non:plus:ultra

Die Generationen der fünfziger und sechziger Jahre hatten das Glück, dass die Zeugnisnoten nicht das Nonplusultra waren. Heute glauben viele Eltern die Schulnoten entscheiden über den weiteren Lebensweg ihrer Kinder. Niemand duldet es, dass der Sprössling einmal einen niederen Beruf ausüben soll. Diese Vorurteile werden durch Zeitungsberichte genährt und mit den Ausländern in Zusammenhang gebracht. Von denen arbeiten die Weiblichen in Reinigung- und Pflegeberufen oder im Hotelgewerbe. Die Männlichen sind im Baugewerbe oder in Handwerksberufen wie Maurer, Fassadendämmer oder Bodenleger tätig. Wer hat das Recht, diese als minderwertige Berufe einzustufen? In unserer digitalisierten Welt geht es ohne Service- und Handwerksberufe nicht. Der PC allein vermag es nicht für das Wohlbefinden in unseren Wohnungen zu sorgen.

Die Botschaften von den intelligenten Reinigung- und Pflegerobotern klingen traumhaft. Dafür bedarf es ein neues soziales Verständnis, wird man im Stiegenhaus statt dem Personal vom Haus- und Gartenservice auf eine Schar von Reinigungsrobotern treffen. Im Hotel werden automatisierte Zimmercleanroboter für ein millimetergenau gefaltetes Handtuch und Überdecke sorgen. Das Gefühl, hier hat ein menschliches Wesen aufgeräumt, wird sich bei den Gästen nicht mehr einstellen.

KI

couch:generation

Bei der Wahrnehmung der Lebensjahre beschränkt man sich zumeist auf die runden und halbrunden Geburtstage. Besonders gefeiert werden, um die Alten zu ehren, die Geburtstage nach fünfzig. Familienbedingt häufen sie sich, wenn man selbst älter wird. Die Anlässe jenseits der Fünfzig werden beschönigt, man nennt sie fünfzig plus. Wird ein 70er gefeiert ertappt man sich bei dem Gedanken; siebzig, so alt. Dabei ist man selbst näher bei siebzig als bei sechzig und wähnt sich gerade mal fünfzig. Zu den Überlebenstaktiken des Menschen gehört, sich selbst zu betrügen. Beim Aussehen versucht man mit Hilfe von Cremes, zumindest ein zehntel Millimeter der Falten auszubügeln. Die Betuchten nehmen den Schönheitschirurgen in Anspruch.

Hört man sich bei den Pensionisten ein bisschen über den Ablauf des Alltages um, dann haben es die Frauen besser als die Männer. In der älteren Generation verrichten sie noch immer die Arbeit im Haushalt und fühlen sich nicht in das Abseits geschoben. Wobei sich heute schon ein Teil der männlichen Couch Generation im Haushalt nützlich macht. Ein Ärzteteam hat einem Pensionisten nach einer Herzoperation verboten, im Haushalt Staubzusaugen und im Garten den Rasen zu mähen. Radfahren, Schwimmen und Tennisspielen ist für ihn erlaubt, hat der Patient den Arzt bestochen? Paare, welche nur eine Wohnung zu versorgen haben, sind vom Zeitaufwand besser dran als solche, welche ein Haus und einen Garten instand halten müssen.

Diwan

roboter:auto

Wie sehr sich durch autonom fahrende Autos der Verkehrsfluss und das Verkehrsaufkommen steuern lässt, bleibt abzuwarten. Ein selbstfahrendes Auto wäre für viele eine Einladung ein solches Auto anzuschaffen und würde das Verkehrsaufkommen in den Ballungszentren erhöhen. Ein Ausweg wäre, selbst kein Auto zu besitzen, das Roboterauto steht auf Abruf zur Verfügung. Wie heute Taxis, zu einem wirtschaftlichen Preis. Meine Hoffnung ist, dass mit den selbstfahrenden Bussen eine neue Offensive für den öffentlichen Verkehr startet.

In den ländlichen Regionen könnte das selbstfahrende Auto die Mobilität älterer Menschen erhöhen. Die Versorgung mit dem alltäglichen Bedarf aus dem nächsten Lebensmittelmarkt erleichtern. Heutzutage sind, von der Entfernung her, die meisten Nahversorger zu Fuß nicht mehr erreichbar. Entfallen im öffentlichen Verkehr die Lohnkosten für den Fahrer, müsste diese Einsparung an die Konsumenten weitergegeben werden. Wie bei computergesteuerten Abläufen gibt es keine Ermüdungserscheinungen und keine menschliche Ablenkung.

In meiner Jugend bin ich über viele Jahre mit dem Postbus zur Arbeit gefahren. Heute benütze ich im Stadtverkehr zeitweise den Bus und bei Fernreisen den Zug. Beim Einsteigen in einen autonom fahrenden Bus wird mir das vertraute Grüß Gott des Busfahrers fehlen, eventuell kommt es vom Tonband. In den Roboterbussen wird sich fortsetzen, was heute in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Fall ist. Jeder unterhält sich autonom, mit seinem Smartphone. In meiner Jugend war der Sitznachbar das Smartphone.

Gelbe Postbus

autonom:fahren II

Bei der Testfahrt in Pörtschach erfasst mich eine kindliche Stimmung, einmal schaue ich nach vorne, dann nach hinten und zur Seite. Mit Neugierde beobachte ich was passiert, wenn ein Auto aus einer Parklücke fährt oder Radfahrer irritiert mitten auf der Fahrbahn halten? Diese Situationen meistert das Roboterauto gekonnt, wobei das hindernisbedingte Halten sehr abrupt erfolgt. Beim Wegfahren und Halten fehlt der erfahrene Fuß des Menschen.

Eine sogenannte Operateurin, welche von Gesetzes wegen in Österreich vorgeschrieben ist, fährt im Bus mit. In der Hand hält sie eine Konsole, welche stark an die Steuerung für ein ferngesteuertes Spielzeugauto erinnert. Während der Fahrt, auf Nebenstraßen, hat es nie eine gefährliche Situation gegeben. Wie das Fahrgefühl im Berufsverkehr oder im Reiseverkehr auf der Autobahn ist, lässt sich in Pörtschach kaum simulieren. Es war Neugierde, welche uns in den smarten Bus steigen lässt und der coole Effekt anderen gegenüber. Wer bereit ist, in einem Fragebogen, seine Erfahrungen mit dem autonomen Fahren bekannt zugeben, wird mit einem Freigetränk belohnt.

Es könnte zu ähnlichen Effekten gegenüber von autonomen Fahrzeugen kommen, sollten diese in größerem Umfang eingesetzt werden, wie in den Kindertagen des Automobils. Damals war es die Frage, ob die hohe Geschwindigkeit für den Menschen zuträglich ist? Des Weiteren, ob es zu Unfällen kommt, wenn sich Pferdekutschen und Benzinkutschen begegnen. So stellt sich heute die Frage, wie das Verkehrsgeschehen ablaufen wird, wenn sich  Autos mit einem Fahrer am Steuer und autonom fahrende Fahrzeuge begegnen werden? Außer den Fußgängern wird ein Gefahrenpotential das Aufeinandertreffen der Roboterauto mit anderen motorisierten Verkehrsteilnehmern sein. Viele Autofahrer werden versuchen zu beweisen, dass sie die besseren Lenker sind, besser als ein Computerprogramm. Sie werden den autonom fahrenden Fahrzeugen Fallen stellen.

Fallensteller