kur:himmel II

Einen anderen Aspekt hat der Reha Aufenthalt. Dabei versucht man mit den Patienten nach einem Schlaganfall, einer Herzoperation, einer Hüfte-, Knie- oder Wirbelsäulenoperation oder einem Arbeitsunfall ihre körperliche Mobilität wiederherzustellen. Im besten Fall gelingt es, dass der Patient wieder voll arbeitsfähig wird. Für diese intensiveren Gesundheitsmaßnahmen bedient man sich gerne der Einzeltherapien. Diese sind etwas kostenintensiver, erzielen aber auch bessere Erfolge.

Es ist nicht einfach nach einem Kuraufenthalt den Erfolg in Worte zu kleiden. Nicht für den Kurgast und nicht für die Kurärztin bei der Abschlussuntersuchung. Gerne bedient man sich dabei der Befindlichkeitsskala von 0 bis 10. Zehn bedeutet weiterhin einen schmerzhaften Zustand. Vielfach begnügen sich Kurärzte damit, dass sie bei der Enduntersuchung nach dem Befindlichkeitsstatus fragen und ihn mit der Eingangsuntersuchung vergleichen. Werde ich persönlich nach meinem Kurerfolg gefragt, nach meinem persönlichen Empfinden, dann kann ich mit einem reellen Vergleich aufwarten. Mein persönlicher Kurerfolg zeigt sich darin, dass ich mich beim wöchentlichen Wohnungsputz, beim Staubsaugen und beim Bodenaufwischen um vieles lockerer und beweglicher fühle. Die Lebenspartnerin hat schon signalisiert, sollte ich die Möglichkeit bekommen in einigen Jahren meinen  Kuraufenthalt zu wiederholen, dann bekomme ich von ihr den Segen dazu.

Himmlische Aussichten.

kur:himmel I

Im österreichischen Gesundheitssystem gibt es eine spezielle Begünstigung, die Zuerkennung eines Kuraufenthaltes. Die Voraussetzung ist, dass man über einen längeren Zeitraum Schmerzen oder Beschwerden hat. Die Beschwerden müssen kein ernstes gesundheitliches Problem darstellen. Offen gesagt, sie könnten für jene zu einem gesundheitlichen Risiko werden, welche keine persönlich Gesundheitsvorsorge betreiben. Dazu zählen Verdauungs- und Atembeschwerden, Probleme mit dem Blutdruck oder den Venen, Maßnahmen zur Kräftigung des Herzmuskeln, neuerdings die Vermeidung bzw. Behandlung von Stresssituationen, wie es heute heißt, Burnout. Ein großer Teil der Kuranträge wird wegen Beschwerden am Bewegungsapparat gestellt. Wer leidet im fortgeschrittenen Alter nicht unter Nackenbeschwerden oder Spannungskopfschmerz, der von einer verspannten Nackenmuskulatur herrühren könnte. Wie sagt der Volksmund so treffend: Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz. Jeder muss sein Kreuz tragen. Dies verweist darauf, dass wir viele Sorgen und Nöte im Rückenbereich abladen. Es gibt kaum einen Beruf, egal ob er stehend oder sitzend ausgeführt wird, der nicht seine Spuren im Rücken hinterlässt. In den Kurhäusern wird versucht mit natürlichen Mitteln wie Gymnastik, Unterwasser- oder Trockengymnastik, Moorpackungen, Physiotherapie, Massagen und Elektrotherapien, den Beschwerden zu Leibe zu rücken. Auf den Einsatz von aggressiven Medikamenten wird verzichtet. Mit Unterstützung von Homöopathie, Hypnose und Bachblütentherapie wird versucht den ganzen Menschen zu behandeln.

Sehr oft setzt man auf die heilende Wirkung von Wasser, sei es das ganz ordinäre Quellwasser, wie bei der Kneipptherapie. In Österreich gibt es zudem viele Heilquellen, wie Radon- Schwefel- und Thermalquellen. Eine mir unbekannte Therapie verbarg sich hinter dem Namen Oberwassermassage. Die manuelle Rückenmassage, ebenso die Unterwassermassage waren mir bekannt. Bei der Unterwassermassage werden von einem Therapeuten, ähnlich den Massagedüsen in den Hallenbädern, mit einem Wasserschlauch verschiedene Körperstellen massiert. Bei der Oberwassermassage liegt man  auf einem Wasserbett  und durch die Gummiauflage hindurch  wird man von einem Wasserstrahl massiert. Selbst bleibt man im Trockenen.

Tintenstrahldrucker.

nach:erben II

Einige versuchen zumindest die verschiedenen Orte in Europa, wo einstmals Verwandte hingezogen sind, zu besuchen. Dabei sucht man oftmals vergeblich nach dem Haus des Onkel und der Tante, sie wurden längst abgetragen. So begibt man sich bei den Nachbarn auf Spurensuche. Stößt man dabei auf Ältere, dann erfährt man noch die eine und andere Anekdote über den Onkel oder die Tante. Der anschließende Friedhofsbesuch endet zum Einen- und Andermal mit einer Enttäuschung. Die Urenkel haben den Friedhofserhaltungsbeitrag nicht bezahlt, bei Platzbedarf wurde das Grab aufgelöst. Nicht immer weiß man wo das Grab gelegen ist und nach einiger Zeit gibt man die Suche auf. Nach solchen Vorkommnissen greift man zu Hause als erstes nach dem Karton mit den alten, vergilbten Fotos. Vordringlich ist diese auszusortieren, sie chronologisch in ein Album einzukleben und die wichtigsten Fakten dazu zufügen.

Wer zu den Sammlern von Büchern, Bildern, Ansichtskarten oder Münzen gehört, denkt an vorderster Stelle darüber nach, wem er einstmals seine Sammlung anvertrauen soll. An einer solchen Sammlung, die oft über Jahrzehnte aufgebaut wurde, hängt man mit mehr Herzblut, als an den Wohnzimmermöbeln, die man einmal zurücklassen muss. Diese Suche bereitet einiges an Kopfzerbrechen, bis man jemanden gefunden hat, mit dem man darüber sprechen will.  Eine Briefmarken-, Uhren-, oder Porzellanfigurensammlung welcher Art immer ist etwas höchst Persönliches. Meistens spürt man, dass selbst bei ähnlichen Interessen der Beschenkte die Sammlung mit anderen Augen betrachten wird. Dieser einen anderen Wert anlegen wird, als man dies selbst getan hat. Leidenschaftliche Sammler und Chronisten machen sich kaum darüber Gedanken wie die materiellen Dinge, ein Sparbuch oder eventuell ein unbebautes Grundstück einmal weitervererbt und verwertet werden. Ihr Herz hängt an den zumeist ideellen Dingen, aus ihrer Sicht mit einem unschätzbaren Wert.

Das gebrochene Auge.

nach:erben I

In den ersten Lebensjahrzehnten richtet sich alle Energie auf die Pflege der Nachkommen, auf das Flügge werden der Brut, den Erwerb von materiellen Gütern und auf die Anerkennung der eigenen Person. Man steht mitten im Leben und die Tage sind, um den Schaffensdrang  voll auszuleben, oft zu kurz.

Schleichend werden jetzt die Tage kürzer, zum Ende des Sommers verfärben sich die ersten Blätter. Beim Spazieren an der Drau stelle ich überraschend fest, wie viele Blätter am Boden liegen. Kommt eine Brise Wind, dann regnet es dürre, verfärbte Blätter vom Himmel. Die Ursache für die Aufmerksamkeit, welche ich der Natur entgegenbringe, sehe ich in der Natur selbst. Dabei ist es der Umstand, dass ich mich im letzten Drittel des Lebens befinde, dies lässt die Blätter aufwirbeln und früher verfärben. Nicht allein die Tage werden kürzer, sondern auch die voraussichtlichen Lebenstage werden weniger, die einzige Ursache für den raschen Herbstbeginn.

Das Interesse an den alten Familienfotos und zu den weit verstreuten Verwandten  kommt nicht aus heiterem Himmel. Rasch begibt man sich noch auf die Suche nach Überlebenden, den Nachkommen von ausgewanderten Blutsverwandten. Erlaubt es die Gesundheit, versucht man die aus den Augen verlorenen Familienmitglieder auf anderen Kontinenten, wie in Asien und in Amerika, zu besuchen. Man probiert dort an die jüngere Generation anzudocken, doch zumeist können diese mit der Verwandtschaft aus Europa, deren Sprache sie nicht verstehen, nichts mehr anfangen. Für sie ist Mexiko oder Indien die wirkliche Heimat. Österreich kennen sie aus den Erzählungen der Großeltern nur schemenhaft. Sie kennen die Musik von Mozart oder von Strauß, eventuell die Städtenamen Wien und Salzburg. Von den übrigen Bundesländern und Städten strahlt kein Licht bis nach Australien. Sie existieren wie die schwarzen Löcher im All, man vermutet das es sie gibt, hat aber keine eindeutigen Beweise.

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