BAU . MARKT

Wenn man den größten Baumarkt der Stadt betritt, so fühlt man sich als Mensch zwischen den vielen hohen Regalen ziemlich klein und verlassen. Man fragt sich unwillkürlich, wer braucht dies alles, und ob alle Wohnungen der Mitmenschen unfertig und sanierungsbedürftig sind? Natürlich entdeckt man die eine Schraube oder das andere Regal, was man brauchen könnte. Plötzlich fällt einem ein, dass der Wasserhahn im Bad nicht mehr der Schönste ist oder das ein zweiter Abfalleimer das Leben in der Wohnung erleichtern würde. Es ist einem unvorstellbar, wie man all die Jahre mit nur einem Abfalleimer auskommen konnte. Eine von den vielen Leuchten würde besser in das Wohnzimmer passen als die Bestehende. Die eigene Schreibtischlampe ist schon über zwanzig Jahre alt. An der Art der Arbeit oder der Ideen würde auch eine neue Schreibtischlampe nichts ändern, weil das Wesentliche ist im Kopf, das rundherum ist nur das Werkzeug. Das beste Werkzeug nützt nichts, wenn der Handwerker nichts taugt. So ist es auch beim Schreibzeug, heute ist es der Computer, wenn die Einfälle ausbleiben.
 
Die Bedürfnisse entstehen erst in dem Moment, wenn man die Waren und Artikel im Baumarkt sieht. Kinder beweisen oft viel Fantasie, wenn sie für die sogenannten „Wegwerfartikel“ noch einmal eine neue Verwendungen finden. Das Gegenteil von einem Baumarkt ist ein Bauernhof, hier findet man meistens nur das Notwendigste. Alles wird aufgehoben und wiederverwertet bis es zerfällt. Da kann es schon vorkommen, dass bei einer Tür zwei verschiedne Beschläge montiert sind und fünf verschiedene Sorten von Schrauben zur Befestigung verwendet wurden.
 
Baumarkt und Bauernhof.  

30.3.06 09:08 verlinken / kommentieren

 

KUNST . ORT

Von Josef Beuys stammt der Ausspruch „Jeder Mensch ist ein Künstler“. Alle Tätigkeiten des Menschen haben einen kreativen, einen künstlerischen Ursprung. In meinem Gedächtnis geblieben ist eine Installation von Beuys, wo aus dem Laderaum von einem VW-Bus Rodel hervorquellen, darauf ein zusammengerollter Mantel, es hat ausgesehen wie ein Rudel Schlittenhunde mit einem Rudelführer an der Spitze.

Ob dies eine künstlerische Begabungen ist, wenn ein Installateur bei der Montage von einem WC-Spülkasten die Wasserzuleitung in Spiralen um den Spülkasten legt, bezweifle ich. Der richtige Weg wäre es gewesen, den Anschluss auf der anderen Spülkastenseite zu aktivieren. Dieser „Irrtum“ hat sich nach Rückfrage bei der Installationsfirma aufgelöst.

Das WC als Ort der Kunst.

27.3.06 14:19 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

KATZEN . GRIPPE

Wenn man in den Dörfern rund um Villach spazieren geht, sieht man bei vielen Häusern auf dem Gartenzaun ein Schild : „Vorsicht  scharfer Hund“ oder auch freundlicher : „Hier wacht ein treuer Hund“. Kaum etwas anderes, auch keine Überwachungskamera, hält unliebsame und unerwünschte Besucher von einem Haus sicherer fern als ein Hinweisschild auf einen Wachhund. Selbst meide ich immer das Vorbeigehen an Häusern, wenn ich im Garten einen Hund bellen höre, obwohl ich keine schlechte Absichten habe. Bin ich mit den Fahrrad unterwegs halte ich meistens an, wenn es zu einer Begegnung mit einem Hund kommt.
 
In diesen Tagen, wo es immer wieder Meldungen über mit dem Vogelgrippevirus infizierte Katzen gibt, könnte man vielerorts die Warnschilder mit einem Wachhund auswechseln und durch ein Schild „Vorsicht Hauskatze“ ersetzen. Dieses Schild dürfte die selbe Wirkung haben,  wie „Vorsicht scharfer Hund“. Sagt man von Menschen, welche sich untereinander nicht vertragen, „Die Zwei sind wie Katz und Hund“ so dürfte dieses Sprichwort jetzt zwischen Katzen- und Hundebesitzer gelten. Der Vogelgrippevirus ist nur der kalte Tropfen auf den heißen Stein, der den Kampf der Kulturen, zwischen Katzen- und Hundebesitzer, zum Ausbruch bringt. Während einige Katzenbesitzer ihre Katzen schon in einem Tierheim abgeben, andere Personen den Abschuss aller Katzen fordern, wird es andere Menschen geben, die mit ihren vierbeinigen Samtpfoten gemeinsam in Quarantäne gehen würden.
 
Menschentreue und Katzentreue.

23.3.06 08:40 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

WINTER . SOMMER

Heute ist der kalendermäßige Frühlingsbeginn. Durch die vielen Schneefälle in den letzten Monaten und Wochen verzögert sich der Frühlingsbeginn in der Natur. Die Gefühle warten auch noch auf ein paar Sonnentage. Viele Menschen klagen darüber, dass man noch immer die Winterjacken anziehen muss. Viele haben sich schon in das Schicksal gefügt, dass es dieses Jahr keinen Frühling geben wird. Im letzten Jahrzehnt gehörte es zu den Launen des Wetters, dass die Übergangszeiten vom Winter auf den Sommer und vom Sommer auf den Winter ausgefallen sind. Das Klima wurde von winterlich kalt sofort sommerlich heiß und von sommerlich sofort winterlich. Die Jahreszeiten Frühling und Herbst sind verlorengegangen.
 
Vor drei Jahrzehnten konnte man damit rechnen, dass am 1. Mai Badewetter war und im Zillerbad in Villach die Badesaison eröffnet wurde. Dies war in den letzten Jahren ungewiss. Als Kinder haben wir am 1. Mai die kurzen Lederhosen angezogen und sie den ganzen Sommer, bis zum 31. August, nicht mehr ausgezogen. Um die Lederhose geschmeidig zu halten, haben wir sie täglich mit einer Speckschwarte eingefettet. Über den Sommer waren wir immer barfuss unterwegs.
 
Bald wird man anstatt von vier Jahreszeiten nur mehr von zwei Jahreszeiten sprechen, vom Winter und vom Sommer. Dies wird leichter zu erlernen und zu merken sein.
 
Kein Nachteil ohne Vorteil.   

20.3.06 08:02 verlinken / kommentieren

 

Einen Auftritt bei der Leipziger Buchmesse hat mein Buch „ALLES SCHLAGLOCH“ – TagGedanken; Texte aus dem Internet Tagebuch „schlagloch“. Zu finden ist das Buch beim Verlagsstand von Books on Demand, Halle 3 , Stand E 200. 

Vom 16. – 19. März findet die Leipziger Buchmesse statt. Vielfach wird sie die „kleine Schwester“ der Frankfurter Buchmesse bezeichnet. Wer schon einmal die Leipziger Buchmesse besucht hat, wird die Überschaubarkeit und die lesefreundliche Atmosphäre schätzen. Es ist ein großes Fest für alle Bücherfreunde, wo es nicht allein um die großen Buchgeschäfte geht. Hier haben auch kleinere Verlage und unbekanntere Autoren ihre Chance für einen Auftritt vor einem interessiertem Publikum. 
Ich kann aus Zeitmangel die Leipziger Buchmesse nicht besuchen. Vielleicht kann ein Leser/in meines Weblog in meinem Buch auf der Leipziger Buchmesse lesen und schmöckern und hier in meinem Blog einen Kommentar schreiben.
 
Besucher gesucht.

13.3.06 08:34 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren

 

AB . SCHIED

Es kommt jetzt der Jahrestag an dem ein Freund plötzlich gestorben ist. Er ist am Morgen normal aufgestanden, dann ist ihm übel geworden und ist zusammengebrochen. Mit dem Rettungshubschrauber wurde er in die Klinik gebracht, dort ist er ein paar Stunden verstorben. Für die Familienangehörigen, Frau, Kinder und Geschwister war der plötzliche Tod sehr schlimm und unfassbar. Es gab keine „Vorbereitungszeit“ auf den Tod, kein langsames Abschiednehmen. Alles passierte so plötzlich. Man sagt, dass es für den Verstorbenen „schön“ ist, so plötzlich sterben zu können, ohne Leiden, ohne lange Zeit krank zu sein. Der Schmerz für die Angehörigen sei in diesem Fall größer, als wenn jemand nach langer schwerer Krankheit stirbt. Bei langer Krankheit kann sich die Familie sozusagen auf seinen Tod vorbereiten, von ihm Abschied nehmen.
 
Aber was wissen wir darüber was der Mensch, der Bekannte, in seiner Bewusstlosigkeit noch gespürt, empfunden oder vielleicht noch gedacht hat ? Vielleicht wollte er seinen engsten Angehörigen, welche bei ihm waren, noch etwas sagen, von ihnen Abschied nehmen, aber der Körper hat es nicht mehr zugelassen. Vielleicht wollte er seinem Körper noch einmal seinen Willen aufzwingen, aber der Körper hat nicht mehr reagiert.
 
Eine längere schwere Krankheit bietet die Möglichkeit sich bei den Angehörigen zu verabschieden und für die Angehörigen die Möglichkeit vom Kranken Abschied zu nehmen. Sich auf den Tod vorzubereiten heißt aber auch seinem eigenem Ende entgegenzusehen, sich nicht mehr gegen den Tod zur Wehr setzen. Dies ist die letzte große Herausforderung für jeden Menschen.
 
Am Tod scheitern.

9.3.06 19:35 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

NO. HANDY

Wer heute in einem Einkaufszentrum bummeln geht wird sehen, wie ein Drittel der Besucher mit einem Handy telefoniert. Bei manchen Handybenützer kann man ungewollt mithören was gesprochen wird. Das Erste ist meistens eine Ortsbestimmung, das heißt man sagt durch, wo man gerade ist, was man gerade macht, gemacht hat oder machen wird. Die nächste Frage ist die Frage nach dem Wetter. Im Freizeitbereich mag der Gebrauch des Handy sehr kommunikativ sein, aber vielfach führt der Gebrauch des Handy zur Entscheidungslosigkeit. So passiert es im Supermarkt, dass der Mann zu Hause die Frau anruft und alle Käsesorten die im Kühlregal liegen aufzählt, um zum Schluss die Frage zu stellen, welchen Käse er kaufen soll. Ein paar Minuten später wiederholt sich dies bei der Marmelade.

In Selbstbedienungsgeschäften kann dieses Handyspiel jeder so oft wiederholen wie es ihm Spaß macht.
In Fachgeschäften kann es für die Verkäuferin zur Plage werden, wenn während des Bedienen dreimal zu Hause angerufen  wird, um nachzufragen wie groß die Schrauben sein sollen. Kurz darauf kommt ein Anruf, wo die letzten Neuigkeiten unter Freunden ausgetauscht und die Aktivitäten für das Wochenende besprochen werden. Inzwischen versieht die Verkäuferin Bereitschaftsdienst.

 

Eine Herausforderung für das Gehirn ist die oftmalige Benützung des Handy nicht.
 
Im Abseits.       

4.3.06 07:55 verlinken / 1 Kommentar / kommentieren
MITTAGS . GLOCKEN

Nicht überall kann man zu Mittag die Kirchenglocken läuten hören, die uns daran erinnern, dass die Hälfte des Tages vorbei ist. Sie laden uns auch ein, für einen Moment in unserem Alltagsleben innezuhalten und eine Pause einzulegen. In vielen Orten wird das Glockengeläut durch den Autolärm übertönt und man spricht vom Mittagsverkehr, dies bedeutet erhöhtes Verkehrsaufkommen. Für alle diejenigen, die im Verkehrslärm die Mittagsglocken nicht hören können, überträgt das ORF Regionalradio täglich die Mittagsglocken aus einem Ort in Österreich. Dazu gibt es immer eine Kurzinformation zur Kirchengeschichte.

Vor kurzem waren die Glocken der Evangelischen Kirche von Mürzzuschlag zu hören. Dazu wurde gesagt, dass sich der Katholik Peter Rosegger sehr stark für die Errichtung der Evangelischen Kirche in Mürzzuschlag eingesetzt hat und den Bau auch finanziell unterstützt hat. Wenn man die heutigen Glaubenskämpfe sieht und wie intolerant die verschiedenen Religionen miteinander umgehen, dann könnte Peter Rosegger ein gutes Vorbild sein.

Unterstützen statt kämpfen.

1.3.06 09:49 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren

EIGEN . TRAUM

Bei der Landbevölkerung, aber auch Teilen von der Stadtbevölkerung gehört ein eigenes Haus zum großen Lebenstraum. Manche Menschen kennen seit ihrer Kindheit nur das Leben in einem Wohnblock, andere können sich ein Leben nur in einem Eigenheim vorstellen. Jeder versucht in seinem Leben den Traum von seiner persönlichen  Wohnung zu finden. Die Weichenstellung erfolgt meistens im erstem Lebensdrittel, nach der Berufsausbildung und der Familiengründung. In unseren Breiten wird der einmal ausgewählte Wohnsitz nicht oft gewechselt, außer; wenn es unbedingt notwendig ist. Selten wechseln Menschen im Pensionsalter den Wohnsitz, meistens werden sie  aus gesundheitlichen Gründen dazu gezwungen, kaum freiwillig.  Öfter gewechselt wird der Wohnsitz angeblich von den Amerikanern und Australiern.
 
Welches Grundstück und Haus man sich leisten kann entscheidet das vorhandene Kapital. Die Baugrundstücke mit schöner Aussicht, in Stadtnähe und doch in ruhiger Lage sind nicht für alle erschwinglich. Wer glaubt, dass ein schönes Haus mit schöner Aussicht schon zu einer glücklichen Familie führt, irrt sich oft. Leicht vergisst man in unserer materiell orientierten Gesellschaft, dass man Glück und Zufriedenheit nicht mit Geld kaufen kann. Viele Familien sind in einem  bescheidenem Haus glücklicher als andere in Luxusvillen.
 
Der Traum vom Eigenheim.

25.2.06 08:16 verlinken / kommentieren

 

HEIMAT . ORT

In den Nachrichten hören wir oft,  wenn von einem Unglücksfall berichtet wird, als Beispiel ein Wohnungsbrand, die Rettungskräfte, wie Feuerwehr, Polizei und Rettung sind vor Ort. Wenn es sich um eine regionale Katastrophe handelt, wie in den vergangenen Tagen bei den großen Schneefällen im Bad Ausseer Land, dann sind nicht nur die Rettungsmannschaften vor Ort, sondern auch die Politiker sind vor Ort zu einem Lokalaugenschein.
Der Heimatort ist für uns etwas selbstverständliches, man wächst sozusagen in das Aussehen und in die Unzulänglichkeiten des Heimatortes hinein. Das größte Geschenk von einem Heimatort ist, sich in ihm geborgen, verstanden und geliebt zu fühlen. Wenn man den Heimatort verlässt oder wechseln muss, dann kommt man manches mal zu einem Lokalaugenschein zurück, gibt gute Ratschläge oder bedauert verschiedene Ereignis, um dann wieder abzureisen. Jeder sehnt sich nach einem Ort wo er daheim sein kann. Vielleicht sollte man sich Heimat nicht kaufen, nur leihen, dann kann man sie nicht verlieren. Überhaupt kann man sich mehrere Orte als Heimatorte auswählen, dann kann man wechseln, und ist nicht untröstlich, wenn man einen Ort aufgeben muss oder wegziehen muss. Heimat kann auch eine Sitzbank sein, wie für mich eine Holzbank in der Oberschütt neben der Kirche. Wenn ich zur Seite schaue sehe ich  die Dobratschabbrüche und nach vorne den Mittagskogel. Diese Bank kann ich nicht besitzen, in der nächsten Stunde werden sich andere darauf ausruhen, und doch ist dies für mich einer der schönsten Heimatorte. Auch die Erde ist uns Menschen als Heimat nur geliehen. Unser Körper ist eine Leihgabe der Erde, den wir einmal der Erde zurückgeben müssen. Alles Leben ist nur geliehen.
 
Wo ist der Kostümverleih.

22.2.06 07:59 verlinken / kommentieren

 

FREILAND . HENDL . (HUHN)

Besonders schmeckt  mir am Sonntag das Mittagessen, wenn es gebackene Lavantaler Freilandhendl gibt. Seitdem in der Südsteiermark und Slowenien tote Schwäne, welche mit dem Vogelgrippevirus H5NI infiziert sind,  gefunden wurden, ist die Freilandhaltung von Geflügel im Länderdreieck  Steiermark, Slowenien und Kärnten verboten. Diesem Verbot dürften auch die Lavantaler Freilandhendln zum Opfer fallen. Man kann sagen, die Viren sind unseren Vorsorgemaßnahmen immer einen Schritt voraus. In der Zeitung konnte man lesen, dass für die sechzigtausend wichtigsten Kärntner von der Landesregierung zur Vorsorge Tamiflutabletten gekauft wurden. Ich frage mich, wer oder wann gehört man zu den wichtigen Kärntnern. Das Schreiben von einem Weblog dürfte wohl nicht dazu gehören. Der Kontakt zwischen den Hühnern und den Wasservögeln muss verhindert werden. So versucht man zu verhindern, dass das Vogelgrippevirus durch die Hühner auf den Menschen übertragen wird.
 Als Kind hatte ein jeder von uns am Bauernhof seine Lieblingshenne, die er gefüttert und gestreichelt hat, und ihre Eier vom Nest geholt. Damals wurden beim Schlachten den Hühnern mit einer Hacke der Kopf abgetrennt. Der Mutigste von uns erwischte den abgehackten Kopf und lief damit den anderen Kindern hinterher. Dies gehörte zu den Freilandspielen. Danach überließ man den Hühnerkopf der Katze.
 
Schwein muss man haben. 
 
 
 

18.2.06 12:31 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

HEIMAT . HAUS

Wie wir als Erwachsene eine Wohnung oder ein Haus wahrnehmen wird geprägt von unserem Leben im Haus der Kindheit und der Jugendzeit. Das Haus meiner Kindheit ist ein historisches Gebäude, welches schon im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt wird, mit dicken Steinmauern und kleinen vergitterten Fenstern. Ein Trakt ist in den Hang hinein gebaut, darin ist der Keller mit seinen Rundbögen und Lehmboden. Darüber befinden sich die Getreidekammern, mit riesigen Holzschreinen. Der Trakt wird durch einen Durchgang mit Gewölbe, da kann ein Pferdefuhrwerk durchfahren, geteilt. Auf der anderen Seite des Durchganges liegen die Schlafräume mit den mächtigen Holzdecken. Als Kinder waren wir immer irgendwo in den Räumen unterwegs, spielten verstecken und waren für die Erwachsenen unauffindbar. Aus einem kindlichem Instinkt heraus, wer will schon immer erreichbar sein. Die Kindheit gilt es gegenüber den Erwachsenen solange als möglich zu verteidigen. Insgeheim hofften wir irgendwo zwischen den Schränken oder in einem Mauerspalt einem Zwerg oder einer Fee zu begegnen. Wir waren fest davon überzeugt, dass hier vor langer Zeit Heinzelmännchen und Zauberer gewohnt haben. Abends beim Einschlafen konnten wir das eine und das andere Geräusch im Haus hören oder an der Wand im Schlafzimmer ein Gespenst sehen.  
Noch stärker prägte mich der Aufenthalt in einem Internat, ein adaptiertes Schloss, auf einem Hügel über dem Zollfeld. Für einen zehnjährigen Buben war dies ein riesiger Bau mit drei Stockwerken und mit so vielen Fenstern, wie das Jahr Tage hat. Es ist ein Vierkantbau mit einem Innenhof, darin ein Springbrunnen und umlaufende Säulengänge auf allen Stockwerken. Das Stiegenhaus mit reichverzierten Stiegengeländer hat die Breite von einem modernen Einfamilienhaus in einer Reihenhaussiedlung. Unser Kopf reichte gerade über die Brüstung aus behauenen Steinen und wir blickten hinab in den Innenhof. Das große Eingangstor aus massiven Holz konnte ich als Zehnjähriger nur mit viel Kraft öffnen, um vorbei an der Pförtnerin in das Schloss einzutreten. Wenn sich das Tor mit einem lauten Schlag geschlossen hat, dann war ich vom Schloss verschluckt. Als Kind ist man sich darin klein vorgekommen, nur die Anwesenheit von anderen Kinder hat dieses Gefühl abgeschwächt. Die Räume, egal ob dies das Studierzimmer oder der Schlafsaal war, hatten alle eine Raumhöhe von ca. 330 cm, mit ganz hohen Türen. Wenn ich in den Schulferien nach Hause gekommen bin, dann bedrückten mich die niederen Räume im Neubau. So hatte ich als Kind das Gefühl, ich könnte zu Hause am oberen Türrahmen anstoßen und bückte mich instinktiv. Am meisten vermisste ich die Bibliothek im Schlossturm. Zuhause war ich immer nur körperlich, gelebt habe ich in meiner Fantasie. Ich fühle mich unwohl, wenn in modernen Wohnbauten die  Räume nur 220 cm hoch sind und jeder cm2 ist verplant. Manches mal sind die Schlafzimmer sehr klein, wie Schlafcontainer.
 
Die hohen kalten Zimmer.
 

15.2.06 17:29 verlinken / kommentieren

 

HEIMAT . ERDE

Heimaterde, ein schmerzliches Wort, ein grausames Wort, ein verbrauchtes Wort, ein missbrauchtes Wort, ein hoffnungsfrohes Wort, ein unbekanntes Wort, ein vergessenes Wort. „Die Heimaterde sei dir leicht“, ist oft der letzte Satz, wenn der Sarg im Grab versenkt wird. „Zur Verteidigung der Heimaterde“ sind schon Millionen von Menschen in den Tod geschickt worden. „Bald wird man die Heimaterde betreten“ hat schon Vielen Hoffnung und neue Kraft gegeben. „Von der Heimaterde Abschied nehmen“, die Heimaterde zu verkaufen oder noch schlimmer, von der Heimaterde vertrieben zu werden stürzt viele Menschen in Elend und Not.
 
Noch einmal schreitet der Bauer über den eigenen Grund, dabei zählt nicht der Geldwert des Boden, dabei zählt allein das Gefühl der eigene Herr zu sein. Der eigene Grund erinnert an die Kindheit, er ist das Heimatgefühl, ihn zu verkaufen, zu verlassen ist schmerzhaft. Es ist der Abschied von der Kindheit, es bedeutet die Erste, die einzige Heimat zu verlieren. Das Verlassen sein beginnt schon mit dem Tod von Vater und Mutter. In der Jugend verlässt man die Heimat um in der Fremde Erfolg zu haben, um anerkannt zu werden. Wenn aber die Brücken zur Heimat einstürzen oder abbrechen, dann erscheint die Heimat als wertvoll. Noch einmal schreitet der Bauer über den eigenen Grund, Heimat zu verkaufen, um woanders eine neue Heimat aufzubauen.
 
An der Heimat vorbeifahren.      
 
 
 

11.2.06 08:04 verlinken / 7 Kommentare / kommentieren

 

Der Narr
 
Er ist brav und fleißig
lehnt sich nicht auf,
geht nach der Arbeit
nach Hause,
trinkt sein Bier und
dreht den Fernseher auf.
Einmal im Jahr
wird er zum Narr.
 
Tauscht den Hut
gegen eine Melone,
setzt sich eine Nase
mit Brille auf, das ist Mut,
geht auf den Maskenball
mit der Melone.
Einmal im Jahr
wird er zum Narr.
 
Heute ist er, sonst
besinnlich und ruhig,
lustig und heiter, gibt
sich fröhlich und charmant.
Küsst Frauen die er
nicht kennt,
spricht mit Onkel und
Tante, die er gestern
noch Unmenschen nannte.
Einmal im Jahr
wird er zum Narr.
 
 
8.2.06 20:48 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren

 

MAUS . GOTTES III

Wir kennen die Bemühungen die notwendig sind, um jemanden mit einer originellen Idee zu überraschen. An Überraschungen fallen mir spontan ein: Eine Wanderung über einen zugefrorenen See, die Beobachtung einer Wildfütterung oder einen Bekannten nach einem Jahr mit einem Besuch zu überraschen. Wer in der Winterlandschaft mit offenen Augen spazieren geht oder Langlaufen, für den hält die Natur immer wieder Überraschungen bereit. Beim Langlaufen in den Gailauen, bei einer Schneehöhe von ca. 70 cm, tiefgefrorenem Boden und Minusgraden entdecke ich im Schnee eine graue Feldmaus. Sie sitzt in einem Schneeloch und sonnt sich. Man sieht es ihr an, dass sie die Sonnenstrahlen genießt. Sie ist nicht getarnt, keine weiße Schneemaus, sondern grau und wohlgenährt. Für mich ist es unvorstellbar woher die Maus gekommen ist, es gibt keine apere (schneefreie) Stelle.
 
Die nächste Überraschung sind die Laute von blökenden Schafen, welche von der Strasse auf die Loipe herüberkommen. Lautes Schafblöcken bei Minustemperaturen und nirgendwo ist ein Bauernhof in Sicht? Das Blöcken der Schafe ist keine Erscheinung, sondern die Realität wie wir die Kreatur behandeln. Ein Sattelschlepper mit Anhänger hat offensichtlich die falsche Abfahrt von der Autobahn erwischt, landet hier in den Gailauen und wendet hier, um wieder auf die Autobahn zurückzukehren. Der Sattelschlepper und der Anhänger ist auf vier Etagen vollgepfercht mit Schafen, welche aus den teilweise offenen Kisten blöken. Ich hoffe, dass die Fahrt für die Schafe bald zu Ende ist.
 
Ein guter Hirte lässt die Herde nicht allein.
 
   
 

7.2.06 18:22 verlinken / kommentieren

 

VOM . GLÜCK

In den Talkshow im Fernsehen kommen oft  Menschen mit schweren Schicksalsschlägen zu Wort. Dazu gehören die Bewältigung einer schweren Krankheit, Scheidung,  der Verlust von Familienangehörigen oder der Verlust von Besitz durch Naturkatastrophen. Viele meistern ihre Schicksalsschläge durch  Motivation und neue Aufgaben. Es werden meist solche Menschen eingeladen, welche die Schicksalsschläge mit Hilfe der Familie und mit Freunden geschafft haben. Wer daran zerbrochen ist oder in Depressionen verfallen ist, wird mit Ratgebern und Sinnsprüchen beschenkt. In den Ratgebern ist alles leicht und in den Gedankenbüchlein alles fröhlich, für den Betroffenen ist alles schwer. Der Nachbar hat die Freude am Leben verloren.
Warum ist es so schwierig in unserem Wohlstand glücklich zu sein? Die meisten sind trotz des Wohlstandes unglücklich. Worin liegt die Lebenskunst in der westlichen Welt glücklich zu sein.
Die Angst vor dem morgigen Tag.
 

3.2.06 09:27 verlinken / 7 Kommentare / kommentieren

 

AB . WERFEN

Zu Jahresbeginn denkt man daran verschiedene Dinge loszulassen, besonders dann, wenn man schon fünfzig plus ist. Dies wird auch in Seminaren über das Altern empfohlen. In der Theorie ist vieles einfach, in der Praxis hält man an Dingen und Gewohnheiten fest. Eine neue Wohnung soll gleich groß sein wie die alte Wohnung und vielleicht ein noch größeres Auto. Alles so, wie man es ein Leben lang gewohnt war. Vieles was im Berufsleben notwendig war wird jetzt überflüssig. Das Loslassen beginnt im Kopf. Jetzt kann man sich von den materiellen Dingen abwenden und den geistigen Dingen zuwenden. Diese bringen oft mehr Erfüllung als das Geldverdienen. Sein Leben damit fortsetzen was einem Spaß macht und zwischendurch auch etwas Neues wagen.

Ballast abwerfen.

1.2.06 11:58 verlinken / kommentieren

VIERZIG . KILOMETER
Der Besuch eines Faschingsball ist eine Möglichkeit mich wieder einmal in der „alten Heimat“ sehen zu lassen. Dies heißt, in dem Ort wo ich geboren, und aufgewachsen bin. Dort stehe ich manches mal vor einem Rätsel, wenn ich mit „ hallo und du“ begrüßt werde und nicht mehr weis, wer mein Gegenüber ist. Die ehemaligen Mitschüler und Jugendfreunde haben sich zum Teil stark verändert und vieles aus ihrem Leben ist mir unbekannt. Von manchen erfährt man, dass sie ebenfalls weggezogen sind oder besonders schmerzlich, bereits gestorben sind.

Sind diejenigen die Besseren und Klügeren, welche aus ihrem Geburtsort weggezogen sind und bleiben nur diejenigen im Ort, welche den Absprung nicht geschafft haben? Zu mir hat ein Jugendfreund gesagt, ich hätte es geschafft, weil ich in meinem Leben vom Heimatort weggezogen bin. Die Entfernung zwischen dem Geburtsort und dem jetzigem Wohnort beträgt vierzig Kilometer.

In der Jugend Fernweh, im Alter Heimweh.

 

RUTSCH . PARTIEDie erste Kälteperiode in diesem Winter beschert uns fünfzehn Grad minus. Viele Menschen leiden, schon wenn sie zum Einkaufen aus der Wohnung gehen, unter den Minusgraden. Im Supermarkt ist es angenehm warm und manche verweilen ein wenig länger um sich aufzuwärmen. Obwohl man annehmen müsste, dass die Arbeiter vom Wirtschaftshof, die beim Kanalnetz dringende Reparaturen durchführen oder die Monteure der Stromversorgung, welche die Freileitungen instandhalten müssen unter der Kälte leiden, so sind dies gerade diejenigen, welche am wenigsten klagen. Sie sind durch das ständige Arbeiten im Freien auch tiefere Temperaturen gewöhnt. Dazu kommt, dass es heute praktische, zweckmäßige und warme Kleidung gibt. In den Nachrichten werden zwei Temperaturen angegeben, die eine ist die gemessene Temperatur und die andere die gefühlte Temperatur. Unter gefühlter Temperatur versteht man, wenn zum Beispiel ein Wind weht, dass die Kälte noch um einiges schlimmer empfunden wird.
Wenn ich an die Minusgrade denke, so wird mir warm um das Herz, im Sinne von mich wohlfühlen. Die Minusgrade erinnern mich an meine Jugend, wo ich als junger Mensch körperlich gefordert wurde. Um halb sechs Uhr in der Früh aufstehen und vom unbeheiztem Schlafzimmer über die Stiege in die beheizte Küche zum Anziehen. In der Laben standen bereits die Milchkannen mit der frisch gemolkenen Milch und diese mussten zur Milchsammelstelle gebracht werden. Bei jeder Witterung, ob Schnee, Eis und tiefe Temperaturen, auch bei fünfundzwanzig Grad minus. Um den Weg nicht zu Fuß gehen zu müssen benützen wir Jugendliche das Moped. Auf dem Rücken die Milchkanne mit zwanzig Liter und am Tank des Moped die Kanne mit zehn Liter. Alles, was irgendwie einen Schutz gegen die Kälte und den eisigen Fahrtwind bot, wurde von uns angezogen. Die Hände und das Gesicht waren am schwersten vor der eisigen Kälte zu schützen. Die gestrickten Handschuhe und die gestrickte Mütze boten wenig Schutz gegen den kalten Fahrtwind. Ein wollenes Hemd wurde über das Gesicht gezogen. Die Fahrt mit dem Moped in der Finsternis auf der verschneiten und vereisten Strasse war eine Rutschpartie, dabei dienten beide Füße als Stützräder. Die Hin- und Rückfahrt betrug zirka acht Kilometer. Wieder zu Hause angekommen waren die Finger steif gefroren und das Kiefer konnte ich kaum bewegen, das ganze Gesicht war eingefroren. Danach musste ich schnell die Kleider wechseln, denn ich musste vier Kilometer zum nächsten Bahnhof laufen und mit dem Zug in die nächste Stadt zur Arbeit fahren.

Auf eisigen Wegen.

18.1.06 21:07 verlinken / 7 Kommentare / kommentieren

 

DIE . KATZEGeschichten und Berichte über Katzen gibt es im Internet viele. Es gibt eigene Homepage zu allen Katzenproblemen, Blogs in denen von den Erlebnissen mit Katzen berichtet wird und mit Bildern gezeigt wird, was die Katze gerade macht. Die Katze, er heißt Charly, kratzt gerade an der Wohnzimmertür und will, dass sie geöffnet wird. Es ist genau neunzehn Uhr. Zu dieser Zeit wandert er von der Küche in das Wohnzimmer zu der Fernsehsendung „Kärnten heute“. Er setzt sich auf den Receiver des Fernsehgerät und betrachtet die Familienfotos, welche auf einem Regal oberhalb des Fernsehers stehen. Diese Fotos betrachtet er täglich intensiv eine viertel Stunde, ohne sich zu bewegen. Danach rollt er sich am Receiver ein, legt seinen Kopf auf die Vorderpfoten und lässt seinen Schweif in den Bildschirm des Fernsehers hängen. Sein Schweif ist immer im Bild. Es ist, als träumt er vom Katzenhimmel.

Die Welt als Foto.

16.1.06 19:00 verlinken / kommentieren

 

WC – INFORMATIONWer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, kann beobachten welchen vielfältigen Beschäftigungen die Mitreisenden nachgehen. Es gibt dabei Unterschiede ob die Fahrt am Morgen oder am Abend stattfindet. Auch die Bequemlichkeit ist beim Fahren im Bus, in der Straßenbahn oder in der Eisenbahn verschieden. Am bequemsten reist man mit der Eisenbahn. Im Frühverkehr sieht man viele Menschen die Tageszeitung lesen. Hauptsächlich werden die Schlagzeilen gelesen und die Bilder angeschaut. Für diese Kurzlektüre eignen sich besonders die kleinformatigen Tageszeitungen. Oft bestimmt die Schlagzeile vom Titelblatt den Gesprächstoff für den Tag. Damit ist die Meinung bei vielen schon vorgegeben. Manchmal ist eine solche Schlagzeile die Krone der Engstirnigkeit und bewegt ein Land einen ganzen Tag lang.
Ich schätze bei Bahnreisen das Lesen der Wochenendbeilage einer großformatigen Tageszeitung. Dazwischen beobachte ich, was der übernächste Nachbar macht. Zum Bahnreisen gehört für mich der Verzehr von einem Speckbrot, nirgends schmeckt das Speckbrot so gut wie beim Zugfahren. Eine andere Art und einen anderen Ort den Menschen das Lesen der Zeitung nahezubringen haben die „Salzburger Nachrichten“ gefunden. In einigen Hotels haben sie am WC, oberhalb vom Pissoir in einem Bilderrahmen, die ersten Seiten der aktuellen Ausgabe der Zeitung angebracht. Auch hier reicht die Zeit beim Pissen gerade dazu, die neueste Schlagzeile, „Der veruntreute Jesus“ zu lesen. Ob dadurch Jesus den Männern näher gebracht werden kann?

Das Informations-WC.

6.1.06 12:24 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

MAUS . GOTTES IIWie viel Wissen an Theologie und Philosophie braucht es, und wie viel Kirchgang und Frömmigkeit ist notwendig, um das Wesen Gottes zu verstehen? Gibt es die Gotteserfahrung und die Gottesbegegnung nur in den Klöstern oder in den überdimensionierten Kirchen. Wenn man genau hinsieht sind die großen Kathedralen nicht nur zur Ehre Gottes erbaut worden, sondern meistens auch zur Ehre des Erbauers. Die Kaiser, die Kardinäle oder Päpste wollten, dass ihr Name unsterblich sein wird. Weil Gott ist auch in den einfachen Hütten der Naturvölker, Gott braucht keine Tempel.
Gott zeigt sich in der Lebenserhaltung einer Feldmaus und auf der anderen Seite zeigt sich die Abwesenheit Gottes, wenn eine Eishalle einstürzt und fünfzehn Menschen tot sind. Wo bleibt da die Gerechtigkeit Gottes, das sind die Abgründe Gottes. Seine Gerechtigkeit werden wir nie verstehen, wir Menschen werden immer die Unwissenden bleiben.

Werdet wie die Kinder .

12.1.06 17:49 verlinken / 5 Kommentare / kommentieren

 

MAUS . GOTTESSeit einem Monat schneit es in Südkärnten fast jeden Tag. Die Schneehöhe beträgt schon zwei Meter. Wenn ich Möselstein verlasse und dem Länderdreieck zustrebe wird die Strasse immer schmäler. Die Schneemassen türmen sich rechts und links der Straßenränder. Die Fichten lassen unter der Schneelast ihre Zweige hängen, viele Stauden und Sträucher sind eingeknickt. Der Himmel ist mit Wolken verhangen, die Sonne wird auch heute nicht scheinen. Seit Wochen fehlt die Sonne und drückt auch die Gedanken und das Gemüt in den Schnee. Der Schnee ist im fahlen Licht aschgrau. Je höher ich komme, umso stiller wird es im Wald. Ich weis nicht wo die Vögel, die Waldtiere sich versteckt halten, vielleicht unter Bäumen, an schneefreien Stellen und wo gibt es diese noch? Beim Weg zur Heuhütte sinke ich bei jedem Schritt bis zur Hüfte im Schnee ein. Das Vorwärtskommen ist mühsam. Bei der Heuhütte kreuzen sich die Spuren der Waldtiere. Aus der Manteltasche nehme ich mehrere Äpfel und zerbreche sie in kleinere Teile und verteile sie auf dem schneefreiem Boden vor der Heuhütte. Plötzlich taucht zwischen dem Lattenrost eine Feldmaus auf, geht ein paar Schritte in das Freie, schnuppert mit der Nase in der Luft und beginnt an einem Apfelstück zu knappern. Mit den Vorderpfoten hält sie das Stück Apfel fest. Ihr Hunger lässt es zu, dass sie nicht davonläuft, als ich ein neues Stück Apfel neben sie lege. Sie frisst, macht dann eine kurze Pause und frisst dann wieder weiter.

In der Bibel steht, nehmt euch ein Beispiel an den Tieren des Feldes und des Waldes, sie säen nicht, sie ernten nicht und sie leben doch. Wie ängstlich sind wir Menschen manchmal, wenn wir in unserem Überfluss Probleme bekommen, wenn etwas weniger wird.

Seht die Maus Gottes.

9.1.06 16:38 verlinken / kommentieren

 

WOHN . TRAUMAuf der Suche nach einer Wohnung, ohne Straßenlärm und Staubbelastung, wird von einer Wohnungssuchenden vieles besichtigt und geprüft. Eine passende Wohnung zu finden wird zu ihrer Leidenschaft. Wie ein Stier auf ein rotes Tuch zuläuft, so laufen alle Aktivitäten auf die Wohnungssuche zu. Es gibt keine Argumente welche für die Beibehaltung der jetzigen Wohnung sprechen, alles spricht dagegen. Alle Tätigkeiten werden der einen Tätigkeit, der Wohnungssuche untergeordnet. Alte Verbindungen werden gelöst und neue Verbindungen mit Menschen geknüpft, welche auf Wohnungssuche sind. Es ist wie die Abkehr von einer Religion zu einer Sekte. Für alle Einwände gibt es das eine Wort, glauben. Gegen dieses eine Wort ist die Vernunft machtlos. Der Wohnungsmakler, sprich Priester, hat die besseren Argumente. Am Ende des Traumes verwandelt sich der Immobilienmakler in einen Sektenpriester. Es ist der 1. Januar 2006.

Vor 150 Jahren wurde Freud geboren.

4.1.06 10:52 verlinken / 1 Kommentar / kommentieren

 

JAHRES . WENDE

Nach Wochen der Misstöne, Verabschiedungen, Beschimpfungen und Grabreden auf die Blogszene von www.20six.de hat sich die Blogszene stabilisiert. Mein Onlinetagebuch von fast drei Jahren im Nirwana des Internet zu verlieren wäre für mich ein schmerzlicher Verlust gewesen. Dies wäre so, als ob eine innige Freundschaft nach drei Jahren zerbrechen würde. Irgendwo gibt es Internetsurfer, die aus Interesse oder auch zufällig auf meinem Blog gelandet sind und landen. Über manche Gedanken von mir wurde nachgedacht, sie haben etwas verändert oder wurden abgelehnt. Für manche waren die Gedanken es wert dazu einen Kommentar zu schreiben. Nach dem Einrichten der „Startseite“ bin ich wieder beim Wesentlichem angelangt, dem Schreiben von Blogbeiträgen. Dies bedeutet schreiben über mich und meine Umgebung. Nicht zufrieden bin ich nach der Softwarenumstellung damit, dass in den „Archiven“ bei vielen Einträgen „Smileys“ eingefügt wurden oder dass die Namen der Kommentatoren entfernt wurden u. ä.

Schon im Sommer 2005 habe ich den Entschluss gefasst meine TagGedanken in Buchform zu veröffentlichen, teilweise mit den Kommentaren. Dieses Buch wird im Frühjahr 2006 bei BoD erscheinen: ALLES SCHLAGLOCH – TagGedanken.
Nach den Turbulenzen bei 20six.de war dies eine gute Entscheidung. Hurra ich lebe noch.

ALLEN MEINEN LESERNINNEN LESERN EIN GESUNDES ZUFRIEDENES 2006.

31.12.05 09:37 verlinken / 8 Kommentare / kommentieren

 

HUND . PAULI

Seit einigen Jahren findet man auf den Weihnachtsmärkten als Attraktion für die Kinder einen Streichelzoo oder eine lebende Krippe. Hier kann man beobachten, wie sich die Kinder anstellen um eines der Tiere, egal ob dies ein Hase, Meerschweinchen oder Schaf ist, anfassen und streicheln zu können. Dieser Andrang lässt den Schluss zu, dass sich viele Stadtkinder nach einem Kontakt mit lebenden Tieren sehnen. Gerade bei der Überforderung unter der die heutigen Kinder leiden, kann der Kontakt mit Tieren ausgleichend und entspannend wirken. Die Darstellung einer lebenden Krippe ergibt sich von selbst, wenn neben dem Streichelzoo auf einer Bank eine Türkin mit Kopftuch ihr Kind auf dem Arm wiegt, gerade so, wie wir es von den Abbildungen der Heiligen Maria in den Kirchen kennen. Dazu setzt sich eine Frau und teilt ihr Kebab mit der Türkin und ihrem Hund Pauli. Christlicher kann es auch im Dom nicht sein. Die Kinder streicheln den Hund, der sich über den Zuspruch freut.

Hund hilft Kindern.

27.12.05 19:42 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren
DAS . HANDY

Das Handy ist heute fast schon so weit verbreitet wie der Kugelschreiber. Es gibt bei uns kaum noch Menschen, welche nicht mit einem Handy telefonieren. So haben wir uns daran gewöhnt, dass in Fußgängerzonen, bei Bushaltestellen, in Zugabteilen oder am Badestrand viel telefoniert wird. Verboten ist in Österreich das Telefonieren im Auto ohne Freisprechanlage, was aber niemanden daran hindert. Hoffentlich wird man auf den Autobahnteststrecken, wo nächstes Jahr Tempo 160 km/h erlaubt sein wird, vorher die Autos anhalten und die Handys abnehmen. Bei Tempo 160 km/h sollte man sich auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren und nicht zu Hause nachfragen, was es zum Mittagessen gibt. Das Männer beim Einkaufen im Supermarkt dreimal zu Hause bei der Frau anrufen, um nachzufragen, welche Wurst- oder Käsesorte es sein soll ist normal. Ob die Leute, bei welchen während der heiligen Messe das Handy läutet, direkt mit dem lieben Gott telefonieren, weiß ich nicht.

Überrascht hat mich das Handyläuten auf der WC-Anlage in einem Thermalbad und neben dem Pissen hat ein Herr per Handy über die Einstellung einer Verkäuferin entschieden.

Der Ort der Entscheidung.

28.12.05 18:00 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

IM . ANFANG

Im heutigem Evangelium zum Christtag heißt es :“ Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ Diese Fleischwerdung ist die Geburt Jesus, welche wir zu Weihnachten feiern. Dazu sagte der Dompfarrer: Gott hat die Menschen erschaffen weil er geliebt werden wollte und weil er sich nach einem Gegenüber sehnte, welches er lieben konnte. Gott sei der Erste gewesen, welcher die berühmten drei Worte zum Mensch gesagt hat : „ICH LIEBE DICH.“

War Gott einsam?

25.12.05 14:30 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren
WEIHNACHTS . WUNDER

HURRA , ICH LEBE NOCH.
Nach den wilden Diskussionen vor der Softwarenumstellung bei 20six, der Auflösung von virtuellen Blogfreundschaften, kam der Tag X., der Tag der Softwarenumstellung. Nach der Umstellung war mein Blog „Schlagloch“ im Schlagloch der Softwarenumstellung verschwunden. Da nützten auch keine Einträge im Supportblog wie:
Hallo Nico,
bis heute ist mein Blog unter „Deine Blog Seite“ nicht sichtbar, kann daher auch kein Passwort entfernen. Existiert mein Blog „schlagloch“ und die Einträge überhaupt noch? Ich zweifle schon daran. Mein Blog ist dann wohl ein „Unfallopfer“ der Softwarenumstellung. Zur Erinnerung deine letzte Auskunft:
nico (15.12.05 11:05)
@ schlagloch: wir haben das auf der bugliste. die techniker werden nachsehen, wieso dir dein blog nicht angezeigt wird.
Haben die „Techniker“ schon probiert mein Blog sichtbar zu machen?
Gruss schlagloch.
Meine letzte Hoffnung war Weihnachten, sozusagen ein kleines Weihnachtswunder im Internet, ein Ort, wo wir keine Wunder erwarten. Während des Warten habe ich bei den 20six Bloggern von ihrer Enttäuschung über die neue Software gelesen. Jetzt, acht Tage nach der Softwarenumstellung, ist mein Blog aus dem Internetschlagloch wieder aufgetaucht. Ein kleines Weihnachtswunder. Es ist zwar etwas ramponiert, aber es kann wieder gebloggt werden. Die „Ruine“ wird wieder aufgebaut.
Wichtig ist mir, dass die alten Einträge aus drei Jahren bloggen vorhanden sind. Ich hoffe, dass alte und neue „Verbindungen“ hergestellt werden und auf neue Kommentare.
PS. Im Frühjahr 2006 erscheint ein Buch: „ALLES SCHLAGLOCH“ , TagGedanken. Texte aus dem Internettagebuch „Schlagloch“
Gruss schlagloch.

22.12.05 10:27 verlinken / 1 Kommentar / kommentieren
ADVENT. ZEIT

Den meisten Menschen passiert es, dass gerade in der Adventzeit viele verschiedene Gedanken durch den Kopf gehen. Oft sind es Erinnerungen an die Kindheit, an verstorbene Familienmitglieder, an vergessene Bekannte oder Erinnerungen an frühere Weihnachten. Die Gedanken kommen oft kunterbunt, ohne jeden Zusammenhang, kreuz und quer. Manchmal sind es Erlebnisse, die man schon lange vergessen hat.
Wer einmal den Weihnachtsabend in einem Stadthotel verbracht hat, wo viele Gäste nur zwei bis drei Tage bleiben, wie es die Stadtbesichtigung braucht, wird die eigenartige Stimmung bemerkt haben, die zwischen den völlig fremden Menschen aufkommt, wenn die Hotelleitung am späten Abend zu einem Punsch in die Hotelhalle einlädt. Die Menschen kommen aus der ganzen Welt, aus Argentinien, Kanada, Japan, China, Russland oder Italien, manche sind Individualreisende andere kommen mit einer Reisegruppe. Es ist eine Sprachenvielfalt und alle versuchen einen schönen Platz in der Nähe des Christbaumes zu ergattern. Im Hotel treffen noch immer Gäste ein, während in einer Ecke eine Harfenspielerin Weihnachtsmelodien spielt. Die Gäste, mit einen Glas Punsch und ein paar Weihnachtskeckseen in der Hand stellen sich zu kleinen Gruppen zusammen. Wird das Hotel von einer Frau geleitet, so ist diese Frau meistens schlank, groß, blond und hat einen polnischen oder tschechischen Akzent.

Ein zum Nachdenken anregender Christbaum stand vor einigen Jahren am Heiligen Abend vor der St. Andrä Kirche, gegenüber vom Mirabellgarten, in der Stadt Salzburg. Der Christbaum war mit leeren Bierdosen behängt und mit roten Maschen geschmückt. Rundherum saß die „Liebe Familie“ am Boden, mit einer Dose Bier in der Hand. Beim Vorbeigehen murmelte ich „Frohe Weihnachten“.

Ein Bockbier trinken.

21.12.05 18:04 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren
FRISCH . GEPFLÜGT
 
Bei einem Spaziergang am Lautenberg in der steirischen Thermenregion sehe ich Ende November die großen Traktoren mit sechs Pflugscharen die Äcker umpflügen. Beim Geruch der frischen Erde kommen bei mir Bilder vom Ackern in Politzen mit dem Pferd hoch.
 
Die Vorbereitung zum Ackern war vom unteren Rand des Ackers mit der Schaufel eine Furche breit die Erde in Ziegelform auszustechen. Mit dem Pferdekarren wurde sie an den oberen Rand des Ackers gebracht. Dies verhinderte, dass das Erdreich immer weiter nach unten wanderte. Dann wurde der Mist mit dem Gummiwagen vom Hof auf den Acker gebracht und mit der Mistgabel zerstreut. Jetzt kam der Tag des Pflügen. Zwei Pferde wurden vor dem Pflug mit einer Pflugschare gespannt. Die Aufgabe des Pferdeführers war die Pferde gleichmäßig, in einer geraden Linie,  in einem Zug durch, über den Acker zu führen. Die Pferde in der Spur zu halten war besonders wichtig, das  es sonst für den Pflugführer unmöglich war mit dem Pflug in der Spur zu bleiben und eine gerade Furche zu führen. Es war Schwerarbeit den Pflug in den Boden zu drücken. Trotz der kühlen Temperaturen kamen der Pflugführer und die Pferde zum Schwitzen.
 
Die Erdschollen in Politzen waren gegenüber denen hier in Lautenberg viel kleiner  und der Traktor kennt keinen Schweiß. Im Bildband von Johann Raunikar,  „Stilles Land um Fürstenfeld“, sind einige stimmungsvolle Bilder mit den schweren dunklen Ackerfurchen abgebildet. Auf einer Bank sitze ich in der Novembersonne  vor einem frischgepflügten Acker und bin betäubt vom Duft der frischen Erde.
 
Frisch gepflügt. 
 
1.12.05 11:38 verlinken / kommentieren