wahl:spitze II

Es kann sein, dass die Newcomer nicht alle ihre Wahlversprechen einlösen werden, von den traditionellen Kandidaten weiß man, dass die Wahlversprechen vor der Wahl, das Altpapier nach der Wahl sind. Oft stellen Wähler fest, diese Versprechen haben wir schon einmal gehört und es sollte längst eingelöst sein, jetzt steht es wieder am Wahlplakat. Es ist nicht verwunderlich, wenn sich trotz der Armada von Journalisten und Meinungsbildnern, die bestimmen wollen, wer was zu wählen hat, die Menschen in großen Prozentsätzen zu anderen Kandidaten überwechseln. In unseren Breiten ist es nicht möglich, dass sich autarke Regierungsformen entwickeln.

Bei den diversen Maßnahmen zur Regulierung der Einwanderung, sowohl in Frankreich, in Deutschland, sowie in Österreich entschließen sich jetzt die Parteien, die für eine ungezügelte Zuwanderung waren, schnell vor der nächsten Kurve auf die Bremse zu steigen. Bei der Kurve handelt es sich um die nächsten bundesweiten Wahlen, sowohl in Frankreich, in Deutschland und in Österreich. Es geht schon lange nicht mehr um sozialpolitische Ideen, einzig darum, vom Futtertrog nicht verdrängt zu werden. Dieses Spektakel ist in Europa überall dasselbe.

Wahlsonntag

wahl:spitze I

In den letzten Monaten gab es einige entscheidende Wahlen außerhalb und in Europa. So die Wahl zum amerikanischen Präsidenten, wobei die Vielfalt an Berichterstattung und Kommentaren in den heimischen Medien alles übertroffen hat, was ansonsten bei einer ausländischen Wahl abläuft. Es ist nicht auszuschließen, dass die politischen Fähigkeiten des neuen amerikanischen Präsidenten mittelmäßig sind. Ihm wird vorgehalten, er hat in keiner Partei so lange gebuckelt, wie es die Politikkaste es gerne hätte. Zum Anderem wird ein Staat von einem  Führungsstab gesteuert. Da passiert es schon einmal, dass die Küste Chinas mit der Küste Australiens verwechselt wird. Das wahre Desaster ist, ähnlich wie bei der österreichischen Präsidentschaftswahl, das Abschneiden der Kandidaten von den etablierten Parteien. Jene, die sich über Jahrzehnte in fast allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen breitgemacht und Einfluss verschafft haben, war desaströs. Große Erfolge feierten Kandidatinnen und Kandidaten ohne Parteizugehörigkeit, welche ein Jahr vor den Wahlen noch niemand gekannt hat.

Noch einmal wiederholt sich dieses Phänomen bei der französischen Präsidentschaftswahl. Die meiste Unterstützung von den etablierten Parteien erhält jene Kandidatin oder jener Kandidat, von der oder dem angenommen wird, dass man als etablierte Partei mit einem grünen Auge davonkommt. Der neue Präsident oder Präsidentin wird umworben, um darüber hinweg zu schummeln, dass es die eigenen Kandidaten einer selbsternannten Volkspartei es nicht geschafft haben. So gelingt es, trotz einer Niederlage das Parteihemd nicht zu bekleckern,  das Debakel verschwindet wortlos im Untergrund. Die herrschenden Parteien verstehen es geschickt an die Sieger, an die neuen Hoffnungsträger, anzudocken um keine ihrer Positionen oder Privilegien zu verlieren.

Froschauge

schuld:schulden II

Bei diesem schwierigen Umgang mit Entgleisungen ist es zum Impulsvortrag „Schuld und Schulden“ nur ein kleiner Schritt. Peter Heintel, Philosophieprofessor, steuerte dazu am Ende des Gottesdienstes seine Gedanken bei. Er fühle sich, wie er mit einem Schmunzeln anmerkte, gut aufgehoben, da er in die Fürbitten eingeschlossen wurde. Mit einer wissenschaftlichen Untersuchung über die Wirkung von Medikamenten beginnen seine Ausführungen. Warum wirken Medikamente bei dem einen Patienten besser, beim Anderen schlechter? Eine der Faktoren ist, dass Medikamente bei Menschen, die sich an der Krankheit mitschuldig fühlen, schlechter wirken. Die Mediziner schwingen gerne die Schuldkeule: „Hätten sie dies und jenes unterlassen, hätten sie dies und jenes getan“ und so fort. Im Schuldbekenntnis bitten die Kirchenbesucher um Vergebung, „dass sie Gutes unterlassen und Böses getan haben“. Um aus diesem Teufelskreis herauszukommen gibt es die Möglichkeit durch Opfergaben und Reue Gott milde zu stimmen. In der Vertreibung aus dem Paradies, dem Sündenfall, sieht Professor Heintel einen Sieg des Teufels. Der Satan hat Adam und Eva versprochen,  wenn ihr von diesem Baum der Erkenntnis esst, „werdet ihr sein wie Gott“. Die Menschen sind damit sehend geworden, sie können zwischen Gut und Böse unterscheiden und wählen. Wir haben das Gewissen als letzte Instanz, dieses hätte es ohne den Sündenfall nicht gegeben. Eine Anmerkung von mir, was wäre mit Gott als moralische Instanz, wenn wir noch im Paradies wären?

Im Alltagsleben haben wir oft ein Schulgefühl gegenüber den Eltern. Die Verpflichtung sie einmal im Alter und bei Krankheit zu pflegen und zu versorgen. Das Erzeugen von Schuldgefühlen birgt die Gefahr der Manipulation, eines Einzelnen oder einer Gruppe, in sich. Damit agieren und regieren immer noch politische Parteien, in dem sie Bittstellern einen Job, eine freies Geschäftslokal oder eine Wohnung vermitteln. Dafür erwarten sie von ihm, dass er ihre Partei wählt. Im Kreditwesen sieht der Vortragende einen Vorausgriff auf die Zukunft. Kreditwesen galt im Mittelalter als eine Sache des Satans.

Reichtum ist im aktiven Leben kein Hindernis und wird von den Wenigsten hinterfragt. Damit lässt es sich flott leben. Eine Bürde wird es im fortgeschrittenen Alter, wenn man für das Leben im Jenseits Vorsorge treffen will. Dann verschenken manche einen Teil ihres Vermögens für karitative Zwecke und nehmen so einen Kredit für das ewige Leben auf. Fürsten und Könige haben dazumal eine Kirche oder ein Kloster gestiftet und sich damit in den Himmel eingekauft. Unsere Gesellschaft hat das schuldlos schuldig erfunden und damit dem Schicksal die Schuld übertragen.

Schuldturm

vogel:flieg II

In der heutigen Berufswelt liegt die Aufmerksamkeit und Konzentration nicht bei der Arbeit selbst, sondern bei den Meldungen die über das Handy hereinkommen. Bei einem Drittel der Verkehrsunfälle ist heute die Benützung des Handy oder des Navigationsgerätes während der Fahrt mitschuldig. Es ist nicht verwunderlich, dass die Zukunftsstrategen dafür plädieren, die Steuerung des Autos gleich einem Computerprogramm zu überlassen. Der Mensch wäre nur mehr Beifahrer und könnte sich auch hier seiner liebsten Beschäftigung, dem Amüsement hingeben. Im jetzigen Alltag stellt die Führerscheinprüfung eine Auslese dar. Damit wird auch das Verkehrsaufkommen ein wenig gedrosselt. Wie wird es mit dem Straßenverkehr weitergehen wenn jeder, ohne einen Führerschein zu besitzen, mit einem selbstfahrenden Auto unterwegs sein kann?

Ob das computergesteuerte Gefährt weiter die Bezeichnung Auto tragen wird, ist noch offen. Eventuell schreitet die Optimierung des Menschen weiter fort und er selbst wird zu einem selbstfahrendem Gefährt. Der Ruf nach menschlicher Optimierung wird bestimmt zunehmen. Wir wissen, schon Leonardo da Vinci hat Fluggeräte konstruiert, um dem Menschen das Fliegen mit eigener Muskelkraft zu ermöglichen.

Die Vorstellung mit eigener Muskelkraft zu fliegen, hat seit Leonardo da Vinci nichts an Faszination verloren. So versuchte der Schneider von Ulm noch Anfang des achtzehnten Jahrhunderts, den in Ulm zu Besuch weilendem Kaiser, davon zu überzeugen. Seine Vorführung mit einem Gleitschirm  ist wegen des ungünstigen Absprungortes kläglich gescheitert. Der Schneider fiel in die vorbeifließende Donau.

Eisschollen