buch:handel II

Dieses Jahr fällt der Valentinstag und der Aschermittwoch  zusammen. Bei Paaren könnte es sein, dass statt dem siebenten Himmel der Faschingskater dominiert. Am Höhepunkt des Faschings, dem Faschingsdienstag, kann es vorgekommen, dass der PartnerIn einen Kuss oder Umarmung zu innig ausgeführt hat. So gibt es am Valentinstag versus Aschermittwoch kein Happyend.

In meinen Lehrjahren war es üblich und eine meiner Aufgaben, während der Faschingszeit ein Schaufenster mit humorvollen Büchern zu gestalten. Unter anderem mit Büchern von Erich Kästner und Wilhelm Busch, dazwischen Witzebücher und Partyspiele für Erwachsene. Beliebt waren die Büchlein aus der Perlenreihe, wie Tanzen schnell gelernt, Tanzspiele oder Die Tollsten Mixgetränke. In Kärnten durften die Büchlein des Paradehumoristen Wilhelm Rudnigger im Schaufenster nicht fehlen. Heute sieht man in den Schaufenstern der Buchhandlungen kaum noch Witze- und Sketchbüchlein. Die Buchhändler plagen verschiedene Sorgen, dabei ist ihnen nicht zum Lachen zu Mute.

Zu schaffen machen den Buchhandlungen die  massiven Auftritte der Online Händler, die als erstes Bücher auserkoren haben, diese sind von der Logistik leicht zu Händeln. Früher war es üblich, sich vom Buchhändler beraten zu lassen, oder man hat sich auf ein Abenteuer in der Buchhandlung eingelassen. Dies nennt man schmökern, ein wenig in den Büchern zu lesen. Es ist ein sinnliches Gefühl ein Buch in den Händen zu halten und darin zu blättern. Heute ist dies durch Blick in das Buch auch online möglich, der händische Kontakt fehlt.

Seitenwende

buch:handel I

Über die Zukunft des Buchhandels wird nicht nur unter Buchhändlern diskutiert, manches Mal erreicht es auch die allgemeine Öffentlichkeit. Dafür gibt es publikumsaffine Termine, wie Weihnachten. Weihnachten ist traditionell die Hochsaison für den Buchhandel, passende Bücher gibt es idealerweise für jeden. Es gibt kaum  Hobbys, bestimmte Interessen und Vorlieben, die nicht in einem Buch behandelt werden. Es bleiben nur Analphabeten übrig, welchen man kein Buch schenken kann und für diese gibt es Bildbände. Außerdem lassen sich Bücher leicht besorgen und ob ihres Formats gut in Geschenkpapier verpacken. Selbst für Anfänger beim Geschenksverpacken. Ein Buch zu verschenken ehrt auch den Verschenker. Wir verbinden mit einem Buch, handelt es sich nicht um das Telefonbuch oder einen Versandhauskatalog, immer noch ein Kulturgut, welches es zu erhalten gilt.

Lob gibt es für Wohnungsbesitzer, wenn es in ihren Wohnräumen zumindest einen kleinen Schrank oder ein paar Regale gibt, wo einige Bücher stehen. Bei lesefaulen Bewohnern findet man zumindest einige Fotobände, Kochbücher und Lexika. Dies sind oft die Weihnachtsgeschenkbücher, welche sich hier versammeln.

Zusätzlich zu Weihnachten gibt es andere Termine, wo die Buchhändler versuchen am Konsum mitzunaschen. Neuerdings beim Valentinstag, der lange eine Domäne der Blumenhändler und Bonbonverkäufer war. Es gibt zu diesem Anlass eigene Aktionspakete von Verlagen. Spruchbüchlein, die sich vortrefflich für Liebende und Verliebte eignen, mit Texten und Bildern, die das Herz zerfließen lassen. Im Alltag manchen Kuss und Umarmung ersetzen. Für diesen Anlass greifen die Verlage tief in ihr Werbeetat und legen eigenes Dekorationsmaterial auf. Während meiner Buchhandelslehre war in unseren Breiten der Valentinstag kaum bekannt.

Neuland

fleisch:fresser I

Durch eine staatlich garantierte Pension und einem dazu angepassten Lebensstil wiege ich mich in einer gewissen finanziellen Sicherheit. Es gibt immer Unkenrufe die behaupten, dass die Pensionen in diesem Ausmaß, wie wir es in Österreich erhalten, auf Dauer nicht gesichert sind. Eine der Kuriositäten des österreichischen Pensionssystems ist, auch Pensionisten bekommen eine dreizehnte und vierzehnte Auszahlung. Urlaubs- und Weihnachtsgeld, wie wir dies aus dem Arbeitsleben kennen. Im benachbarten Deutschland bekommt man ein Urlaubs- und Weihnachtsgeld von den Firmen nur auf freiwilliger Basis. Hierzulande ist der 13. und 14. Monatsgehalt laut Kollektivvertrag für alle Angestellte und Arbeitnehmer Pflicht. Es gibt Berufsgruppen in deren Arbeitsvertrag ein 15. Monatsgehalt, wie bei den Bankangestellten, vorgesehen ist. Die Beamten und Angestellten in den staatlichen und halbstaatlichen Bereichen genießen besondere Privilegien, welche ich nur vom Hörensagen kenne.

Die 13. und 14. Rente sehe ich als einen Glücksfall. Während meiner Selbstständigkeit als Papierhändler war ich weit davon entfernt mir einen 13. und 14. Monatsbezug auszuzahlen. Von Seiten des Staates ist dies möglich. Vielleicht eine kleine Entschädigung für die unsicheren Einkommensverhältnisse während der Berufszeit. Mein Einkommen war während der vierzigjährigen Kaufmannszeit keine fixe Konstante, zumeist unbestimmt. Auf keinen Fall konnte ich mir für einen Zeitraum von mehr als einem Jahr vorstellen, welcher Gewinn in das Haus stehen wird. Bei den Privatausgaben zurückhaltend zu sein, war die beste Vorsorge. Über die Pensionsprivilegien, die bei den Angestellten der ÖBB oder der ÖNA herrschen will ich mir nicht den Kopf zermartern. Dies würde nur zu einem schweren Kopf  meinerseits führen und doch nichts verändern.

Mit diesem Hintergrund kann ich die Aufgeregtheit, mit welcher tagesaktuelle Vorgänge diskutiert werden, nicht immer nachvollziehen. Seien es die Aussagen im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf, die Vorgangsweise über den EU Austritt der Engländer oder einen gewollte Verteilung der Flüchtlinge in der EU. Schon gar nicht lasse ich mich von den Versprechungen eines neuen österreichischen Bundeskanzler und den Bundespräsidentschaftskanditaten einlullen. Noch weniger glaube ich, dass es einen neuen politischen Stil im Umgang bei der Postenbesetzung und der Korruption geben wird.

Postenschacher.

wirt:schaftlich II

Es rumort und phantasiert in ihm, seine Thesen zur Welt, zur Menschheit sind krude Ideen, aus zu vielen Büchern? Der landläufigen Meinung nach passt dies nicht zu einem Kaufmann. Gustiert wird eine herzeigbare Kultur, zu deren Genuss man sich schön machen kann, Aufführungen im Schauspielhaus oder im Kongresshaus. Er überrascht alle, als er sein kreatives Chaos durch strukturelles Wissen erweiterte. Seine kreativen Ideen und Texte einer wissenschaftlichen Ordnung, in eine universitäre Ordnung einbringt. Die Regeln für das Verfassen einer Seminararbeit einhält, auf vorhergehende Kenntnisse stufenweise aufbaut. Sich nicht mit dem Zuhören zufrieden gibt, es in bewertbare Texte gießt. Er gibt sich zurückhaltend und bezeichnet sich auf keinen Fall als wissend, im Gegenteil, er weiß noch deutlicher, wie wenig er weiß. Ein hinein schnuppern in eine andere Welt, ein Orientierungslauf.

Eine andere Ebene ist die Formulierungsgabe. Für ihn bedeutet Denken hinter einer gefalteten Stirn nichts abgeschlossenes, sondern einen fortlaufenden Prozess. Dieser kann sich beim Schreiben ständig entwickeln, fortwährend, wo es nicht darum geht recht zu behalten. Wo niemand recht hat, wo eines passiert, die verschiedenen Sichtweisen und Aussagen stellt man nebeneinander. Daraus kann jeder wählen was ihm weiterhilft oder zwei Sachen zu einer neuen Erkenntnis zusammenführen. Ein Erkenntnisstand zum jetzigen Zeitpunkt, in drei Monaten kann dieser anders aussehen.

Notizhefte