wasserbecken als große Säule um sich oben zu vier Schlüssellöcher zu öffnen. Trotz des vielen Wasser, welches im Flussbett vorbeifließt ist die Skulptur wasserlos. Es tröpfelt nur aus einem Schlüsselloch.
Gegenüber vom Bahnhof in Gummern, ist ein Skulpturenerlebnispark, der Radweg wird mit vierkantigen Marmorsäulen markiert. Warum die Skulptur von Golser Herbert, eine Steinwand, auf der eine durchlöcherte Granitplatte aufgesetzt ist den Titel „Gailspitz“ trägt kann ich nicht nachvollziehen. Es dürfte eine Vorwegnahme des Zusammenströmen von Drau und Gail bei Villach sein.
 
Einfach Flusssteine. 

19.6.06 07:04 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

EINZUGS . VERKEHR

In vielen Romanen, die vom Großstadtleben erzählen, wie im Roman  „In New York “ , ist die Rede davon, dass die Stadt nie schläft. Gemeint ist damit, dass der Verkehr und die Menschen nie zur Ruhe kommen. Der Verkehr, ob Autos, Straßenbahn oder Eisenbahn fließt immer, Tag und Nacht,  er kennt keine Ruhezeiten,
 
Wer glaubt, dies ist ein Phänomen der Großstadt, der wird diesen Umstand auch in jeder Bezirksstadt von Kärnten finden. Spricht man in den Landgemeinden vom Durchzugsverkehr, der besonders in den Morgen- und Abendstunden intensiv ist, die Menschen fahren von einem Ort in den Nächsten zur Arbeit oder geografisch größer, sie fahren von einem Land in das Nächste. In der Stadt gibt es den  Einzugsverkehr. Aus allen Richtungen, den Tälern, den umliegendem Dörfern, aus dem sogenanntem Einzugsgebiet führen die Strassen und die Eisenbahn in die Stadt. Um diese Verkehrsströme zu lenken und aufzunehmen gibt es immer mehr Stadtdurchfahrten, Tangenten und Umfahrungsstrassen. Dies bedeutet, dass die Stadtviertel  vom Straßenlärm eingekreist werden, jedes Jahrzehnt kommt ein neues Stadtviertel dazu.
 
Wenn in Inseraten von Wohnungsangeboten heißt, eine vollkommen ruhige Stadtwohnung zu vermieten, dann wird auch diese eine Lärmbelastung aufweisen. Von Menschen, die in der Stadt geboren und aufgewachsen sind, wird diese nicht mehr wahrgenommen.
 
Almhütte oder Stadtwohnung.   

14.6.06 08:17 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

STIMMEN . HÖREN

Es gibt viele Möglichkeiten sich mit anderen Menschen zu verständigen und ihre Stimme zu hören. Da ist die einfache Handbewegung, bei manchen genügt der Blickkontakt oder die persönliche Ansprache. Meistens hat man die Person mit der man spricht vor sich oder in nächster Nähe. Manchmal kommt es vor, dass der Gesprächspartner auf der anderen Straßenseite ist oder sich am Balkon vom gegenüberliegendem Haus befindet. Es kann auch vorkommen, dass Menschen, oftmals sind es sehr gläubige Menschen, Stimmen aus dem Jenseits hören. Dieses Stimmenhören ist in früheren Jahrhunderten von mehr Menschen akzeptiert worden als heute. Im alten Testament gibt es viele Berichte wo Gott zu den Führern des jüdischen Volkes gesprochen hat und ihnen gesagt hat wie sie handeln müssen. Das jüdische Volk wurde sozusagen aus dem Jenseits geführt. Viele Heilige sprechen davon, dass Gott oder die heilige Maria zu ihnen Gesprochen hat. Man denke nur an die Muttergotteserscheinungen von Lourdes und Fatima.
 
Heute ist man kritischer, wenn Menschen davon berichten, dass sie mit verstorbenen Familienangehörigen oder mit der heiligen Maria Muttergottes gesprochen haben. Es kann krankhaft sein, wenn man von Stimmen verfolgt wird. Es kann auch vorkommen, dass man die Stimmen aus der Wohnung des Nachbarn hört, dann ist dies nicht krankhaft, sondern beruht auf einer mangelhaften Schallisolierung.
 
Die Stimmen von Kairoan.    

12.6.06 11:21 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren
WOHN . RAUM

Wenn jemand sagt, dass er ein Haus besitzt, dann können wir uns darunter etwas konkretes vorstellen. Dabei denken wir an die Mauern, die Böden, die Türen und die Fenstern und das Dach. Dann sehen wir das Grundstück vor uns, auf dem das Eigenheim steht, vielleicht mit einem Zaun und Sträucher. Ein Haus ist für uns ein reales Gebilde.Bei einem Besuch bei Freunden, welche in einer Eigentumswohnung wohnen, stellt sich für mich die Frage, was gehört ihnen? Die Mauern, die Böden, die Türen und das Dach benützen viele und gehören vielen gleichzeitig. Es gehört ihnen nur der Raum zum Wohnen. Manches mal gehört ihnen auch der Raum nicht allein, weil von irgendwo Stimmen oder Geräusche aus anderen Wohnungen kommen.
 

In einem Sinnspruch von Lao-tse heißt es : „Aus Holz zimmert man Türen und Fenstern, aber das Leere in ihnen macht das Haus bewohnbar. So ist das Sichtbare zwar von Nutzen, doch das Wesentliche bleibt unsichtbar.“
 

Der stille Klosterhof.

8.6.06 07:35 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren

 

JUNGE . ALTE

Wenn man älter wird fragt man sich oft, wie fit wird man im Alter sein, aber welches Alter ist damit gemeint. Vom Seniorenbundobmann in Österreich wurde das Alter eines Menschen neu definiert. Alt ist man, wenn man über achtzig Jahre zählt. Die jungen Alten, das sind die Menschen sechzig plus, sollen zu Altenpflegern und Pflegerinnen ausgebildet werden und die Achtzigjährigen pflegen. Weiteres soll  es Bildungsgutscheine für den Besuch von Fortbildungskursen in EDV geben. Als  J. W. Goethe seinen fünfzigsten Geburtstag feierte wurde er von den Festrednern mit „ehrwürdiger Greis“ angesprochen. Welches Alter werde ich erreichen, das wahre Alter oder das junge Alter?
 

Ehrwürdiger Greis.

6.6.06 09:06 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

DICHTER . STUBN

LESUNG VON SCHLAGLOCH IM RADIO KÄRNTEN.

Heute, 5.Juni 2006 um 19.30 Uhr eine „zweite Lesung“ mit Mundartgedichten.

( Website )

Auch via Internet: /website anklicken
5.6.06 10:21 verlinken / 1 Kommentar / kommentieren

 

DICHTER . STUBN

LESUNG VON SCHLAGLOCH IM RADIO KÄRNTEN.

( Website )
 

Hallo schlag.loch !
Wünsche viel Vergnügen beim Radio Kärnten hören am 4. Juni um 19.30 Uhr. Auch via Internet: /website anklicken
2.6.06 08:39 verlinken / 1 Kommentar / kommentieren

BÄREN . BRÜCKE

Nachdem in Villach der „Bär los“ ist:

BÄREN . BRÜCKE II

Ein Jahr nach der Eröffnung der Bärenbrücke über die Südautobahn ist bei den Naturfreunden der Bär los. Erstmals wurden auf der Bärenbrücke die Fußabdrücke von einem Braunbären entdeckt.

Wann kommt der nächste Bär.

BÄREN . BRÜCKE I

Über die Alpen-Adria -Autobahn ist im Autobahnabschnitt zwischen Villach und Arnoldstein im Bereich des Naturpark Schütt eine Brücke errichtet worden. Der Zweck der Brücke ist es den Braunbären, die von den Julischen Alpen in das Gebiet der Gailtaler Alpen wandern, das gefahrlose Überqueren der Autobahn zu ermöglichen. Sollte ihnen bei der nächsten Fahrt zur oberen Adria von einer Autobahnüberführung ein Bär zuwinken so ist dies kein verkleideter Faschingsnarr, sondern ein freundlicher Braunbär.

Bär sucht Mitfahrgelegenheit.

 

30.5.06 17:44 verlinken / kommentieren

 

GIPFEL . TREFFENIn der ersten Hälfte dieses Jahres, wo Österreich den EU-Vorsitz hat, gibt es in fast allen Bundesländern ein kleines oder großes, ein offizielles oder inoffizielles EU- Gipfeltreffen. So treffen sich Minister und Staatssekretäre  des Wirtschaft- und Sozialministerium, Außen- und Finanzminister und der Höhepunkt ist das Treffen der EU-Regierungschef in Österreich. Diese vielen Gipfeltreffen machen Lust auf Gipfeltreffen und so gibt es auch auf Landes- und Gemeindeebene Gipfeltreffen.Bei einem Wirtschaftsgipfel in Möselstein war sich die Spitze der Experten einig, dass in der Gebrauchsgüterproduktion immer mehr Arbeitsplätze verloren gehen. Nur mit der Entwicklung und Erzeugung von intelligenten und innovativen Produkten kann man die Arbeitsplätze erhalten. Meine Überlegung ist, leben in Mitteleuropa nur hochintelligente Leute und wo bleiben die Arbeitsplätze für die durchschnittlich begabten Menschen. Könnte es sein, dass auch in Asien hochintelligente Leute leben und ebenso intelligente und innovative Produkte entwickeln und uns auch in diesem Sektor die Arbeitsplätze streitig machen?Bücher des englischen Verlages Pearson werden in China gedruckt und Lego verlegt sein Logistikzentrum für Europa nach Tschechien.

Intelligente Köpfe vortreten.

30.5.06 09:44 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

TOKIO . HOTELAm Christi Himmelfahrtstag, der in Österreich ein Feiertag ist, finden traditionell die Erstkommunionfeiern statt. Alles dreht sich um die Erstkommunionkinder. Am Nachmittag gehen die Oma und der Opa mit den Enkel in den Kurpark und die Klettervorführungen der Kleinsten am Kinderspielplatz lassen die Nerven der Oma auf das Äußerste gespannt sein und die gefärbten Haare grau werden. Da passiert es im Kurpark am Wörthersee, dass die größeren Jugendlichen die blühenden Apfel- und Magnolienbäume schütteln und der niedergehende Blütenregen die vorbeigehenden, kopfschüttelnden Spaziergänger mit Blüten bedeckt. Die Drei- bis Fünfjährigen reisen sich vom Opa los, stellen sich in den Blütenregen und strahlen über das ganze Gesicht.

Die Jugendlichen fangen die rosaroten Blüten mit dem Regenschirm auf und schreiben mit den Blüten zwei Wörter in den grünen Rasen: Tokio Hotel. Danach  setzen sie sich rund um die Installation in das Gras und reichen sich die Hände. Mit dem Handy wird alles fotografiert und als SMS an alle Freunde verschickt, vielleicht auch in das www.

Ein Fest für das Leben.

26.5.06 08:28 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

SCHNAPPI . SUCHENach den letzten aufgeregten Tagen ist es am Samstagnachmittag am Silbersee bei Villach ziemlich ruhig. Die Tafeln „Zugang und Zufahrt behördlich verboten“ sind zur Seite gestellt und es gibt kaum noch Zaungäste. Die Radfahrern und Skater flitzen am See vorbei, ohne einen Blick hinzuwerfen. Das Wasser ist zum Baden noch zu kalt  und die Uferränder sind voll mit Blütenstaub. Nach der erfolglosen Suche von Feuerwehrmännern, der Reptilienexpertin, den Tauchern und einem Hubschraubereinsatz mit Wärmekamera sind jetzt die Hobbykrokodilfänger am Zug.  Vereinzelt suchen Spaziergänger mit Hunden das Ufer nach dem Kairoman ab und verlassen unverrichteter Dinge und mit enttäuschten Gesichtern den See. Für Kinder ist es eine willkommene Gelegenheit die Eltern mit dem Ruf „Krokodil“ zu erschrecken. Am späten Nachmittag beginnen die Grillen zu zirpen, die Frösche quacken und manches mal schnattern die Gänse aufgeregt und niemand schaut hin.

Wo ist das Krokodil.

22.5.06 11:10 verlinken / kommentieren

 

MUSIK . GENUSSIn Sagen und Märchen sprechen oft Möbelstücke oder ein Laib Brot zu den Menschen, Tiere können musizieren. Die sprechenden Gegenstände wollen die Menschen vor einem Unglück schützen oder sie auf die Probe stellen. Uns Kindern  haben die Erwachsenen erzählt, dass im Radio ein Mann sitzen würde, der spricht, singt und musiziert. Es war für uns Kinder ein Rätsel, warum aus dem Radio Stimmen und Musik kommt. Erst später haben wir die Technik, welche dahinter steckt, verstanden. Die heutigen Kinder, welche schon mit drei Jahren am PC spielen, würden dieses Märchen nicht mehr glauben.

Jedes Frühjahr bringt eine neue Mode, aber auch sonst gibt es neue Trends. So kann man jetzt junge Burschen beim Mopedfahren beobachten, die einen Rucksack am Rücken haben, aus dem laute Musik tönt. Sie wollen auf den Musikgenuss während des Mopedfahren nicht verzichten. Nach dem Fahren nehmen sie den Rucksack zum Shoppen, Trinken oder auf den Fußballplatz mit. Aus dem abgestelltem Rucksack tönt es weiter in gleicher Lautstärke.

Jedem seinen Musikgenuss.

19.5.06 18:20 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

UNSICHT . BARViele Dinge sind für den Menschen im Alltag nicht vorstellbar, solange sie nicht eintreten. Wahrscheinlich zuallererst verschiedene Naturkatastrophen wie Hochwasser, Erdbeben, Lawinenabgänge oder technische Katastrophen, wie Flugzeugabstürze, Seilbahnunglücke und die menschlichen Katastrophen, jemanden durch einen Unfall zu verlieren, an einer unheilbaren Krankheit zu leiden, im Krieg getötet zu werden. Dies soll hier kein Katastrophenszenario werden, welches sich immer weiter hoch steigert. Bei den aufgezählten Szenarien geht es um bedrohtes menschliches Leben und zerstörte Sachwerte.

In den letzten Wochen ist ein Thema in Österreich,  dass die BAWAG Milliarden Euro verspekuliert hat. Für alle die mit dem Schilling erwachsen geworden sind, war eine Milliarde Schilling eine unvorstellbare Summe, noch weniger können wir uns unter einer Milliarde Euro etwas vorstellen. Eine Million Schilling konnte man sich noch gut vorstellen, weil dabei dachte man, wie viel die Errichtung eines Einfamilienhauses kostet. Im normalen Ausmaß etwa dreimal soviel. Wie oft muss man 20.000 Euro, die durch den Staat für jedes Sparbuch garantiert werden multiplizieren, um auf die Summe von einer Milliarde Euro zu kommen. Es ist für den einfachen Bankkunden nicht nachvollziehbar, wo lagernd, bzw. wo ist das Geld von einer Milliarde Euro, wenn es nicht verspekuliert wird. Sind dies Werte, welche nur auf dem Papier existieren oder ist dies ein angreifbarer Wert.

Bei der Konsumpleite waren für jeden die Auswirkungen sichtbar, die Waren wurden abverkauft, manche Geschäfte wurden geschlossen, ehemalige Konsumfilialen standen leer und bei vielen wurden die Reklameschilder gegen andere Firmenschilder ausgetauscht. Wo früher Konsum draufstand war plötzlich Spar drin.  Dass die BAWAG Milliarden Euro nicht mehr besitzt, sieht man nicht, riecht man nicht.

Die Gefahr lauert im Unsichtbaren.

16.5.06 11:22 verlinken / kommentieren
VERGISS . MEI. NICHTVorschläge wie ein Weblog geführt werden soll, was die Themen eines Blog ausmachen und wie viele Leser ein erfolgreiches Blog hat, werden regelmäßig in den Blog diskutiert. Dazu kommen wissenschaftliche Untersuchungen und Beiträge von Blogjournalisten. Auch das Kommentieren wird zur Sprache gebracht, wer schreibt wann und wo einen Kommentar. Eine Betrachtung bzw. Untersuchung habe ich bis heute vermisst, und zwar wie lange bleiben Einträge im www aktuell und was passiert mit älteren Blogbeiträgen. Verschwinden diese im Schlagloch des www ? Vielleicht greift jemand diese Frage auf.

Dies ist kein neuer Beitrag zur einer Blogdiskussion, Eigentlich soll dies ein Beitrag zum Muttertag werden, und irgendwie bin ich trotzdem beim Thema :

VERGISSMEINICHT

Wer kennt sie nicht, die zarten blauen Blumen, die jetzt Anfang Mai am Wegesrand und in den bäuerlichen Obstgärten blühen, die Vergissmeinicht. Ein Strauß selbstgepflückter Vergissmeinicht gehörte auf den Frühstückstisch, den wir Buben der Mutter am Muttertag deckten. Ebenso die selbstgebackene Torte von der Schwester, auf die wir uns freuten und dazu Kakao. Am Muttertag gab es ein ziemliches Chaos in der Küche und Mutter war  froh, wenn es unter uns Buben keinen Wirbel gab und sie in Ruhe frühstücken konnte.
Heute erinnern an die Mutter ein paar Gedichte, oder dieser Blogbeitrag. So ist sie nicht vergessen, auch wenn sie nicht mehr lebt.

Vergiß mei nicht.

12.5.06 12:33 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

OHREN . SESSELWer in Rossegg über die Draubrücke in den Ort einfährt, sieht bei einem Rundumblick  die Gerlitze, den Dobratsch, das Dreiländereck, den Mittagskogel und den Hochstuhl. Vor dem Gemeindeamt steht der Abstimmungsgedenkbrunnen. Noch  fließt kein Wasser, aber nach einer längeren Radtour ist man dankbar, sich am Brunnen in einem der Ohrensessel ausruhen zu können. Der Brunnen besteht aus einem Wasserbecken, dass sich zu einem Flusslauf verengt und darüber führt eine Brücke, die beide Seiten verbindet. Auf jeder Seite der Brücke ist ein Sessel aus Beton, in der Form eines Schaukelstuhls und in der Höhe des Kopfes rechts und links ein rundes Betonstück mit eingebauten Lautsprechern. Wenn man sich zurücklehnt hat man die Lautsprecher in Ohrenhöhe. Hier könnte man sich gut mit jemandem zu einem Diskurs treffen. In angenehmer Sitzposition mit jemandem in das Gespräch kommen, miteinander reden, nicht gegeneinander oder aneinander vorbeireden.Auf der Strasse fährt das Leben vorbei, der technische Kundendienst, der Bäcker, Motorräder, Radfahrer und der Traktor mit einem angehängtem Miststreuer. In den Lautsprechern herrscht Funkstille, kein Wasserrauschen, keine Musik. So kann man der eigenen Musik im Kopf lauschen.

Entspannung im Ohrensessel.

 

8.5.06 17:33 verlinken / kommentieren

 

GE . MEINSAMIn Österreich müssen in den nächsten Jahren zweiundfünfzigtausend kleine und mittlere Betriebe von Nachfolgern übernommen werden. Die jetzigen Betriebsinhaber werden in Pension gehen. Die Wirtschaftskammer veranstaltet Seminare zur erfolgreichen Betriebsübergabe und Betriebsnachfolge. In diesen Seminaren ist viel von Steuerrecht, Miet- und Pachtverträgen, Betriebsgenehmigungen und Finanzangelegenheiten die Rede. Von den verschiedenen Vorstellungen der Übergeber und Übernehmer.
Für mich bietet ein Familienunternehmen auch ein großes soziales Netz. Bei kleinen Familienunternehmen sind die Werkstätte oder der Verkaufsraum und die Wohnung oft im selben Haus. Oder es  stehen das Betriebsgebäude und das Wohnhaus auf dem selben Grundstück. Wer selbst einmal in den Vorteil gekommen ist, die Arbeitsstätte ohne Auto zu erreichen, weiß dies zu schätzen. Dies birgt vor allem bei schlechten Straßenverhältnissen kein Risiko und immer eine Zeitersparnis. Es kommt auch vor, dass Kunden zu privaten Freunden werden und die geschäftlichen und privaten Kontakte finden im selben Haus statt. Hier ist es möglich, dass ein Familienmitglied ein anderes in seiner Abwesenheit vertritt und bei einem unverhofftem Problem sofort zur Seite steht. Das  Beieinanderliegen von Betriebs- und Wohnstätte schafft ein Haus der sozialen Wärme.

Mit einer großen räumlichen Trennung von Wohn- und Arbeitsstätte kommt es oft zu einer menschlichen Entfernung voneinander.

Gemeinsam statt einsam.

5.5.06 12:45 verlinken / kommentieren

 

SÄ . MANNIn der Ebene bei Emmersdorf durch die der Drauradweg führt sind die Äcker frisch gepflügt und die Wiesen sind grün. Als Kontrast sind die Felswände des Mittagskogel noch mit Schnee bedeckt. Über einen Acker schreitet der Sämann um die frische Saat auszubringen. So kenne ich es aus meiner Kindheit von meinem Vater und so haben es schon viele vor ihm getan. Am Kopf trägt der Bauer einen Hut, der ihn vor der prallen Sonne schützt. Um die Hüfte hat er einen Lendenschurz gebunden, mit der linken Hand hält er den Schurz an einem Zipfel hoch, in diesem Schurz befindet  sich der Samen. Mit energischen Schritten schreitet er über die Schollen, greift mit der rechten Hand in den Schurz und holt mit dem Arm weit aus um den Samen zu säen. Furche um Furche schreitet er den Acker ab, immer mit der gleichen Armbewegung.

Auf der anderen Straßenseite sind muslimische Frauen mit einem Kopftuch in gebückter Haltung dabei, den Röhrsalat aus der Wiese zu stechen. Der Salat kommt in Plastiktüten von H&M und von Billa und Spar. Wenn eine Plastiktasche voll ist, bleibt sie am Feldrand liegen, um später eingesammelt zu werden.

Wer nichts sät, wird auch nichts ernten.

2.5.06 12:54 verlinken / 1 Kommentar / kommentieren

DRITTER . BLOG . GEBURTSTAG

Im schnelllebigem Internet, dem www, zählt ein Jahr, wie zehn Menschenjahre. Vor drei Jahren, also dreißig Jahren, begannen aus meinem  Kopfschlagloch, Texte zu wachsen, wurden gebloggt, gelesen und kommentiert. Einfallsreiches und Einfallloses,  Erlebtes und Erfundenes, Wichtiges und Belangloses.
 
Warten bis das Schlagloch zuwächst.  
ALLES . SCHLAGLÖCHER Einem Schlagloch kann man ausweichen, darüber fahren oder davor stehen bleiben. Es gibt große und kleine Schlaglöcher. Von einem Schlagloch kann man wachgerüttelt werden. Gibt es Schlaglöcher nur auf der Straße?, ich sage, dass alltägliche Leben ist ein Fahren auf einer Schlaglochstraße. Einmal gelingt uns die Lebensfahrt besser, ein andermal nicht so gut. 
21.4.06 11:03
 
 

 2 Kommentar(e)     

Davamo / Website Das hast du schön gesagt Schlagloch!
Diese Sätze kommen dem Leben auf jeden Fall mehr gleich als der “ Das Leben ist eine Achterbahn“ Satz.

schlagloch
Hallo,
danke für den Besuch und so sind meine meine Einträge auch verschieden, einmal positiv, kritisch, unsicher oder fragend. Der Link zu deiner Website funktioniert nicht.
Gruss schlagloch.

DREI . NAGEL . FREITAG

Heute am Dreinagelfreitag, wo  in Unterkärnten der Vierbergelauf stattfindet, besuche ich  die Kreuzkapelle. Hier ist der gekreuzigte Christus seit Jahrhunderten und für die nächsten Jahrhunderte aus einem Felsen herausgemeißelt. Der gekreuzigte Christus, mit seinen flehenden, nach oben gerichteten Augen, ist mir sympathischer als der auferstandene Christus, weil er von dieser Welt ist und in dem Leid mit uns Menschen vereint ist. Den Menschen einen Spiegel vorhält, zu welchen Taten wir gegenüber anderen Menschen fähig sind. Dies muss nicht immer in körperlicher Weise geschehen, dabei sind wir in Europa etwas humaner geworden, obwohl weltweit immer noch Kriege und Folter zur Tagesordnung gehören. Auf dem Gebiet der psychischen Gewalt sind wir subtiler geworden, in der Ausübung von Macht und Machtansprüchen, Demütigungen und Beleidigungen gegenüber anderen Mitmenschen. In einem Gespräch wurde einmal gesagt, den Menschen die psychisch leiden kann der Glaube an Gott  und das Gebet nicht helfen, nur den psychisch Gesunden. Sozusagen eine Zweiklassen Gesellschaft vor Gott. Die psychisch Kranken haben schon von den  Mitmenschen am wenigstem Unterstützung und dann sollen sie auch keine Hilfe aus dem Glauben bekommen.
 
Gott hat Erbarmen mit denen, die seiner Hilfe am meisten bedürfen.
 
 
28.4.06 14:17 verlinken /8 Kommentare / kommentieren

 

ROTER . TEPPICHIm Mittelalter sicherten sich die Städte durch die Errichtung von Stadtmauern vor Überfällen aus dem Umland ab. Die Innenstadt war meistens nur durch zwei oder auch mehrere gutbewachte Stadttore erreichbar. So konnte der Personenverkehr kontrolliert werden und vom Warenverkehr wurden Mautgebühren eingehoben.
Die Stadttore an den Einfallstrassen bilden heute bei allen größeren Städten die Möbelhäuser, die Baumärkte, Elektrocenter, die Sportmärkte und die Mega-Lebensmittelmärkte. Die anstürmende Bevölkerung aus den Tälern wird am Stadtrand zum Einkaufen abgefangen. Hatte man früher Zölle an den Stadttoren eingehoben, so öffnen heute die Durchreisenden freiwillig ihre Brieftaschen. Dazu ist keine Gewalt nötig.
 Eine neuer Trend bei der Errichtung von Einkaufskathedralen ist, diese inmitten der historischen Altstadt  zu errichten. So soll das Ambiente der Altstadt den nüchternen Einkaufsalltag verschönern. Die Betreiber von solchen Shoppingcenter bezeichnen sich gerne als Revitalisierer der Innenstädte und als Frequenzbringer für die kleineren Handelsbetriebe. So haben Innenstadtkaufleute schon versucht mit einem roten Teppich die Kundschaft von den Shoppincenter in die Altstadtgassen zu locken. Der rote Teppich wurde kaum in Anspruch genommen. Die Schaufenster der Altstadtläden bilden die schöne, kostenlose  Kulisse für den Auftritt der Geschäfte im Einkaufszentrum. Das Geschehen, sprich Geschäft, spielt sich im Shoppingcenter ab.
 
Bitte einen roten Teppich.
 
24.4.06 17:57 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren

 

DRITTER . BLOG . GEBURTSTAGIm schnelllebigem Internet, dem www, zählt ein Jahr, wie zehn Menschenjahre. Vor drei Jahren, also dreißig Jahren, begannen aus meinem  Kopfschlagloch, Texte zu wachsen, wurden gebloggt, gelesen und kommentiert. Einfallsreiches und Einfallloses,  Erlebtes und Erfundenes, Wichtiges und Belangloses.
 
Warten bis das Schlagloch zuwächst.
 
 
ALLES . SCHLAGLÖCHER  ( Der 1. Eintrag )

Einem Schlagloch kann man ausweichen, darüber fahren oder davor stehen bleiben. Es gibt große und kleine Schlaglöcher. Von einem Schlagloch kann man wachgerüttelt werden. Gibt es Schlaglöcher nur auf der Straße?, ich sage, dass alltägliche Leben ist ein Fahren auf einer Schlaglochstraße. Einmal gelingt uns die Lebensfahrt besser, ein andermal nicht so gut.

 
 

21.4.06 11:03 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

LEBENS . ERFAHRUNGWelche lebensbedrohlichen Auswirkungen Stressbelastung haben, konnte man am Beispiel des deutschen SPD Vorsitzenden Matthias Platzeck erleben. Die körperlichen Beschwerden waren so groß, dass er den Parteivorsitz zurücklegen musste. Oftmals hört man von der Kriegsgeneration, das wir heute keine Lebenserfahrung haben und dass es uns zu gut geht. Wir müssen nicht hungern oder unser Leben einsetzten für den Führer und das Vaterland. Wir sind heute von anderer Seite bedroht, dass sind Jobverlust, Konkurrenzkampf oder wir ersticken in der Informationsflut. Es gibt nicht mehr den plötzlichen Tod, sondern wir werden auf die Folter gespannt, unser Tod erfolgt langsam. Zuerst werden die Nerven kaputt und dann wird der Körper kaputt.
 
Der schleichende Tod. 
18.4.06 16:48 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

Ostan
 
De Leit san vur
da Kirchn gstondn,
iba de Friedhofsmawa
is da Obnd kemman,
a kolta Wind hot de Leit
tiaf in Rock einekrichn lossn.
Des Ostafeia hot gebronnt,
de Leit hom ehrne Kerzn
onzünd und san in de
finstre Kirchn einegongan.
In da Kirchn is es nie

gonz hell woarn…
  

Allen meinen Lesern

     O
     S
     T
SCHEANE
      N

15.4.06 08:09 verlinken / kommentieren

 

RUF . BEREITSCHAFTVor zwei Jahrzehnten hatten die Feuerwehrleute, auch Spitalsärzte in Bereitschaft, einen sogenannten Piepser. Damit waren sie bei irgendwelchen Notfällen auch ohne Telefonnetz erreichbar. Ebenso trugen auch Elektriker und Schlosser von größeren Fabrikanlagen einen Piepser. Diese Rufbereitschaft über das Wochenende war den meisten unangenehm und nicht sehr beliebt. Heute leben wir fast alle mit dieser Rufbereitschaft und die Piepser nennen sich Handy. Das Handy ist überall dabei, beim Frühstück, während der Fahrt zur Arbeit, in der Mittagspause und auch noch beim Ausspannen im Garten. Wer kein Handy hat ist nicht mehr überall dabei, und kann sich Dingen zuwenden die für ihn persönlich wichtig sind.

Es gibt Menschen die besitzen ein Handy, haben dieses aber oft ausgeschaltet. Ruft man diese Menschen an und erreicht sie nicht, macht man sich schnell Sorgen um ihre Person. Dann kann es schon vorkommen, dass man sie versucht alle viertel Stunde anzurufen, über einige Stunden hinweg. Sind sie am Abend wieder erreichbar, dann lachen sie darüber, dass man sich um sie Sorgen gemacht hat, nur weil sie am Handy nicht erreichbar waren.

Handynotfall.

13.4.06 10:33 verlinken / 6 Kommentare / kommentieren
FASTEN . ZEITWenn einem viele Unannehmlichkeiten passieren dann wünscht man sich, dass die Zeit, die Stunden, die Tage, die Monate schneller vergehen. Aber gerade dann steht die Zeit sozusagen „still“. Jetzt spricht man von der ruhigen Zeit, der Fastenzeit, aber wenn es um einen still wird, dann rastet man aus und versucht der Stille zu entfliehen. Man unternimmt verschiedene Aktivitäten, seien sie sinnvoll oder unsinnig. Wir alle sind auf der Flucht vor Erlebnissen, welche wir verdrängen wollen. Es gibt niemanden der von sich sagen könnte, alles was ich gemacht habe war richtig, jeder trägt seine „falschen Dinge „ mit sich, in sich, oder vor sich her.

Die Fastenzeit wäre der Zeitpunkt zu erkennen und zu trennen, dies war richtig, dies war falsch. In der Fastenzeit trenne ich mich von den falschen Dingen.

Ostern ist einmalig.

10.4.06 09:32 verlinken / kommentieren

 

BE . MERKUNGEs gibt keine Weltprobleme, Staatsproblem, Gemeindeprobleme, es gibt nur ein Problem, das Problem jedes Einzelnen mit seiner Person. Gemeindeprobleme, Staatsprobleme, Weltprobleme sind die Summe vieler Einzelprobleme. Dies und nichts anderes ist der Inhalt meiner Texte. Deshalb bedarf es keiner Fülle von Personen, es genügen wenige, es genügt eine Person, und schweigen. Durch nichts anderes werden Probleme so deutlich signalisiert, als durch schweigen. Reden löst schon Probleme.
6.4.06 13:00 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren

 

ALTERS . HEIMEs gibt jetzt eine heftige Diskussion über die Folgen, dass die Menschen immer älter werden, die Pensionistengesellschaft. Gleichzeitig gibt es den Vorschlag, die Arbeitszeit bis zum 67 Lebensjahr zu verlängern. Wie Menschen das Alter erleben und meistern ist so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Es ist ganz verschieden in welcher Lebenssituation man sich im Alter befindet. Der Verfall beginnt oft mit dem Verlust oder Tod des Ehepartners. Dies schafft eine neue Situation, mit der viele im Alter nicht fertig werden. Oftmals geht es schnell abwärts und sie kommen in ein Altersheim. Sie waren vorher noch täglich mit dem Auto unterwegs um im Nachbarort einen Kaffe zu trinken, die Einkäufe zu erledigen und haben ein wenig Sport betrieben, und im Sommer die Gartenarbeit erledigt. Nach dem Verlust des Partners verlieren sie dafür die Motivation. In der Wohnung ist es einsam und leer, die Vorstufe zur Depression.
 
Im Altersheim werden wir vom Bekanntem in einem schönem Zimmer empfangen. „Dies sei sein letzter Ort vor dem Friedhof“, sagt er zur Begrüßung. Der Fernseher läuft, lesen ist ihm zu anstrengend. Im Zimmer stehen einige Möbel und Bilder aus der „alten Wohnung“. Er ist körperlich gesund, aber das Alleinsein zu Hause machte ihn traurig. Jetzt, wo Besuch da ist wirkt er vital. „Was kann ich hier im Heim noch machen ?, vom Zimmer aus den Gang entlanggehen bis zum Eingangsbereich und wieder zurück. Darin erschöpft sich meine Tätigkeit. Zu Hause habe ich meine persönlichen Kleinigkeiten selbst im Supermarkt geholt, hier wird mir jede Aufgabe, jede Arbeit abgenommen. In der Früh schreibe ich die alltäglichen Dinge auf einen Zettel und die Pflegeschwester bringt sie mir. Ich brauche hier nur noch zweimal täglich essen“. Er sucht noch einen Anschluss an die anderen Heimbewohner, aber er fragt sich,  was soll ich mit den alten Leuten anfangen. Wie schön ist es, wenn ich plötzlich tot wäre. Mit dem Frühling wird es besser werden ist die Hoffnung, welche wir, als Besucher bringen.
 
Auf den Frühling warten.
   
3.4.06 10:06 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren