schweine:bucht I

Mit einem Sprung, den mir viele ob meiner Leibesfülle nicht zutrauen würden, lande ich auf der Mauer, die das Wochenmarktgelände zum Drau-Ufer hin abstützt. Dabei hat es sich gezeigt, dass es ein Vorteil war, dass ich in den letzten Monaten abgespeckt habe. In wenigen Minuten öffnet der Wochenmarkt seine Pforten. Die Marktfahrer haben seit den frühen Morgenstunden ihre Verkaufsstände in der Markthalle und am Freigelände aufgefüllt. Das Angebot besteht aus saisonalem Gemüse, Küchenkräuter, Schnäpse, Liköre, Brot und Käse. Ein Großteil der Anbieter sind Bauern, die ihre Produkte direkt vermarkten. Für das nahende Osterfest verkaufen sie Schinken und Selchwürste aus Schweinefleisch, sowie Hühnereier. Die wichtigsten Zutaten für die Kärntner Osterjause.

Mit meinen Schweinsaugen verschaffe ich mir einen Überblick, mache einen Blick nach rechts und nach links und gebe mit meinem Rüssel das Signal zur Aktion „Schweinebucht“. Ein ganzes Heer von Schweinen, die sich bis jetzt auf dem Radweg still verhalten haben, kein einziger Grunzer war zu hören, kreisen das Marktgelände ein. Ihre Aufgabe ist es, die Straßen und die Gassen zum Udo Jürgen Platz, wo der Wochenmarkt stattfindet, zu blockieren. Zu verhindern, dass der Markt von Hausfrauen, Rentnern und anderen Käufern besucht werden kann. Wie ich, das Schwein Rosamunde, von meinem Beobachterposten aus sehen kann, reagieren die Verkäufer  mit offenem Mund und Kopfschütteln als sie merken, dass sie von Schweinen umzingelt werden. Die Ratlosigkeit kann ich in ihren Gesichtern ablesen. Das anfängliche Schweinechaos löst sich auf und alle Eintrittsmöglichkeiten in das Marktgelände sind von uns besetzt. Die ersten Besucher, welche sich dem Marktgelände nähern, werden von meinen Artgenossen am Weitergehen gehindert und machen kehrt. Zufrieden stoße ich einen Grunzer aus…

Fortsetzung folgt…

online:handel

Nicht allein die Buchhandlungen rennen in die offenen Messer der Onlinehändler, auch die Verleger haben zu kämpfen. Immer mehr junge Autoren verlegen ihre Bücher mit Hilfe einer Internetsoftware selbst. Sie sind mit der Technik und den Programmen gut vertraut und nützen die Sozial Medien gekonnt um ihre Bücher, ihre E-Books, zu verkaufen. Verschiedene Ansprüche wie Umschlaggestaltung, Layout und Lektorat müssen auch beim Selbstverlag erfüllt werden. Nicht alle selbstverlegten Bücher schaffen den großen Auftritt, aber dies passiert auch bei Büchern, welche in Verlagen publiziert werden. Verlage, welche ein Risiko wagen sind rar, die vielen Kleinverlage verfügen zumeist nur über eine dünne Kapitaldecke.

Den Wettbewerb zwischen den stationären Händlern und den Onlinehändlern gibt es in vielen Branchen. Wie man weiß, findet man auf der Plattform des größten Onlinehändlers außer Lebensmittel fast alles, nicht nur Bücher. Nicht nur der stationäre Buchhandel, auch andere Branchen klagen über die Konkurrenz aus dem Internet.

Zu den Gewinnern zählen, als Beispiel, kleine Erzeuger wie Käsereien oder Hutmacher, die über das Internet weltweit ihre Erzeugnisse verkaufen können. Sie sind nicht mehr auf einen kleinen Einzugsbereich beschränkt. Die große Schlacht im Onlinehandel wird sicherlich im Lebensmittelbereich geführt werden. Dabei bringen auch die Lebensmittelfilialisten ihre Geschütze in Stellung. Der erste Schlachtenlärm ist schon zu vernehmen, es wird ein brutales Gemetzel, zum Vorteil der Konsumenten? Ein augenscheinlicher Vorteil kann sich in späteren Jahren zum Nachteil werden, der Kahlschlag in der Einkaufslandschaft, das Ende vom Freizeitvergnügen shoppen.

Trommelwirbel

buch:handel III

Vereinzelt sieht man in den Buchhandlungen auf den Wühltischen oder bei den Neuheiten, dass einige Bücher mit Kommentaren der Angestellten versehen sind, wo  sie ihre Eindrücke festhalten. Wer keinen Wert auf das Ambiente einer Buchhandlung legt und sich dort beim Einkauf unter Gleichgesinnten befindet, für den gibt es auch im Internet Kommentare von Lesern.

Den Buchhändlern wird vorgeworfen die Präsenz im Internet verschlafen zu haben. Die Konkurrenz durch den Onlinehandel nicht rechtzeitig wahrgenommen. In den Feiertagsreden der Politiker werden die Buchhändler  als die Bewahrer der abendländischen Kultur gelobt. Die jüngere Generation wurde unterschätzt, wie schnell sie traditionelle Gegebenheiten über Bord wirft. Durch den Siegeszug des Laptops, des Tabletts und des Kindle haben Bücher einen verstaubten Einschlag. Trotz der Euphorie, Bücher prompt aus dem Internet herunterzuladen, sagt dies nichts über die Haltbarkeit der neuen Medien aus.

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buch:handel II

Dieses Jahr fällt der Valentinstag und der Aschermittwoch  zusammen. Bei Paaren könnte es sein, dass statt dem siebenten Himmel der Faschingskater dominiert. Am Höhepunkt des Faschings, dem Faschingsdienstag, kann es vorgekommen, dass der PartnerIn einen Kuss oder Umarmung zu innig ausgeführt hat. So gibt es am Valentinstag versus Aschermittwoch kein Happyend.

In meinen Lehrjahren war es üblich und eine meiner Aufgaben, während der Faschingszeit ein Schaufenster mit humorvollen Büchern zu gestalten. Unter anderem mit Büchern von Erich Kästner und Wilhelm Busch, dazwischen Witzebücher und Partyspiele für Erwachsene. Beliebt waren die Büchlein aus der Perlenreihe, wie Tanzen schnell gelernt, Tanzspiele oder Die Tollsten Mixgetränke. In Kärnten durften die Büchlein des Paradehumoristen Wilhelm Rudnigger im Schaufenster nicht fehlen. Heute sieht man in den Schaufenstern der Buchhandlungen kaum noch Witze- und Sketchbüchlein. Die Buchhändler plagen verschiedene Sorgen, dabei ist ihnen nicht zum Lachen zu Mute.

Zu schaffen machen den Buchhandlungen die  massiven Auftritte der Online Händler, die als erstes Bücher auserkoren haben, diese sind von der Logistik leicht zu Händeln. Früher war es üblich, sich vom Buchhändler beraten zu lassen, oder man hat sich auf ein Abenteuer in der Buchhandlung eingelassen. Dies nennt man schmökern, ein wenig in den Büchern zu lesen. Es ist ein sinnliches Gefühl ein Buch in den Händen zu halten und darin zu blättern. Heute ist dies durch Blick in das Buch auch online möglich, der händische Kontakt fehlt.

Seitenwende