AB:kühlen

Mit jeder Schlechtwetterfront wird es im Herbst um einige Grade kühler. Der Temperaturrückgang wirkt sich wohltuend auf den Straßenverkehr aus. Die Fahrweise der Autofahrer wird ruhiger und gedämpfter. Die Abkühlung bringt Erleichterungen bei körperlichen Beschwerden, bei Venen- und Lymphdrüsenleiden, bei Kreislaufproblemen und hohem Blutdruck. Die Menschen bewegen sich leichter und sind wieder mehr belastbar. Nicht in allen Arbeitsstätten gibt es Klimaanlagen und bei Privathäusern ist es die Ausnahme. Beim Arbeiten mit dem PC dauert es nicht lange und es schaltet sich die Kühlung ein. Sind es die Gedanken oder die offenen Programme, welche den PC heißlaufen lassen? 

Was verschafft unserem Kopf Kühlung, wenn er heißgelaufen ist? Die Ursachen können vielfältiger Natur sein, durch Überarbeitung, eine besondere Herausforderung, ein Konflikt oder unwahre Behauptungen welche die eigene Person betreffen. Die Einen versuchen den Kopf durch autogenes Training zu kühlen, andere mit einem Spaziergang im Wald, einer Rastpause an einer Quelle. Man besinnt sich eines Kurses zur Körperentspannung oder legt sich kühlende Wickel auf den Kopf. Es nützt kaum, die Klimaanlage in der Wohnung einzuschalten. Diese kühlt nur äußerlich und nicht den Brand im Kopf. Manche beginnen bei den Haaren oder im Nackenbereich zu schwitzen. Wie bei einer Klimaanlage bildet sich Kondenswasser und läuft den Hals entlang. Je nachdem ob man ein rechter oder linker Typ ist, betrifft es die rechte oder linke Kopfseite. 

Linke Typen.

TAUB:stumm

Es ist erstaunlich welche Kräfte ältere Menschen mobilisieren, wenn sie noch in einer Wohnung oder in einem Haus wohnen. Wo es darum geht, für einen anderen zu sorgen oder dem anderen behilflich zu sein. Meistens befindet sich ein Partner im besserem gesundheitlichem Zustand und bemüht sich dem anderem das Leben zu erleichtern. Das beginnt damit, dass er sich um Ordnung und Sauberkeit in der Wohnung kümmert oder für den anderen die Besorgungen erledigt. Glück ist, wenn man im fortgeschrittenen Alter noch fähig ist für zwei Personen zu kochen. Die Unterhaltung soll nicht zu kurz kommen. Gemeinsame Busausflüge sorgen für neue Reize und die Erlebnisse kann man miteinander teilen. 

Schnell altern lässt einen Senior, wenn sein Partner stirbt, plötzlich verliert der Alltag seinen Sinn. Der Grund für das Handeln ist abhanden gekommen. Man denkt darüber nach, ob es für eine Person notwendig ist alles in Schuss zu halten. Man vernachlässigt seine Gesundheit, seine Wohnung, oftmals auch sein Äußeres. Man beginnt an allem zu sparen, an der Heizung, an der Kleidung und beim Essen. Oft verliert man den Kontakt zur Umwelt, zur Gesellschaft.

Es dauert nicht lang, bis man von den Kindern oder der Verwandtschaft aufgefordert wird, die Wohnung aufzugeben und in ein Altersheim zu ziehen. Hier wird man versorgt und verwaltet, mit der eigenen Selbstständigkeit ist es vorbei. Hier treffen sich die Kinder, die Verwandtschaft zu den Festtagen und es stellt sich die Frage, wer verwaltet den Senior. Es kommt zu einem Streit um das Fürsorgerecht. Die Kräfte  entfalten sich nicht in der Fürsorge für den Senior, die Kräfte bündeln sich in der  Verwaltung des Senior. Dies bedeutet die Verwaltung des zu erwartenden Erbe. Der Fernseher läuft, der Senior sagt kein Wort, er fragt nichts. Keiner weiß, hört er noch, sieht er noch oder nicht. Die Bilder laufen weiter. 

Im Tonstudio.

SCHUB . UMKEHR

Vieles was für uns heute selbstverständlich ist und aus dem Altagsleben nicht mehr wegzudenken, hat vor hundert Jahren seinen Siegeszug angetreten. Dazu gehört das Auto, es wurde damals als Kraftwagen bezeichnet. Im Gegensatz zum Pferdewagen wurde der Wagen von einem Kraftmotor angetrieben. Viele Menschen hatten vor den ratternden Gefährten große Angst, manche sagten, sie seien des Teufels, wohl ob der stinkenden Auspuffgase. Die Pferdekutscher und Pferdefuhrwerker, die Hufschmiede und Wagnermeister  protestierten gegen das neue Fortbewegungsmittel und vertraten die Ansicht, der Mensch könne diese Geschwindigkeit nicht vertragen. Sie dürften mit dem zunehmendem Autoverkehr gesehen haben, dass sie ihre Geschäftsgrundlage, die Beförderung von Menschen und Waren einbüßten. Für die Hufschmiede und Wagnermeister hatte dies zur Folge, dass auch sie weniger Arbeit hatten. Standen zuerst viele Menschen dem Kraftwagen skeptisch gegenüber, so setzten sich bald die Vorteile durch. Die Pferdewagen verschwanden immer mehr aus dem Straßenbild. Von den negativen Folgen des Autoverkehrs werden wir erst heute erfasst.  Wie sehr in den ersten Jahrzehnten das Auto die Aufmerksamkeit der Bevölkerung erregte, zeigt sich in einem historischem Foto, wo ein Verkehrsunfall mit drei Toten, am 4. Oktober 1928 auf der Warmbaderstrasse bei Villach festgehalten wurde. Auf dem Foto sieht man  das Motorrad mit Beiwagen welches mit einem Auto zusammen gestoßen ist und die drei Toten hängen vom Motorrad auf die Strasse. Rund um die Fahrzeuge hat sich eine Gruppe von Menschen versammelt.
 
Die Fernsehbilder von einem Verkehrsunfall in den Nachrichten lösen, wenn es sich nicht um Verwandte handelt, kaum noch Aufmerksamkeit aus. Mehr Beachtung gilt einem Pferdefuhrwerk, welches wöchentlich durch Möselstein fährt.
 
Die Schubumkehr.         

ZEIT . GEIST

Was der Zeitgeist ist und wer den Zeitgeist bestimmt, darüber wird viel geredet. Es kommt darauf an, um welchen Bereich des täglichen Leben es sich dabei handelt. Ein Zeitgeist drückt sich in dem Schlagwort „Geiz ist Geil“ aus. Dies betrifft das Einkaufsverhalten vieler Menschen. Geht man in einen Supermarkt eine Jause kaufen, dann werben Preisschilder mit der Ankündigung „Der kleinste Preis“, „Nimm drei zahl zwei“, „Der Tagesbestpreis“, „Heute minus 30 Prozent“ um Aufmerksamkeit. Manche verlassen bei diesen Wortspenden fluchtartig den Markt und versuchen eine Fleischhauerei oder eine Bäckerei zu finden. In manchen Orten werden sie danach vergeblich suchen. Es gibt keinen Metzger Müller oder Bäcker Berger mehr, es gibt nur das Diskontfleisch und die tiefgefrorenen Semmeln zum Aufbacken unter dem Motto „stündlich frisches Brot“.
Ist in der Wohnung etwas kaputt gegangen oder soll etwas neu montiert werden, so kann das Besorgen eines Nagel, einer Schraube oder einer Dose Farbe bis in die nächste Stadt führen, Treffpunkt Baumarkt. Den Fachgeschäften in den größeren Gemeinden auf dem Land wurden von den Einkaufszentren der nächstgelegenen Stadt die Kundschaft abgeworben. Inzwischen sind die Fachgeschäfte gestorben. Ähnlich wie bei menschlichen Verstorbenen bedauert man das Ableben, die Schließung des Fachgeschäftes, und überhäuft den Verstorbenen mit schönen Komplimenten.
 
Vom Aussterben bedroht.  
 

Kommentar(e)     

(23.10.07 09:07)
Hallo Schlagloch,
fortwährend ändern sich Dinge. Kann sein, daß in einigen Jahren wieder der Bedarf nachFachgeschäften entsteht, vielleicht in anderem Gewand.
Und: Meines Wissens sind zu allen Zeiten sinnvolle Einrichtungen „gestorben“, waren plötzlich nicht mehr gefragt, wurden abgelöst durch scheinbar Besseres. Irgendwie gleicht das, wenn dies so ist, der Evolution, die auch immer wieder gute Zustände auflöst/vernichtet und einen ganz anderen Anlauf auf eine mögliche Spitze macht.

Gruß
Gerhard

schlagloch
Hallo Gerhard!
Ich meine, dass der heutige Evolutionsfaktor Gewinn heißt, und es dabei nicht darum geht etwas besseres, sinnvolleres zu finden.
Gruss schlagloch.
Gerhard (23.10.07 23:27)
Ja, stimmt! Die biologische Evolution führt ja manchmal auch auf falsche Pfade. Irgendwann wird man merken, daß es so nicht geht – und dann kehrt man womöglich wieder zurück…falls dies dann noch möglich ist.

Gruß
Gerhard

Mo / Website (24.10.07 19:58)
Das Sterben der kleinen Läden hat in der Großstadt schon vor Jahren begonnen. Nicht umsonst werden die Innenstädte immer uniformer und eintöniger, da sich dort nur noch die immer gleichen Großanbieter finden….

Mir als „Angsthase“ sind die großen Läden ein Grauen. Ich bin Gott sei Dank noch finanziell in der Lage, für meine Einkäufe auch einen Umweg in Kauf nehmen zu können und unterstütze gern die kleinen Händler in meinem Vorort, auch wenn ich dort manchmal etwas mehr bezahlen muß. Dafür kennt man mich dort beim Namen, während man in den großen Läden schon fast um eine Bedienung „betteln“ muß.
Alles hat seinen Preis……


schlagloch /

Hallo Mo.
Ohne die kleinen Laeden werden die Innenstaedte immer einteoniger und uninteressant.und auch das Angebot wird immer gleicher.
Gruss schlagloch.