SCHUB . UMKEHR

Vieles was für uns heute selbstverständlich ist und aus dem Altagsleben nicht mehr wegzudenken, hat vor hundert Jahren seinen Siegeszug angetreten. Dazu gehört das Auto, es wurde damals als Kraftwagen bezeichnet. Im Gegensatz zum Pferdewagen wurde der Wagen von einem Kraftmotor angetrieben. Viele Menschen hatten vor den ratternden Gefährten große Angst, manche sagten, sie seien des Teufels, wohl ob der stinkenden Auspuffgase. Die Pferdekutscher und Pferdefuhrwerker, die Hufschmiede und Wagnermeister  protestierten gegen das neue Fortbewegungsmittel und vertraten die Ansicht, der Mensch könne diese Geschwindigkeit nicht vertragen. Sie dürften mit dem zunehmendem Autoverkehr gesehen haben, dass sie ihre Geschäftsgrundlage, die Beförderung von Menschen und Waren einbüßten. Für die Hufschmiede und Wagnermeister hatte dies zur Folge, dass auch sie weniger Arbeit hatten. Standen zuerst viele Menschen dem Kraftwagen skeptisch gegenüber, so setzten sich bald die Vorteile durch. Die Pferdewagen verschwanden immer mehr aus dem Straßenbild. Von den negativen Folgen des Autoverkehrs werden wir erst heute erfasst.  Wie sehr in den ersten Jahrzehnten das Auto die Aufmerksamkeit der Bevölkerung erregte, zeigt sich in einem historischem Foto, wo ein Verkehrsunfall mit drei Toten, am 4. Oktober 1928 auf der Warmbaderstrasse bei Villach festgehalten wurde. Auf dem Foto sieht man  das Motorrad mit Beiwagen welches mit einem Auto zusammen gestoßen ist und die drei Toten hängen vom Motorrad auf die Strasse. Rund um die Fahrzeuge hat sich eine Gruppe von Menschen versammelt.
 
Die Fernsehbilder von einem Verkehrsunfall in den Nachrichten lösen, wenn es sich nicht um Verwandte handelt, kaum noch Aufmerksamkeit aus. Mehr Beachtung gilt einem Pferdefuhrwerk, welches wöchentlich durch Möselstein fährt.
 
Die Schubumkehr.         

ZEIT . GEIST

Was der Zeitgeist ist und wer den Zeitgeist bestimmt, darüber wird viel geredet. Es kommt darauf an, um welchen Bereich des täglichen Leben es sich dabei handelt. Ein Zeitgeist drückt sich in dem Schlagwort „Geiz ist Geil“ aus. Dies betrifft das Einkaufsverhalten vieler Menschen. Geht man in einen Supermarkt eine Jause kaufen, dann werben Preisschilder mit der Ankündigung „Der kleinste Preis“, „Nimm drei zahl zwei“, „Der Tagesbestpreis“, „Heute minus 30 Prozent“ um Aufmerksamkeit. Manche verlassen bei diesen Wortspenden fluchtartig den Markt und versuchen eine Fleischhauerei oder eine Bäckerei zu finden. In manchen Orten werden sie danach vergeblich suchen. Es gibt keinen Metzger Müller oder Bäcker Berger mehr, es gibt nur das Diskontfleisch und die tiefgefrorenen Semmeln zum Aufbacken unter dem Motto „stündlich frisches Brot“.
Ist in der Wohnung etwas kaputt gegangen oder soll etwas neu montiert werden, so kann das Besorgen eines Nagel, einer Schraube oder einer Dose Farbe bis in die nächste Stadt führen, Treffpunkt Baumarkt. Den Fachgeschäften in den größeren Gemeinden auf dem Land wurden von den Einkaufszentren der nächstgelegenen Stadt die Kundschaft abgeworben. Inzwischen sind die Fachgeschäfte gestorben. Ähnlich wie bei menschlichen Verstorbenen bedauert man das Ableben, die Schließung des Fachgeschäftes, und überhäuft den Verstorbenen mit schönen Komplimenten.
 
Vom Aussterben bedroht.  
 

Kommentar(e)     

(23.10.07 09:07)
Hallo Schlagloch,
fortwährend ändern sich Dinge. Kann sein, daß in einigen Jahren wieder der Bedarf nachFachgeschäften entsteht, vielleicht in anderem Gewand.
Und: Meines Wissens sind zu allen Zeiten sinnvolle Einrichtungen „gestorben“, waren plötzlich nicht mehr gefragt, wurden abgelöst durch scheinbar Besseres. Irgendwie gleicht das, wenn dies so ist, der Evolution, die auch immer wieder gute Zustände auflöst/vernichtet und einen ganz anderen Anlauf auf eine mögliche Spitze macht.

Gruß
Gerhard

schlagloch
Hallo Gerhard!
Ich meine, dass der heutige Evolutionsfaktor Gewinn heißt, und es dabei nicht darum geht etwas besseres, sinnvolleres zu finden.
Gruss schlagloch.
Gerhard (23.10.07 23:27)
Ja, stimmt! Die biologische Evolution führt ja manchmal auch auf falsche Pfade. Irgendwann wird man merken, daß es so nicht geht – und dann kehrt man womöglich wieder zurück…falls dies dann noch möglich ist.

Gruß
Gerhard

Mo / Website (24.10.07 19:58)
Das Sterben der kleinen Läden hat in der Großstadt schon vor Jahren begonnen. Nicht umsonst werden die Innenstädte immer uniformer und eintöniger, da sich dort nur noch die immer gleichen Großanbieter finden….

Mir als „Angsthase“ sind die großen Läden ein Grauen. Ich bin Gott sei Dank noch finanziell in der Lage, für meine Einkäufe auch einen Umweg in Kauf nehmen zu können und unterstütze gern die kleinen Händler in meinem Vorort, auch wenn ich dort manchmal etwas mehr bezahlen muß. Dafür kennt man mich dort beim Namen, während man in den großen Läden schon fast um eine Bedienung „betteln“ muß.
Alles hat seinen Preis……


schlagloch /

Hallo Mo.
Ohne die kleinen Laeden werden die Innenstaedte immer einteoniger und uninteressant.und auch das Angebot wird immer gleicher.
Gruss schlagloch.

03.01.2005 TRAUM . JAHR
Das Fernsehen hat mich eingeladen an einer Club 2 Diskussion über Religion teilzunehmen. Die Diskussions-runde besteht aus mehreren Herrn, der Diskussionsleiter ist der Theologe A. H. Während der Gesprächsrunde verwandelt sich Herr A. H. in einen Teufel. Er trägt eine schwarze Strumpfhose und einen schwarzen Roll-kragenpullover, dazu einen roten Minirock und am Kopf rote Hörner. Durch das Studiofenster sehen wir, wie sich Jugendliche bei Liebesspielen vergnügen. Von einem der Teilnehmer wird das Fernsehstudio als Zentrale einer Sekte enttarnt, bei der Geldgeschäfte im Vordergrund stehen. Man findet im Studio auch einen Abhörcomputer. Der Club 2 wird aufgelöst, die Runde zerstreut sich.
Nach der Auflösung des Club 2 fahre ich zum Groß-glockner und besteige ihn zu Fuß, da ich nicht den Lift benützen will. Nach der Rückkehr vom Berg setze ich mich im Dorf am Fuße des Großglockner auf eine Bank am Dorfplatz. Dort sitzen schon mehrere Personen, darunter auch Touristen. Es kommt eine junge Frau mit einer tollen Figur und beginnt bei den wartenden Leuten den Blutdruck zu messen, auch bei mir. Danach kommt die junge Frau mit einer Spritze zum Blutabnehmen für eine Blutprobe. Die Blutabnahme verweigere ich, da meine letzte Blutabnahme nur ein paar Wochen zurück-liegt. Nach der Blutabnahme geht die junge Frau in die Diskothek am Dorfplatz und beginnt auf der Tanzfläche zu tanzen und sich zu entkleiden. Nach ihrem Striptease wird sie von einem Mann abgeholt.
In diesem Moment erwache ich, es ist der 1. Januar 2005.

 
05.01.2005 GOTTES . SEGEN
In diesen Tagen ziehen in Österreich die Sternsinger von Haus zu Haus und wünschen den Bewohnern Glück, Gesundheit und Gottes Segen. Diese Aktion wird von der österr. Jungschar durchgeführt. Eine Sternsinger-gruppe besteht aus drei Kindern, den Heiligen Drei Königen und einem Erwachsenen von der Pfarre. Die Spenden von der Bevölkerung bekommen dieses Jahr zu einem Teil die Opfer der Flutkatastrophe im Indischen Ozean. Manches mal hat man den Eindruck, dass die Jugendlichen sich in den Verkleidungen als Heilige Drei Könige nicht wohl fühlen. In manchen Pfarren übernehmen Erwachsene das Sternsingen. Die Heiligen Drei Könige sind meistens die Letzten, welche Neujahrs-Wünsche aussprechen, weil dem Volksglauben zu Folge Neujahrswünsche nach dem 6. Januar keine Wirkung mehr haben. Oft gibt es bei den Wünschen von Glück, Gesundheit und Gottes Segen bei den Hausbewohnern gequälte Gesichter, da manches mal hinter der äußeren Fassade von Wohlergehen sich Krankheit und Unglück verstecken. Die Aussage „gsund schauns aus“ hat oft nichts mit dem wirklichen Gesundheitszustand zu tun. Hinter einem gesundem Äußerem verbirgt sich oft eine unheilbare Krankheit. Gottes Segen wird oft vermisst, obschon man in den Nächten, wo man bei Alpträumen und Ängsten nicht schlafen konnte, um Gottes Segen gebetet hat.
Die Heiligen Drei Könige ziehen durch.

Kommentare:
D. am 10. Januar 2005 um 11:42
Auch mir hat meine Freundin, die sich in den Bräuchen besser auskennt wie ich mitgeteilt, dass man nach dem 6. Januar keine Neujahrsglückwünsche mehr weitergibt. Worauf ich erbost geantwortet habe, das jeder das Recht hat, jemandem, den man im Sommer zum 1. Mal im Jahr sieht, auch noch Neujahrs-Glückwünsche auszusprechen. Jedem das seine Recht.

D. am 10. Januar 2005 um 11:52
Am 04. Januar habe ich am Parkplatz vor den Gemeindeblocks in meiner Wohngegend drei Kinder als Sternsinger und zwei Frauen von der Pfarre als Begleitpersonen im Vorbeigehen beobachtet. Die ältere Frau trichterte den jungen Kindern unmissverständlich Gehorsam ein mit den üblichen Parolen, wobei mir die Kinder recht brav erschienen. Sofort löste das Unbehagen bei mir aus, trotzdem ging ich vorbei ohne mich einzumischen. Bei den kirchlichen Helfern scheinen noch die Erziehungsmethoden wie vor 50 Jahren gang und gebe zu sein, frei nach dem Motto: „Zuerst die Peitsche, dann das Zuckerl“

schlagloch am 12. Januar 2005 um 22:28
Das Brauchtum hat seine eigenen Regeln und auch Erfahrungen. Im Schlagloch der Zeit verschwindet vieles und neues kommt aus dem Schlagloch an das Tageslicht.

 

07.01.2005 VOR . SCHAU
Zum Jahresanfang schwappen die Glückwünsche für ein gesundes und glückliches Jahr über einem zusammen wie eine große Flutwelle. Wenn möglich sollte man vor diesen Glückwünschen fliehen, vor allem vor solchen, welche aus reiner Höflichkeit oder mit geschäftlichem Hinter-Gedanken ausgesprochen werden. Die guten Vorsätze für das neue Jahr bilden bald eine unüberwindbare Mauer, die sich vor einem auftürmt und das neue Jahr zum Scheitern bringt. Ich persönlich habe keine neuen Vorsätze gefasst, sondern mich auf die Vorsätze der vergangenen Jahre zurückbesinnt. Diese versuche ich in diesem Jahr umzusetzen, die Befreiung von fremden Einflüssen.
Rückschau ist Vorschau.

 
10.01.2005 SCHNEE . KÖNIGIN
Die Heiligen Drei Könige, sie werden auch „Die Drei Weisen aus dem Morgenland“ bezeichnet, gehören zu den bekanntesten Reisenden des Altertums. Sie reisten mit den Kamelen durch die Wüste um einen neuge-borenen König zu begrüßen. In der Zeit um den sechsten Januar sind heute viele Skifahrer auf Reisen. Sie fahren in die Berge, um der Schneekönigin zu huldigen. Wenn die Schneekönigin verstimmt ist und es keinen Schnee gibt, dann opfert man die Trinkwasserreserven für die Schneekanonen. Die Skifahrer kommen mit dem Auto, die Höcker befinden sich auf dem Autodach.
Schneekönigin und Skifahrer.

 
12.01.2005 FLUT . WELLE
Die umfangreiche Berichterstattung in den europäischen Medien über die Tsunami Katastrophe im Indischen Ozean zeigt, dass der Tod eines Europäers einen höheren Stellenwert hat als der Tod eines Afrikaners. Der Bürgerkrieg im Sudan hat im letzten Jahrzehnt über zwei Millionen Menschen das Leben gekostet. Die Vorgänge im Sudan waren den westlichen Medien nur Kurz-Meldungen wert, die Toten waren Afrikaner. Bei der jüngsten Flutkatastrophe im Indischen Ozean brachte „Die Welle“ auch urlaubenden Europäern den Tod und das Medienecho ist gewaltig, ebenso die Spenden-Bereitschaft. Man spendet sozusagen für den Wieder-aufbau des eigenen Urlaubsparadies. Ein Teil der Spenden fließt wieder an die Spender zurück. Der intensive Tourismus hat zu den vielen Toten unter der einheimischen Bevölkerung geführt. In der indonesischen Bevölkerung gilt der Baugrund in Meeresstrandnähe als minderwertig, weil zu gefährlich. Erst seit der Errichtung von Hotelanlagen am Strand haben Teile der Be-völkerung ihre Häuser in Strandnähe errichtet, weil sie dadurch näher bei ihrem Arbeitsplatz wohnen. Es ist zu hoffen, dass die Spendengelder der betoffenen Bevölkerung im Raum des indischen Ozean zur Erricht-ung von Wohnungen und Wiederherstellung der Infrastruktur zufließen und nicht den internationalen Hotelketten, damit diese nicht mit den Spendengeldern ihre Hotelneubauten günstig finanzieren.
Die Touristen haben die Einheimischen in den Tod mitgerissen.

 
15.01.2005 ES . IST
Die Flutkatastrophe an den Küsten des Indischen Ozean wirft für viele Menschen die Frage auf, „ Wie kann Gott so etwas zulassen“ ? In einem Interview in der Kleinen Zeitung antwortet der Philosoph und Universitäts-Professor Peter Strasser darauf folgendes: „Dies fragten sich die Religionsphilosophen seit jeher. Denn ein Erdbeben, eine Seuche, eine Heuschreckenplage belastet weniger die Menschen die zu Opfer werden, als vielmehr Gott. Wie kann ein liebender und gerechter Gott so etwas zulassen? Man hat es gedreht und gewendet und am Schluss haben die Offenherzigen geantwortet, gar nicht. Die Aufklärung hat daraus zwei markante Konsequenzen gezogen. Die eine lautete: Es gibt keinen Gott. Die andere: Es gibt einen Gott, der die Welt schuf und in Gang setzte, doch seither mischt er sich nicht mehr ein. Wir müssen alles selber machen. Ich denke, wir sind bis heute nicht viel weiser geworden. „ (Ende des Zitat)
Alle Vorstellungen und Bilder von Gott stammen vom Menschen. Wer Gott eigentlich ist, wissen wir nicht. Im Christentum verteilt die Liebe und die Strafe ein und der selbe Gott, ein zerrissener, ein zweigeteilter Gott. Warum hat Gott keine Welt ohne Leid und Schmerzen erschaffen? Die Verantwortung für uns und unsere Welt tragen wir selbst. Jeder von uns trägt Gott in sich. Diese Gotteserfahrung kann nur jeder selbst machen, da hilft kein Besuch einer Kirche, Dom, Tempel oder Moschee.
Es ist, wie es ist.

Kommentare
W. am 17. Januar 2005 um 14:27
Wie wahr Schlagloch! Wir sind für uns selbst verantwortlich und wir sind allein, keiner da der sich um uns sorgt, nicht mal aus der Ferne. Wie war das mit Gott ist tot?

schlagloch am 17. Januar 2005 um 21:00
Der Mensch ist einsam und wenn ihn ein Unglück trifft, dann wird er noch einsamer und wenn Gott tot ist, dann stirbt auch die Hoffnung im Mensch

 

17.01.2005 FÜNFZIG . TAUSEND
Bei der Berichterstattung über die Tsunami Katastrophe benützen viele TV Sender und Zeitungen die privaten Berichte von Betroffenen im Internet und auch die Berichte und Bilder aus den Weblogs. Das Problem bei den Weblogs ist der Wahrheitsgehalt. Oftmals werden Berichte in der Weblogszene weiterverbreitet, ohne diese auf die Echtheit zu überprüfen. Dies trifft vor allem für solche Berichte zu, in denen es nicht um persönliche Erlebnisse und Erfahrungen geht. Der Spiegel schreibt in seiner Ausgabe 2/05, dass es heute im deutschen Sprachraum geschätzte fünfzigtausend Weblogs gibt und täglich kommen zirka hundert neue Blogs dazu. Vor zwei Jahren soll es im deutschen Sprachraum zirka fünf-hundert Weblogs gegeben haben. Zu diesen fünfhundert gehörte auch „schlagloch“. Auch hier auf 20six erlebt man, dass neue Blogger dazukommen und andere Blogger nicht mehr aktiv sind oder ganze Blogs im Internetschlagloch verschwinden. Es gibt Blogs, welche auf der 20six Startseite unter der Rubrik „Vielschreiber“ oder „Heiß diskutiert“ aufscheinen, obwohl die Einträge schon Monate zurückliegen. Bei der Vielzahl der 20six Mitglieder sind diese Listen wohl automatisiert. Wie interessant waren früher an jedem Montag die Berichte von Frau G. aus der 20six Blogszene.
Menschen statt Computer.

Kommentare:
D. am 19. Januar 2005 um 15:14
Vor zwei Jahren hatte ich noch keinen Internetzugang, keinen Computer, kein Festnetztelefon und keine Zeitung ,die ich bis heute aufgrund der mtl. Kosten noch nicht abonniert habe, in meiner Wohnung. In diesen zwei Jahren änderten sich auch die Hobbys und das Freizeitverhalten: Digitalphotos statt Spiegel-Reflex, E-Mails und SMS ersetzen das persönliche Gespräch, etc. und die Sterne bei Ebay bekommen immer neue Farben. Die Devise für 2005 sollte lauten „Zurück zu den Wurzeln“. Bergfex statt virtueller Computerfreak. Gut Berg.

schlagloch am 26. Januar 2005 um 22:17
Warum steigst du auf die Berge? Bergsteigen bedeutet die Fragen vom Leben im Tal am Berg zu beantworten.

 

20.01.2005 SCHUH . GALERIE
In der Altstadt von Salzburg gibt es eine große Anzahl von öffentlichen und privaten Museen und Kunst-Galerien. Die einen zeigen alte Meister wie die Residenz-Galerie und das Barockmuseum, andere Museen wie das Rupertinum zeigen moderne Kunst. Bei diesem großen Angebot findet jeder sein passendes Museum. Bei jedem Verwandtenbesuch in Salzburg gehört für mich der Besuch des Rupertinum zum Besucherprogramm. Bei meinem letzten Besuch wurde die Ausstellung „Alfred Wickenburg (1895-1978) Variationen der Moderne“ gezeigt. Wickenburg gehört zu den wenigen heimischen Künstlern welche die internationale Moderne in sein Werk einfließen ließen. Sehr angesprochen fühlte ich mich von seinen italienischen Landschaften. Stadtbilder von Venedig in rosa, gelb, grün und nichts morbides. In den Maskenbilder der Commedia del Arte bringt Wickenburg leuchtende Farben ein. Das Malen der Maskenbilder befreite ihn von inneren Hemmnissen. Die Galerien und Museen in der Altstadt hoffen, dass bei so vielen Stadtbesuchern ein Teil von Ihnen auch Interesse an den Ausstellungen hat. Zufallsbesucher für Zufalls-Künstler. In diesem Galerienreigen gibt es eine Neuer-öffnung, die „Schuhgalerie“. Wer der Meinung ist, dass hier eine neue Kunstrichtung präsentiert wird, der sieht beim Näherkommen im Schaufenster die neueste Frühjahrskollektion von Gabor, Bally, Brunate und Hechter Schuhmodellen. Die Schuhe werden in der Auslage wie die Bilder der alten Meister präsentiert. Die Kunst wird mit den Schuhen getreten.
Zufallsbegegnung Kunst.

 
23.01.2005 HUND . DAISY
Einen Tag nach der Beerdigung von Rudolph Moshammer schaue ich jedem Hund der an mir vorbei-läuft nach. Ich frage mich, ob er ein richtiges Hundeleben führen kann, ein Leben in der freien Natur. Für die Hündin Daisy von Mosi war gestern der schlimmste Tag ihres Lebens. Nicht weil ihr Herr bestattet wurde, sondern der Ablauf des Begräbnisses, die vielen Leute, die Musik und die TV-Kameras. Wo sind die Tier-Schützer in den vergangenen Jahren geblieben, wenn Mosi mit der Daisy in verrauchten Räumen, auf lauten Partys, im Scheinwerferlicht posiert hat? Die Hündin Daisy fungierte als Kindersatz, dies kommt öfter vor, ist aber keine artgerechte Tierhaltung. Zum Glück ist der Mord am Modezar Rudolph Moshammer aufgeklärt, ansonsten würde Daisy von der Kriminalpolizei im Scheinwerferlicht verhört werden. Noch lange wird Daisy das Objekt der Paparazzia sein.
Ein Hundeleben für Daisy.
Kommentare:
W. am 26. Januar 2005 um 10:26
Also das Daisy noch lange das Objekt der Paparazzia sein wird, glaube ich nicht. Ohne Moshammer ist das Hunderl ja lange nicht so interessant , ein Glück für Daisy!

H. am 28. Januar 2005 um 17:19
Ich als Hundebesitzer, mag diese Bezeichnung nicht wirklich, finde es etwas abartig einen Hund nur zu Dekorzwecken zu halten, etwas bemitleidenswert, für den Hund auf jeden Fall. Aber das dieses arme Tier nun auch noch in der Ödesten Seifenoper mitspielen soll ! Ich liebe meinen Vierbeiner sehr, habe ihn seit der Geburt. Ich habe auch sehr viel mit ihm gemacht, was nun leider nicht mehr so gut geht wegen seinem hohen Alter und seiner angegriffenen Gesundheit. Doch ich denke, wenn er nur die Hälfte von dem versteht was im TV passiert, wird er froh sein. bei mir Leben zu dürfen. Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass die meisten dieser bemitleidenswerter Wesen, welche die tollen Züchter Hunde schimpfen, verboten gehören .Will ich einen Hund, sollte dieser der Größe eines Schäferhundes entsprechen , niemand benötigt in der realen Welt einen Hund in der Größe einer Handtasche.

 

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26.01.2005 GEIZ . GEIL
Das die Gier nach Geld die Qualität der Fernseh-sendungen mindert, lässt sich gut im Privatfernsehen beobachten. Auf der Jagd nach Einschaltquoten, die Voraussetzung für den Zuschlag von vielen Werbespots, werden die Sendungen immer unappetitlicher. Die Fernsehsendungen erlebt man oft als Pausenfüller zwischen zwei Werbeblöcken. Der Werbespruch „Geiz ist Geil“ zieht größere Menschenmassen an, als eine Demonstration gegen die Kürzungen der Arbeitsmarkt-Reform Hartz IV. Bei der letzten Montagsdemonstration gegen die Kürzungen in der Arbeitslosenversicherung gab es in Leipzig hundert Teilnehmer. Aber beim „Geiz ist Geil Tag“ vom Media Markt, wo die Mehrwertsteuer nachgelassen wurde, stürmten tausende Menschen den Media Markt in der Postgasse.
Kaufen solange das Geld reicht.

Kommentare:
W. am 26. Januar 2005 um 10:24
Schlagloch, du sagst da was Interessantes, „Kaufen solange das Geld reicht“. Es klingt zwar blöd, aber ich habe mich manchmal schon dabei ertappt Ähnliches zu denken. Angesichts meiner Arbeitslosigkeit jetzt vielleicht nicht so verwerflich. Aber in Zeiten wie diesen noch Geld zu besitzen ist ja irgendwie auch verwerflich. Dann kurbelt man die Wirtschaft nicht an, wenn man sein Geld im Sparstrumpf behält. Also was tun? Ich versuche immer wenig Geld auszugeben, was angesichts meiner generellen Shoppingunlust nicht so schwierig ist. Übrigens haben wir nicht den Media Markt gestürmt, hätten wir aber vielleicht tun sollen, unser Fernseher ist kaputt und Reparieren lohnt sich nicht.

D. am 27. Januar 2005 um 15:51
Aber man muss diesen Werbeleuten doch eingestehen, dass die Sprüche im Gedächtnis bleiben: „Geiz ist geil“, „Lass dich nicht verarschen…“ etc. Der Vorreiter für diese Art der Werbung war die Firma Humanic in Österreich, auch visuell: „Humanic, Franz“. PS: In welcher Stadt liegt die Postgasse, gibt es dort ein Schlagloch?

schlagloch am 27. Januar 2005 um 18:08
Die Wirtschaft ankurbeln ist gut, aber hast du schon einmal überlegt, welche Wirtschaft du ankurbelst ? Mit dem Kauf eines Fernsehers wahrscheinlich die Wirtschaft in China. Gerade vor ein paar Tagen hat bei uns die Schuhfabrik G. Konkurs gemacht, weil der Besitzer, die Schuhe lieber in China unter dem selben Namen billiger fertigen wird. Die Kosten für diesen Konkurs dürfen wir österr. Steuerzahler tragen, weil die Arbeiterinnen vom Staat die ausstehenden Löhne ausbezahlt bekommen. Jetzt gibt es Umschulungen und extra Förderungen für jene Betriebe, welche Ex -Mitarbeiter aufnehmen. Die Politiker sprechen zwar noch von ihren Möglichkeiten, aber sie haben gegen die großen Konzerne keine Chance mehr, sie dürfen nur noch Fördergelder bereitstellen. Ich wünsche dir bald einen neuen Fernseher, vielleicht einen welcher in der EU produziert wurde.

 

29.01.2005 EUROPA . AFRIKA
Deutschland und Österreich sind durch gemeinsame Skandale verbunden. Meistens hört man zuerst von einem Skandal in Deutschland und ein paar Tage später gibt es einen ähnlichen Skandal auch in Österreich. Diese Logik hat gut funktioniert bei den Skandalen um katholische Priester oder bei den Folterskandalen in der Bundeswehr und wahrscheinlich wird es bald den ersten Skandal um die Spendengelder für die Opfer der Tsunami Flutkatastrophe im Indischen Ozean geben. Die Sexskandale von katholischen Priestern hat der Be-völkerung vor Augen geführt, dass immer weniger Priester ausgebildet werden. Dieser Priestermangel führt in Österreich dazu, dass viele Pfarren von Priestern aus Kroatien, Polen oder aus Afrika betreut werden. In einem Gespräch hat eine Bekannte die Meinung vertreten, dass die Missionierung der Afrikaner durch die Europäer jetzt dadurch belohnt wird, dass wir jetzt von den Afrikanern missioniert werden. Dies könnte in weiterer Folge bedeuten, dass die Afrikaner unsere Arbeitskraft und Bodenschätze ausbeuten werden, so wie es die Europäer in der Kolonialzeit in Afrika gemacht haben.
Afrika kommt zurück.

Kommentare:
D. am 31. Januar 2005 um 13:21
Als Ironie kommt noch hinzu, dass die Afrikaner die eigenen Bodenschätze nur zu einem Bruchteil nutzen können, ebenso die Wirtschaftswachstumspotentiale. Die Beziehungen bzw. die Nabelschnur zwischen Deutschland und Österreich erübrigt für mich persönlich jegliche Diskussion, da diese auf allen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen vorhanden sind und die Verantwortlichen in Österreich keineswegs autonom die Interessen der Bürger vertreten. „Mögen die Nachahmer über ein Schlagloch stolpern“.

 

31.01.2005 KOST. FAST . NIX
Meine Vermutung, wie in meinem Blogbeitrag „FLUT . WELLE“ vom 12. Januar 2005 ausgeführt, dass der Schutz der Bewohner im Indischen Ozean vor neuen Meeresbeben nachrangig ist, hat die internationale Tsunami Konferenz in Kobe in Japan zur Katas-trophenvorsorge bewiesen. Obwohl 150 Staaten an dieser Konferenz teilgenommen haben und die Bilder von der Flutkatastrophe vor vier Wochen noch vor unseren Augen zu sehen sind gab es keine konkreten Beschlüsse. Es gab nur Absichtserklärungen ohne Zeitvorgaben und keine konkreten Finanzierungszusagen. Wie wird die Situation in vier Monaten oder in vier Jahren sein, wenn die Bilder von den Verwüstungen und die Namen der Toten aus den Köpfen gelöscht sind? Später wird niemand mehr Druck machen ein Tsunami Frühwarn-system zu installieren. Das einzige Bestreben wird sein, in Südostasien wieder billig Urlaub zu machen, ohne Sicherheitsnetz, ein Abenteuerurlaub.
Leben kost fast nix.

Kommentare:
D. am 1. Februar 2005 um 14:02
Leider ist es heutzutage so, dass Absichtserklärungen ohne schriftliche bzw. definitive Bestätigung nichts mehr wert sind. Die Handschlagqualität ging verloren, es gibt nur wenige, die versuchen an diesen alten Werten festzuhalten. „Handschlag vor Zettelwirtschaft“.

 

03.11.2004 VOLK . POLITIK
Vor Jahrzehnten konnte man die Politiker regelmäßig unter der Bevölkerung antreffen. So am Samstagvor-rmittag am Gemüsemarkt oder am Sonntagvormittag am Kirchenplatz. Dies hatte besonders am Land seine Gültigkeit. Ebenso kamen die Politiker zu den Kirchtagen und Begräbnissen. Bei beiden Anlässen wird gegessen und geredet. Hier holten sich die Politiker bei einem Glas Bier die Meinung der Bürger ein. Heute sitzen die Gemeinde- und Landespolitiker isoliert mit den Funk-tionären an einem Tisch und der Meinungsaustausch mit den Bürgern bleibt aus. In den Amtsstuben lesen die Politiker besonders jene Leserbriefe, welche Bezug auf ihre Arbeit oder ihren Wirkungskreis nehmen. Die eifrigsten Leser von den Leserbriefen in den Tages-Zeitungen sind die Politiker. Ein neues Kom-munikationsforum zwischen den Politikern und den Bürgern ist das Internet. Hier kommt es aber zu keinem persönlichem Kontakt, alles ist nur virtuell. Vielleicht sind deshalb auch die heutigen Entscheidungen der Politiker so menschenfremd, als kämen sie aus einer fernen Galaxie.
Politik für das Volk, Politiker unter das Volk.

 
05.11.2004 ZU . KUNFT
Die Vorstellung wie sich die Jugend verhalten soll und wie sich die Jugend verhält klafft seit es Menschen gibt weit auseinander. Schon in der Zeit von Sokrates beklagte man den Verfall der Ordnung, der Sitten und die Respektlosigkeit der Jugendlichen gegenüber den Erwachsenen. So stoßen auch heute vielfach die Be-mühungen der Politiker den Jugendlichen offizielle „Jugendlokale“ anzubieten auf Ablehnung von Seiten der Jugendlichen. Der aktuelle Trend in Möselstein ist, dass sich die Jugendlichen am Wochenende bei Einbruch der Dunkelheit in den Wartehäuser der Bushaltestellen treffen und sich dort bis Mitternacht auf der Bank oder am Boden sitzend unterhalten. Wenn man mit dem Auto vorbeifährt, dann tauchen für einen Augenblick im Scheinwerferlicht die Gesichter der Jugendlichen auf.
Die Zukunft sitzt am Boden.

 
09.11.2004 VOR . STELLUNG
In der Kleinen Zeitung hat Wolfgang Bauer in einem Interview anlässlich der Uraufführung seines Stückes „Foyer“ gesagt:„Unser Leben sei eine Projektion unserer Gedanken, wir sitzen im Foyer des Lebens, wir leben nie wirklich unser Leben, wir schauen unserem Leben nur zu“. Wir erleben unser Leben als ein Theaterstück, wir spielen darin überhaupt keine Rolle, wir sehen nur zu. Wie wird es im Jenseits sein?, erleben wir dieses auch als eine Projektion unserer Vorstellungen.
Die Kraft der Gedanken.

 
10.11.2004 ARAFAT . TITO
Das lange Sterben von Yassir Arafat stellt die Frage, wie lange kann jemand Macht ausüben, obwohl er dazu körperlich nicht mehr in der Lage ist? Meistens sind die „Kronprinzen“ machtlose Menschen. Diese klammern sich stärker an das Leben des Machthabers, als es der Sterbende tut. Am Beispiel des Todeskampfes von Arafat sieht man, wie machtlos das Volk in Staaten mit Führer-Naturen ist. Ein ähnliches Schauspiel gab es bei dem Todeskampf von Josip Tito, der drei Monate dauerte. Ein kollektives Führungsteam zögerte die Abschaltung der lebenserhaltenden Maschinen immer wieder hinaus, weil sie fürchteten, mit dem Tod von Tito zerfällt auch Jugos-lawien. Diese Furcht war, wie es die Geschichte zeigte, berechtigt. Jugoslawien zerfiel in viele Einzelstaaten.
Zerfällt der Palästinenserstaat bevor er Geschichte schreibt?

 

16.11.2004 MACHT . MISSBRAUCH
Wenn man den Zeitungsberichten glauben kann, dann hat Arafat zu Gunsten seiner Frau Suha von den ausländischen Finanzhilfen für das palästinensche Volk Millionen von US-Dollar zu ihren Gunsten abgezweigt. Während Suha in Paris dem Shopping verfällt und im Gazastreifen Arafatmitarbeiter in deutschen Luxus-Limousinen durch die Strassen rasen, müssen die Kinder in Palästina barfuss und mit schadhafter Kleidung zur Schule gehen. Es ist ein ungleiches Verhältnis zwischen dem Luxus der Regierenden und dem Lebensstandard des Volkes. Wer an die Macht kommt, erliegt den Versuchungen der Macht, egal welche Ideologie dahinter steckt.
Macht führt zu Machtmissbrauch.

 
19.11.1004 KURZ . SICHTIG
Um dies zu schreiben brauche ich meine Gleitsichtbrille . Ich benötige eine Brille für die Nähe und eine für die Ferne, die ideale Lösung ist eine Gleitsichtbrille. Jetzt hat die österreichische Bundesregierung im Rahmen der Gesundheitsreform, Reform bedeutet immer eine Leistungskürzung, die Brillenträger in das Visier genom-men. Etwa drei Millionen Menschen tragen in Österreich eine Brille. Für die Brillenträger wird es in Zukunft von der Krankenkasse keine Zuschüsse mehr bei der Anschaffung einer neuen Brille geben. Für Gleitsicht-Brillen betrug dieser Zuschuss zwischen € 150.- bis € 250.-. Ich stelle der Bundesregierung die Frage, ob die Augen minderwertiger sind als die Zähne, Ohren oder Gelenke, bei deren Erkrankung es von der Krankenkasse weiterhin Zuschüsse für Heilbehelfe gibt?
Die Kurzsichtigkeit der Regierung.

Kommentare:
W. am 19. November 2004 um 13:08
Die Frage geht in die falsche Richtung. Die österreichische Regierung scheint sich nur an die Vorgaben der Deutschen zu halten und für Brillen wird bei uns nichts mehr bezahlt. Am Ende wird es wohl so sein, dass wir zwar noch eine Krankenversicherung haben, aber keine dazu passenden Leistungen. Vielleicht zahlen wir dann nur noch Beiträge zum Erhalt der Krankenkassen ?

 
22.11.2004 NERVEN . KAPUTT
Die Arbeit im Kranken- oder Pflegedienst ist nicht im-mer leicht. Das Personal hat mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun, die sich in einer menschlichen Ausnahme Situation befinden. Die Patienten haben Schmerzen, sind nervös, verzagt und oft ohne Hoffnung. Selbst empfindet man den Umgang des Personal mit den Kranken- und Pflegebedürftigen oft wie eine Ent-mündigung, wenn es auch vom Pflegepersonal nicht so gemeint ist. Weniger anstrengend ist die Arbeit für das Personal in Kurheimen oder wie es heute heißt in Wellenesshotels. In Portoroz kann man in der Palace Therme auch Kuranwendungen buchen. Während einer Kuranwendung konnte ich zuhören wie sich ein Kurgast bei der Badefrau beschwerte, als im Solewasserbecken die Düsen nicht sofort in Betrieb gingen. Er fragte : „Whirlpool kaputt“ ?. Worauf die Badefrau antwortete : „Herr hat Antistressprogramm, Whirlpool nix kaputt, Nerven kaputt“.
Der Stress mit dem Antistressprogramm.

Kommentare:
U. am 23. November 2004 um 21:22
Whirlpool kaputt“ ? Worauf die Badefrau antwortete : „Herr hat Antistressprogramm, Whirlpool nix kaputt, Nerven kaputt“. Das werde ich meinen Patienten auch einmal sagen müssen.
schlagloch am 25. November 2004 um 14:15
In der Vorweihnachtszeit sollte noch Platz sein für ein Antistressprogramm. In dieser Zeit brauchen wir es besonders.

 
25.11.2004 FÜNF . STERNE
Hört man das Wort „Fünf Sterne“, so denken die meisten Menschen von uns an einen Urlaub in einem Luxushotel. Einen solchen Aufenthalt wünscht man sich, kann ihn sich aber nicht leisten. Erschwinglich ist dieser Luxus in Tunesien. In einem Fünf Sterne Hotel hat man dort ein großes Badezimmer, einen Wohn- und Schlafraum, eine große Terrasse und muss sich beim Abendbuffet zwischen der russischen, griechischen oder chinesischen Küche entscheiden. Bei einem Ausflug in das Landes-innere fährt man an Spannplattenhütten, provisorischen Kfz-Werkstätten und Kindern, die auf Feldern wo kaum Gras wächst eine paar Schafe hüten, vorbei. In Deutschland, jetzt auch in Österreich gibt es den Luxus von „Fünf Sternen“ für die Einlagerung von Autoreifen in den Hotels von Reifenmaster.
Autoreifen zu Gast im Fünf Sterne Hotel.

 
29.11.2004 JOB . CENTER
Wer bei dem Wort Jobcenter an eine innovative Ausbildungsstätte denkt, wo Leute geschult und weiter-vermittelt werden, der kennt die Jobcenter der Österreichischen Post nicht. In den Jobcenter sitzen die Angestellten der Post , welche den Rationalisierungsmaß-nahmen zum Opfer gefallen sind, acht Stunden lang. Sie werden dafür entlohnt. Niemand kann ihnen sagen ob sie noch einmal eine reguläre Arbeit die sie befriedigt, bei der Post bekommen werden. Sie sollen durch das Nichtstun verunsichert werden. Im Gegensatz dazu leidet man in vielen Postämtern als Kunde unter dem schlechtem Service und die Postzusteller klagen über zuviel Arbeit. Durch die geplante weitere Schließung von Postämtern in Österreich sollen weitere Postangestellte in die Jobcenter versetzt werden. Die Postführung spricht von weiteren Automatisierungen im Arbeitsbereich. In Wahrheit bedeutet dies für die Postkunden, dass sie vieles selbst erledigen müssen, was früher von einem Postler erledigt wurde.
Jobsuche im Jobcenter.

Kommentare:
D. am 29. November 2004 um 12:56
Seit der Privatisierung der Post werden die Filialen, welches früher das größte Logistiksystem der Welt bedeutete, aufgelassen. Alles wird wegrationalisiert. Für den Konsumenten bedeutet das: Längere Wege und Wegzeiten zum nächsten Postamt, Wegfall von Service, z.B. Braus-Zahlungen, höhere Gebühren, längere Wartezeiten, mehr Unfreundlichkeit durch Stress etc. Dazu kommt das Internet-banking und der E-Mailverkehr. Heutzutage werden weniger Briefe geschrieben. „Computer beisst Briefträger“

schlagloch am 29. November 2004 um 18:35
Dein Satz „Computer beisst Briefträger“ bringt die Situation bei der Österr. Post auf den Punkt. Heute werden die Briefträger nicht mehr vom Hofhund gebissen, sondern vom Computer im Verteilerzentrum.