jam:mer I

Wir jammern über zu vieles, dies beginnt bei einer Selbstverständlichkeit wie das Wetter. Jeder weiß,  dass wir darauf mit unserem Umweltverhalten Einfluss haben.  Aber wir können das örtliche Wetter, welches heute, morgen oder am Wochenende sein wird nicht beeinflussen.  Trotzdem schimpfen wir, wenn es in der Freizeit mit dem Wetter nicht klappt. Dabei erlauben es unsere vielfältigen Möglichkeiten für jedes Wetter etwas Passendes zu finden. Wir rühmen uns, wie aufgeschlossen und flexibel wir sind und dann zeigen wir uns, wenn es um die Aktivitäten bei der Freizeitgestaltung  geht, sehr konservativ. Wir geben dem Wetter die Schuld, wenn wir bösartig und grantig werden, weil es uns nicht erlaubt mit den Nordic Walking Stöcken in das Freie zu starten.

Kleinlich sind wir auch, geht es darum eine bestimmte Wurstsorte für den Abendtisch im Supermarkt zu finden oder eine spezielle Marmelade, von einer bestimmten Firma. Oft bestehen wir darauf mit dem Auto ruhig einmal drei Kilometer weit zum nächsten Supermarkt zu fahren um den gewünschten Wurstaufschnitt zu erhalten. Partout schimpfen wir darüber, haben wir Lust zum Fernsehen, dass wir dafür keine passende Sendung oder Film finden. Dabei verfügen die meisten Haushalte über Sattelitenempfang und eine Senderauswahl von über hundert Programmen. Drückt sich bei all diesem Missmut unsere Übersättigung aus?  Wir sind Konsumenten auf hoher Ebene, denen das Normalfutter nicht mehr schmeckt. Wir wollen etwas Exotisches, was zumeist nicht in unseren Breiten wächst.

Eine Bekannte klagte darüber, dass die Hauskatze nicht mehr frisst, höchstens ein paar Schnapp macht und den Rest im Fressnapf stehen lässt.  Sie kommt nur mehr in die Küche, wenn es frisches Hühnerfleisch gibt. Die Bekannte machte sich Sorgen, dass ihrer Katze Ulli etwas fehlt, vielleicht eine  Magenschleimhautentzündung? Womöglich leidet sie an Zahnschmerzen oder ein beginnendes  Nierenleiden?  Die Nahrungsverweigerung dauerte schon einige Tage und sie fuhr mit Ulli zum Tierarzt. Nach der gründlichen Untersuchung durch den Tierarzt war die Diagnose des Arztes ernüchternd: Die Katze ist überfressen. Dem wesen nach sind wir Tiere mit einem Ichbewusstsein.

Eine warme Mahlzeit.

gold:gräber II

In der Währungskrise werden einige kopflos und flüchten in Sachwerte, in Wohnungseigentum  oder Firmenbeteiligungen. Die Gewinnbeteiligung bei den meisten Lebens- und Sparversicherungen wurden in der Finanzkrise vor sieben Jahren gekürzt oder völlig gestrichen. Seitdem die österreichische Sozialversicherung allen Mitbürgern ihre voraussichtliche Pensionshöhe mitgeteilt hat, hat ein wahrer Sturm der Versicherungen und Banken auf die Pensionslücke eingesetzt. Viele Versicherungen glauben, ihre Stunde ist gekommen. Für Zahnlücken gibt es kein so vielseitiges Angebot, wie für die Pensionslücken. Für mich sind die Angebote nicht mehr relevant, ich gehöre zum alten Pensionssystem. Wie können Versicherungsgesellschaften, die im Wertpapier- und Aktiengeschäft spekulieren, die Erträge in zehn oder fünfzehn Jahren garantieren? Selbst der Staat hütet sich, Pensionsgarantien abzugeben. Wahrscheinlich sollte man hier und jetzt das Leben genießen und nicht mit dem Pensionistenparadies spekulieren. Überall setzt die Säkularisierung ein, im Jenseits und im Diesseits.

Manche sehen im Ankauf von Gold einen Rettungsring . Wie beim Wohnungseigentum ist der Goldpreis so hoch wie nie zuvor und für Sparbuchbesitzer keine wirkliche Alternative. Vor kurzem gab es dazu eine Reportage in 3sat zum Mythos Gold. Beginnend mit Aufnahmen im großen Basar in Istanbul, wo weltweit die meisten Schmuckhändler angesiedelt sind. Dort wird der meiste Goldschmuck ver- und gekauft. Weiter zum Tagabbau in den Goldminen von Australien. Für ein Gramm Gold müssen dutzende Lkw Ladungen von Gestein zerkleinert, gewaschen und chemisch aufbereitet werden. Beim Einschmelzen von Altgold ist die Ausbeute von Feingold ebenso gering. Für die Goldlager unter der Frankfurterbörse und in London gab es keine aktuelle Dreherlaubnis, nur Archivbilder. Der Bericht endete mit einem Rheingoldwäscher, der sich zu seiner Pension ein kleines Zubrot verschafft. Die Jahresausbeute, mit viel Mühe und Ausdauer verbunden, ist eine kleine Flaconflasche Goldstaub. Unsere Ausbeute beim Kehren der Wohnung ist ein Flacon Hausstaub. Wir sind keine Goldgräber, sondern Staubjäger. Der Wohnungsstaub führt bei niemanden zum Reichtum.

Testroboter.

gold:gräber I

In wirtschaftlich schwachen Zeiten verkünden die Parteien, dass die kleinen Einkommen durch eine gekürzte Lohnsteuer entlastet werden sollen. Da man den Sonntagsreden der Politiker, vor allem den Finanzpolitiker, keinen Glauben mehr schenkt, ist die Stunde der  Untergangspropheten gekommen. In allen Haushalten verbreiten sie die Botschaft, dass die Eurobanknoten nur noch das Papier wert sind auf dem sie gedruckt werden. Noch krasser, die Eurobanknoten sind nicht einmal das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurden. Nach einer solchen Meldung macht sich der eine und andere darüber seine Gedanken. Die im Umlauf befindlichen Geldmittel  sind nicht mehr durch Gold wertgesichert, wie dies einmal der Fall war. Das österreichische Staatsgold, zur Absicherung der Währung,  befindet sich nicht in Österreich sondern wird in London gelagert. Der Nachdruck an Banknoten durch die EBZ ist nicht durch gleichwertige Wirtschaftsleistungen abgesichert.

In den letzten Jahrhunderten war es nicht ungewöhnlich, dass ein Staat in Konkurs gegangen ist. Dieses Szenario war in Europa einige Male der Fall. Am schlimmsten getroffen hat es die breite Schicht der Bevölkerung, weil der Staat seinen gemeinnützigen Aufgaben, Gesundheit-, Verkehr – und Schulwesen  nicht mehr nachkommen konnte. Die Sozialhilfen und Pensionen wurden zu allererst gekürzt. Gleichzeitig steigen die Preise für die Lebensmittel durch die Inflation in das Unermessliche. Wer im Laufe seines arbeitsreichen Leben etwas zur Seite gelegt hatte, das gern zitierte Sparbüchlein der Oma, für deren Stabilität der Staat geradesteht, verlor plötzlich an Wert. Bei einer Währungsreform, wie es dann geschieht, kann man es gerade zum Einheizen benützen. Die Großeltern haben dies in den dreißiger Jahren in Österreich erlebt, das Ersparte war plötzlich nichts mehr wert. Es wäre besser gewesen, man hätte statt der Spareinlage Stahlnägel gekauft, diese hätten den Wert behalten. In den Familien kam es zu Tragödien, wenn im Zuge von Betriebsübernahmen oder Erbschaften den weichenden Kindern ein Geldbetrag ausbezahlt wurde und ein paar Monate später kam die Währungsreform. Auf der besseren Seite standen jene die Sachwerte, Grund oder Hausbesitz, erbten. Meistens fühlten sich diese moralisch verpflichtet oder es wurde an ihre Moral plädiert, dass sie den weichenden Erben in späteren Jahren nochmals ihr Erbteil ausbezahlten.

Wiederholung.

gut:mensch II

Hierzulande sorgen sich die Menschen, dass die USA auf europäischen Boden einen militärischen und nicht einen wirtschaftlichen Krieg gegen Russland führen könnten. Osteuropa wäre der Kampfschauplatz, mit allen Risiken und Auswirkungen für die Zivilbevölkerung in den Nachbarstaaten. Wir wären davon auch betroffen, was wir ansonsten von den Fernsehnachrichten, von der Wohnzimmercouch aus, kennen. Viele EU- Staaten sind Mitglied der NATO und wären somit gezwungen der USA bei ihrem Waffengang beizustehen. Erwägt man dieses Szenario, dann kann es einem heiß unter den Füßen werden. Es ist  wohl besser die Glut im Keim zu ersticken. Viel erhofft man sich von diplomatischen Verhandlungen. Manches Mal entwickeln die Dinge eine Eigendynamik, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Bei den wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland, um diese zum Einlenken zu bringen denkt man daran, sind diese die Milliardenverluste bei den Exporten wert? In diesen Tagen sind die Politiker schnell mit dem Szenario bei der Hand, dass die Schuld für die Verzögerung der Steuerentlastung und Wirtschaftsflaute im aggressiven Verhalten von Putin in der Ukraine liegt.

Mit einer Verwaltungsreform könnten bis zu fünfzehn Milliarden an Euro jährlich eingespart werden. Zum Beispiel gibt es in Österreich mehrere staatliche Wetterdienste: die ZAMG Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik;  der ORF hat seine eigene Wetterredaktion; Austrocontrol  liefert den Flugwetterdienst in Österreich; MeteoServe erstellt Prognosen für die Asfinag; Es gibt vier staatliche Wetterdienste, aber nur ein Wetter in Österreich. Dies ist ein Beispiel für die oftmalige Doppelgeleisigkeit bei den staatlichen Institutionen. Niemand traut sich, trotz jährlich wiederkehrender Versprechungen, die österreichische Verwaltung und die Ämter gründlich zu durchforsten und zu reformieren. Der Steuerzahler finanziert alles, er erträgt alles, er erduldet alles.

Gewitterwolken? für Unwetterwarnungen ist die UBIMET Gmbh zuständig.