Über schlagloch

Er hat es sich zur Aufgabe gemacht mehrmals die Woche eine kleine Studie zu verfassen und teilt dies per Weblog „schlagloch“ einer stetig wachsenden Internetgemeinde mit. Einzelne Leser treten auf der Internetplattform mit ihm auch in eine Diskussion über das Geschriebene ein. Vom Deutschen Literaturarchiv Marbach werden ausgewählte Online-Publikationen, so auch das Blog „schlagloch“ auf der Plattform Literatur-im-Netz langzeitarchiviert. Einige „Schlaglöcher„ hat er materialisiert und zu Büchern gemacht: Zeitenwandel (2009); Die Beobachtungen (2011); Bruchstellen (2015).

AUS:horchen

In der Forschung werden oft damit gute Ergebnisse erzielt, dass man spielerisch, kindlich oder mit einer ungewöhnlichen Fragestellung an ein Problem herangeht. In unserem Schulalltag haben wir gelernt, was logisch und was nicht logisch ist. Der logische Verstand ist zur obersten Instanz geworden. Spielerisches, kreatives ist uns als Erwachsene fremd, oder es wird uns in Seminaren wieder antrainiert. Von vielen Fragen die Vorschulkinder stellen ist man überrascht, weil sie oft nach Dingen fragen, die wir aus unserer rationalisierten Welt ausgeblendet haben.  

Dass die Katzen gut hören ist bekannt. Wird eine Futterdose geöffnet, kommt die Katze, egal wo sie sich gerade in der  Wohnung aufhält, zum Futterplatz gerannt. Über diese Fähigkeit erstaunt war das Enkelkind und hat uns mit der Frage überrascht: „Ob die Katze, weil sie jedes kleine Geräusch hört, auch hören kann was wir denken?“ 

Bleibt uns vieles erspart weil wir die Gedanken unseres Partners, unserer Verwandten oder Nachbarn nicht lesen, besser nicht hören können oder  bedeutet dies einen Verzicht?  Dann gäbe es die Frage, ich möchte wissen was du denkst oder an was denkst jetzt, nicht mehr.  Welche Fragen bleiben dann übrig und in welche menschlichen Abgründe würden wir hören, rational gesagt, blicken. 

Die Katze als Gedankenleser.

BLOG:haus

Ich möchte heute das Blog „schlagloch“ , mit der neuen Domain „www.schlagloch.at“, vorstellen.  Die Baumeisterin des  Bloghauses ist Isabella . Die Einrichtung, sprich Inhalt, stammen von schlagloch und den Kommentatoren. Im Archiv, „wähle den Monat“, lagern alle Texte und Kommentare seit dem Jahre 2003. Es gibt einen ersten freundlichen Bericht  zum neuem Blog von Robert:

„Wer Schlagloch nicht kennt, dem empfehle ich gleich den Beitrag zum Thema „Ist bloggen out“, das gibt einen Einblick in die Schreibweise von Franz, dem Betreiber von Schlagloch, und erklärt auch den Namen des Blogs. Franz schreibt Nachdenkliches, Berührendes oder Alltägliches.“  

Schlagloch feiert seinen 5.  Bloggeburtstag.

Zwei Kommentare aus den letzten Monaten:

Zu einem Eintrag über eine Waldkapelle mit Besucherbuch schreibt Gerhard : 

Gerhard (31.12.07 12:26)

Ich betrachte Dein Blog fast wie eine Kapelle, zu der ich öfters mal pilgere und meinen Eintrag hinterlasse.  

Linda – BLOGTXT- PROJEKT schreibt:

Ich habe heute den neuesten Text auf Ihren Blog gelesen, den mit dem Schneewachstum. Schneewachstum, so eine tolle Vorstellung!!!
Ich finde, dass das Schönste an Ihren Texten darin liegt, dass Sie imstande sind, die ganze Entwicklung, die im Text stattgefunden hat, am Ende in wenigen Wörtern (oder sogar nur ein Wort) zusammenzufassen. Diese Wörter sind unvergesslich.  

E. M. CIORAN  stellt in seinen „Aufzeichnungen aus Talamanca“ die Frage:

„Welcher Unterschied besteht darin, von Tausenden, Zehntausenden oder Hunderttausenden gelesen zu werden oder einen Leser zu haben“. (Zitat)

LETZTER:wille

Beim Eingang zur Napoleonwiese liegt am Boden ein verfaulter und verwitterter Baumstamm, er beherbergt ein Ameisennest. Ein Teil des Nestes ist für alle Spaziergänger sichtbar und wird auch übersehen. Manche kommen im Laufschritt vorbei, andere mit zwei Nordic Walking Stöcken, andere ziehen an der Leine vom Hund, neigen ihr Ohr dem Handy zu und nehmen etwas anderes wahr. Kaum jemand beachtet die Veilchen, die Windbuschröschen, die Vergissmeinnicht und das frische Gras. Der  Ameisenhaufen ist schwarz, er quillt von den frisch geschlüpften Ameisen über. Sie müssen ihren Platz im Ameisenstaat erst finden. Wer ist der Platzanweiser für tausende neue Einwohner. Dazwischen kommen Ameisen mit einem zehn bis fünfzehn Zentimeter langem Stück dürrem Holz daher und bringen es auf dem Ameisenhaufen in Stellung. Stossen sie mit dem Holzstück irgendwo an, dann drehen sie dieses so lange bis es weiter geht. Niemand kommt zu Hilfe, das Gegenteil ist der Fall, viele Ameisen klettern über das Hindernis hinweg. Warum sind es nur ein einzelne Ameisen, die mit einem Holzstück kommen? Für einen Außenstehenden Beobachter laufen die Anderen nur kreuz und quer umher. Von wem haben sie die Befehle, dies oder jenes zu tun, wer steuert die „Holzsammler“ unter den Ameisen. Hat eine Ameise einen freien Willen oder ist es der Wille des Ameisenstaates, den es schon länger gibt als die Menschen. 

Bei uns wird darüber geforscht und spekuliert, dass es den freien Willen des Menschen gar nicht gibt. Unsere Handlungen werden im Gehirn in einem chemischen Prozess festgelegt, bevor wir sie als solche erkennen. Im Nachhinein werden die Handlungen von uns, als unser freier Wille bestätigt. Wessen Wille war es, dass ich diesen Text geschrieben habe? 

Mein Wille.