BLOG . GEBURTSTAG

BLOG . GEBURTSTAG
 
Zum 4. „Bloggeburtstag“ Meinungen über das Blog „schlagloch.“
 

Weblogs als Literaturform

Barcamp Kärnten. Schlagloch liest aus seinen Blogeinträgen, die als literarische Miniaturen gedacht sind. Seit vier Jahren füllt er die Schlaglöcher des Lebens mit kurzen, sehr persönlichen Geschichten. Die medium-bedingten Einschränkungen (wie z.B. attention span) berücksichtigt er, indem er die Geschichten auf einige wenige Zeilen eindickt. Weblogs als Literatur, ein interessantes Format, aus der Zeit geboren. Wie ein Businessmodell dazu aussehen könnte, entzieht sich meiner Vorstellung. http://www.virtualbites.com/barcamp_literaturform 
 


Robert Lender in Blogging, Web 

Franz ist kein Techniker, kein Web 2.0 „Freak“. Franz hat vor vier Jahren Weblogs entdeckt und nutzt seither diese Möglichkeit um seine Gedanken einer breiteren Öffentlichkeit,beim BarCamp in Kärnten, zu präsentieren. Schlagloch nennt Franz sein Blog. Der Name ist auch Inhalt, er stellt die Schlaglöcher des Lebens, die Strecken die Umfahrungen nötig machen, oder einen stolpern lassen, vor. Schlaglöcher sind auch die Möglichkeit seine Geschwindigkeit zu verringern und dabei die Umgebung näher an sich heran zu lassen, als nur rasant über die Strasse des Lebens zu fahren. Franz erzählt über seine Art zu bloggen: Einträge sollen 15 Zeilen nicht übersteigen. Lieber bleibt er dafür an einem Thema dran und schreibt mehrmals darüber. Er nennt dies Minigeschichten (Miniaturen) schreiben.
Als das „Schlagloch“ eines Tages (aufgrund Versionsumstellung der Blogengine) kurzfristig nicht in Google zu finden war, verglich er dies „als hätte man seine Geburtsurkunde verloren“. Für ihn stellt das Blog die Möglichkeit dar seine Gedanken an LeserInnen heranzubringen und dabei auch direktes Feedback zu erhalten. Blogger wie Franz zeigen mir wieder einmal, dass bloggen nicht nur für Technikinteressierte sondern auch für Menschen gedacht ist, die einfach nur etwas sagen/schreiben wollen und über ein Blog eine einfache („simpel“ im besten Wortsinn) Möglichkeit erhalten. Wobei Franz auch über das Internet einiges zu sagen hat. So schreibt er im Jänner 2007:

Manche Warnrufe über die Gefahren des Internet erinnern mich an die Warnungen meiner Mutter, als in den sechziger Jahren in Österreich das Radioprogramm Ö3 (Popsender) gestartet wurde. „Diese verrückte Musik“, sagte die Mutter, „werde den Radioapparat kaputt machen und das Gehirn zerstören“. Der Radioapparat funktioniert noch heute und die Musik hat das Denken verändert. 
 

Schlagloch Podcast

Für den Schlagloch Podcast führte ich beim BarCamp in Kärnten  ein Gespräch mit dem Schlagloch Blogger.

http://weblog.blograum.net/?p=231  

Blog the Blog: Österreichs bemerkenswerte Blogs

 

Kommentar(e)     

Gerhard (14.7.07 10:04)
Hallo Schlagloch,
habe mir den Podcast angehört – auch eine Minitiatur, wie ja auch Miniaturen Programm Deines Blogs sind.
Die Motivation zum Bloggen aus literarischen Gründen oder Veranlassung sagte mir sehr zu. Eine Kleinkunst im Web sozusagen.

Gruß

orange / Website (14.7.07 11:13)
Gratulation zum 4.!

Ist ja nicht selbstverständlich, so lange Spaß an einer Sache (im www) zu haben und so lange ein gutes und druchgängiges Niveau zu halten 😉

Alles Gute auch weiterhin! Mögen noch viele Bloggeburtstage folgen.

LG Isabella.

Schreibman / Website (14.7.07 11:32)
Herzlichen Glückwunsch von einem ebenfalls rund Vierjährigen. Dein Blog gehört zum Besten, was es hier gibt. Viel Spass und Erfolg auch weiterhin! Liebe Grüsse
Mo / Website (14.7.07 11:58)
Lieber Schlagloch,

herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum von einem absoluten Neuling. Es ist bemerkenswert, dass Dir vier Jahre lang nicht der Schreibstoff ausgegangen ist.
Ich mag an Deinem Blog das Schnörkellose, die Vielfalt Deiner Texte/Gedanken und die Konzentration auf Sprache und Ausdruck.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß beim bloggen, auf dass Dir niemals die Themen ausgehen….und ich kehre gern zurück.

Herzliche Grüße

Mo

schlagloch
Hallo!
Ein Dankeschön an Alle die hier kommentieren und lesen, und für die Glückwünsche. Ich versuche mein literarisches Konzept im Web umzusetzen. Ein Dank an Jene, die den Text für diesen Eintrag geliefert haben. Die Anregungen für die Texte, welche ich hier auf dem Blog veröffentliche, stammen aus meinen Tagebuchaufzeichnungen.
Gruss schlagloch.
schlagloch
Hallo!

@ Gerhard. Danke für die Besuche und Kommentare. Wahrscheinlich entstehen im Web neue literarische Schreibformen.

@Isabella. Danke für die Glückwünsche. Eine Frage an die Fachfrau,“welches Alter kann man im Web erreichen“?

@Schreibmann. Wir sind sozusagen „Gründungsmitglieder“ von 20six.de. Danke für die guten Wünsche.

@Mo. Wir haben alle einmal „klein angefangen“. Mein Schreibstil hat schon vor dem „schlagloch“ existiert. Danke für die Wünsche.

Gruss schlagloch.

Robert Lender / Website (15.7.07 22:00)
Herzliche Gratulation zum 4. Geburtstag deines Blogs. Seit dem BarCamp Klagenfurt habe ich dein Blog in meinem Feedreader abonniert und lese immer wieder gerne deine Gedankensplitter.
schlagloch /
Hallo Robert Lender!
Danke für die Wünsche und das „Abo“. BarCamp Klagenfurt war eine tolle Sache.
Gruss schlagloch.
Blütenstaub / Website (19.7.07 15:08)
Mit Verspätung (aber was sind schon paar Tage gegen vier Jahre) auch von mir liebe Jubelgrüße..
schlagloch /
Hallo Blütenstaub!
Danke für den Besuch und für die Grüsse. Wie die Zeit vergeht.
Gruss schlagloch.
petros / Website (25.7.07 09:07)
Glückwunsch!

Komme immer wieder gerne zum lesen.

LG
Petros


schlagloch /
Hallo Petros!
Danke für die Glückwünsche. Bei dir schaffe ich es nicht alles zu lesen.
Gruss schlagloch.

AN . REISE

Bevor man zu einem unbekanntem Ziel, einem unbekanntem Ort aufbricht verspürt man oft eine angenehme Anspannung. Man verlässt seine vertraute Umgebung, seinen bekannten Ort, es ist ein kleines Abenteuer. Dies erfordert heute nicht viel Mut. Mehr Mut und Abenteuerlust war von den Männer gefordert, welche Länder wie China, Indien, Mexiko oder den Kongo erforscht haben. Noch ungewisser war die Reise für diejenigen, welche das Festland verlassen haben und mit Segelschiffen das offene Meer befahren haben. Sie wussten nicht wohin die Reise geht und wie lange die Schiffsreise dauern wird. Diese Entdecker haben viel Mut und Gottvertrauen bewiesen.
 
Heute fehlt uns der Mut zu einem Abenteuer, wir gehen auf Nummer sicher. Wir sind ein Volk von Versicherungsmenschen. Wir versichern uns gegen Einbruch, Sturmschaden, Glasbruch und gegen Feuer. Wir haben eine Rechtsschutz-, Haftpflicht- und Lebensversicherung. Wir würden öfter ein Abenteuer eingehen, wenn wir mehr Selbst- und Gottvertrauen hätten.
 
Die Glaubenspolizze.     
 

Kommentar(e)     

Mo / Website (10.7.07 19:17)
„Man verlässt seine vertraute Umgebung, seinen bekannten Ort, es ist ein kleines Abenteuer. Dies erfordert heute nicht viel Mut.“Im Prinzip hast Du Recht, wenn man bedenkt, dass es kaum einen Ort auf der Erde gibt, den man nicht bequem per Flugzeug erreichen kann.

Für die ca. 30 % unserer Bevölkerung hingegen, die unter Agoraphobie verschiedener Ausprägungen leiden, ist fast jeder Gang vor die Wohnungstür eine große Herausforderung, die all ihren Mut erfordert.

schlagloch /
Hallo !
Wer eine Schilderung über oben erwähnte Agoraphobie lesen will, M0/Website anklicken. http://moblog.twoday.net/
Gruss schlagloch.
Mo / Website (11.7.07 12:39)
Lieber Schlagloch,es war ein Zufall, dass ich dieses Thema gestern angeschnitten habe, bevor ich Deinen Beitrag hier las.

Ja, ich gehöre der oben angesprochenen Gruppe an und werde demnächst mehr dazu schreiben.

Herzliche Grüße an Dich

Mo

Gerhard (11.7.07 16:28)
Ja, Mo, mach das!
Was für manche selbstverständlich ist, ist es für andere nicht.
So wie man seine Gesundheit verlieren kann (was man gemeinhin als jüngerer Mensch für unverlierbar hält), genauso kann man auch die Unbefangenheit gegenüber gewissen Dingen verlieren. Was einst kein Thema war, kann zu einem ernsten Thema, ja sogar Dauerthema des individuellen Lebens werden.Nichts ist sicher, das ist gewiss.

Aber es stimmt, was Schlagloch ganz im Allgemeinen sagte: Da, wo Abenteuer trotzdem für uns möglich ist, wird es vermieden.

Gruß
Gerhard

Mo / Website (11.7.07 17:15)
Hallo Gerhard,
vielen Dank für Deine Ermunterung.Wie ich schon im 1. Posting geschrieben habe, schließe ich mich Schlaglochs Meinung an. Ich weiß nicht, wann und warum wir unsere Risikobereitschaft verloren haben.

Für meine Großmutter ( Jg. 1910 ) gab es keine Sicherheit. Sie hat 2 Weltkriege (üb)erlebt und dabei alles verloren. Sie ist große Risiken eingegangen und hat sich in Lebensgefahr begeben, wenn sie nachts kilometerweit gelaufen ist, um Lebensmittel oder Holz zu „hamstern“. Unvorstellbar für mich und meine Generation.

Ihr einzig überlebender Sohn/mein Vater (Jg. 1941) hat den Wiederaufbau und auch das Wirtschaftwunder erlebt. Für ihn war es bei meiner Berufswahl besonders wichtig, dass ich einen „sicheren“ Job bei einem“sicheren“ Unternehmen bekomme.
Und auch sonst bin ich in meiner Kindheit nicht gerade zur Risikofreude erzogen worden. Ich könnte viele Dinge aufzählen, die meine Eltern mir verboten haben. Zum Teil und aus meiner heutigen Sicht heraus auch völlig berechtigt. Aber es gibt durchaus Dinge, wo ich mir mehr Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten von ihnen gewünscht hätte.

Und heute ?? Die Generation, die sich gegen alles versichert, entfliegt der vermeintlichen Sicherheit ( und der damit eingetretenen Langeweile ) ans andere Ende der Welt und sucht den Kick im Bungeespringen oder Rafting, aber bitte möglichst sicher !

Noch schlimmer und/weil ohne jegliche Garantie von Sicherheit: wieviele aus dieser Generation gehen keine ernsthaften Beziehungen mehr ein, weil es keine Police gibt, die sie gegen Verletzungen schützt und weil ihnen sowohl das Selbstvertrauen-, als auch die Zuversicht in den Anderen, abhanden gekommen ist ?

Viele Grüße

Mo

ansuzz / Website (11.7.07 19:04)
Lieber Schlagloch,ich denke, mein ganzes Leben zeigt mir immer wieder unbekannte Ziele auf. Diese zu erreichen erfordert oft eine Menge Mut. Viele reisen in der Weltgeschichte umher aber vor ihrem Leben laufen sie davon. Dem stellen sie sich nicht. Besser durch Südamerika trampen, als meinen Vater/Mutter/… beim Sterben zu begleiten, besser Thailand besuchen, als mich selbst erkennen.

Ich muss nicht weit reisen, um ein Abenteuer zu erleben und meinen Mut zu beweisen! Das tägliche Leben bieten mir hierfür jede Menge Möglichkeiten!

Lieben Gruß
die Ansuzz

Gerhard (12.7.07 00:08)
Anusz,
das ist ja extrem herb, was Du da als Beispiel mit dem Sterben nennst…aber so geschieht es tatsächlich vielfach.Sich stellen…das ist offenbar das Schwerste!
Gerhard (12.7.07 00:09)
Entschuldigung, Ansuzz, den Namen nicht richtig gelesen.
Gerhard (12.7.07 00:12)
Mo, das mit den Beziehungen ist eine interessante Beobachtung.
„Beziehungsarbeit“ ist ja auch ein antiquierter Begriff, fällt mir in diesem Zusammenhang ein.Gruß
Gerhard
schlagloch /
Hallo Mo!
Ich habe vor kurzem im Fernsehen einen Bericht über die Schiksale von Menschen, die am Ende des 2. Weltkrieges auf der Flucht waren, gesehen. Für mich ist es unvorstellbar was diese Flüchtlinge, Frauen, Kinder usw. mitgemacht haben. Vielleicht haben sie einfach gehofft, dass, wenn sie die Flucht überleben, das Leben wieder besser wird. Etwas von dieser Hoffnung brauchen wir auch.
Gruss schlagloch.
schlagloch /
Hallo Ansuzz!
Der Eventurlaub erspart für kurze Zeit die Auseinandersetzung mit dem eigenem Leben. Stirbt der Vater ist es schlimm, stirbt die Mutter ist es noch schlimmer.Muata

Bei mein Bsuch von da Muata
im Spittol hon i ihrne Händ gholtn,
do hob i ihre gonze Liab gspirt.
De Orm woarn schoan
gonz dinn.
Da Vurhong vom Fensta
is zur Seitn gschobn gwesn,
sodos se auf de Sunnseitn
aufegsehgn hot.
De Herbstsunn hot gscheint,
es woar a stills Lächln auf
ihrn Gsicht.

I hon zua ihr gsogt,
du wirst bold wieda daham
vurm Haus auf da Bonk
in da Sunn sitzn,
do hots ihrn Kopf gschüttlt.
Sie hot an klan Schluck
von ihra gliebtn Frucade gmocht.
Sie is glei miad woarn
und eingschlofn,
a poar Tog späta
is se gstorbn…

Gruss schlagloch.

Mo / Website (12.7.07 14:47)
Lieber Gerhard,Beziehungsarbeit setzt voraus, dass beide Seiten daran arbeiten wollen. Meine Erfahrung ist, dass diese Bereitschaft immer mehr abnimmt und man sich lieber mit unverbindlichen Oberflächlichkeiten zufrieden gibt, als sich seinen Ängste, die meist aus schlechten Erfahrungen resultieren, zu stellen. Dabei kann die Entdeckung und Erforschung eines Menschen doch ein tolles Abenteuer sein…..

Lieber Schlagloch,

Hoffnung ist für mich ein wesentlicher, wenn nicht sogar der wichtigste, Antrieb und Motivator.

Das Leben im und nach dem Krieg hat mir meine Oma sehr eindrücklich beschrieben. Mir ist beim Lesen Deines Kommentars gerade erst bewußt geworden, dass sie die unvorstellbaren Geschehnisse „berichtet“ hat, aber darüber z.B. nie eine Träne verloren hat ( jedenfalls nicht vor mir ). Sie hat sich auch niemals beklagt. Vielmehr klangen die Mühen, die sie auf sich nehmen mußte, eher nach einem“Job“, der eben einfach zu tun war.

Und dann ist sie irgendwann ganz leise und tränenlos für immer eingeschlafen, genau so,wie Du es in Deinen Zeilen beschrieben hast…..

Ich frage mich gerade, ob ich mich nicht ein wenig schämen müßte für die Dinge, um die ich weine oder klage,weil sie doch in kaum einem Verhältnis zu den Qualen meiner Oma und ihrer Generation stehen….

Viele Grüße

Mo

schlagloch /
Hallo Mo!
Obwohl es uns im allgemeinem gut geht, haben wir unsere Probleme, dafür brauchen wir uns nicht zu schämen. Die Großeltern lebten in einer anderen Zeit und waren ein anderer „Menschenschlag“.
Gruss schlagloch.
Gerhard (12.7.07 22:36)
Mo,
kann man Hoffmung nicht sogar als eine zwiespältige Emotion ansehen? Sie mag im ungünstigen Fall verhindern, daß wir uns aktiv um unsere Dinge kümmern. Wenn ich z.B. die Hoffnung hege, bitteschön eines Tages keine Panikattacken mehr erleben zu müssen, dann unterhalte ich sie geradezu.
Hoffnung ist im Grunde so etwas wie ein Truglicht, aber offenbar ein Notwendiges. für uns Menschenkinder.
Hoffnung täuscht, aber wir brauchen sie gleichzeitig. Sie trägt uns weiter, zumindest das. Aber sie bewegt zunächst mal nichts.Zu den Kriegsvertriebenen, lieber Schlagloch, würde ich gerne anmerken, daß neben Hoffnung auch so etwas wie der Satz gewirkt haben müsste: „Wer sich aufgibt, hat verloren“. In solchem Leid gibt es entweder Resignation und totaler Absurz oder das unablässige Weiterkämpfen.
Wenn jemand eine sogenannte Dauerbelastung, die also irreversibel ist, in seinem Leben mit sich rumtragen muß, dann kann er sich nicht fallen lassen. Er kann und darf das nicht, sondern muß weitergehen, denn Aufgabe ist hier das Ende.
Mo / Website (12.7.07 23:24)
Hallo Gerhard,ein interessanter Aspekt, den Du anführst. Ich unterstütze ihn insofern, dass ich glaube, dass Hoffen und Bangen eng beieinander liegen. Also der Zwiespalt zwischen einer positiven Einstellung, dass etwas Wünschenswertes ( eine Besserung ) eintritt, gleichzeitig verbunden mit der Sorge, dass es bei dem negativ empfundenen Ist-Zustand bleiben könnte.

Wichtig erscheint mir, dass Hoffnung einen nicht passiv warten läßt, dass sich die Dinge von allein ändern. Hoffnung aber positiv belegt in dem Sinn, dass sie zum zielgerichteten Handeln motiviert. Deshalb würde ich Hoffnung nicht generell als Truglicht bezeichnen, denn es gibt durchaus berechtigte Hoffnungen ( in dem Sinne, dass die Wahrscheinlichkeit der positiven Entwicklung durchaus existiert ).

Um bei Deinem Beispiel zu bleiben: angstbesetzte Dinge nicht vermeiden mit der Hoffnung, dass es von allein besser wird ( kontraproduktiv, wie Du es selbst beschrieben hast ). Aber Hoffnung als Motivation, sich seinen Ängsten ganz bewußt immer wieder zu stellen, um eine schrittweise Desensibilisierung zu erreichen.

Ich habe aber noch eine Frage an Dich: Ich schätze Deine Kommentare sehr und würde gern mehr von Dir lesen. Beschränkst Du Dich auf das „mitschreiben“ oder gibt es irgendwo einen Blog von Dir, der hier nur nicht verlinkt wird ?

Viele Grüße und gute N8

Mo

Gerhard (13.7.07 10:08)
Hallo Mo,
Vielleicht ist „hoffen“ für mich einfach negativ besetzt. Da schwingt im Wort so eine Passivität mit, die mir aufstösst.
Wie heißt es in einem Refrain:
„So mancher hofft ein Leben lang…“Bei mir stelle ich immer wieder fest, daß ich (insgeheim)Hoffnungen hege, aber nichts davon scheint sich zu erfüllen. Oft hat man ja auch keine Vorstellung oder Idee, was man konkret zu tun hat, damit die Hoffnung sich in reales umsetzt.
Was ist konkret zu tun? Was ist erforderlich? Oder ist es einfach besser, „loszulassen“, der speziellen Hoffnung ade zu sagen.

Zu Deiner speziellen Frage.
Nein,ich blogge selber nicht. Zumindest noch nicht. Aber ich werde öfter Deine Seite besuchen und da auch was hinterlassen.

Schönes We

Gerhard

Mo / Website (13.7.07 12:27)
Lieber Gerhard,bei näherem Betrachten erscheint mir der Grat zwischen Hoffnung und Illusion recht schmal. Natürlich kenne auch ich enttäuschte Erwartungen und mit zunehmender Lebenserfahrung muß man zu dem Schluß gelangen, dass bei weitem nicht alles gut wird. Unter dem Strich sind wir uns einig, dass Hoffnung für uns Menschen offenbar existentiell notwendig ist….

Auch wenn Du (noch) keinen eigenen Blog pflegst, hoffe ich ( da haben wir es wieder 😉 ) , wieder von Dir zu lesen…wo auch immer….

Und danke an Schlagloch für dieses wieder bedenkenswerte Thema.

Schönes und sonniges Wochenende

Mo


schlagloch /
Hallo Gerhard!Auf die Hoffnung zu setzen, sozusagen einfach zu hoffen, dies empfinde ich auch als nicht produktiv. Aktiv zu sein und dann zu hoffen dass die Aktivitäten den Erfolg bringen, finde ich den richtigen Ansatz. „Loslassen“ würde ich dort, wo etwas zuviel wird, aber nicht die Hoffnung. Es stimmt, dass man in schwierigen Situationen (Kriegsvertriebene) Kräfte entwickelt, die man sich vorher selbst nicht zugetraut hätte. Selbst erlebt.

Gruss schlagloch.

VER . REISEN

Jeder kennt die Situation, dass man zum Verreisen zuviel an Kleidung einpackt. Für eine Woche Urlaub nimmt man fünf Hemden, drei Hosen, eine Jacke, zwei Strickwesten und einen Pullover mit. Dazu kommt die Bekleidung für die sportlichen Aktivitäten, wie Schwimmen, Yoga, Wandern und Radfahren. Auf die persönlichen Sportgeräte und den Standard von zu Hause will man nicht verzichten. Im Urlaub wollte man ausspannen und sich entspannen, trotzdem werden für alle möglichen Tätigkeiten Vorkehrungen getroffen. Fährt man mit dem Auto in den Urlaub, dann spielt das Gewicht des Reisegebäcks keine Rolle. Jene, die mit einem öffentlichen Verkehrsmittel verreisen merken beim Tragen des Gepäcks schmerzlich, dass sie zuviel eingepackt haben.
 
Ähnliches erleben wir im Alltag, wenn wir uns zu viele Aufgaben vornehmen und im Laufe der Jahre immer mehr Vorhaben auf unsere Schultern aufladen. 
Wir merken davon lange nichts, bis die Hals- und Brustwirbelsäule oder die Lendenwirbelsäule schmerzt. Meistens geben wir die Schuld der Wirbelsäule, selbst wollen wir keinen Ballast abwerfen.
 
Das gebrochene Kreuz.
 

Kommentar(e)     

Gerhard (7.7.07 00:18)
Einjeder kennt dieses Phänomen. Weniger wäre mehr – aber irgendetwas lässt uns „hamstern“.
Was ist der Grund?
Vermeidung, denke ich spontan!
Sucht ist ja Vermeidung pur.
Vermeidung des Sich-anschauens.

Irgendein Weiser sagte mal: Wir wollen die wahre Natur des Menschen nicht zur Kenntnis nehmen! So entsteht Not. Diese füllen wir dann mit allerlei Zeug, stürzen uns in Süchte, stopfen uns voll.

Das ist so ne unvollständige, amateurhafte Sicht eines Laien.
Aber vielleicht recht nahe dran.

orange / Website (7.7.07 09:55)
Hallo Schlagloch,
den Alltag mit einem vollgepackten Urlaubskoffer zu vergleichen trifft es wahrlich.

Die Erwartung von außen und innen macht das Leben oft schwer – obwohl eh jeder weiß, dass man es leichter nehmen könnte.
Aber wer steht schon gerne angepatzt, underdressed oder völlig unzureichend ausgestattet vor einer Gesellschaft, vor welcher auch immer? In einem strahlend weißen Hemd hebt sich das Selbstbewusstsein enorm und plötzlich scheint das Leben leichter, obwohl es schwer auf den Knochen lastet. Wer wird denn diesen Schmerz schon offen zugeben wollen? Nur nicht schwächeln, wenn es den Anschein zum Lohn hat, sich so gut und obendrüber zu fühlen!

LG Isabella

Windrider (8.7.07 18:13)
Lieber Schlagloch,
deine Gechichte finde ich nur zu treffend, interessanterweise finden sie aber die, die es betrifft, lange nicht so treffend. Ballast abwerfen – das wäre es wohl, aber kaum jemand macht es. Im Gegenteil, meiner Erfahrung nach machen das Leute mit Rückenschmerzen gerade überhaupt nicht. Die laden sich eher noch ein Päckchen auf und wundern sich dann, warum ihnen dann bald alles weh tut.
Liebe Grüße Windrider
schlagloch /
Hallo Gerhard!
Wir sind seit Urzeiten Sammler und Jäger, sozusagen „menschliche Hamster“. Durch die Unsicherheiten im Sozialsystem werden die Hamsterinstinkte stärker und auch die Belastungen.
Gruss schlagloch.
schlagloch /
Hallo Isabella!
Manchmal ist der Urlaub keine Auszeit, da kommen neue Erwartungen dazu. Unser Notensystem belohnt nur die Starken, mit allen Folgen.
Gruss schlagloch.
schlagloch /
Hallo Windrider!
Meistens führen Schmerzen zum Umdenken, manchmal sehr spät.
Gruss schlagloch.

weichensteller / Website (14.7.07 14:39)
Hallo Schlagloch!
Verreisen ist wie verirren, verlieren, vermissen, verlassen, ….. verlieben usw. – nämlich eine Fehlform!
Lieber REISE ich, LIEBE ich.
Und SCHREIBE ich.

Z.B. hier:
http://weichensteller1.twoday.net/
http://weichensteller2.twoday.net/

Übrigens meistens vom Reisen!
Liebe Reisegrüße
weichensteller

KLOSTER . HOF

Das Zuviel an Waren, das Zuviel an Informationen und der Mangel an echtem Wissen führt im Westen zu einer Orientierungslosigkeit in religiösen Dingen. Deshalb besuchen immer mehr Menschen Vorträge über den Buddhismus  oder lassen sich in Dia Vorträgen über die Reisen in den Himalaja berichten. Bei einem Vortrag „Der Berg Kalesch“ im Yogazentrum in Villach hat die Vortragende von der Spiritualität der Berge gesprochen. Von den Meditationsplätzen am Berg, den Orten der Kraft, außerhalb der Klöster. Auch in Kärnten gibt es Orte der Kraft, in Gschriet am Mirnnock oder am Fuße des Großglockner. Die Kraftorte wurden von buddhistischen Mönchen „bestätigt“. Es sprechen viele, die gerne in die Berge gehen davon, dass sie dort zur Ruhe kommen, neue Kraft tanken. Vermischt sich hierbei kosmische Strahlung mit positiven Erlebnissen?

Für mich zählt der Innenhof eines Klosters zu den Orten der Kraft. Auch deshalb, weil man in einem Klosterhof garantiert vom Straßenlärm oder anderen Lärmquellen abgeschirmt ist. Aber wo gibt es einen offenen Zugang zu Klosterinnenhöfen, zu den wirklichen Innenhöfen. Soweit man Zutritt hat, handelt es sich zumeist um den Zutritt mit einer Führung oder es ist eine Sehenswürdigkeit für Touristen. 

In der Stille. 

 

Kommentar(e)    

Gerhard (3.7.07 23:23)
Als ich 2002 in Tokio war, überraschte mich das plötzliche Vorhandensein eines Klosters inmitten heftigen, pulsierenden Lebens. Man schritt hier aus der zermürbenden Hektik und dem allgegenwärtigen Lärm nur einige wenige Schritte durch einen Durchgang und plötzlich war man in fast völliger Stille in einer Art Klostergarten.
Das Kloster kündete sich nicht an. Es war plötzlich zur Hand.
Dieser Stadteil Tokios war extrem gepflastert mit Leuchtreklamen und dem üblichen Treiben und der Geschäftigkeit in den Strassen.

Ähnlich erholsam erwies sich auch ein Cafe‘, das im 3 Stock eines Hauses war. Man ging enge Treppen hoch und befand sich in dann in Räumen, die völlig abgeschirmt waren vom Draussen. Die Fenster waren verhangen und nicht geöffnet. Es war traumhaft ruhig und besinnlich dort. Eine Oase.

Mo / Website (5.7.07 11:13)
Ich kenne es leider nur aus dem TV, wie dicht z.B. in Japan große Betriebsamkeit und Gewimmel auf der einen Seite, und Stille und Ruhe auf der anderen, beieinander liegen.

In unseren Breiten ist das Innehalten zwar in vielerlei Hinsicht im Rahmen der hier bereits angesprochenen Wellness-Bewegung „chic“ geworden. Kultiviert haben wir es aber wohl, im Vergleich z.B. zu den Japanern, nicht und vielen fehlt wohl auch der Respekt davor.

Vielleicht ist das auch ein Grund, warum Orte der Stille, Ruhe und Einkehr durch Mauern und geregelte Öffnungszeiten geschützt und reguliert werden (müssen)

Gerhard (5.7.07 14:53)
Hallo Mo,
ich erinnere mich, als Kind mit einem Freund ganz tief im Wald spazieren gegangen zu sein und plötzlich festgestellt zu haben, daß es dort ABSOLUT still war. Wie sonderbar das war und wie ungewohnt, geradezu ein Ereignis! Nichts, einfach nichts, nicht mal ein Rascheln.
Nach etwa 15 Sekunden drang dann ganz von der Ferne ein schwaches Geräusch herein,war es ein Zug oder Flugzeug – ich weiß es nicht mehr.
Mo / Website (5.7.07 17:08)
Hallo Gerhard,

ich bin zwar eine Großstadtpflanze, aber ich meine mich an eine ähnliche Situation in meiner Kindheit zu erinnern.

Ansonsten habe ich die absolute Stille ein Mal in der Wüste kennengelernt. Dort gab es nur meinen Herzschlag, der plötzlich beängstigend laut für mich zu hören war.

Herzliche Grüße

Mo


schlagloch /
Hallo Gerhard!
Der Wechsel vom Stadtlärm in die Klosterstille hat sich bei dir über Jahre eingeprägt. Ich kenne Städte mit mehreren Millionen Einwohnern nur aus TV-Dokumentationen. Mich reizt der Wechsel vom lautesten Ort, meistens der Hauptplatz , zum ruhigsten Ort, eine kaum besuchte Kirche.
Gruss schlagloch.