IM:kopf

In acht Wochen ist Weihnachten und bei diesem Gedanken habe ich das Gefühl, dass das Jahr vorbei ist. Das Zeiterleben spielt sich im Bauch ab. Wir benützen den Kopf und denken aus dem Bauch heraus. Vieles hat weder Hand noch Fuß, vieles ist für den Arsch, wie es volkstümlich heißt. Über vieles wird im Kopf abgestimmt, was eine Sache des Bauches ist. Kopfarbeiter sein bedeutet alles  mit dem Kopf zu entscheiden. Sucht man Verbündete, dann findet man diese im linken Herzlappen und in der rechten Herzklappe. Wird die Kopfarbeit zu schwer, dann kümmert sich der rechte Lungenflügel darum. Durch die  neue Aufgabe kann sich der Schleim aus der Lunge nicht lösen. Der Schleim macht das Atmen schwer. F. K.  hat gesagt, weil mein Kopf nicht alles ertragen kann, hat die Lunge etwas davon abgenommen. Die Arbeit am PC kann zu viel werden, Verwirrtheit und Entzündungen auslösen. Es braucht Eigenkorrekturen oder einen Korrektor. Wer  ist dazu fähig.

Im Haushalt  ist an manchen Ereignisse ersichtlich, wie die Zeit vergeht. Finden sich im Briefkasten mehr Modekataloge als normal, weiß man, dass eine andere Jahreszeit kommt, ein Jahreswechsel bevorsteht . Dazu braucht man nicht aus dem Fenster zu schauen, die Natur zu beobachten. Das Gewicht der Post kündigt den Jahreszeitenwechsel an. Das Gewicht einer Person bestimmt vieles. Ein gewichtiger Mensch hat ein gewichtiges Wort mitzureden. Wird eine Meinung ignoriert ist dies ist ein Fliegengewicht, sein Körpergewicht und seine Meinung.

Fliegenfänger.

NEON:klaustrophobie

Jetzt liest  man oft das Wort „Sparflamme“, dann denken nur wenige daran, dass damit die Flamme einer Petroleumlampe gemeint sein könnte, die auf niederem Niveau brennt, der Docht ganz zurückgedreht ist. An die Zeit der Petroleumlampen können sich nur mehr wenige erinnern. Meine Tante Paula wohnte in einem Nebengebäude vom Bauernhof, dort gab es kein elektrisches Licht. Sie benützte eine Petroleumlampe. Im Winter sah man am späten Nachmittag das Flackern der Flamme im Fenster. Waren wir mit der Hausaufgabe fertig, dann gingen wir zur Tante. Sie saß im Schein der Petroleumlampe auf einem Stuhl, las in einem Heimatroman oder strickte an Socken und Pullovern. Wir setzten uns auf den Diwan, sie hatte für uns Kinder immer eine Süßigkeit zu Hause. Oft erzählte sie uns oder las uns, eine Geschichte vor. In der Weihnachtszeit verwöhnte uns die Tante mit ihren selbst gebackenen Keksen und solange vorhanden,  bekamen wir etwas vom  Christbaumbehang. Wurde es finster, verabschiedeten wir uns von der Tante, gingen in den Stall und waren dem Vater bei der Stallarbeit behilflich. 

Die meisten Menschen kennen in unseren Breitengraden nur das elektrische Licht, den Schalter umlegen oder moderner, man betritt einen Raum und der Bewegungsmelder schaltet das Licht automatisch ein. Beim Hauseingang oder bei der Garageneinfahrt haben sich die Bewegungsmelder gut bewährt. Durch die Lichtautomatik werden auch unliebsame Leute oder Menschen mit böser Absicht abgeschreckt.  Manche fühlen sich sicherer, wenn ein kleines Licht brennt, es nimmt ihnen die Angst vor der Einsamkeit. 

Ein Spruch sagt: „Licht lockt Leute“. Dieser Spruch bezieht sich in besonderem auf die Schaufensterbeleuchtung, auf  die Neonreklameschriften und -Reklametafeln. In manchen Wohnzimmern oder Schlafzimmern wird es nie mehr ganz dunkel, weil an der Hausecke oder vis-à-vis eine Neonreklame montiert ist. In der Weihnachtszeit kommt die Weihnachtsbeleuchtung dazu. Immer mehr Menschen leiden in dieser Zeit unter einer Neonklaustrophobie, sie fühlen sich durch die allgegenwärtige Beleuchtung ständig beobachtet.

Weihnachtsstern.

ROM:splitter I

Im Gailtal liegt der erste Schnee, so glaubt man wieder an weiße Weihnachten. Zurzeit hat man den Glauben an die Wirtschaft, an die Kaufkraft verloren, da kommt eine Romreise zur rechten Zeit. Die Vorsorgepläne brechen ein, die Fonds verlieren an Wert, jetzt steht der Zusammenhalt in der Pfarrgemeinde im Vordergrund, nicht die Zeremonien. Es gibt begabte Zeremonienmeister. Für die Pilgerreise nach Rom erwartet man sich schönes, warmes Wetter. Ist man mit einer Reisegruppe unterwegs, hofft man auf nette Leute. Es ist gut, sich auf das Reiseprogramm, Romreise mit Papstaudienz und Christbaumillumination, einzustimmen: „Montaigne, Tagebuch einer Reise durch Italien“.

Im Bus gibt es nach der Abfahrt eine Begrüßung, das erste Gebet und die ersten Informationen. In Rom leben Hunderte Leute davon, dass sie Touristen die Handtaschen, die Brieftaschen, die Handys und andere Wertgegenstände stehlen. Vorsicht vor den Taschendieben! Nehmen wir die Warnung vor den Taschendieben zu genau, dann verlieren Hunderte Menschen ihren Arbeitsplatz. Beim Busstop in der Nähe von Padua lernen wir die italienische Gepflogenheit, zuerst bei der Kassa zahlen dann zur Theke, kennen. Cappuccino und Mortadellasemmel, Euro 3.70. Vorbei an Feldern mit Kraut- und Salatköpfen fahren wir weiter in Richtung Bologna. Dort herrschen ein verwirrendes Straßennetz von Auffahrten, Abfahrten, Ober- und Unterflurtrassen, zwischen den Häuserschluchten und über die Häuser hinweg. Die Straße über den Apennin zeigt ihr wildes Gesicht, stark befahren, kurvenreich, tunnelreich und leichter Schneefall. Auf der Straße ist ein Unfall, es kommt zu einem Stau. Es wird dunkel und wir stehen noch immer im Stau. Man fängt an zu träumen: Es schneit intensiver, die Bratwürstel und die Getränke gehen aus, das Benzin geht zu Ende, es wird kalt im Bus. Wir sind am Apennin eingeschneit und niemand weiß davon. Wir sind froh, als wir im Pilgerhaus am Stadtrand von Rom ankommen, und unsere Zimmer beziehen.

Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Bus in das Zentrum von Rom. Eine Frau im Pelzmantel führt zwei Hunde an der Leine, gekleidet in lila Mäntel, zum Morgenspaziergang. Die Lücken zwischen den langsam vorwärts fahrenden Autos benützen die Mofafahrer für eine Slalomfahrt. Am Petersplatz nehmen das Stimmengewirr, die Hektik und das Gedränge vor der Personenkontrolle zur Audienzhalle zu. Alles auf das Laufband, Handtasche, Brusttasche, Handy, Fotoapparat, Kleidungsstücke mit Reisverschluss und Prüfung durch den Metalldetektor. Der Papst in einem Sicherheitstrakt. Die Audienzhalle füllt sich mit zehntausend Menschen, auf der Bühne ist ein Stuhl leer. Wie kann man sich das Kommen des Papstes vorstellen? Zuerst hört man den Jubel, den Beifall der Leute, dann sieht man den Papst auf der Bühne, größer auf einer Videoleinwand. Ein Festakt für Rombesucher. Lesung aus dem Paulusbrief: „Hätte ich alle Schätze der Welt, aber die Liebe nicht, dann wäre ich nichts anderes als taubes Erz“.

Am dritten Besuchstag wird der Petersdom besichtigt. Nach einer Stunde Wartezeit bei strömenden Regen und umschwärmt von Regenschirmverkäufern, ist man bei der Sicherheitskontrolle angelangt. Der Petersdom überrascht innen mit seiner Größe, diese Größe beeindruckt. Wozu diese Größe, eine Machtdemonstration für wen? Ein Papstgrabmal reiht sich an das Andere, das Kirchenschiff nimmt kein Ende. Es wird unterbrochen von der Kuppel, ein Blick in den Himmel. Einmal kommt der Hauptaltar. Ein Prunkbau der Päpste, den Ort zum Beten muss man suchen. Im Dom sind mehrere Baustellen, Arbeiter, Gerüste und Kräne. Mit dem Hubstapler werden Stühle abtransportiert.

Steigen die Pilger aus ihren Komfortbussen aus, werden sie von bloßfüßigen Kindern und Frauen mit einem Baby am Arm, um eine Spende ersucht. Im Innenhof der Basilika St. Paul vor den Mauern probt der Chor aus dem Lesachtal unter Palmen, bei 12 Grad plus, Weihnachtslieder. Vor der Kirche steht zwischen den Pinien der Christbaum aus Kärnten, daheim gibt es fünfzig Zentimeter Neuschnee. Für die Besucher gibt es Villacher Bier mit dem Papstkonterfei.

Kommt man am Abend in das Pilgerhaus Fraterna Domus zurück, sehen wir von Weitem ein leuchtendes Kreuz und die Lichter der Vorstadtsiedlungen. In der Eingangshalle vom Pilgerhaus zeigt ein großes Ölbild den gekrümmten, zusammengekauerten Papst Paul II. In einer Ecke am Platz vor dem Hauptgebäude steht ein Stall, eine Krippe, mit lebensgroßen Figuren. Josef stützt sich auf einen Stock und schaut ungläubig auf das Kind in der Krippe, Maria zieht den Mantel vor der Brust zusammen, es ist ihr kalt. Ein Hirte hält ein Schaf in seinen Händen, ein zweites Schaf ist zu seinen Füßen. Auf dem Feld brennt ein Feuer. Vor der Krippe kniet ein Engel mit ausgebreiteten Flügeln und lächelt das neugeborene Kind an. Eine Frau, mit einem Wasserkrug auf dem Kopf und einem Kind am Arm, geht vorbei. Vor dem Stall ist ein Ziehbrunnen. Dieses lächelnde Kind, unter einfachen Umständen geboren, hat mit seiner Botschaft die Welt verändert. Prunkbauten und Kunstschätze waren nicht notwendig.

Aus dem Tagebuch, November 2008.

ALLEN MEINEN LESERNINNEN, KOMMENTATORENINNEN und FreundenInnen ein friedvolles WEIHNACHTSFEST.

Charly & Undine. Eine Weihnachtsgeschichte.

SUCHE . WEIHNACHT

In der Vorweihnachtszeit ist das  Bedürfnis von den Mitmenschen verstanden zu werden besonders groß. Diese Erwartung haben die meisten Menschen. Im Weihnachtstrubel ist es schwierig für die Anderen Verständnis und Geduld zu zeigen. Eine Fülle von Hilfsaktionen werden gestartet um in Not geratene Menschen zu helfen. Es wird an unsere Menschlichkeit appelliert. Menschlichkeit kann man im Alltag beweisen: Wenn ich im Straßenverkehr einen anderen Autofahrer problemlos einreihen lasse, mich trotz Zeitnot im Supermarkt bei der Kassa nicht vorschwindle. Mir die Zeit nehme und jemanden der keine Ansprache mehr hat mit Interesse zuhöre.
 
Im Weihnachtsevangelium zeigt der Stern den Hirten an, wo Jesus geboren wird. Auch heute ist der Stern ein Symbol für die Weihnachtszeit. Es gibt ihn in verschiedener Ausführung. Ich kann den Weihnachtsstern in einem Topf  kaufen und bei guter Pflege blüht der Weihnachtsstern rot. An den Wohnungstüren und Fenstern sieht man Weihnachtssterne aus Stroh, Weidenruten, Goldfolie und anderen Materialien hängen. Im Neonzeitalter blinken und glitzern die Weihnachtssterne in allen Farben an Garageneinfahrten, Hauseinfriedungen und Dachfirsten. Über dem Eislaufplatz gibt es einen künstlichen Sternenhimmel. Marktplätze und Einkaufsstrassen schmücken sich mit elektrischen Weihnachtssternen. Der Weihnachtsstern vom Einkaufszentrum erleuchtet meine Wohnung. 
 
Vier  Wochen vor dem Heiligen Abend bin ich ratlos und auf der Suche nach Weihnachten. Zu meinen Weihnachtserinnerungen gehört viel Schnee und jetzt gibt es im Süden von Österreich im Tal  noch keinen Schnee. Ich glaube, egal wie alt man gerade ist, wir haben immer die Weihnachten unserer Kindheit vor unseren Augen. Zu meiner Kindheit gehörte das Zusammenleben mit Tieren auf einem Bauernhof. Meine besten  Freunde waren der Hofhund „Wächter“ und der schwarze Kater „Murli“ und andere Haustiere. Als der Hofhund „Wächter“ verendete, konnte ich lange nur bei geöffneter Zimmertüre schlafen. In der Dunkelheit sah ich den „Wächter“ auf der Zimmerwand laufen. Der Kater Murli war über fünfzehn Jahre alt, immer unterwegs und mit einem zähem Leben ausgestattet. Er schaffte es von seinen Beutezügen trotz Bisswunden, hinkenden Beinen, angeschossenem Hinterteil, nach Hause zukommen. Einmal schneite es einige Tage vor  Weihnachten einen halben Meter. Der Kater Murli blieb verschollen. Nach der Schneeschmelze wurde er bei der hinteren Hausmauer gefunden, er ist dort wohl an Erschöpfung oder Altersschwäche gestorben. Am Tag des Heiligen Abend ist eine feierliche Stimmung auf dem Bauernhof. In Haus und Hof wurde gekehrt, geputzt und gekocht. Man ging etwas früher als an anderen Tagen in den Stall um die Tiere zu füttern und die Kühe zu melken. Es kam mir vor als spürten die Tiere etwas von der Besonderheit dieses Tages. Es gab für sie eine Extraportion Leck. Um Haus und Hof wurde es still. Die Autogeräusche vom Talboden verschluckte der Schnee. Es gab keine blinkenden und laufenden Weihnachtsbeleuchtungen, nur wenige Lichter in der verstreuten Nachbarschaft. Mit Einbruch der Dunkelheit kam die Stille über die Sonnseite. In der Stille ist Weihnacht.
 
Mein Beitrag zur Blogparade-Weihnachten vom Feel-Better-Blog.
 
 
 
 

 3 Kommentar(e)     

Gerhard (27.11.07 13:30)
Schön Deine Schilderung!

Ich persönlich kann mich nur schwer zurückversetzen in die Weihnachtzeit als Kind, weiß nur unbestimmt, daß es eine Zeit war, die einlud zur Besinnlichkeit und zur festlichen Freude.

Jetzt suche ich gewöhnlich das Weite an solchen Tagen. Mir sind Festtage ein Greuel. Wohl eben, weil es keinen Weg zurückgibt.

Frank Obels / Website (27.11.07 19:38)


Danke schön fürs mitmachen – sehr schön geschrieben. Nun muss ich auch bald ran.

Herzliche Grüsse

Frank


schlagloch


Hallo Gerhard!

Ich freue mich auf alle Festtage, sie bieten mir die Möglichkeit auszuruhen und mich mit etwas zu beschäftigen, was ich gerne mache. Um den Trubel zu vergessen genügt ein Spaziergang im Wald.

Gruss schlagloch.

 

ZAHNARZT . GEBURT

ZAHNARZTGEBURT.
 
BEWEGUNGEN SIND SCHMERZEN.
BECKEN HEBEN UND SENKEN.
SCHAMHAARE KIPPEN. TRÄNEN. SPEICHEL.
SCHMERZ. WEGSCHLECKEN. KÜSSEN. ZUHÖREN.
KEINE GEBURTSURKUNDE.SPRACHE. NACHKOMMEN. VÄTER MIT MESSERN AM TISCH. SCHWÄNZEN. BÄRTEN. EIN GEDRITTELTER KÖRPER IST EIN GUTER KÖRPER. SCHMERZLOS. WILLENLOS. GESCHLECHTSLOS.  MONTAG IST ENTLEERUNGSTAG. KOPFMÜLL.
HAUSMÜLL. UNTERLEIBSMÜLL. ZUR SCHAU STELLEN. AUSSORTIEREN. WIEDERVERWERTEN.
WIEDERGEBURT. ALLES KOMMT WIEDER. DIE BLÜTEN. DIE ANGST.  DIE BAKTERIEN. OTTO WILL EINE NORMALE GEBURT.
NIE WIEDER EINE ZAHNARZTGEBURT.
ALS LACHER IN DIE WELT KOMMEN.
 
 
ALLEN MEINEN LESERN EIN FRIEDVOLLES WEIHNACHTSFEST.
 

23.12.06 09:06 verlinken / 6 Kommentare / kommentieren

 

VOR . WEIHNACHTEN

Wir haben die Gewohnheit unangenehme oder schwierige Aufgaben lange vor uns herzuschieben. In den Tagen vor Weihnachten will man unerfreuliche Dinge nicht ansprechen oder verdrängen. Dazu gehören auch soziale und mitmenschliche Dienste. Vielleicht sollte man gerade weil Weihnachten kommt einen längst fälligen Besuch im Krankenhaus oder im Altersheim machen, oder mit den Wohnungsnachbarn reden. Jetzt hat man den guten Vorsatz im Kopf, nach Weihnachten will man oft von den guten Vorsätzen nichts mehr wissen. 
 
Der Weihnachtsstern für den Wohnungsnachbar.  
 

20.12.06 15:41 verlinken / kommentieren

 

NEBEL . SCHWADEN

An regnerischen Dezembertagen hat man den Wunsch, dass sich die Nebelschwaden vor dem Fenster verziehen und der Blick auf den Mittagskogel  freigegeben wird. Dies ist verbunden mit dem Wunsch, dass sich die Nebelschwaden im Kopf verziehen, welche die Sichtweise und die Gedanken verdunkeln. Deshalb setzen viele Menschen auf die Heilkraft der Weihnachtsbeleuchtung, sei es am Balkon, an der Hausfassade oder im Garten. In Deutschland hat jemand für seine Weihnachtsbeleuchtung an seinem Einfamilienhaus 500. 000 (fünfhunderttausend) Glühbirnen angebracht. Der Strom dafür wird von einem eigenem Stromaggregat geliefert.
Die Weihnachtsbeleuchtung von den Möbelhäusern ist drei bis vier Stockwerke hoch. An manchen Tagen ist der Nebel im Villacherbecken so dicht, dass die grellsten Recklamelichter nicht zu sehen sind. Dann hört man nur die Geräusche der Eisenbahn und die Geräusche der Autos auf der Fahrt zu den Möbelhäusern.
 
Im Nebel verirrt.
  
 

18.12.06 08:07 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

ROTE . MANN

In der Vorweihnachtszeit werden mehr Wohnungseinbrüche verübt als zu anderen Jahreszeiten. Ist dies auf die frühe Dunkelheit oder auf die Geldknappheit der Menschen, die unter dem Geschenkzwang leiden, zurückzuführen? In der Nähe von Möselstein hat es innerhalb einer Woche zwei Banküberfälle gegeben. Noch nie ist die Polizei mit so hoher Geschwindigkeit durch den Ort gerast . Beide Bankräuber sind noch flüchtig. An meinem Arbeitsplatz, ein Geschäft, wurde auch einmal ein Einbruch verübt. In der Früh war eine Seitentüre aufgebrochen und im Verkaufsraum waren die Vitrinen mit den Geschenkartikel in Silber, Messing und Kupfer ausgeräumt. Überall waren die Schubladen geöffnet, vieles lag am Boden. Aus dem Getränkeautomat hatten sich die Einbrecher ein paar Colaflaschen geholt und damit im Geschäft herumgespritzt.
 
Jetzt kann man an vielen Häusern einem Fassadenkletterer bei seinem Einbruchsversuch zusehen. An einer Strickleiter, die am Balkon eingehängt ist, zieht sich ein Mann bekleidet mit einer roten Mütze und einer roten Weste die Hauswand hoch. Alle schauen ihm dabei zu, aber keiner greift ein.
 
Der rote Mann.

14.12.06 11:14 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren

 

WA(H)RE . SINN

Nach dem Supereinkauswochende, mit dem Feiertag am 8. Dezember und dem langem Einkaufssamstag kehrt heute Normalität in den Handelsalltag ein. Auch bei vielen Konsumenten und man geht dem Gedanken nach, was man wirklich für den Alltag braucht. Von dem Gedanken was im Leben zählt ist man in der Vorweihnachtszeit weiter entfernt als sonst.
Vieles  wurde aufgeboten um die Kunden in die Einkaufstempel zu locken. Die sparsame Handelskette warb mit minus 10 % auf alles. Andere verschenkten Schipässe und verkauften Wintersportartikel um 15 % reduziert. Den Weihnachtsschmuck gab es zum halben Preis und Einzelstücke bei Spielwaren um 30 % verbilligt. Im Restaurant gab es zum Mittagessen einen Stempel in den Treuepass und das zehnte Menü um 10 Cent. So konnte jeder seine Prozente finden.
 
Nicht geklärt ist, ob Jesus eine jungfräuliche Geburt war. Moderne Religionsforscher haben aus Bibeltexten nachgewiesen, dass Jesus mehrere Geschwister hatte. Die Festlegung des Dogma der jungfräulichen Geburt erfolgte bei einem Konzil im sechstem Jahrhundert nach Christus.
Dafür interessieren sich die Kunden in den Einkaufszentren am Tag von „Maria Empfängnis“ nicht.
 
Der wa(h)re Sinn.      

11.12.06 09:36 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren

 

Alle Jahre wieder
 
Jetzt
Zugreifen
Auch Wärme
Schenken ist geil
Niedrige Heizkosten
Der Ordnung wegen
Es schneit Geschenke
Licht in schönster Form
Leise purzeln die Preise
Warum bis Ostern warten
Fleisch zu Diskontpreisen
Weihnachten kann kommen
Feiern mit dem Weihnachtshasen
Der
b(w)are
Wahnsinn
 
 
7.12.06 17:41 verlinken / 1 Kommentar / kommentieren

 

KAL . VARIJA

Mitten im Hang von Portoroz in Istrien steht die Pfarrkirche „Maria vom Rosenkranz“, eingeschlossen von Zypressen und Palmen, im Garten stehen Dattel- und Khakibäume. Die Weintrauben hängen dunkelblau in den Reben, die Khaki werden gerade gepflückt und in Obststeigen gelegt, wie bei uns die Äpfel. Beim Khakifest in Strunjan kann man die verschiedenen Khakimehlspeisen und Khakiliköre verkosten. Die Kirche ist ein Sichtbetonbau mit einem nach oben geschwungenem Holzdach. Das  Kirchenschiff ist ein Halbkreis mit großen seitlichen Mosaikfenstern. Wenn man in der Kirche und bei sich angekommen ist, dann hört man nichts mehr vom Straßenverkehr und vom Kurbetrieb.
 
Die Kreuzigungsgruppe hinter dem Volksaltar zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Jesus ist auf einem T-Kreuz  mit den Füßen und nur mit einer Hand angenagelt, die andere Hand reicht er einer Frau die neben dem Kreuz steht und lächelt ihr zu. Es stehen noch mehr Menschen um das Kreuz und wollen die Hand Jesu ergreifen. Sie erwarten sich Trost und Hilfe vom gekreuzigten Gottessohn, wessen Sohn er immer gewesen ist. Eine tröstliche Kreuzigungsgruppe von Tone Demsar, dass Jesus vom Kreuze herab dem Menschen die Hand reicht um ihm zu helfen. Gottessohn kann auch der nächste Mitmensch sein.
 
Gottes- und Menschenhilfe.         

4.12.06 12:41 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

CHRIST . HASE

Wer jetzt beginnt seinen Garten, Terrasse oder Hauseingang mit weihnachtlichem Symbolen zu schmücken, ist spät dran. Wenn man sich an den Weihnachtsdekorationen in den Strassen und Plätzen der Städte orientiert, dann hat man eine Verspätung von einem Monat. Bei einem Spaziergang Anfang November durch die  Innenstadt von Villach habe ich im Schaufenster einer Geschenkboutique in der Nähe der Stadtpfarrkirche einen geschmückten und beleuchteten Weihnachtsbaum gesehen. Auf den Plakatwänden wurde für das Winter Openair Werbung gemacht. Die Weihnachtsbeleuchtung wurde installiert und das Schild für den Christkindlmarkt aufgehängt. Eine Elektrokette wirbt mit dem Weihnachtshasen.
 
Seit diesem Wochenende ist der Christkindlmarkt eröffnet. Die Kinder tummeln sich auf dem künstlichem Eislaufplatz vor dem Rathaus und die jungen Mütter stehen bauchfrei gekleidet an den Banden.     
 
Christkind und Osterhase trinken einen Capuccino.

27.11.06 12:41 verlinken / 8 Kommentare / kommentieren